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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
39
4,5 von 5 Sternen
Wellensittich entflogen - Farbe egal: Kuriose Zettelwirtschaft
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 22. September 2016
Lustig und gut gemacht.
Ich kenne die kuriose Zettelwirtschaft schon aus dem Internet und habe damit immer meinen Spaß.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen.
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TOP 100 REZENSENTam 7. Juni 2012
... an Ampeln, Stromkästen, Bäumen, Rettungsringen, Schaufenstern, Wänden, Fenstern, Hausfluren, Cafés, an der Universität und vielen unmöglichen Stellen mehr. Trotz Internet ist die Berliner Schnauze auch bei der öffentlichen Zettelwirtschaft mit großem Wachstum gesegnet. Dieses Buch bzw. die Seite notesofberlinPUNKTcom übernehmen die Klammer ins 21. Jahrhundert und protokollieren das Verrückte, Empörte, Gemeine, Hinterhältige, Unglaubliche, Liebevolle - was immer man denken könnte, in Berlin ist es längst schon geschrieben und veröffentlicht.

Tatsächlich gibt es auch einfach gute, positive Zettel, z.B. oben mit dem Hinweis: Nimm Dir was Du brauchst. Und unten eingeritzt zum Mitnehmen hängen die Worte Liebe, Freiheit, Jugend, Zeit, Freude, Geduld, Hoffnung, Wissen, Mac Book. Es fehlt ein Zettel, wahrscheinlich die Telefonnummer, unter der man m.E. das Mac Book kaufen konnte, ein wirklich kreativer Werbeaufhänger! Insbesondere auch für jene, die den Laptop nun nicht mehr erwerben durften.

Auf dem geschrotteten Fernseher wurde ein A4-Zettel angebracht: Es läuft nur noch Schrott. Meines Erachtens ist dies schon Kunst ebenso wie vieles andere einfach gelebter, dunkler Alltag ist, wenn man so nah am anderen leben muss wie Menschen in den Mietskasernen Berlin's und auf der anderen Seite das Mitteilungsbedürfnis sich stärker darstellt als anderswo.

Das Buch könnte die Zettel deutlicher und größer gedruckt haben, aber die Bilder sind so wie sie sind, von den Community Mitgliedern eingeschickt (alle Entdecker werden am Ende des Buches genannt) bzw. dann nur wenig bearbeitet. Etwas mehr Kontrast hätte dem Ganzen an einigen Stellen gut getan. Machte mir nichts aus, meine Leselupe liegt meist griffbereit.

Wunderschön die Geschichten hinter den Zetteln, die auf farbigen Seiten eingestreut werden. Ebenso wie die teilweise abgedruckten Kommentare aus der Website zu den einzelnen Zetteln, die eben so sind wie sie sind, wie man auch hier bei amazon nachlesen kann. Menschen scheinen sich besonders an Empörung zu laben und einer, sagen wir es vorsichtig, deutlich tiefer gelegten Sprache.

Besonders witzig und weil man das jetzt, vor der Fußball-EM wieder überall sehen kann: die Strickmützen in Schwarz-Rot-Gelb auf Rückspiegeln, Fähnchen oben am Auto-Dach etc. etc. Auf Seite 177 sieht man eine kreative Möglichkeit, hier etwas anti-nationale Erziehung zu ermöglichen, nachdem ein Fähnchen geklaut wurde.

Übrigens scheint es eine klare fremdsprachliche Minderheit in Berlin zu geben, die besonders unnachgiebig verfolgt wird: <Schwabe geh!!!> oder der <der Kiez schwobt über>. In den wenig witzigen Statements drückt sich eine deutliche Abneigung aus, die dieses friedliebende, kreative, zahlende und linke Völkchen (einzige Grün-Rote Regierung) meines Erachtens nicht verdient hat. Zumal die Finanzspritzen aus dem Südwesten einer Stadt guttun, deren Mitbürger an einem Spree-Rettungsring dies anbringen: Berlin, kannst Du noch oder stirbst du schon?
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am 12. Juni 2012
***In seinem Buch zeigt Joab Nist eine Auswahl der außergewöhnlichsten Gesuche, Anzeigen, Mitteilungen und Proteste, wie sie in Berlin, in Papierform, überall an Bäumen, Laternen oder in Hausfluren hängen'... Ein besonderer Einblick in das Hauptstadtleben.***

Ich habe es gestern einer guten Freundin zum Geburtstag geschenkt und es sorgte noch auf der Feier für herzliche Lacher und erheiterte den Abend um zahlreiche Anekdoten aus dem Freundeskreis!!
Allein wegen der Fülle der Zettelchen und Nachrichten -' eine witziger, skurriler und bunter als die andere - dient das Büchlein garantiert nicht nur der einmaligen Unterhaltung. Pikante Details und künstlerische Potenziale in den ca. 250 farbigen Abbildungen erschließen sich sogar häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick. ;)

Für 9,99€ erhält man ein hübsches Taschenbuch in hochwertigem Einband mit Glanzeffekt.

Empfehlung: Gemeinsam mit den Liebsten betrachten und Pläne schmieden für ganz eigene Zettel!

Eure Sabrina
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am 23. September 2012
Dieses Buch enthält ein Sammelsurium an Zetteln, Graffitis und Plakatschmierereien aller Art die in Berlin gesehen wurden. Es wird nach Bekanntschaften gesucht, sich über Hunde- und Menschenscheisse beschwert wo diese nicht hingehört oder einfach nur mal ein Blankozettel ausgehängt. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Deutlich zu spüren bei der Lektüre ist, dass man für Diebe kein Verständnis aufbringt. Klauen ist immer noch sowas von out, da wird dann schon mal via Zettelbotschaft eine klare Ansage gemacht. Es geht aber auch anders: Wem sein Laptop geklaut wurde, der braucht auch kein Ladekabel und Dockingstation mehr und bietet diese dann einfach auch per Zettel dem Dieb an. Solche Nächstenliebe ist jedoch eher selten zu finden.
Illegal entsorgter Müll bietet eine prima Fläche um seinem Ärger darüber Luft zu machen. Das ist trotz der eigentlichen Problematik jedoch einfach zum kaputtlachen.
Sehr lustig sind auch die teilweise nachträglich kommentierten Botschaften. Die setzen dann nochmal einen drauf.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Jedesmal wenn ich dachte: "Das ist der beste Zettel" kam ein paar Seiten später schon der nächste Brüller. Ich habe nun sofort Lust nach Berlin zuu fahren, um weitere Zettel aufzuspüren. Hier wo ich wohne hängt zwar auch der eine oder andere Zettel aus, jedoch nicht in diesem Ausmaß wie in Berlin.
Wenn man Sachen liest wie: "Welche Sau schmeisst vollgeschissene Windeln aus dem Fenster?" möchte man natürlich nicht dort wohnen aber trotzdem würde mich da interessieren wie es dort zugeht.
Dem Buch gebe ich eine klare Kaufempfehlung. Lacher sind garantiert. Und wer vom Buch nicht genug hat kann sich auf Joab Nists Blog [...] täglich neue Zettelbotschaften reinziehen.
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am 21. Juni 2012
Der junge Berliner Kulturwissenschaftler JOAB NIST liebt seine Stadt und will sie verstehen. So begann er irgendwann zu sammeln, was, wie und wo Berlin spricht, denn die große Metropole lebt von und kommuniziert durch die vielen Menschen, die in ihr leben und arbeiten. Berlins Sprache ist schon lange nicht mehr "Herz mit Schnauze", sondern ergibt sich aus dem in jeder Beziehung bunten Gemenge an Kultur, Kiez und Kreativität, welches diese Stadt ausmacht. Will man Berlin verstehen und in Berlin verstanden werden, dann muss man etwas anzetteln. JOAB NIST veröffentlicht seit Oktober 2010 in seinem Blog "Notes of Berlin" ([...]) wunderbare Beispiele öffentlicher Aushänge, die er und seine Leser in Berlin finden - in Hausfluren, an Bäumen, auf dem Asphalt, in Schaufenstern, an Ampeln oder auf Bahnhöfen ... wo auch immer. Der Stoff für seine kuriose Zettelwirtschaft scheint niemals auszugehen, zu viele Tiere, Menschen und Fahrräder werden gesucht, gerne auch mal von Aggressionen heimgesucht. In diesen zahllosen Notizen zeigt Berlin seine vielen Gesichter und seinen öffentlichen Charakter. Nicht immer schön, aber immer ehrlich!

Das Buch zum Blog bietet nun eine Auswahl dieser Alltagskommunikation in Form von Zetteln und Beschriftungen. Die Bilder haben eine relativ schwache Qualität, da sie natürlich meistens mit dem Handy aufgenommen wurden, aber es genügt, um die jeweilige Pointe zu erkennen. Die Themen sind Berlin-spezifisch Autos und S-Bahn, Mitbewohner und Zugezogene, Diebe und Hundehaufen. Neben den Fotos der Notizen gibt es auch Texte in Form von Hintergrundberichten und Leserkommentaren. Warum gerade der Fließtext auf blauem Papier gedruckt und damit wirklich schwer lesbar wurde, ist mir ein Rätsel. Dafür sprechen die Abbildungen für sich.

Nicht alle Notes sind amüsant, vieles ist auch böse oder traurig, konsum- oder gesellschaftskritisch, entstammt nicht selten Wutbürgern oder verzweifelten Seelen. Berührend sind vor allem die Hilferufe der kleinen Berliner, zum Beispiel: "Mein Ball ist weg. Der Finder bekommt eine Süßigkeit."

"Wellensittich entflogen, Farbe egal" ist mit seinen 208 Seiten kein Buch für die Hosentasche, aber dennoch ein idealer Begleiter für (gedankliche) Streifzüge durch Berlin. Und das Schöne ist: Jeder kann mitmachen und seine Fundstücke einreichen. Neben dieser Anlaufstelle für Zettel aus der Hauptstadt wird "Notes of Germany" ([...]) fortan NOTES aus dem Rest der Republik ebenso wie Gastauftritten aus Österreich und der Schweiz ein Zuhause bieten.
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 6. Juni 2012
Kulturwissenschaftler Joab Nist führt in diesem Buch durch Berlin. Ähnlich wie diesen alternativen Stadtrundgängen, Kulturkritik, der Zeitgeist von 2012 eingefangen zumeist auf Zetteln. Ich hatte mir mehr so etwas erhofft wie Max Goldts skurrile Alltagsbeobachtungen und der Wellensittich-Zettel ist ja auch wirklich lustig, aber nicht besonders repräsentativ für den Rest des Buches. Manch Geschmiere kennt man auch aus anderen Städten, einiges ist sehr spezifisch für Berlin, manches sogar richtig originell, etwa der Ladebalken für erledigte Schurken, siehe Spoiler-Absatz weiter unten - viel mehr nette Beiträge zu verraten würde den Überraschungseffekt verderben. Einige, besonders die englischsprachigen Beiträge, wirken so wie es von einer Weltstadt zu erwarten ist und sind angenehm kreativ, vieles andere ist so vulgär und wenig einfallsreich wie überall anders auch: ob einige Leute wirklich Intim-Kontakte per Aushang suchen oder ob ihnen nicht viel eher jemand einen albernen Streich spielt und der Zettel damit nicht so witzig ist bleibt unklar, ist auch egal. Manch poetischer Beitrag ist herzerwärmend, der Großteil ist Gezeter über Fahrraddiebstahl, Hundekot und gar nicht weiter erwähnenswert. Es gibt einige kurze Seiten mit Anmerkungen, zumeist sprechen die Fotos für sich und zeigen ein Berlin, in dem Hipster und Schwaben offenbar sehr unpopulär sind und es nicht gern gesehen wird teure Fahrräder zu besitzen oder unbeliebte Wahlplakate aufzuhängen.

SPOILER ANFANG

Zum Schmunzeln und herzerwärmend sind Parodien auf Suchanfragen, bei denen unten ein kleiner Zettel mit Telefonnummer abgerissen werden soll, mein Favorit: "kostemlose kleine Zettel zum Abreissen" - da musste ich wirklich laut lachen!
Der Ladebalken-Zettel: wir sehen einen 100 % "complete" Balken für die Herren Gadafi, Hussein und einen "in progress" Balken für einen umstrittenen europäischen Politiker mit Hang zum Bunga Bunga

SPOILER ENDE

Das geht auch lustiger! Marc-Uwe Kling und Max Goldt widmen solchen Berlin-Beobachtungen deutlich weniger Seiten, sind erfreulicherweise nicht so derbe, dafür aber mit besseren Pointen zielsicherer. Wohl wirklich eher ein kulturwissenschaftliches als ein durchgängig lustiges Buch. Volkes Stimme, ungeschönt, manchmal lustig, oft aber auch nicht so prall.

207 Seiten, Softcover, durchgängig farbig illustriert, Ullstein 2012
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am 25. Juli 2012
Durch den Blog bzw. die Facebookseite von "Notes of Berlin" kann man schon erahnen, was den Leser dieses Buchs erwartet - kuriose Zettel und Aushänge, die der Autor Joab Nist in Berlin entdeckt hat, oder die Fans des Blogs ihm zugesendet haben.
Das Buch enthält etwa 250 Farbfotos von Liebesbotschaften, lost&found Notizen, Bitten, Hinweisen und Drohungen, die teilweise thematisch zusammengestellt abgedruckt wurden.

So findet man auf jeweils 1-2 Doppelseiten "notes" z.B. zum Thema Grünzeug ("Pflanzen klauen macht hässlich und versaut das Karma!"), Autos oder Fahrraddiebe, außerdem Menschen die bisweilen Skurriles auf Zettelchen zum Abreißen anbieten (z.B. "Hoffnung", "Geduld" oder auch kostenlose Spinnenbeseitigung), etwas verloren haben (Clownshose!), oder auch Aushänge von Menschen, die irgendwen irgendwann irgendwo getroffen haben und diese Person nun gern wiedersehen würden.
Bei einigen "Fundstücken" wird auch die Geschichte dahinter erläutert, was ebenfalls recht interessant ist. Im Anhang findet man ein Verzeichnis der Finder und Fundorte der abgedruckten "notes" und Gegenstände.

Wirklich gut gelungen finde ich die Mischung, das Buch ist abwechslungsreich und die Bilder passend zusammengestellt, es hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht. Es ist bestens geeignet um darin zu schmökern und für eine Weile in die Welt der Zettelbotschaften Berlins einzutauchen - ein vielleicht nicht repräsentativer, aber durchaus charakteristischer und unterhaltsamer Ausschnitt der Alltagskommunikation.
Besonders gefallen haben mir die Aushänge / Zettel, die erst durch einen Kommentar durch andere eine witzige Note erhielten - das Buch regt dazu an, mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen (nicht nur durch Berlin) und vielleicht auch selbst mit einem Zettel die Welt ein wenig bunter, witziger oder schöner zu machen.

Für mich eine absolute Empfehlung, zum selbst Lesen oder zum Verschenken - auch für Nicht-Berliner!
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am 16. März 2013
Wellensittich entflogen basiert auf der Internseite notesofberlin, wo fast tägliche neue Sprüche gepostet werden; wer also auch hier noch nicht genug hat, klicken lohnt.

Das Buch unterscheidet sich natuerlich von der Onlinepraesenz in ein paar Details: wir finden hier thematisch zusammenpassende Notes und nicht nach Datum sortierte und natuerlich nur eine Auswahl..sonst waere das Buch ja unsagbar dick. Dann gibt es auch einige Hintergrundinfos zu den Notes, Gespraeche mit den Verfassern und auch Aufloesungen, wie es weiterging..fand ich super spannend, besonders, da ich einige der Notes ja selbst hier in real gesehen hatte..und auch wissen wollte, wer um alles in der Welt wieso so etwas schreibt..Papiervoyeurismus in seiner schoensten Form! Oder auch der einzigen *g*

Ich finde das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk fuer Berlinbegeisterte oder Neuzugezogene..denn es gibt einfach eine ganz bestimmte Berlinaura/-atmosphaere wider, die nur schwer in langem Fliesstext fassbar ist...man bekommt einfach ein Gespuer dafuer, wie die Bewohner hier ticken..und wie unterschiedlich sie das tun Ich habe das Buch in sehr kurzer Zeit durchgeblaettert, aber wie gesagt, ich kenne ja quasi jedes einzelne Bild darin schon..werde es aber einem Freund weitergeben, mit dem ich die "Muenchen ist doch soooooo viel toller wie Berlin"-Debatte einfach nicht mehr fuehren mag; vielleicht kann ich ihn hiermit ja ein bisschen vom Gegenteil ueberzeugen (ok, ich bezweifle es arg, aber aufgeben ist nicht!).
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am 18. Juni 2012
Rezension vom 18.Juni 2012 | erschienen unter[...]

Ein Buch, ein Kleinod, ein repräsentatives Stück sozialer Realität Berlins. "Wellensittich entflogen. Farbe egal" von Joab Nist dokumentiert die Zettel-Streetart, die Du und ich jeden Tag in den Straßen unserer geliebten Hauptstadt sehen. Oder sehen könnten! Denn wie oft laufen wir vorbei?

Unsere Augen, für die kleinen Kuriositäten des Alltags oft abgestumpft, verblendet von konstant einprassendeln visuellen Reizen und Botschaften, sehen das Offensichtliche nicht mehr. Dit Berliner Leben!

Ein kollektives Glück also, dass Joab, 29 Jahre alt und Kulturwissenschaftler vor Ort, uns seine Augen leiht. Denn was dabei zum Vorschein kommt, ist mindestens Kultur - und maximal amüsant.

"NOTES OF BERLIN ist eine Hommage an all die Notizen, die Berlin täglich in seinem Stadtbild hinterlässt", schreibt Joab über das Projekt auf seinem Gemeinschaftsblog notesofberlin. Die NOTES werden dort seit Oktober 2010 veröffentlicht. Jeder kann in Berlin Gesehenes dokumentieren und einsenden.

Aus dem Blog ist nun das Buch "Wellensittich entflogen. Farbe egal" enstanden. Das Resultat ist mehr als ein Buch. Es ist BERLIN, von einer kommunikativen Seite, die den Leser schmunzeln lässt, Schenkelklopfer erzeugt, Herz zeigt, anrührt, sehnsüchtig macht, Hoffnung spendet und die Seele der Stadt offen legt.

"Berlin ist das Mekka der Zettelwirtschaft. Berlin spricht mit, Berlin spricht zu uns. Berlin spricht eine, Berlin spricht seine eigene Sprache. Zu jeder Zeit und überall. Berlin will sich mitteilen, etwas erzählen, verzapfen, kommentieren, suchen oder finden und sich manchmal einfach nur wichtig machen."

- "Wellensittich entflogen. Farbe egal" -

Mich hat das Buch von Joab glücklich gemacht. Glücklich weil ich in Berlin bin. Glücklich, weil Berlin zwar oft sehr hart, dafür aber meistens auch sehr ehrlich ist. Glücklich, weil Berlin pulsiert. Glücklich darüber, dass "trotz Kleinanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, trotz Radio, Fernsehen und dem Internet mit Facebook, Twitter und Co", gesagt werden kann, dass "...die urbane, analoge Alltagskulturkommunikation lebt."

Für 9,99 Euro gehört ein Stück Seele Berlins Euch - oder Euren Freunden, die sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit freuen werden!
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am 25. Juni 2012
Der Straßenaushang in Berlin erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit - es sind Papierdramen, die sich hier an jeder Ecke abspielen. Trotz Kleinanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, trotz des Radios und besonders des Internets, trotz all der Plattformen, durch welche sich der Stadtbürger eh schon mitteilen kann: Wer darauf einmal achtet, wird überrascht sein, wie viel der Berliner seinen Mitbürgern noch durch Stift und Papier an Bäumen und Stromkästen mitzuteilen hat.
Joab Nist gehört zu den Ersten, die darauf geachtet haben. Der Kultur- und Medienmanagementstudent an der FU Berlin streift seit 2007 durch die Gassen, Hinterhöfe, Kreuzungen und Treppenhäuser Berlins, immer auf der Suche nach dem nächsten interessanten Aushang, den er auf seinem Blog 'NOTES OF BERLIN' präsentieren kann.
Den Blog gibt es jetzt seit etwa 2 Jahren und die über 600 Notes in seiner Sammlung schauen sich jeden Tag tausende Nutzer an, an guten Tagen bis zu 16000. Auf Facebook besitzt sein Blog ansehnliche 12000 Fans, Tendenz steigend. Das Blog gehört zu den 5000 meistbesuchten Webseiten in Deutschland.
Dass es die Notes nun auch in Buchform gibt, ist da nicht nur der logische, sondern auch der nötige nächste Schritt: Es wäre eine Schande gewesen, dieses spannende und äußerst lustige Genre nur der Blogosphäre vorzubehalten und es nicht einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
Joab Nist gibt all dieser Zettelei durch seine interessante und unterhaltsame Sammlung nun den kulturellen Überbau, den dieses das Stadtbild ganz heimlich, aber doch deutlich beeinflussende Stückchen Alltagskunst verdient. Dieses Buch offenbart einen Schatz Berlins - die Kreativität seiner Bürger. Absolute Kaufemfehlung!
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