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TOP 1000 REZENSENTam 22. Dezember 2010
Natürlich kann man darüber streiten, ob ein solches Buch noch notwendig ist. Scheint doch die Evolutionstheorie zumindest in Europa allgemein anerkannt zu sein. Sieht man sich allerdings die im Anhang dieses Buches angeführten Statistiken an, sollte man sich diesbezüglich nicht zu sicher sein. Demnach wird die Aussage Die Menschen, wie wir sie heute kennen, haben sich aus älteren Tierarten entwickelt." von immerhin 23 % der Deutschen sowie jeweils 28 % der Österreicher und Schweizer als falsch bezeichnet.
Sicher muss man davon ausgehen, dass die meisten dieser Leute ein solches Buch nicht lesen werden (was aber offensichtlich manche nicht davon abhält, es zu rezensieren), dennoch kann es nicht schaden, nochmal sämtliche Belege für die Evolution an einem Ort zu versammeln.

Und Richard Dawkins präsentiert in diesem Buch wirklich eine ganze Reihe davon. Er zeigt, dass die Evolution durch eine Fülle an unabhängig voneinander entstandenen Belegen bewiesen werden kann, während kein einziger Hinweis dagegen spricht. So stimmt beispielsweise der Stammbaum, der in neuerer Zeit aus genetischen Untersuchungen abgeleitet wurde, genau mit demjenigen überein, der sich schon zuvor aus zoologischen Vergleichen und Fossilienfunden ergeben hatte. Dabei wird übrigens immer wieder betont, dass die Fossilien - auf deren angebliche Lückenhaftigkeit die Evolutionsgegner sich so gerne berufen - nicht die wichtigsten Belege für die Evolution sind. Selbst wenn wir kein einziges Fossil gefunden hätten, würden Beobachtungen an heute lebenden Tieren immer noch mit überwältigender Kraft zu der Schlussfolgerung führen, dass Darwin recht hatte.
Im Zuge seiner Ausführungen geht Dawkins auch immer wieder auf die Behauptungen der Kreationisten ein und widerlegt diese auf gekonnte, bisweilen durchaus auch etwas sarkastische Weise.
Für alle, die halbwegs unvoreingenommen an die Sache herangehen, dürften nach der Lektüre diese Buches kaum noch Zweifel an der Tatsache der Evolution bestehen.

Aber auch Leute, die ohnehin schon von deren Richtigkeit überzeugt sind, werden an diesem Werk ihre Freude haben. Denn es bietet noch viel mehr als nur eine bloße Aneinanderreihung von Argumenten.
Der Autor greif eine Vielzahl interessanter Themen auf, beispielsweise erklärt er, wie die Embryonalentwicklung funktioniert, überlegt, wo die Ursprünge des Lebens liegen könnten und stellt spannende neue Forschungsergebnisse vor. Dabei zeigt sich etwa, dass - im Gegensatz zur landläufigen Meinung - auch in der Biologie Hypothesen formuliert werden können, die einer experimentellen Überprüfung zugänglich sind.

Vor allem aber wird in diesem Buch auch aufgezeigt, wie der Mensch in den Stammbaum des Lebens eingegliedert ist, und es macht deutlich, dass der Gedanke, dass sich durch die Wirkung der Evolution aus kleinen Anfängen die scheinbar unendliche Vielzahl an Lebensformen, denen wir uns heute gegenüber sehen, entwickelt hat, mindestens ebenso großartig und begeisternd ist wie sämtliche religiösen Erklärungen - und dazu noch real!

Das ganze Buch ist wunderbar klar, verständlich und mitreißend geschrieben, sodass ich es nur empfehlen kann.
66 Kommentare| 109 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Februar 2016
... - das Gespenst des Kreationismus. Erstaunlich viele Menschen lehnen die Evolutionslehre als anerkannte wissenschaftliche Lehre für die Entstehung der Artenvielfalt auf unserer Erde ab. Stattdessen sind diese Menschen, die sich selbst Kreationisten nennen, von der wortgetreuen Schöpfungsgeschichte in der Bibel überzeugt. Nicht durch einen Jahrmillionen dauernden Prozess, sondern vor lächerlich wenigen Tagen hätte ein intelligenter Schöpfer all jene Lebewesen geschaffen, die es heute gibt.
Bis ich "Die Schöpfungslüge" gelesen habe, war ich davon überzeugt, dass dieser "Trend", der insbesondere in den USA verbreitet ist, beschränkt sei. Doch die Zahlen, die Dawkins schildert, haben mich erschüttert. Nicht nur in den USA, sondern auch im scheinbar aufgeklärten Europa lehnen viele und sogar zunehmend Menschen die im Biologieunterricht gelehrte Evolutionstheorie ab; meinen, es sei "doch bloß eine Theorie" (ohne zu wissen, was eine Theorie im wissenschaftlichen Sinn eigentlich ist, nämlich keineswegs eine Möglichkeit, sondern eine bestätigte Tatsache).
Richard Dawkins nimmt dieses Problem in die Hand und hat hier ein Buch geschrieben, dass die neuesten Erkenntnisse zur Evolutionsforschung zusammenfasst und liefert uns damit ein Rüstzeug, um mit fundierten Fakten und Argumenten gegen die, wie er sie selbst nennt, Geschichtsleugner vorzugehen. Ich will keinesfalls behaupten, dass "Die Schöpfungslüge" eine Art Bibel der Biologie wäre (damit würde ich mich selbst auf eine Stufe mit den Kreationisten stellen), aber dieses Buch wird zweifellos Augen öffnen. Nachdem man es gelesen hat, wird keinem mehr auch nur der geringste Zweifel an der Evolutionstheorie kommen. Sie wird als absolut schlüssig und als einzig logische Erklärung erscheinen. Nur leider, und das wird der Leser im Buch wiederholt vorfinden, lassen sich Geschichtsleugner nicht durch die besten und bestechendsten Argumente von ihrer festgefahrenen Meinung abbringen, weshalb der Kampf gegen das Unwissen einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Dawkins ist sich dessen bewusst, dass diejenigen, die er mit dem Buch eigentlich ansprechen müsste - nämlich die Kreationisten höchstselbst - überhaupt nicht ansprechen wird, da sie es schon im Voraus ablehnen, sein Werk überhaupt aufzuschlagen. Stattdessen richtet sich das Buch vornehmlich an jene, die von der Evolutionstheorie längst überzeugt sind, denen es bislang aber immer an Fakten fehlte, die ihre Überzeugung im Streitgespräch mit Leugnern untermauern konnten. Und hier liefert Dawkins perfekte Arbeit ab: er zeigt, mit welchen Mitteln man das Alter von Fossilien, von Gesteinen und von der Erde bestimmen kann, er schlägt wie schon sein Vorbild Darwin in "Die Entstehung der Arten" eine Brücke von der künstlichen Selektion bei der Züchtung von Haustierrassen zur natürlichen Selektion in der Natur. Er besticht durch Argumente aus der Ontogenese, zeigt, dass die heutige Anatomie erst schlüssig erscheint, wenn man sie unter dem Licht der Evolution betrachtet. Und er zeigt auf brilliante Weise, dass es einen "intelligenten Schöpfer" in der Evolution nicht geben kann und, sollte es ihn doch gegeben haben, er, salopp ausgedrückt, ziemlichen Bockmist gebaut hätte. Erst durch die Evolution werden scheinbare Missgriffe schlüssig, etwa der merkwürdige Umweg des rückläufigen Kehlkopfnervs (N. laryngeus recurrens).
Dabei besticht das Buch durch zahllose Beispiele, tolle Grafiken und eine einfache, für jeden leicht nachvollziehbare Sprache, ohne dabei unwissenschaftlich oder ungenau zu werden.
Einfach nur ein tolles Buch!
22 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Vielleicht wäre es besser, die Gegner der Evolutionstheorie würden endlich einmal die Werke von Charles Darwin lesen statt dieses Buch. Nicht weil sich die Lektüre von Dawkins neustem Wälzer nicht lohnen würde, sondern weil sich viele Einwände beim aufmerksamen Studieren der Quellen von alleine erledigen würden. Aber weil man Darwin weiterhin lieber in einem Zug mit Sozialdarwinismus nennt, haut Dawkins eben wieder auf die Tasten. Schade nur, dass der deutsche Verlag einen ziemlich irreführenden und dummen Titel wählte. Obwohl man unter "The Greatest Show On Earth" vieles verstehen kann, trifft er den Inhalt weit besser oder schränkt ihn zumindest nicht ungebührlich ein.

Angesichts der Bedeutung dieses ewigen Streits zwischen Kreationisten und ihren Feinden wäre es wünschenswert gewesen, Richard Dawkins hätte sich etwas kürzer gefasst. Denn es ist nun mal nicht jedermanns Sache, eine mit Abbildungen über 500 Seiten umfassende Argumentationsschrift zu lesen. Gerade sich auf populärwissenschaftliches Halbwissen stützende Zeitgenossen, werden das Angebot des bekannten Evolutionsbiologeb wohl kaum annehmen, ihnen verständlich aufbereitete Fakten zu präsentieren. Sogar die stilistisch einwandfreie Verpackung werden sie Dawkins zum Vorwurf machen.

Um dieses Buch weiterempfehlen zu können, muss ich nicht jede Meinung seines Autors teilen. Die unheilvolle Einführung eines "Gottes Gens" hat mehr Verwirrung als Klärung geschaffen. Und Vertreter eines evolutionären Altruismus' beklagen zu Recht, dass es schwierig ist, der Metapher vom egoistischen Gen etwas entgegenzusetzen. Aber wer mir einem Minimum an kritischem Denken ausgestattet ist, wird die Argumentationsketten von Richard Dawkins auch nicht unüberprüft und blind verinnerlichen.

Der Auftakt mit dem Vorwort und dem Kapitel "Nur eine Theorie?" ist dem Autor so gelungen, dass man ihn gerne als Essay breit verteilen möchte. In ähnlich rasanten Tempo wird danach die Frage beantwortet, warum es so lange gedauert hat, bis Darwin auf der Bildfläche erschien. Als Hauptschuldige nennt er religiöse Indoktrination, die Komplexität und den Geist Platons. Schnell wird klar, dass jede Kritik an Darwins Lehre nur ernst genommen werden darf, wenn ihre Verfasser auch etwas von Biologie verstehen. Und da dies häufig nicht der Fall ist, erhält der Leser eben auch Nachhilfeunterricht in diesem Fach. Und selbstverständlich wird auch der Begriff "Selektion" genauer erklärt.

Auf Seite 97 kommt der erste von vier Bildteilen, die mich zwar gestalterisch wenig überzeugen, aber zur Veranschaulichung des Textes beitragen. Der Leser wird sodann auch mit Zeitbegriffen bekannt gemacht, mit denen das Gehirn eines Normalsterblichen wenig anzufangen weiss, weil sie sich unserer eigenen Erfahrungswelten verschliessen. Und weil es um naturwissenschaftliche Beweisführungen geht, gibt es auch längere Exkurse in die Chemie. Beim Kapitel über fehlende Bindeglieder lernen wir, was evolutionsgeschichtlich zusammenhängt und welche Lücken Raum für wilde Spekulationen lassen. Bei Vergleichen von menschlichen Gehirnen mit denen der Primaten erfahren wir Aktuelles aus den Neurowissenschaften und bei den Betrachtungen über die embryonale Entwicklung viel über die ersten neune Monate unseres Lebens.

Besonders wichtig halte ich auch die Ausführungen über Enzyme, weil über die Macht der Gene noch immer viel Unfug erzählt wird. Die Kapitel "Die Arche der Kontinente", "Der Baum der Verwandtschaft" und "Geschichte in uns verewigt" lassen schliesslich kaum mehr Zweifel daran, dass Darwins Thesen mit kreationistischen Beweisführungen nicht so einfach widerlegt werden können. Ausser man stemme sich grundsätzlich gegen Erkenntnisse der Naturwissenschaften. Richard Dawkins behauptet so wenig wie Darwin, dass die Evolution perfekt arbeitet. Aber die beiden vergessen auch nie die schmerzliche Tatsache, dass sich die Evolution herzlich wenig um den Einzelnen kümmert, sondern ganz andere Ziele hat, als das persönliche Glück von Peter, Gustav, Vreni oder Susi. Aus dieser Verletzung heraus gleich die ganze Evolutionstheorie in Frage zu stellen, kann man niemandem verbieten. Aber mit pseudowissenschaftlichen Argumenten gestützten Glaubensvorstellungen darf man auch widersprechen. Und genau das macht Richard Dawkins gekonnt, manchmal vielleicht zu angriffig, aber selten unter der Gürtellinie.

Mein Fazit: Wie Leser dieses Buch bewerten, hängt sicher auch von eigenen Glaubensvorstellungen ab. Und der Ansicht, wie stark man naturwissenschaftliche Erkenntnisse veranschaulichen und vereinfachen darf. Obwohl ich nicht jede Argumentation des Autors teile und mir einige Ausführungen kürzer gewünscht hätte, empfehle ich Richard Dawkins neustes Buch gerne weiter. Und sei es auch nur als Diskussionsgrundlage für die Suche nach Verlässlichem.
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am 3. November 2015
Ich wünschte ich hätte so ein Geschick und so ein Wissen wie dieser Autor, Richard Dawkins. Von Büchern seiner Kollegen bis hin zu Fantasie, über Poesie bis hin zu Büchern von Darwins Kollegen, er kennt sie alle. Und dann auch noch die ganzen evolutionären Hilfwissenschaften: Biochemie, Anthropologie, Paläontologie und Geowissenschaften. Es ist super geschrieben, liest sich wie ein Krimi und in jedem Kapitel findet man wieder zum Faden, auch wenn man die Abschweifungen die man liest zu lieben lernt. Dawkins verpackt alle Modelle sofort auf Beispiele, so dass man nicht gezwungen wird es selbstständig zu transferieren. Dennoch ist es ab und an nicht die aller leichteste Kost. Lange Bahnfahrten waren nie so kurz wie mit diesem Buch.

Eine Sache ist da, die man bedenken sollte: Dies ist ein populärwissenschaftliches Buch. Es schreibt über Wissenschaft so das jeder es versteht und geht nur so tief in die Materie wie nötig. Die Versuche und Theorien auf die er sich bezieht sind natürlich Kapitel für sich. Zu jedem Thema gibt es dazu auch noch Unterthemen die unberührt bleiben, sowie Ergänzungen/Erläuterungen, die man leider nur in einigen anderen Büchern von Dawkins findet. Wer also gewappnet in eine Debatte mit Evolutionsleugnern gehen will, sollte sich seine anderen Klassiker ebenfalls durchlesen. Dieses Buch ist dann aber vor allem Pflicht!

Zudem leben wir im digitalen Zeitalter. Jeder kann die einzelnen Stichworte in Wikipedia finden, oder in den Referenzen, um die Quellen nochmal zu studieren und parat zu haben. Also Leute, seid bereit. Wenn wir Schweigen, bieten wir Kreationisten die Bühne. Wir müssen sie mit Fakten zugrunde diskutieren (und bleibt bitte fair dabei).
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am 17. Januar 2012
Ich will den vielen fundierten positiven Rezensionen keine überflüssigen Wiederholungen hinzufügen - nur eines:
Das Buch ist ein genial überzeugendes Plädoyer für die Verfechter des Prinzips "Wissen" und gegen die Protagonisten des unlogischen, antiwissenschaftlichen und eigentlich der menschlichen Intelligenz unwürdigen Prinzips "Glauben"
Warum bitteschön glauben müssen, wenn ich wissen kann?????
Ein tolles Buch....
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am 21. Juni 2011
Weil es bei uns von vornherein keinen Schoepfer gibt, kann es auch keine Schoepfungsluege geben. Dies besagt aber keineswegs, dass wir die Evolutionstheorie gut verstanden haben, um jemandem klar und plausibel den Vorgang der Evolution zu erklaeren. Dank der hilfreichen Rezensionen habe ich dieses Buch bestellt und es nicht bereut. Wegen des Verzichtes auf wissenschaftliche Termini u. wegen des fuer den Laien leicht verstaendlichen Erzaehlstils habe ich das 500-seitige Buch ohne Langeweile durchgelesen. Hier muessen wir uns fuer unseren naiven Fragen gar nicht genieren, wie z.B. : Hat sich die Erde bewegt? Ist der Strauss, der flugunfaehig ist, kein Saeugetier? Wenn die Schimpansen sich zu Menschen entwickelt haben, warum gibt es dann heute noch Schimpansen? Woher kennt man das Alter eines Fossils od. der Erde sowie des Universums? Stimmt es, dass Flusspferde mit den Walen enger verwandt sind als den Schweinen? Evolution ist vielleicht eine Tatsache, aber wir koennen sowieso kein Zeuge davon werden, weil sie sich allzu langsam entwickelt, nicht wahr? Auf solche Fragen hat der Autor im vorliegenden Buch ganz anschaulich und liebevoll geantwortet.
Dawkins sagt, das Buch handle von Belegen fuer die Evolution. Ausser der auf Baumringen beruhenden Uhr u. der radioaktiven Datierung(K.4) sowie 45000 Bakteriengenerationen in Lenskis Labor(K.5) sind verschiedene Fossilienbelege dargelegt. Darunter gab es "Das fehlende Bindeglied" zwischen Fischen und Amphibien, Tiktaalik(S.194), den Dawkins sich gluecklicherweise kurz nach dessen Entdeckung(2006) anschauen konnte(K.6). Auch anhand von Ueberbleibseln(z.B. versteckte Hinterbeine in Walen) erkennen wir die Spuren der Evolution(K.11). Unsere Gaensehaut ist auch ein Ueberbleibsel!! Das habe ich mir nie traeumen lassen.
Im Kapitel 8 kommen keine Belege vor. Hier geht es um die Frage, durch welche Prozesse die Koerper von den Genen aufgebaut werden, und dies beeindruckte mich wie nie zuvor. Dabei sagt Dawkins, DNA sei keine Blaupause fuer den Aufbau eines Organismus. Beim Erzaehlen der Embryonalentwicklung benutzt er dagegen ganz enthusiastisch seine Lieblingsanalogie "Origami", die japanische Kunst des Papierfaltens. Damit meint er, es reichten lokale Regeln aus, damit sich daraus am Ende wunderbare Folgen ergeben. Der Gesamtplan sei dabei ueberfluessig. Das biologische Origami ohne menschliche Haende komme einerseits einfach durch "das Wachstum" selbst zustande. Ohne Zweifel ist Dawkins als Autor des egoistischen Gens sehr bekannt. Genauer gesagt nicht aber wegen des Buches, sondern wegen dessen Titels. "Gene sind ewig u. das Individuum ist nur ihre Ueberlebensmaschine". Durch den provokativen Spruch bekam ich das Image, dass auch unser Koerper nur eine Kopie, nach dem Bauplan in Genen vorschriftsgemaess wie beim Roboter gebildet wird. Ich erkannte hier zum ersten Mal tiefe, fast mysterioese Kraefte od. die Funktion der Gene u. das Image der Blaupause ist total verschwunden.
Zuletzt erwaehne ich das Gespraech zwischen Dawkins u. der Praesidentin der"Concerned Woman for America"(S. 226-230), die ihn nur wiederholt aufforderte, ihr die Belege fuer die Evolution zu zeigen. Darauf riet ihr Dawkins vergeblich, einfach ins Museum zu gehen u. sich die Ansammlungen von Belegen anzuschauen. So eine Person, die die Evolution hartnaeckig leugnet, bezeichnet Dawkins als Geschichtsleugner. Diese Bezeichnung ist fuer mich persoenlich besser verstaendlich als die des Kreationisten, weil sie mir den Kern der Sache zu treffen scheint. Ich habe naemlich den Eindruck, dass es sich bei der Evolution letztendlich um eine Geschichte des Lebewesens handelt, die tatsaechlich geschah u. sich weiter fortsetzt. Nicht nur alle an der Biologie interessierten Einsteiger, sondern auch jedem, der unsere Geschichte lernen will, empfehle ich daher das Buch waermstens.
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am 30. April 2014
Warum sollen wir alles hinnehmen, wie es angeblich Gott so haben will?! Die Bibel soll von Gott persönlich vom Himmel runtergeschmissen worden sein?! Liebe deine Feinde und natürlich GOTT?! Unsere Welt soll ein paar hundert Jahre alt sein..... Also wer so naiv und dumm ist und daran glaubt, ist selbst schuld!! Wer verstehen möchte, wie die Welt, Tiere und schliesslich der Mensch entstand, ist dieses Buch was!!!
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"Evolution ist eine Tatsache. Vernünftige Zweifel, ernsthafte Zweifel, geistig gesunde, begründete, intelligente Zweifel gibt es nicht: Evolution ist eine Tatsache" (15). Der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe Richard Dawkins, rhetorisch brillanter Wortführer der Neuen Atheisten, hat bereits in mehreren Büchern die Beweise für die Evolutionstheorie dargelegt sowie die Gegen"argumente" der Kreationisten in ihrer Absurdität entlarvt. Besonders empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang Der blinde Uhrmacher und der Klassiker Das egoistische Gen. Doch alles rationale Argumentieren hat offenbar nichts genutzt. Noch immer ist die Zahl derjenigen, die daran glauben, dass Gott die Welt vor gut 6000 Jahren erschaffen oder zumindestens der erste Auslöser des Evolutionsprozesses gewesen ist, geradezu obszön hoch. Grund genug also, nochmals gebündelt die Argumente für die Evolutionslehre darzustellen und gleichzeitig die Argumentationsansätze der Kreationisten in ihrer ideologischen Verbrämt- und intellektuellen Armseligkeit an den Pranger zu stellen.

In "Die Schöpfungslüge - Warum Darwin recht hat" verfährt Dawkins nach seinem altbewährten Erfolgsrezept. Mit Humor, Fachwissen und seinem rhetorischen Talent schafft er es, die sehr komplexe Materie verständlich für ein Publikum interessierter Laien aufzubereiten und darzustellen. Zu den Höhepunkten der Darstellung gehören die Passagen, in denen er die Argumentationsansätze der Kreationisten entlarvt. Mit einer Mischung aus Belustigung und ehrlichem Entsetzen zitiert Dawkins ein paar besonders häufig vorgebrachte Argumente religiöser Fundamentalismen: "Der erste lautet: 'Wenn die Menschen über Frösche und Fische von den Affen abstammen, warum gibt es damm unter den Fossilien keine 'Fraffen'?' Ich selbst habe miterlebt, wie ein islamischer Kreatomist gehässig fragte, warum es keine Krokodilenten gibt. Und der zweite: 'Ich glaube erst an die Evolution, wenn ich sehe, wie ein Affe ein Menschenbaby zur Welt bringt.' Dieser letzte Einwand verrät den gleichen Irrtum wie alle anderen, zusätzöich geht er abe auch davon aus, dass große Veränderungen sich in der Evolution über Nacht abspielen" (173). Nun ja, wie soll man es eigentlich schaffen, derart absurde Statements mit Argumenten zu widerlegen? Vor diesem Problem steht auch Richard Dawkins.

Das abschließende Kapitel "Es liegt etwas Großartiges in dieser Sichtweise des Lebens" gehört zu den besten des Buches. Hier analysiert Dawkins den legendären abschließenden Satz aus Charles Darwins Die Entstehung der Arten in seinen Einzelteilen. Hier liefert Dawkins komprimiert den Kern von Darwins Theorie sowie seine eigene Interpretation eben dieser. Angelehnt an Darwin endet Dawkins poetisch: "Wir sind von einer endlosen Fülle der schönsten und wunderbarsten Formen umgeben, und das ist kein Zufall, sondern die unmittelbare Folge der Evolution durch nichtzufällige natürliche Selektion - des Spiels der Spiele, der größten Schau der Welt" (479).

Fazit: Der Titel der deutschen Ausgabe ist etwas irreführend, da er suggeriert, dass Dawkins hier seinen im Gotteswahn begonnene Feldzug gegen die Religionen fortführt. Der Titel der englischen Originalausgabe The Greatest Show on Earth trifft es um ein vielfaches besser, da es hier primär um die Faszination der Evolutionslehre geht und das Thema Religion nur am Rande gestreift wird. Es gibt keinen, der mit so viel Kenntnis und so viel Feuereifer über das Thema Evolution schreibt wie Richard Dawkins. Dass das notwendiger denn je ist, zeigen neue Umfragen nicht nur aus den USA, sondern auch aus Europa. Wer kann, sollte sich die englische Originalausgabe zulegen, da in der deutschen Übersetzung doch einiges von Dawkins einmaligen Sprachstil verloren geht.
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am 17. Mai 2016
Das Buch von Richard Dawkins "Die Schöfpungslüge" ist für jeden Leser eine Befreiung von religiösen, theologischen Wahn- und Wunschvorstellungen.Wir brauchen diese Wisschenschaft, damit der Mensch mündig wird gegenüber allen Dogmen.
Der Schreibstil in desem Buch ist flüssig und gut verständlich. Die Übersetzung aus dem Englischen ist augezeichnet und nimmt sehr gut deutsche Sprachgewohnheiten auf..
In manchen Passagen geht der Autor zu sehr ins Detail, auch sind die guten Farbtafeln wegen nicht zu findender Numerierung (?) nicht schnell zuzuordnen.
Angenehm ist, dass Dawikins viele wissenschaftlichen Beiträge anderer Autoren und Forscher so positiv aufnimmt und sich nicht - wie es manchmal bei anderen Autoren ist - als Besserwissen ausgibt.
Auch wenn man Dawkins in Interviews erlebt - es ist menschlich so angenehm - man möchste mit ihm befreundet sein.
Dr, Jörg Lorenzen, 24306 Plön, unmittelbarer Nachbar vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiogie.
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am 16. Juni 2011
In dieser Monographie wird interessierten Laien der Forschungsstand zur Evolutionslehre nahegebracht. Dawkins klärt zunächst kontroverse Bedeutungen des Begriffes 'Theorie' und stellt die Frage, was genau 'Tatsachen' sind, kontrastiert den platonischen Essentialismus mit dem evolutionären Populationsdenken und zeigt an Beispielen, was unter einem 'gemeinsamen Vorfahren' eigentlich zu verstehen ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf den Genpool einzuwirken: natürliche Selektion der am besten ausgestatteten Individuen (z.B. in der Jäger-Beute-Relation), sexuelle Selektion, Koevolution (z.B. von Blütenpflanzen und Insekten), Domestikation (durch Züchter). Interessante Experimente mit Mais, Ratten, Hunden und Silberfüchsen belegen die natürliche Selektion.

Erklärt werden die eindeutige Lage von Fossilien im Sedimentgestein und die Meßmethoden zur Bestimmung ihres Alters. Dawkins führt Beispiele für beobachtbare evolutionäre Veränderungen an verschiedenen Tieren an, wobei die im Labor erzeugten Mutationen des Darmbakteriums Escherichia coli besonders aufschlußreich sind. Anschließend diskutiert er vermeintliche 'Lücken' in Fossilienfunden, widerlegt einige besonders dümmliche kreationistische 'Argumente' und stellt 'fehlende Bindeglieder' vor, auch anhand von Tieren, die ins Meer zurückkehrten und Funden zur Anthropogenese.

Dawkins erläutert Theorien der Ontogenese am Beispiel der Epigenese, einer Art 'Selbstmontage' anhand lokaler Regeln, zeigt Analogien der Embryonalentwicklung bei Viren und im Origami und beschreibt die Funktionsweise und Bedeutung von Proteinmolekülen.

Den Leser erwartet eine sorgfältige Darstellung vielfältiger Einzelphänomene: der evolutionären 'Initialzündung' durch Aufspaltung und geographischer Trennung einer Art ('Inselphänomen'); der Plattentektonik, welche das hohe Alter der Erde beweist; der Unterschiede zwischen Homologien und Analogien; der drei Wege, auf denen der Verwandtschaftsgrad der Lebewesen ermittelt wird, des 'Stammbaumes der Verwandtschaft'; der Rolle von 'Pseudogenen', neutralen und 'fixierten' Mutationen für die Funktionsweise der 'molekularen Uhr'. Die Anatomie der Lebewesen verrät ihre evolutionäre Vergangenheit, gut erkennbar etwa an Delphinen, Koalas, flugunfähigen Vögeln und Fliegen. Das ökonomische Vorgehen der Evolution zeigt sich an zahlreichen anatomischen 'Fehlkonstruktionen', etwa dem menschlichen Auge, dem rückläufigen Kehlkopfnerv, dem Samenleiter und den Folgeschäden der Bipedalität.

Dawkins beschreibt die Photosynthese, die Nahrungskette und den 'Rüstungswettlauf' zwischen allen Organismen. Natürliche Selektion kümmert sich nur um das Überleben und die Fortpflanzung der Gene. Sie ist nicht geplant und insgesamt zwecklos! Das Leiden in der Natur ist ungeheuerlich aber unvermeidlich. Die höheren Vermögen - Geist und Intellekt - sind Nebenprodukte, die sich unmittelbar aus dem Krieg der Natur, aus Hunger und Tod ergeben. Abschließend entwickelt er die vier evolutionär entstandenen 'Gedächtnisse': DNA, Immunsystem, Nervensystem und Kultur, das wahrscheinlich in einer RNA-Welt erfolgte erste Auftreten von Replikatoren und die 'Kladesselektion', die Theorie, daß die Fähigkeit zur Evolution selbst sich im Laufe der Zeit verbessern kann.

Man wird Dawkins vorwerfen, daß er wenig Neues bringt. Mir ist jedoch kein Werk bekannt, daß einen so komplexen Gegenstandsbereich wie den der Evolution derart umfassend, nachvollziehbar und gut verständlich vorstellt. Klare Sprache, systematischer Aufbau, überzeugende Beispiele, anschauliche Illustrationen und einfühlsame Einführung in noch kontroverse Forschungsprobleme machen das Buch zu einem erstrangigen Referenzwerk, das ich nicht genug empfehlen kann! Kreationisten freilich wird er damit wohl nicht erreichen. Die scharfe Konfrontation metaphysischer Geltungsansprüche mit der empirischen Wissenschaft ist jedoch ein Spezifikum der Abrahamitischen Religionen und anderen Kulturen (etwa volksreligiös oder buddhistisch geprägten) durchaus fremd.
11 Kommentar| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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