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Kundenrezensionen

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am 20. Dezember 2006
In diesem psychologischen Ratgeber widmet sich der Autor dem Phänomen der Liebe. Man sollte allerdings bedenken, dass das Buch in den 50er Jahren erschien, und dass einige der beschriebenen psychologischen Modelle inzwischen überholt sind.

Zunächst erklärt der Autor, das grundsätzliche Problem des Menschen sei sein Abgetrennt-Sein von allem anderen, das er durch verschiedene Mittel wie Gruppenzugehörigkeit, Ekstase (Drogen, Sex,...), Konsum u.a. zu überwinden versucht. Eine wirkliche Überwindung sei jedoch nur durch "richtiges" Lieben möglich, das kein Gefühl, sondern eine aktive Tätigeit sei. Im Folgenden wird auf die Besonderheiten von Elternliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, erotischer Liebe und Liebe zu Gott eingegangen. Die Erklärungen sind dabei auch für den Laien gut verständlich und interessant geschrieben. Besonders ausführlich wird auf die Elternliebe eingegangen, die der erwachsene Mensch, der sich von den Eltern gelöst haben sollte, verinnerlicht hat. Geschieht diese Loslösung von den Eltern nicht oder unvollständig oder ist schon in der Kindheit die Elternliebe in irgendeiner Form beeinträchtigt, so entwickelt der erwachsene Mensch je nach Art der Störung verschiedene Formen von Neurosen bzw. neurotischen Beziehungsmodellen. Beispielsweise soll eine Depression häufig durch eine einseitige Bindung an die Mutter (fehlende Vaterliebe) bedingt sein.

All diese Dinge und Zusammenhänge fand ich durchaus interessant und ihretwegen hat es sich für mich gelohnt, dieses Buch zu lesen. Etwas seltsamer fand ich jedoch die Auffassung des Autors, Lieben sei ein "Akt des Willens" und nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden, d.h. man könne jederzeit einfach beschließen, jeden beliebigen Menschen zu lieben. Andeutungsweise rechtfertigt der Autor damit sogar Zwangsehen, mit dem Argument, diese Menschen würden sich wenigsten aktiv bemühen zu lieben, und nicht wie in unserer Gesellschaft passiv abwarten, bis die Liebe ihnen "passiert". Ebenfalls fragwürdig finde ich die Einstellung des Autors zu Homosexualität: diese sei ein "Unvermögen", die gegensätzlichen Pole der Natur (männlich und weiblich) zu vereinigen, und somit keine wahre Liebe, denn die erotische Liebe bestehe in eben jener Vereinigung der Gegensätze. Homosexuelle Liebe sei somit gleichzusetzen mit "dem durchschnittlich heterosexuell veranlagten, der nicht lieben kann".

In Anbetracht dieser Äußerungen finde ich es etwas beunruhigend, dass so viele Menschen dieses Buch scheinbar ohne Einschränkung toll finden. Wenn man es etwas differenzierter betrachtet, kann man aber durchaus interessante Dinge lernen, die unter Umständen für die eigene persönliche Entwicklung hilfreich sein können. Im Übrigen sollte noch erwähnt werden, dass man von diesem Buch keine konkrete Anleitung für richtiges Lieben erwarten darf; man erhält vielmehr einige Denkanstöße, die man dann selber sinnvoll weiterführen kann.
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am 20. Dezember 2009
Erich Fromm, am 23. März 1900 als Sohn eines jüdischen Weinhändlers in Frankfurt am Main geboren, war Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. Mit dreizehn Jahren begann sich Fromm intensiv mit Talmudstudien und Schriften von Ernst Bloch zu beschäftigen. In Frankfurt studierte er zwei Semester Jura, bevor er in Heidelberg Soziologie, Psychologie und Philosophie studierte. In München studierte er darüber hinaus Psychologie und Psychiatrie. 1934 emigrierte er zusammen mit dem Institut für Sozialforschung nach New York und eröffnete dort eine psychoanalytische Praxis. Fünf Jahre später trat er aus dem Institut aus, um gegen eine vollwertige Aufnahme Theodor W. Adorno`s zu protestieren. Ein Jahr später erhält Fromm die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Mit seinem Buch "Die Furcht vor der Freiheit" wird er zum bedeutenden Vertreter der Neo-Psychoanalyse, wo er die Thesen Sigmund Freud`s auf andere Weise interpretiert. Als Professor wird er fortan für Psychologie in Vermont tätig. Während dieser Zeit erscheint sein Buch "Psychoanalyse und Ethik". Nach seiner Umsiedelung nach Mexiko, wo er eine eigene Praxis eröffnet, erhält er eine ausserordentliche Professur für Psychoanalyse an der Staatsuniversität in Mexiko City. 1956 erscheint sein Buch "Die Kunst des Liebens", das schnell grosse Popularität gewinnt. Sieben Jahre später eröffnet Fromm das mexikanische psychoanalytische Institut. 1974 siedelt er nach Muralto, ins Tessin über. Hier stellt er zwei Jahre später sein wohl wichtigstes Werk "Haben oder Sein" fertig. Erich Fromm stirbt am 18. März 1980 im schweizerischen Muralto.

Erich Fromm beschreibt in seinem Werk "Die Kunst des Liebens" das menschliche Problem der Liebe als Auffassung des Menschen, selbst geliebt zu werden, anstatt zu lieben und lieben zu lernen. Hinter der Einstellung, dass man nichts lernen müsse, um lieben zu können, stecke die Annahme, es gehe bei dem Problem der Liebe um ein Objekt, nicht um eine Fähigkeit, die man sich erarbeiten muss. Diese Einstellung sei zum Einen durch die moderne Konsumkultur bedingt. Der Mensch sehe seinen Mitmenschen als Objekt mit verschiedenen attraktiven Eigenschaften, die ihn auf dem Personalmarkt begehrenswert machen. Dabei hänge dies wiederum von der jeweiligen Mode ab, die in der Gesellschaft vorherrsche. Der gewünschte Gegenstand ist also vom Standpunkt seines gesellschaftlichen Wertes aus begehrenswert. Menschliche Arbeitskraft und Energie werden zu Gebrauchsgütern. Das Verlieben zwischen zwei Menschen geschieht dann, wenn das gegenseitige Gefühl vorhanden ist, dass man das beste Objekt gefunden hat, das für sie in Anbetracht des eigenen Tauschwerts auf dem Markt erschwinglich ist.

Die Erfahrung des menschlichen Abgetrenntseins beschreibt Fromm als die essentielle Angstquelle des Menschen. Hilflos zu sein, ohne jede Möglichkeit, die Welt und Mitmenschen mit den eigenen Kräften zu erfassen. Dass die Welt über den Einzelnen herfallen kann, ohne dass dieser darauf reagieren kann. Das Bewusstsein der menschlichen Getrenntheit ohne die Wiedervereinigung durch die Liebe treibe den Menschen zu verschiedensten orgiastischen Zuständen. Der Mensch sei ein Wesen, das sich mehr und mehr von seinem natürlichen Ursprung entfernt hat und seither immer intensivere Bedürfnisse entwickelt hat, Mittel und Wege zu finden, dem Getrenntsein zu entrinnen. So sucht er sich dieses Entrinnen in verschiedensten orgiastischen Zuständen. In einem vorübergehenden Zustand der Exaltation verschwindet die Aussenwelt und damit auch das Gefühl, von ihr abgesondert zu sein. Auch der sexuelle, menschliche Orgasmus hat in diesem Kontext heute einen hohen Stellenwert für die Menschen, ist er doch ähnlich eines Trancezustandes durch gewisse Drogen, bei dem man alles um sich herum vergisst. Die meisten Menschen suchen sich diesen Zustand günstigerweise in der Konformität mit Gruppen, der dadurch gefördert wird, dass die Unterschiede zwischen den Individuen mit der Zeit ausgemerzt werden, die Polaritäten zwischen den Geschlechtern immer mehr verschwinden. Dazu kommt, dass man heute unter anderem als einzelnes Atom des Gefüges reibungslos funktionieren muss, damit die Gesellschaft in ihrer speziellen Kultur funktionieren kann.

Fromm`s Meinung nach sei die reife Liebe ein aktives Tätigsein, das durch eine produktive Charakterorientierung entstanden ist. Dabei bleibt die eigene Integrität und Individualität erhalten. Es ist der Akt des Gebens, dem die Grundelemente von Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung vor dem anderen und Erkenntnis innewohnen. Die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was man liebt. Die charakterliche Tiefe eines Menschen zu erkennen und so zu betrachten, wie sie wirklich ist und sie nicht aus dem Grunde liebt, weil diese bestimmten Vorgaben entspricht oder sie einen Nutzen gebracht hat, den ich nun kompensieren muss. Fromm sagt aber auch, dass es dem Menschen wohl nie gelingen werde, den Charakter eines Menschen ganz zu erfassen. Dazu käme, dass der Mensch ein Wesen von Widersprüchen sei. Der einzige Weg zu Erkenntnis sei der Akt der Liebe, in dem man dem anderen etwas von seiner Lebendigkeit gibt. Wie etwa Freude, Verständnis oder Hilfsbereitschaft. Reife Liebe folge nicht dem Prinzip der häufig auftretenden, infantilen Liebe, wobei man jemand liebt, weil man selbst geliebt wird, sondern dass man geliebt wird, weil man jemanden liebt. Nicht, weil man jemanden liebt, weil man ihn braucht, sondern ihn braucht, weil man ihn liebt.

Als eine wichtige Bedingung, einen anderen Menschen lieben zu können, beschreibt Fromm die Liebe zum persönlichen Selbst, das untrennbar mit der Liebe zu allen anderen Wesen verbunden sei. Die Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der individuellen Freiheit sei die Wurzel der Liebesfähigkeit. Dazu zieht Fromm die "Nächstenliebe", wie sie anschaulich in der Bibel existiert, heran. Zu lieben und zu geben ohne Narzissmus und Egoismus und sich mit seinen Mitmenschen als Einheit zu fühlen. Fromm erläutert desweiteren die paradoxe Logik in Bezug auf die Gottesvorstellung und deren Analogie auf die menschliche Liebe. Der Widerspruch sei eine Kategorie des menschlichen Geistes und nicht an und für sich ein Element der Wirklichkeit. Um sein Nichtwissen zu wissen, sei das Höchste. Um sein Wissen nicht wissen, sei krankhaft. Für diese Philosophie ist es nur konsequent, dass der höchste Gott keinen Namen hat. Was man nicht sieht, was man nicht hört, was man nicht fängt, das ist chaotisch zun Einen verbunden. Wie im indischen, sokratischen und taoistischen Denken ist die höchste Stufe, zu der das Denken führen kann, das Wissen, dass man nichts wisse. Ein Wissender rede nicht, ein Redender wisse nicht. Der Geist könne nur in Widersprüchen wahrnehmen und das Denken könne letztendlich nur dazu führen, dass es keine endgültige Antwort geben kann. Als einzige Möglichkeit, Gott zu erfassen beschreibt Fromm wie auch in der menschlichen Liebe zueinander den Akt und das Erlebnis des Einsseins mit ihm, was letztendlich dazu führt, dass man sein Leben nicht auf das Denken, sondern auf das richtige und bewusste Handeln ausrichtet.

In der Praktik beschreibt Fromm die Liebe als eine Kunst, die ständig praktisches Üben von Disziplin, Konzentration und Geduld erfordert. Dem heutigen Konsummenschen fehle es oft an diesen wichtigen Eigenschaften. Er kann nur noch schwer mit sich allein sein, ohne beispielsweise gleichzeitig Radio zu hören, zu Rauchen oder zu trinken. So wird er unruhig oder gar ängstlich. Fromm geht es dabei um Aufmerksamkeit. Sich mit dem ganzen Wesen auf das zu richten, was man gerade tut. Dazu gehört auch Zuhören zu können. Die Disziplin sei grundlegend für eine funktionierende Beziehung zwischen zwei Menschen, damit man ohne das Gefühl des Abgesondertseins sich nahe sein kann und wieder voneinander entfernen kann. Weiterhin beschreibt Fromm hier den Menschen als ein Wesen ohne das Interesse, die geistigen Prozesse des anderen Menschen zu beobachten, da dieser sich die Funktionsweisen der gesellschaftlichen Gruppierungen zur Norm macht und weiss, solange er nicht davon abweicht, dem anderen Menschen keine besondere Beachtung mehr schenkt.

Zuletzt beschreibt Fromm den Glauben als unumgängliche Voraussetzung für die Entwicklung im Menschen zu einer produktiven Charakterorientierung. Als ein Löslösen und Erwachen. Der rationale Glaube ist eine Überzeugung, die im eigenen Denken und Fühlen verwurzelt ist. Der Glaube an die Vision als ein vernünftiges Ziel, das sich anzustreben lohnt. Der Glaube erfordere Mut und die Bereitschaft, Schmerz und Enttäuschung hinzunehmen. Da Gefahrlosigkeit und Sicherheit im Leben nie ganz gegeben sind, kann der Glaube helfen. Etwas zu riskieren und den Sprung zu wagen, für die Werte alles aufs Spiel zu setzen. Glaube im Sinne der Zuversicht und des Vertrauens. Sich jemandem hinzugeben mit der Hoffnung, dass man durch seine Liebe auch in der Person Liebe erwecken kann.

Fazit: Einige Ausführungen wirken definitiv überholt, andere aber sind gerade in der heutigen Zeit aktueller denn je. Das Buch ist für jeden bewussten Menschen das Lesen wert.
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am 21. Oktober 2005
Erich Fromm räumt in diesem Buch mit vielen Vorurteilen, die sich Menschen über die Liebe machen auf und führt auf, wie ein wahrhaft liebender Mensch aussieht.
Er definiert die Liebe als etwas Aktives, als einen Charakterzug, etwas das reift, und nicht als etwas, das einem in den Schoß fällt und nichts dafür getan werden muss.
Ich bin unendlich froh, dass mir dieses Buch in jungen Jahren in die Hände fiel, weil ich sonst wohl ewig in meinem neurotischen Weltbild verharrt hätte.
Vielen Dank, Herr Fromm...
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Der Psychoanalytiker Erich Fromm (1900-1980) befasst sich in diesem Buch mit der Kunst des Liebens. Es gab eine Zeit, wo die meisten jungen gebildeten Menschen diese Schrift, neben bestimmten Romanen Hesses als Pflichtlektüre betrachteten.
Fromm ahnte, dass die wenigsten Menschen imstande sind die Fähigkeit zum Lieben zu entwickeln, zu einer Liebe, die Reife, Selbsterkenntnis und Mut umfasst.

Der Autor befasst sich zunächst mit der Theorie der Liebe und hebt hervor, dass die Fähigkeit zur Liebe als eine Handlung des Gebens von der charakterlichen Entwicklung der Person abhängig ist. Voraussetzung hierfür ist eine vorherrschend produktive Orientierung.

In dieser Haltung habe der Mensch seine Abhängigkeit, seine narzistische Allmacht und das Verlangen andere auszubeuten überwunden und zeitgleich den Glauben an seine eigenen menschlichen Kräfte gefunden, d.h. den Mut, sich zur Erreichung seiner Ziele allein auf die eigenen Kräfte zu verlassen. Fromm konstatiert, dass in dem Maße, in dem diese Eigenschaften fehlen, man sich davor fürchte, sich selbst zu geben- also auch zu lieben.

Fromm thematisiert in seinem Buch nicht nur die romantische, sondern auch die Liebe zwischen Eltern und Kind, die Nächstenliebe, die Selbstliebe und die Gottesliebe. Für den Psychoanalytiker ist die Liebe eine aktive Kraft des Menschen, durch die er sich zur Welt in Beziehung setzt und durch die er die Welt zu seiner Welt macht. Der Autor verdeutlicht, dass die eigene Liebesfähigkeit erste Liebe beim Du erzeugt. Sobald Menschen sich verlieben, lieben sie das Leben. Besagte Liebe zum Leben ist die Grundvoraussetzung für gegenseitige Anziehung.

Leider glauben die meisten Menschen, Liebe kommt erst durch ein Objekt zustande und nicht aufgrund einer Fähigkeit. Fromm zeigt, dass es allein um die Fähigkeit geht, die man durchaus kultivieren kann. Man muss sich bewusst werden, dass dann, wenn man nur eine einzige andere Person zu lieben glaubt und alle anderen Mitmenschen einem gleichgültig sind, es sich in Wirklichkeit nicht um Liebe handelt, sondern stattdessen um eine fatale symbiotische Beziehung, die letztlich bloß einen erweiterten Egoismus darstellt.

Um die Liebe wirklich erleben zu können, muss man voneinander getrennt sein. Im Gegensatz zu der symbiotischen Vereinigung ist die reife Liebe eine Vereinigung bei der die eigene Integrität und Individualität erhalten bleibt, resümiert Fromm. Bei der echten Liebe bleiben die Bezogenheit auf den anderen und die Integrität erhalten. Dass Liebe und Gewalt sich ausschließen, dürfte jedem klar sein. Liebe nämlich ist Erkennen und weil dies so ist, ist sie auch Respekt vor dem anderen.
Es ist eine Illusion zu meinen, die Liebe würde Konflikte zwischen den liebenden Personen ausschließen. Liebe ist kein Ruheplatz, sondern gemeinsames Streben und Arbeiten.

Für die Existenz der Liebe, so Fromm, gibt es stets nur einen Beweis: "Die Tiefe der Bindung sowie die Lebendigkeit und Kraft in jedem Liebenden. Das allein ist die Frucht, an der man die Liebe erkennen kann."

Empfehlenswert.
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am 8. November 2005
Sehr thematisch baut Erich Fromm seinen Ratgeber auf. Er erörtert von der Frage Ist Lieben eine Kunst?" bis hin zur Feststellung, das die Liebe in der heutigen westlichen Gesellschaft verfällt, nahezu alle Themenbereiche. Was mir besonders gefällt, ist die Unterteilung und Erläuterung der verschiedenen Arten der Liebe, wie: Nächstenliebe, mütterliche Liebe, erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott. Das Buch ist sehr schön aufgebaut, verständlich geschrieben und durch viele Praxisbeispiele erläutert. Insgesamt eine lesenswerte Lektüre.

In manchen Punkten erinnert es mich an das Buch: Lebe im Augenblick!: Verwandeln statt verändern - Die Erfahrung der Unmittelbaren Transformation von Ariel und Shya Kane. Wenn man die Fähigkeit entwickelt, im Augenblick zu leben und sich nicht abhängig von der Liebe anderer/dem perfekten Partner/der perfekten Liebe" macht, erfährt man wahres Glück und vor allem Selbstliebe. Die eigenen Vorurteile treten in den Hintergrund und man hat eine viel größere Toleranz und ein besseres Verständnis für seinen Partner und die Mitmenschen. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
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am 29. Mai 2011
Ich muss sagen ich wusste anfangs nicht genau, was ich von diesem Buch erwarten sollte, aber dann war ich sehr positiv überrascht! Es ist keine einfach "Schritt für Schritt Anleitung" zur Liebe, sondern eher eine Handlungsempfehlung und ein Anreiz zum Denken, was Liebe eigentlich ausmacht. Für mich war es eine große Hilfe "echte" Liebe von "falscher" Liebe zu unterscheiden und meine Grundeinstellung zu überdenken. Probiert es aus und seid überrascht, was man noch alles lernen kann. ;)

PS: Gerade in Verbindung mit "Authentisch Leben" ist dieses Buch sehr empfehlenswert.
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am 11. Mai 2003
„Die Kunst des Liebens lernen? Das habe ich doch nicht nötig." So werden wahrscheinlich viele Menschen denken, die dieses Buch in die Hand bekommen und es dann wieder weg legen. Damit liegen sie allerdings völlig falsch, denn hinter diesem Titel versteckt sich etwas ganz anderes als eine billige Anleitung zum Thema Liebe bei deren Lektüre man die Kunst des Liebens spielend erlernen kann. Vielmehr handelt es sich hier um eine eindrucksvolle Sammlung von Denkansätzen und Analysen zum Bergriff und Phänomen der Liebe. Systematisch geht der Autor auf die verschiedenen Arten der Liebe, Nächstenliebe, Mütterliche Liebe, Erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott ein. Für ihn ist die Liebe nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person sondern vielmehr „eine Haltung, eine Charakter-Orientierung". Das heutige Verständnis von Liebe sieht er mehr als eine, aus dem Egoismus und Narzissmus geborene Handlung, um der eigenen Einsamkeit zu entfliehen und nicht als das, was der Begriff Liebe wirklich hinter sich verbirgt. Er analysiert die verschiedenen Arten der Liebe eindrucksvoll und auch für den ungeübten Leser verständlich. Nach dieser theoretischen Einführung über die Liebe geht er im letzten Kapitel auf die Praxis der Liebe ein. Aber auch hier wird man keine Pauschalrezepte finden um die Kunst des Liebens zu erlernen, sondern auch nur mit Gedanken konfrontiert, die einem vielleicht dabei helfen können seine eigenen Sichtweisen bezüglich der Liebe zu überdenken und dann gegebenenfalls zu ändern. Es dient also primär als Anregung zu eigenem Handeln, Denken und Aktiv werden. Allerdings stellt er sehr hohe Ansprüche an die Realisation der wahren Liebe, wie er sie versteht. Diese Ansprüche dürften in der heutigen Zeit noch schwerer zu erfüllen sein, als sie früher vielleicht zu erfüllen waren, obwohl er in seinem Buch auch schon die damalige Gesellschaft und den Kapitalismus für den verfälschten Liebesbegriffs mitverantwortlich macht. Eine eindeutige Kritik an der Gesellschaft und am Kapitalismus kommt in seinem Buch stark zur Geltung.
Das Buch ist nicht gerade dafür geeignet um es „mal so nebenbei" zu lesen sondern mehr für den interessierten Leser bestimmt, welcher sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen mag. Auch Leser mit der Erwartung und dem Wunsch nach Do-it-yourself Anleitungen oder präzisen Lebenshilfen werden von diesem Buch enttäuscht sein. Befasst man sich allerdings intensiver mit dem Thema wird man entdecken, dass in diesem Werk noch viel mehr steckt als erwartet.
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50 Jahre nach seinem Erscheinen hat die Kernaussage des Buchs von Erich Fromm nichts an seiner Aktualität verloren, ja vielleicht hat sie sogar gewonnen. Im Kern zeigt Erich Fromm einige typische Verwechslungen im Hinblick auf die Liebe auf.

Erstens sehen die meisten Menschen das Problem der Liebe darin, selbst geliebt zu werden statt zu lieben. Dementsprechend sind die häufigsten Tätigkeiten, um Liebe zu gewinnen, die, die geeignet sind, die eigene Attraktivität zu steigern, um so mehr geliebt zu werden.

Zweitens erscheint Liebe fälschlich als etwas, das einem widerfährt. Liebe bezieht sich dann auf ein Objekt, nicht auf eine Fähigkeit. Es geht fälschlich um das eigene Bauchgefühl, nicht um den Willen und die Entscheidung zur Liebe.

Drittens wird meist der Zustand des Verliebtseins mit lieben verwechselt. Weswegen man sich eben kurzerhand neu verliebt, wenn sich der erstere Zustand ändert. Natürlich in jemand anderen... ;-)

Das theoretische Fundament Psychoanalyse, Frankfurter Schule und Marx ist natürlich etwas in die Jahre gekommen. Dadurch ragt der eigenständige Kern Erich Fromms deutlicher heraus.
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am 3. April 2016
So sehr Fromm sich 1956 auch Mühe gab, so sehr hat er seinen eigenen Aussagen in späteren Büchern nahezu widersprochen oder sie relativiert. Wer dieses Buch liest, sollte in jedem Fall "Haben oder Sein" und "vom Haben zum Sein" lesen, um wieder geeicht zu sein. Der heutigen Gesellschaft, dem heutigen Denken und der heutigen "Gleichstellung" wird "Die Kunst des Liebens" keinesfalls gerecht und sollte daher keinesfalls als Anleitung genommen werden.

Punkte die mich stören sind Beispielsweise die ständig Verwendung des Begriffs "Liebe" (in späteren Werken fällt der Vergleich der "Liebe" mit einem Götze), das "Lieben ist Geben" und vor allem die Tatsache, dass er zu dieser Zeit die gestörte Mutter- und Vaterbindung stets am Beispiel des Mannes erklärte - nicht jedoch am Beispiel der Frau. Kein Wunder, stammt dieses Buch doch aus einer Zeit, in der die Frau mit großer Wahrscheinlichkeit für den Haushalt zuständig war, während der Mann aktiv für Einkommen, Sicherheit und Ziele zuständig waren - das gesellschaftlich akzeptierte Patriarchat, welches Fromm in späteren Werken geradezu verurteilt. Auch lässt die Tatsache, dass Fromm im Folgejahr des Todes seiner ersten Ehefrau erneut heiratete, bei mir große Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Aussagen (Disziplin, Ausdauert etc.) und vor allem seiner Selbstanalyse aufkommen.

In den ersten 14 Zeilen des Kapitels "Lieben" im "Haben oder Sein" sagt Fromm mehr über die wahre Kunst des Liebens aus, als in den 150 Seiten des vorliegenden Buches. Man kann Liebe nicht "Haben". Liebe ist ein Miteinander. Liebe ist erleben. Sie ist ein Prozess, der einen erneuert und wachsen lässt. Solange man selbst Liebe mit "Geben" in Verbindung bringt, wird man ewig an ihr scheitern. Kann ich doch nur geben, was ich habe, was letztendlich zur unbewussten Aufrechnung führt.

Sollten wir doch lieber Zeit mit Menschen verbringen, die uns gut tun, uns eben wachsen lassen, uns dabei unterstützen - die wir unterstützen können. Menschen, mit denen wir was erleben können oder die uns bei Erlebnissen begleiten. Liebe als das definieren, was wir gemeinsam tun, und nicht für den anderen.

Fazit: Kann man mal lesen, sollte man sich aber überhaupt nichts drauf einbilden. Unbedingt spätere Werke von Fromm lesen! Keinesfalls darf man Fromm dies übel nehmen, so waren in den 1950er Jahren noch andere gesellschaftliche Voraussetzungen gegeben. Beachtet man diese, so wird aus diesem Buch nicht mehr als eine Aufforderung für damalige Männer, sich therapieren zu lassen (für den Fall, dass sie eine der von Fromm aufgeführten Bindungsprobleme haben), und danach eine Frau zu lieben, welche in einer Mutterrolle aufblühen kann und die geborenen Söhne entsprechend pflegt. Aber dank Frauenbewegung, 68er-Generation und viel Entwicklung ist dieses Buch in den 2010er Jahren kein ernst zunehmendes Stück Literatur.
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am 2. April 2001
Kürzlich wurde mir dieses Buch mit den Worten: "Ich empfehle selten Bücher. Das musst du aber lesen. Zumindest irgendwann in deinem Leben" "Die Kunst des Liebens"? Was ist von einem solchen Buch zu erwarten? Die meisten werden jetzt eine genaue Anleitung erwarten, wie man den Partner zu lieben lernt. Oder handelt es sich etwa um eine Art "KamaSutra"?
Weit gefehlt. Es wird aus psychologischer Sicht diskutiert, um was es sich bei dem Thema Liebe handelt. Dabei verwendet der Autor eine recht einfach gehaltene Sprache. Er verzichtet weitgehend auf Fachausdrücke. So kann man dieses 150 Seiten-Buchlein recht schlell durchlesen, ohne ein Lexikon zu benötigen. Was ist Liebe überhaupt? Er beleuchtet dabei alle Arten der Liebe.
- Nächstenliebe
- Mütterliche Liebe
- Erotische Liebe
- Selbstliebe
- Liebe zu Gott (dabei sei erwähnt, daß der Autor lt. eigener Aussage selbst NICHT Atteist ist)
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Es macht Schluss mit falschen Vorstellungen zum Thema Liebe. Wer aber erwartet darin eine Gebrauchsanleitung zum "Superlover" zu finden, der wird enttäuscht. Es hilft aber, sich darüber bewusst zu werden, was der Inhalt der Liebe ist. Und es kann einen dadurch auf den 'richtigen Weg' weisen. Das Buch regt dazu an, darüber nachzudenken, ob man an seinem Leben bzw. an seiner Einstellung zum Leben und zu den Menschen etwas ändern möchte.
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