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Dieses dichte und verzwickte letzte große Werk Dostojewskijs kann man nicht in ein paar dünnen Sätzen zusammenfassen. Diesen ergreifenden Roman muss man einfach selbst lesen, auch wenn er fast 1.200 Seiten umfasst. Die „Brüder Karamasow“ gehören für mich zu den größten Werken, die je ein Schriftsteller geschrieben hat.
In dem Roman verbinden sich ungemein viele Erzählmotive, die Dostojewskij auch in seinen früheren Werken behandelte. Zunächst ist der Roman eine spannende Kriminalgeschichte. Erst spät wird dem Leser klar, wer der tatsächliche Mörder ist. Nach und nach wird klar, dass die drei Brüder Aljoscha, Iwan und Dimitri an dem Mord an ihrem liederlich-wollüstigen und bösen Vater eine je eigene Schuld tragen. In allen drei blitzt der Gedanke an dem Vatermord auf. Aber aus dem bloßen Gedanken wird bei dem einen, nämlich Dimitri, leidenschaftlicher Wunsch. Der Roman behandelt u.a. die Frage, wie ein Mensch mit dem eigenen bösen Abgrund in sich, wie er mit eigenen bösen Wunsch und Willen umgeht. Alle drei Brüder sind auf je eigene Weise verstrickt in ihr unheilvolles Dasein. Aber trotzdem können Sie unterschiedliche Antworten auf die Existenz des Bösen in sich und der Welt geben.

An den Figuren der Brüder beschreibt Dostojewskij die ganz unterschiedlichen existenziellen Möglichkeiten, sich der Welt zu stellen. Der Roman führt etwa vor, in welche Schuld sich ein leidenschaftlicher, aber ehrlicher Mensch wie Dmitrij verstricken kann. Er zeigt die Konsequenzen der intellektuellen Kälte eines Iwan, der am Ende erkennen muss, zu welchen grausamen Konsequenzen sein Intellektualismus führt. Und der liebende Umgang Aljoschas, der zunächst im Kloster lebt, kann gleichwohl das Unglück nicht verhindern.

Für die eigentliche Kriminalgeschichte ist diese letzte Figur die unwichtigste. Aber gerade an ihr zeigt Dostojewskij, dass nur ein Leben nach dem Vorbild Jesu, ein Leben in Liebe, ohne Verurteilung anderer den Kreislauf des Bösen, dass sich Menschen alltäglich antun, durchbrechen kann. Diese Liebe, die das Böse vernichtet, zeigt sich am Umgang Aljoschas mit den Kindern. Aus Hass und Verurteilung, aus Herabsetzung und Beleidigung wird in der liebenden Zuwendung Aljoschas Einheit, Friede, Wertschätzung. Dostojewskij plante den Roman weiterzuführen mit Aljoscha als Hauptfigur. Durch den frühen Tod kam es leider nicht mehr zur Umsetzung dieses Planes.
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am 3. Oktober 2006
In seinem letzten und besten,vielschichtigsten und differenziertesten Roman gelingt es Dostojewskij noch einmal, alle Themen zusammenzufassen, die er bereits in seinen vorherigen Werken angesprochen und bearbeitet hat: der Mord an einem Vater, der ein Saufbold und Hurenbock war und - damit verbunden - die Verneinung des an Nihilismus gekoppelten Verbrechens ("Alles ist erlaubt!"), die im westlichen Intellektualismus wurzelt, verklörpert in der Figur des Wissenschaftlers Iwan, die Darstellung eines "russischen Christus", des Allmenschen - am Beispiel des Mönches Aljoscha - und die Abrechnung mit der als zersetzend betrachteten westeuropäischen Kultur, die Rußland als "Fremdkörper" aufgedrückt wurde und sein Wesen verfälscht. - Auslöser der spannenden und vielschichtigen Handlung ist die Rivalität zwischen dem alten Karamasoff und seinem ältesten Sohn, dem Soldaten Dmitrij, um die Gunst der schönen und leichtlebigen Gruschenka. Die anderen Problemstellungen - der Sinn des Lebens, der christliche Glaube - sind in die Handlung meisterhaft eingebettet und damit verflochten.
Empfehlenswert dazu: Die Hollywood-Verfilmung von 1957 mit Yul Brynner und Maria Schell in den Hauptrollen.
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am 28. Oktober 2002
Dostojewskij hat den besten am Schluss geschrieben. Und noch mehr: Der Stoff reichte sogar für eine Fortsetzung, die auch gefolgt wäre, hätte der Tod nicht seine Pläne durchkreuzt. Trotz der ca.1000 Seiten merkt man den Roman an, dass es hätte weitergehen sollen, vor allem die letzten Seiten zeigen dies deutlich, alleine dadurch, dass Dostojewskij Charaktere wie den kleinen Krasotkin anfügt, der so etwas wie eine Leitfigur der Kinder darstellen soll, natürlich hinter Aljoscha Karamasow. Jedoch gab es auch andere Stimmen, nämlich jene, denen der Roman zu lang war und die sich erhebliche Kürzungen vorgestellt haben. Konzentrierte sich doch der Autor nur auf den Mord und auf die Konflikte der Familie Karamsow, wäre das ganze weitaus spannender. Ja, möglicherweise kann man ihm das zum Vorwurf machen, nur: Dostojewskij interessiert sich für weitaus mehr. Nicht umsonst lässt er nämlich der Figur des Starez Sosima so viel Raum, nicht umsonst zeigt der Romancier in fast schon übertriebener Weise wie gut der jüngste Karamasow - Aljoscha - in seinem Herzen ist, um dann in geschickter Form das Schlechte in der ganzen Welt zu erfassen - unter anderem ausgebreitet auf die anderen Brüder, den intelektuell-schweigsamen Iwan und den Frauenhelden und Zecher Mitja. Vergessen wir dabei auch nicht den Vater, der als geiziger Hanswurst und alter Lüstling vom Autor gezeichnet wird. Bei aller Bosheit und Abtrünnigkeit der vermeintlich negativen Figuren, kommt es Dostojewskij aber auf eines ganz sicher an und jene Wichtigkeit betont er immer wieder vor allem eben durch die Charaktere Sosima und dessen Schüler Aljoscha: In all diesen schlechten Menschen steckt doch wohl auch etwas Gutes. Selbst der alte Karamsow zeigt - meist gegenüber dem Jüngsten, Aljoscha -, dass er auch anders kann oder eben Mitja Karamsow, der Älteste der Brüder, wandelt sich nachher von einem Prasser und Ladykiller in einen guten Menschen. In höchstem Maße interessant ist auch die scharfe Beobachtungsgabe Dostojewskijs an genau den Stellen, wo einer seiner Protagonisten zwischen Normalität und Wahnsinn steckt, zwischen völliger geistiger Umnachtung und plötzlich auftretender Klarheit der Gedanken, vor allem eben bei Mitja Karamasow, der den größten Teil des Romanes einnimmt (und dies,obwohl der Held des Autors Aljoscha ist) und der durch seine unbedachten Handlungen immer für reichlich Spannung sorgt. Man müsste hier jetzt weiter und weiter über dieses großartige Meisterwerk schreiben, wie etwa die Rivalität zwischen den Brüdern und dem Vater in Bezug zu einer Frau (der Gruschenka) oder die ganze Unmenge von Randfiguren, die allesamt von dem Romancier auf das Interessanteste beschrieben sind, doch würde dies den Rahmen sprengen. Wichtig hingegen ist Folgendes: Anhänger anspruchsvoller, epischer Geschichten über Liebe, Güte, Hass und Wahnsinn sollten unbedingt zugreifen und diejenigen, die den großen Autor Russlands mögen sowieso.
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HALL OF FAMEam 27. Oktober 2005
In seinem letzten großen Roman schildert Dostojewski einen äußerst vertrackten Mordfall, gefolgt von einem spektakulären Kriminalprozess. Doch dies ist alles andere als ein ordinärer Krimi: Die Schilderung der Ereignisse, die zu dem Verbrechen und all seinen Folgen führen, ist durchzogen von langen Abschweifungen und Nebenhandlungen, in denen Fragen über "Gott und die Welt" (wörtlich zu verstehen!) erörtert werden, vor allem in zahlreichen Gesprächen zwischen den Protagonisten. Der Roman ist insofern sehr dialoglastig. Dies ist der Vordergrund. Im Hintergrund bietet das Buch zudem eine äußerst differenzierte Analyse der damaligen russischen Gesellschaft und ihrer Probleme aus der Sicht Dostojewskis. Die Familie Karamasow steht gewissermaßen stellvertretend für ganz Russland, ihre einzelnen Mitglieder und etliche Nebenfiguren für bestimmte Facetten der russischen Gesellschaft. Schließlich sind die vier Brüder Karamasow auch Manifestationen des Bösen, entsprechend dem philosophischen Konzept, das Dostojewskis Denken zu Grunde lag. Alles in allem ein geniales Werk, dessen mehr als 1000 Seiten man allerdings nicht spielend leicht bewältigt.
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am 13. Dezember 2012
Fjodor Dostojewkij ist nicht einfach nur ein herausragender Buchautor. Vor allem ist er ein begnadeter Beobachter und Psychologe. Er ist ein vollkommener Kenner der psychischen Prozesse in den unterschiedlichsten menschlichen Beziehungsgeflechten. WEr sich für Freud oder Nietzsche interessiert, findet in Dostojewskij deren Meister und Inspiration. Das Buch "Die Brüder Karamasov" handelt vorrangig von den drei Brüdern Dimitrij, Iwan und Alexej Karamasov und deren lüsternem und gewissenlosem Vater Fjodor Pawlowitsch, der nie etwas für seine Söhne getan hat. Nach dem frühen Tod der Mutter überlässt er die Jungen ihrem Schicksal. Dank der Fürsorge des Hausdieners Grigorij kommen die Jungen irgendwie, wenn auch barfuß und in Lumpen gekleidet, durch. Dostojewskij beschreibt drei Brüder, die auf je eigene Art, mit ihrem Schicksal und ihrem Vater versuchen fertig zu werden. Dimitrij, der älteste der drei, macht kein Geheimnis aus seinem leidenschaftlichen Hass gegeüber seinem Vater. Dieser Vater hat nicht nur nie etwas für ihn getan, sondern will ihm obendrein auch noch die Frau abspenstig machen, die er liebt: Gruschenka. Dimitrij kann das Gesicht seines Vaters nicht ertragen. Der Vater ekelt ihn an. Sein Angesicht macht ihn aggressiv. Dimitrij ist ungestüm, leidenschaftlich und ein fauler Nichtsnutz. Er ist bereit den verhassten Vater zu töten, sollte der ihm seine Gruscha "stehlen".
Iwa der zweitälteste ist obwohl gleichermaßen russisch und leidenschaftlich, dennoch viel rätselhafter als sein älterer Bruder. Er ist überzeugter Atheist und predigt "alles sei erlaubt, da es keinen Gott gibt". Als der Vater erschlagen und ausgeraubt aufgefunden wird bringt ihn das an seine ideologischen und moralischen Grenzen und erlebt daraufhin eine teuflische Begegnug. Alexeij, der jüngste, repräsentiert das Bild des guten Menschen. Er lebt im Kloster und verehrt den Mönch strengster Regel Starez Sosima. Er ist der vergebliche Friedensstifter im dramatischen Roman seiner Familie. Er liebt und leidet und schafft es den Leser zu rühren.
Schließlich steht Dimitrij, der Wilde und Ungezügelte, vor Gericht wegen Vatermordes...
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