find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
8
3,0 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
4
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:79,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 4. März 2009
Die Ökonomen stehen hilflos vor der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise.
Brodbeck zeigt, warum das so ist: Sie verstehen das Wesen des Geldes nicht - wie könnten sie so vernünftige Finanzmärkte zimmern?

Durch eine Kritik der bisherigen Gelderklärungen, von Aristoteles über die Klassiker Smith, Ricardo, Marx bis zu Wicksell und der mathematischen Schule, Hayek, usw... vermittelt er tiefe Einsichten in die Unzulänglichkeiten der Theorien dieser Gelehrten. Brodbeck machte sich die Mühe, diese Autoren im Original zu lesen. Für alle, die das nicht schaffen, es aber eigentlich gern täten: Hier finden sie ausführlich die Kerngedanken aller wichtigen Gelehrten zum Thema Geld. Vor dem Hintergrund eines gewaltigen Corpus an zitierter Originalliteratur von schätzungsweise gut 2000 Titeln (hab's nicht gezählt) ist seine Provokation der ganzen Ökonomenzunft gut begründet.

Doch Brodbeck bleibt nicht bei der Kritik stehen, sondern liefert eine umfängliche und mir bis dato völlig unbekannte Erklärung von Sprache, Tausch, Geld, Geldgier und Zins (wobei Geld eine so fundamentale Denkform ist wie die Sprache). Das Buch hat natürlich den Nachteil des hohen Gewichts: 1200 Seite. Der Preis ist nicht deshalb angemessen, sondern weil auf den 1200 Seiten Aha-Erlebnis auf Aha-Erlebnis folgt. Trotzdem schluckt man an der Kasse kurz. Aber der Lerneffekt wiegt beides mehr als auf ' Fazit: sehr zu empfehlen!
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2016
Ich bin kein Wissenschaftler, und nicht in der Materie zu Haus. Trotzdem wollte ich immer verstehen, was Geld wirklich ist. Zig neoklassische und linksversiffte Theorien vermochten mich als Laien nie gründlich "überreden".
Mit diesem Werk ist alles anders, und nun meine ich es verstanden zu haben:
Geld ist in erster Linie eine extrinsische Motivation für Menschen die keine intrinsische Motivation haben.
Geld arbeitet zwar nicht, aber wer selber nicht weiß was er/sie tun will arbeitet im Zweifelsfall irgend einen S***** nur um Geld zu verdienen.
.. wer hätte gedacht das Robbenklopper und Soldaten nicht Ihr Hobby zum Beruf gemacht haben ;) '

Danke Brodbeck, für dieses umfassende Kompendium, ich bin mir sicher, dass normale Menschen kein anderes Buch als dieses brauchen, um zu verstehen was Geld wirklich ist.

Also nochmal deutlicher, ohne Sarkasmus:
Geld arbeitet nicht. Es ist nur eine soziale Konstruktion. Mit der kann man arbeiten, solange die soziale Konstruktion (Fiktion) anhält.
Das muss man einem Börsianer erstmal versuchen zu erklären. ;-)

Wem der Preis zu hoch erscheint und nicht sicher ist, die oft dicht gepackte und anspruchsvolle Materie zu verstehen, schaut sich erst im Netz um; auf Youtube gibt's 2 Beiträge wo auch Brodbeck mit vorkommt. Dazu gibt es dort unzählige Vorträge von anderen Professoren.

Ich finde das Geld gut angelegt, da ich mir nun sicher sein kann, zum Thema "Das Wesen des Geldes" allein dieses Buch gebraucht zu haben, das mich nicht mit Ideologie-Müll verblendet und die Geldtheorien verwässert.

Die Arbeit, welche Brodbeck geleistet haben muss, erscheint mir gigantisch.
Der Preis ist happig, aber das neue Wissen, das ich erlangt habe, und welches mir kein Börsencrash mehr nehmen kann, ist es mir auf Grund meiner gestiegenen Kompetenz tatsächlich wert. Ist ja eben nur Geld.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. August 2016
Der Autor will in Absetzung von der "modernen Wirtschaftswissenschaft"
das "Wesen" des Geldes erhellen.
Doch was liest man gleich im Nachsatz: Der „Mangel“ der Erklärung des
Geldes sei der „Grund für die vermeintlich selbstverständliche Herrschaft
des Geldes“. Hier findet eine völlige Verkehrung statt: dass jemand das
Geld nicht gescheit auf den Begriff bringt, hat nicht im Geringsten etwas
zu tun mit der Existenz des Geldes, nichts damit, wie es als „Verkehrsmittel“
in die Welt kommt. - Selbst im Falle einer richtigen Erklärung, die zu
leisten sich Brodbeck vornimmt, hängt das Wirtschaften mit Geld und die
von ihm ausgehenden „Sachzwänge“ nie und nimmer an der theoretischen
Stellung zum schnöden Mammons, sondern ist Resultat gesellschaftlicher,
staatlicher Tat/Gewalt.
Der zweite Bock, den Brodbeck bzw. sein Verlag schießt, ist die Behauptung
von der „ersten großen Theorie des Geldes“ - eine Angeberei angesichts
dessen, dass die erste einzig korrekte Bestimmung der Geldwirtschaft
von einem gewissen Marx schon vor über 150 Jahren erfolgt ist.
Und dann ist die Erklärung des Geldes als ökonomisches Phänomen
ein wenig was anderes, als eine Geistesgeschichte desselben zu
präsentieren. Dies ist nämlich der Auftakt dazu, dem Geld etwas
Begriffsfremdes anzuheften - und wird geständig in dem Schlag-
wort vom „Ökonomismus“: entweder das Geld i s t dadurch,
dass und inwiefern es die „Welt regiert“, als ökomomischer Gegen-
stand bestimmt, wie der wirklich große Aufklärer über die
Warenwirtschaft abgeleitet hat: als die abstrakte Form des Reichtums
im feindlichen Gegensatz zur Orientierung am Bedarf nach
nützlichen Gebrauchsgegenständen - oder aber man gleitet ab
dahin, dem Geld was anderes anzudichten, als seine Bestimmung
ist. Und heraus kommt die wissenschaftliche Verunstaltung der
Begriffsbestimmung des Geldes durch Brodbeck, so das Geld
jetzt als „Erkenntnisform“ figuriert. Dies ist die völlig verfehlte
Flucht ins Philosophische - und damit kann der Autor den
Bürgerlichen lässig das Wasser reichen: Die Verphilosophierung
des Geldes leistet genauso wenig einen Erkenntnisgewinn
wie das von ihm den „modernen Wirtschaftswissenschaftlern“
angekreidete „Ökonomistische“.
Quelle der Zitate:
Verlagstext zum Buch „Die Herrschaft des Geldes“:

"Verlagstext: 'Die moderne Wirtschaftswissenschaft, die eine Wissenschaft von Tausch und Geld sein möchte, hat es nicht vermocht, das Geld zu erklären, das Wesen ihres Gegenstandes zu erhellen. Und eben dieser Mangel, den kritisch aufzudecken und durch eine positive Erklärung zu ersetzen sich dieses Buch als Aufgabe vorgenommen hat, ist der Grund für die vermeintlich selbstverständliche Herrschaft des Geldes, die als ›freier Markt‹ täglich den Planeten mit ›Sachzwängen‹ überhäuft.' Karl-Heinz Brodbeck Zum ersten Mal wird hier die geistige Geschichte des Geldes erzählt. Als Ergebnis einer mehr als 20-jährigen Forschungsarbeit legt der Autor sein großes Resümee vor, das in jeder Hinsicht außergewöhnlich ist: es stellt die erste große Theorie des Geldes und damit einer der Grundlagen jeder Wirtschaft und Gesellschaft vor, es beschreibt die bisherigen unzureichenden Vorstellungen vom Ökonomischen und beweist, warum sich die Gegenwart durch einen Ökonomismus auszeichnet, der zunehmend als lebensbedrohlich empfunden wird. Brodbecks faszinierende Studie ist – trotz ihrer immensen Gelehrtheit und Wissenschaftlichkeit – also nicht ›l’art pour l’art‹, sondern knüpft sehr eng an die Debatten der Gegenwart an. Seine Geistesgeschichte des Geldes gibt nicht nur einen grandiosen historischen und theoretischen Überblick, sondern eröffnet Perspektiven für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Entscheidend dabei ist, dass hier das Geld nicht nur als Wirtschaftsfaktor oder Verkehrsmittel, sondern in seiner Eigenschaft als Erkenntnisform analysiert wird."
55 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. August 2016
Der Autor will in Absetzung von der "modernen Wirtschaftswissenschaft"
das "Wesen" des Geldes erhellen.
Doch was liest man gleich im Nachsatz: Der „Mangel“ der Erklärung des
Geldes sei der „Grund für die vermeintlich selbstverständliche Herrschaft
des Geldes“. Hier findet eine völlige Verkehrung statt: dass jemand das
Geld nicht gescheit auf den Begriff bringt, hat nicht im Geringsten etwas
zu tun mit der Existenz des Geldes, nichts damit, wie es als „Verkehrsmittel“
in die Welt kommt. - Selbst im Falle einer richtigen Erklärung, die zu
leisten sich Brodbeck vornimmt, hängt das Wirtschaften mit Geld und die
von ihm ausgehenden „Sachzwänge“ nie und nimmer an der theoretischen
Stellung zum schnöden Mammons, sondern ist Resultat gesellschaftlicher,
staatlicher Tat/Gewalt.
Der zweite Bock, den Brodbeck bzw. sein Verlag schießt, ist die Behauptung
von der „ersten großen Theorie des Geldes“ - eine Angeberei angesichts
dessen, dass die erste einzig korrekte Bestimmung der Geldwirtschaft
von einem gewissen Marx schon vor über 150 Jahren erfolgt ist.
Und dann ist die Erklärung des Geldes als ökonomisches Phänomen
ein wenig was anderes, als eine Geistesgeschichte desselben zu
präsentieren. Dies ist nämlich der Auftakt dazu, dem Geld etwas
Begriffsfremdes anzuheften - und wird geständig in dem Schlag-
wort vom „Ökonomismus“: entweder das Geld i s t dadurch,
dass und inwiefern es die „Welt regiert“, als ökomomischer Gegen-
stand bestimmt, wie der wirklich große Aufklärer über die
Warenwirtschaft abgeleitet hat: als die abstrakte Form des Reichtums
im feindlichen Gegensatz zur Orientierung am Bedarf nach
nützlichen Gebrauchsgegenständen - oder aber man gleitet ab
dahin, dem Geld was anderes anzudichten, als seine Bestimmung
ist. Und heraus kommt die wissenschaftliche Verunstaltung der
Begriffsbestimmung des Geldes durch Brodbeck, so das Geld
jetzt als „Erkenntnisform“ figuriert. Dies ist die völlig verfehlte
Flucht ins Philosophische - und damit kann der Autor den
Bürgerlichen lässig das Wasser reichen: Die Verphilosophierung
des Geldes leistet genauso wenig einen Erkenntnisgewinn
wie das von ihm den „modernen Wirtschaftswissenschaftlern“
angekreidete „Ökonomistische“.
Quelle der Zitate:
Verlagstext zum Buch „Die Herrschaft des Geldes“:

"Verlagstext: 'Die moderne Wirtschaftswissenschaft, die eine Wissenschaft von Tausch und Geld sein möchte, hat es nicht vermocht, das Geld zu erklären, das Wesen ihres Gegenstandes zu erhellen. Und eben dieser Mangel, den kritisch aufzudecken und durch eine positive Erklärung zu ersetzen sich dieses Buch als Aufgabe vorgenommen hat, ist der Grund für die vermeintlich selbstverständliche Herrschaft des Geldes, die als ›freier Markt‹ täglich den Planeten mit ›Sachzwängen‹ überhäuft.' Karl-Heinz Brodbeck Zum ersten Mal wird hier die geistige Geschichte des Geldes erzählt. Als Ergebnis einer mehr als 20-jährigen Forschungsarbeit legt der Autor sein großes Resümee vor, das in jeder Hinsicht außergewöhnlich ist: es stellt die erste große Theorie des Geldes und damit einer der Grundlagen jeder Wirtschaft und Gesellschaft vor, es beschreibt die bisherigen unzureichenden Vorstellungen vom Ökonomischen und beweist, warum sich die Gegenwart durch einen Ökonomismus auszeichnet, der zunehmend als lebensbedrohlich empfunden wird. Brodbecks faszinierende Studie ist – trotz ihrer immensen Gelehrtheit und Wissenschaftlichkeit – also nicht ›l’art pour l’art‹, sondern knüpft sehr eng an die Debatten der Gegenwart an. Seine Geistesgeschichte des Geldes gibt nicht nur einen grandiosen historischen und theoretischen Überblick, sondern eröffnet Perspektiven für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Entscheidend dabei ist, dass hier das Geld nicht nur als Wirtschaftsfaktor oder Verkehrsmittel, sondern in seiner Eigenschaft als Erkenntnisform analysiert wird."
77 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. April 2009
Das Buch ist sicherlich nicht einfach zu lesen, vor allem nicht von einem Hobbyoekonomen wie ich es bin. Das Buch erklaert auf eine mir ganz neue Weise was Geld ist und was es fuer die Gesellschaft bedeutet. Der Autor analysiert dabei sehr umfangreich, verschreibt aber keine Medizin oder Massnahmen.
Insbesondere habe ich ihn nicht einer der klassischen Schulen der Oekonomie zuordnen koennen, er schreibt sogar, dass es keine Oekonomie gib.

Fuer alle, die sich fuer PHilosophie und Oekonomie interessieren und ueber lange Strecken Gedankengaenge nachvollziehen wollen kann ich das Werk aber nur empfehlen.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. März 2009
"Sie wissen es nicht, aber sie tun es" //Unwissenheit bereitet Leid

I
Wer den Publikationsweg des Würzburger Ökonomieprofessors und Kreativitätsforschers Karl-Heinz Brodbeck über die Jahre verfolgt hat, der ahnte, daß bei diesem gründlichen, ja, fast sturen Denker vor allem seine Werke "Der Zirkel des Wissens, Vom gesellschaftlichen Prozeß der Täuschung" (2002) und "Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie, Eine philosophische Kritik der modernen Wirtschaftswissenschaften" (1998 ff.) nur jeweils ein Präludium waren. Der "Zirkel" in seinem interdisziplinären Übergreifen das Vorspiel zu einer "Generalkritik" der sog. Gesellschaftswissenschaften. Die "fragwürdigen Grundlagen", eine präzise Hinter-fragung von je schon, denkgewohnheitsmäßig-unbewusst vorausgesetzt, Mit-Gedachtem und die theoretischen Urteile somit bereits vor dem ersten Wort zur Sache fatal Präformierendem zwar...

II
....Aber eben nicht der Ökonomie in generale, sondern "nur" der zur kategorial völlig gedankenleeren und, in reziprokem Maße zur Gedankenwüstenei, sich hinter mechanisch-mathematischem Blendwerk versteckenden, zum nackten, impliziten Marktgehorsams-Kommando herabgekommenen Endform der Ökonomie, der sog. Neoklassik. Also jener Ökonomieform, die in der Tradition jener einst explizit als bürgerliche Kampfansage gegen das von Marx in dessen "Das Kapital" konsequent zu Ende gedachte Ricardosche Arbeitswertprinzip formulierten "subjektiven Konterrevolution" steht, aber diesem "Erbe" keinen wirklich ernsthaften Gedanken mehr hinzugefügt hat und die mittlerweile zur Lehrbuchgebetsmühle, zur konventionellen Ohn-Denkform in Sachen Ökonomie depraviert ist. Das hindert ihre fürchterliche Gedankenherrschaft mitnichten. Imperial lastet sie auf dem Hirne der heute Mächtigen, die handelnd "Sachzwänge" (für andere, und damit weltweit milliardenfaches Leiden der dem Unterworfenen) herbeiführen, auf die sie sich dann wiederum berufen und die bei diesem Geschäft zur sozial kahlschlagenden Raserei angestachelt werden von ihren mit üppiger Revenue ausgestatteten zuarbeitenden "Sachverständigen"horden, sc "Think Tanks". Diese sozial ungeheuerlichen Konsequenzen der Stichwortgeberin und Antreiberin der "Deregulierung" - welche opportunistischen Wendemanöver ihre hohen Priester auch gerade vollführen - können aktuell die Staaten, und darüber die Gesellschaften in Zwangsverhaftung, für den kreditherbeigehebelten Aber-billionencrash des "Markts der Märkte" ausbaden.

III
Dieses vorweggeschickt, ist das vorliegende dickleibige Werk Brodbecks, gleichsam nun eine "überfällige" Zusammenschau von Gesellschafts-wissenschaften und ihrer "Spezialdisziplin" Ökonomie, mehrerlei in einem, das deutet schon der Untertitel an.

IV
Zum einen "Systematik". Dies sogleich wiederum gedoppelt. Zum einen: für den Denker Brobeck ist sein Werk sicherlich der (vorläufige, dessen kann man allein anhand der Bemerkungen zu den schließlichen Text-Weglassungen im Vorwort gewiß sein) Abschluß eines Denkprozeßes, der vordem seit mindestens 35 Jahren um die Er-Gründung des Grunds der gesellschaftlichen Einheit der Vielen" sich entwickelt hat und der u.a. in einer gesellschaftlichen Kreativitäts- und Handlungstheorie und (aufgrund eines durchaus unglücklichen Buchtitels vielleicht auch weniger beachtet) Ansätzen zu einer "post-mechanischen" Ökonomie, diese fortgeführt zuletzt auch zu einer buddhistischen Wirtschaftsethik, jeweiligen Ausdruck fand. Denn diese Theorien waren perspektivisch auf eine "gesellschaftliche Grundstruktur" (aus-)gerichtet, der Zusammenhang und Bogen zur "heutigen Gesellschaft", und das ist eine durch und über Geld als dem "realen Gemeinwesen" (Marx) konstituierte und täglich neu vollzogene "Einheit der Vielen", war so zwar dort auch in vielem angedeutet, fehlte aber schlüssig, "systematisch" entwickelt. Sehr früh noch sollten diesen Mangel "ökonomieimmanente" Anlehnungen an neoricardianische Modellwelten schließen helfen, die Verfehltheit war jedoch schnell eingesehen. Das seitherige theoretische "Anlaufnehmen" hat nun ein Ende, die "systematische Lücke" hat Brodbeck mit seinem neuen Werk geschlossen, vor allem die Kapitel 2, 3 und 5 des oeuvre liefern, in Hinsicht auf seine "positive" Theorie, das "missing link". Zum anderen: "Systematik" nun auch im Sinne einer systematischen Erklärung dessen, worum das Werk handelt: "Die Herrschaft des Geldes." Denn hierin, so Brodbeck, ist - bis auf zwei geistesgeschichtlich schwergewichtige Ausnahmen, Riesen, auf deren Schultern sich Brodbeck ohne Koketterie stellt - die Ökonomie ganz prinzipiell gescheitert, und das nicht zufällig, sondern mit wohlbestimmbarem Grund. Die Ökonomie hat schlicht kein Wissen darüber, was Geld ist. Sie "leitet" es ab - auch in ihren kritischen Varianten - stets aus anderem, "erklärt" es so zum Epiphänomen, erkennt es nicht als "kategoriales Novum" mit seinen, ist die menschliche Gesellschaft seinem, - in Ent-Zauberung seines massenhaft vorgestellten "Wert"-Daseins als "persistierender Physis" formuliert -, "leeren Schein" unterworfen, durch und durch destruktiven Auswirkungen auf die und Verformungen der "gesellschaftlichen Grundstruktur".

V
Zum anderen "Geschichte". Wer eine materiale Geschichte der "Geldwirtschaft", ihrer mehrtausendjährigen Entwicklung bis zu ihrem schließlichen globalen Umgreifen erwartet, der wird sich enttäuscht sehen. Das ist aber nicht dem Autor anzulasten, sondern nur falschen Erwartungen. Brodbecks "perspektivische Prämissen" sind offen ausgesprochen und begründet dargelegt und er prätendiert nicht, ein "Chemielaborant des Weltgeistes" zu sein, statt mit einem Mikroskop zur Zellenbeobachtung und deren Teilung mit, dem im Verfahren gleichstehender, "Abstraktionskraft" bewaffnet. Brodbeck ist, wenn man unbedingt nach schiefen Etikettierungen sucht, "kognitiver Idealist". Gesellschaften hat er als von Denk- und Kommunikationsprozessen "programm iert" und "gesteuert" erkannt, sie konstituieren und reproduzieren sich in "kommunikativ vermitteltem Handeln", und sei es nur das permanente Kriegsgeschrei diverser heutiger, vor allem der zur einzig verbliebenen Weltmacht zusammengeballten Geld-Fundamentalisten. Es ist die "Macht der Gedanken", bewusst oder für Viele der "Vielen" gewohnheitsmäßig, mimetisch unbewußt, die das "So oder eben anders Sein" der menschlichen Lebenswelt handlungsleitend hervorbringt und reproduziert und die die gesellschaftliche "Einheit der Vielen" unter der "Herrschaft des Geldes" dem einzelnen, "der in dieser Welt ist" als institutionell zwangsweise ver-einzeltem als überwältigendes Fatum, Karma leidend er-scheinen lassen. In diesem präzisen Sinn ist gerade das Geld ganz handgreiflich eine alles überwältigende Denkform, alltäglich da-seiend als "rechnendes Denken" (Heidegger). Schreibt Brodbeck also eine "Geschichte", so schreibt er die Geschichte des Geld-Denkens wie des Nach-denkens über Geld und zeichnet darin nach, wie (abnehmend) selbst-reflexiv dieses Denken (bis zum heutigen neoklassischen Gedanken-Niedergang) seine herrschende und überwältige Macht über die Gesellschaft gewonnen hat und dies auch durchaus imperial, totalitär ausspricht. Indem Brodbeck "Geschichte" konsequent so, als in Gedanken bewusstes Sein, schreibt, schreibt er auch die Geschichte der sozialen Wirklichkeit dieses Denkens mit. Dabei redet Brodbeck (anders z.B. als ein Schumpeter, der sich nachweislich kaum je die Mühe machte, einen Autor anders zu verstehen, als es ihm als erklärtem theoretischen Weltmittelpunkt geschmäcklerisch gutdünkte) über die Jahrhunderte mit den Generationen, simuliert den Dialog. Wer etwas zur Sache zu sagen hatte, der kommt (ziemlich vollständig) zu Worte. Jedoch, das Gespräch mit den Ökonomen, es ist kein angenehmes Parlieren und kein fruchtbarer kategorialer Diskurs. Brodbecks Gesprächsfazit, das kann vorweg genommen werden, ist ent-täuschend: je mächtiger das reine Mehr des Geldes imperativisch das gesellschaftliche Kommando gibt, desto kategorial inhaltsloser, handlungsblinder, subalterner, sein Kommando nur mehr als unhinterfragte Selbstverständlichkeit aufnehmend und mit unendlich wiederholten Tautologien , gleich einer mit hängengebliebenem Tonarm abgespielten Schallplatte, platt affirmierend, auch die Gedanken der Ökonomen. Und vice versa.

VI
Dies vielleicht als kleine Einleitung, Hinführung zu einem großen theoretischen Wurf und schon einem Lebenswerk, das damit wenigstens ausschnittsweise (und hoffentlich fair) beleuchtet ist. Dieses Buch wird polarisieren. Es ist ein sehr "sturer" und, ob der sozialen Folgen als politisches Programm, theoretischen Fehlern der Ökonomen gegenüber nicht nachsichtiger Gegenentwurf wie ein provozierender Angriff auf eingefahrene Denkgewohnheiten in den Gesellschaftswissenschaften. Um das "konzeptionelle Layout" des Werks zu verstehen, muß man sich als Leser der Grundlagenauseinandersetzung aufmerksam stellen, die in Kapitel 1 (nur bei flüchtigem Lesen) scheinbar etwas bezugslos dem "eigentlichen Gegenstand" vorhergeht bzw. nach der Unsitte aussieht, vor allem Denken über etwas bereits eine "adäquate" Denk-Methode, wie dieses etwas, von dem man noch gar nichts weiß, zu denken sei, zu postulieren. Dem ist nicht so. Umgeht man das Kapitel 1 und sucht vielmehr nur nach passenden Stichworten und Akkomodierbarem, dann sollte man dieses Buch schlicht nicht lesen (wohl deshalb auch bietet es, abgesehen vom Umfang, kein Stichwortverzeichnis ?), man wird seine Argumente sonst nämlich nicht hinreichend verstehen. Die provozierende These dieses "hinführenden" Kapitels ist, kurz gefaßt, daß es in den Gesellschafts-wissenschaften nicht nur irgendwie "schwierig", sondern vielmehr situativ und perspektivisch völlig verfehlt ist, nach einer "Objektivität" analog den Experimentallabors der bewunderten Naturwissenschaften zu streben. Denn: der "Gegenstand" der Sozialwissenschaft ist kein "Gegen-stand", dem man sich in der kühlen unbeteiligten Ferne eines abgekapselten Beobachters vom Mond herab (oder aus einem gesellschaftlichen Autismus des Ich = Ich) nähern könnte, ohne dabei den "Gegenstand Gesellschaft" grundlegend zu verfehlen. Nur wer also diese nicht ganz einfache Einstiegshürde mit ihrer "et de te fabula narratur"-Achtsamkeitsaufforderung auch an den Leser nimmt, der wird dieses Buch schließlich mit Erkenntnisgewinn lesen können. Und zu bieten hat es davon durchaus reichlich. Eine gute "Investition" also.
88 Kommentare| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. April 2014
1. Brodbeck versucht, das Verhältnis von Geldform und Denkformen aufzuhellen. Dabei übersieht er die Bedeutung der Warenförmigkeit für das rationale Denken.Die Begriffe Denkform, Denkfigur, Denkinhalt gehen oft unscharf ineinander über. Die grundlegende Denkform, die sich hinter dem Begriff der abendländischen Rationalität verbirgt, wird nicht analysiert, ja nicht einmal gesehen.
2. Stenggenommen gibt es für Brodbeck nur eine grundlegende Denkform: die des cartesianischen Beobachters. Der Begriff und die Kritik werden von Heidegger übernommen und bei Brodbeck inflationär überstrapaziert. Sogar Hegels wahrhaftig nicht cartesianisches Denken verfällt diesem Verdikt. Das hat nicht einmal Heidegger getan.
3. Ermüdend und das Denken lähmend wird unablässig der Grundgedanke wiederholt: Die Geldgier des cartesianisch beobachtenden Geldsubjektes zerstört als Wucher Natur und Menschen.
3. Abgelehnt wird, die Geldgier aus dem Kapitalverwertungszwang (Realisierung des Mehrwertes als Profit) zu erklären. Die Wert- und Mehrwertlehre von Marx u.a. ist für Brodbeck die Illusion eines cartesianischen Beobachters.
4. Was bedeutet abendländische Rationalität? Das bedeutet die Fähigkeit, anders als in mythologisch-personalisierendem Denken von Clan-Gesellschaften zwischen Sein und Schein, Wesen und Erscheinung alltäglich und wissenschaftlich (philosophisch) unterscheiden zu können. Solches Denken wird nicht von den vor- oder nachsokratischen Philosophen erfunden. Es kommt zum Durchbruch mit Solons Reformen (594 v.Chr.) Solon: "Ich gab der Freundschaft mehr Recht als dem Blut." Solon stellt eine auf persönlicher Bindung (letztlich Verwandtschaft: Blut) beruhende Clan-Gesellschaft um auf Waren- und Geldförmigkeit (Freundschaft). Auf dem Markt sagen die Tauschenden (die "Freunde") zueinander: Meine/deine Ware (als Gebrauchswert) ist mir wert deine/meine Ware(als Gebrauchswert). Wert, das gesellschaftliche Wesen, wird ausgedrückt in Gebrauchswert, der sinnlichen Erscheinung. Diese Unterscheidung von Wesen und Erscheinung, Sein und Schein schleift sich hinter dem Rücken der Tauschenden ein. Sie wissen es nicht, aber sie tun es. Das ist die List der Vernunft.
55 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Februar 2009
Brodbeck wird dem selbst gestellten Anspruch, ein Kompendium verfasst zu haben, nicht gerecht. Brodbeck ist ein glänzender Redner und ein guter Didakt, aber das Buch ist schlicht und einfach schlecht. Für ein Kompendium ist es zu unvollständig (z.B. wird Hayek - der einen Nobelpreis für seine Arbeit über Geld bekam - nicht erwähnt. Und es existiert nicht einmal ein Stichwortverzeichnis!) Nach einer eloquenten Einleitung sinkt das Buch immer stärker in infantile Polemiken und heisse Luft.
Nachdem ich Brodbeck in einem Vortrag erlebt habe, ist dieses Buch eine grosse Enttäuschung!
Für diesen Inhalt ist das Werk wesentlich überteuert und diesen Preis auch in keiner Form wert. Besser nicht kaufen!
99 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden