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Kundenrezensionen

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Viele Jahre arbeite ich bereits mit dem Enneagramm. Nach vielen anderen Typologien und dem Versuch, im Umgang mit Mitmenschen Strukturen erkennen und beschreiben zu können, die hilreich sind, habe ich im Enneagrammbuch von Richard Rohr und Andreas Ebert ein Buch gefunden, dass noch heute einen Ehrenplatz im Regal hat.

Ich habe nie davor oder danach erlebt, dass so viele Menschen bis in ihr Innerstes berührt wurden, weil sie sich im Enneagramm so treffsicher wiederentdeckt haben. Kein Buch von dem ich wüßte, bei dem mehr Menschen geweint haben, weil sie sich erkannt, ja manchmal auch ertappt gefühlt haben.

In dieser Prägnanz und Klarheit kenne ich nichts vergleichbares!

Dabei gibt es m.E. nach ein deutliches Gefälle zwischen dem Hauptteil mit den 9 Typenbeschreibungen und dem folgenden Teilen. Der Hauptteil hat eine Dichte, der man anmerkt, dass hier etwas über Jahrzehnte in seelsorgerlicher Arbeit verdichtet und dann nieder geschrieben wurde. Da kommen die folgende Abschnitte nicht mehr annähernd heran.

In der Folge habe ich eine Vielzahl anderer Enneagrammbücher gelesen. Aber nie wieder eine so dichte, intensive Erfahrung gemacht, wie bei Rohr.

Wichtig: das Enneagramm ist in erster Linie ein Buch zur SELBST-Entdeckung! Dafür ist es enorm wertvoll. Und es hilft Zusammenhänge im mitmenschlichen Geschehen zu verstehen, die mir und vielen Freunden zuvor verschlossen geblieben waren.

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am 21. März 2008
Ich kenne das Enneagramm schon seit ca. 10 Jahren, aber aus einer weniger detaillierten Quelle. Dieses Buch dagegen hat meine Lebenseinstellung ziemlich verändert und die Art, wie ich meine Mitmenschen einschätze, stark beeinflusst und auch erleichtert. Trotzdem einige Kritikpunkte:

1) Rohr und Ebert nennen zur besseren Erläuterung zu jedem Charaktertyp einige Beispiele, zum Teil Menschen, die selbst gekannt haben. Ich halte es aber für zweifelhaft, das auch zu tun mit Personen, die man NICHT persönlich gekannt hat. Man kann sich nun darüber streiten, ob z.B. Marilyn Monroe eine Vier mit starkem Dreier-Flügel war oder eine Sechs in der Dreier-Falle; das könnte sie am ehesten beurteilen, kann es aber nicht mehr. Ähnliches gilt für Mutter Teresa; ob Zwei oder Acht, das kann man nach ihrem Tod kaum noch beurteilen. Und Shakespeare eine Vier...? Dafür hatte er manchmal eine ziemlich deftige Sprache. ;-)
2) Ähnliches gilt für die genannten Symboltiere, Symbolländer oder Heilige bzw. Schutzpatrone. Sie sollen bei der Typerklärung helfen, aber sie sind subjektiv ausgesucht und nicht jeder Typ wird sich damit identifizieren können.
3) Einige Statements grenzen an Beleidigung. Welche Sechs lässt sich wohl gerne sagen, dass es ihre Lebensaufgabe sein soll, "Hilfsarbeiten" auszuführen? Oder welche Vier wird sich gern sagen lassen, dass es ihre Aufgabe sei, die Welt zu "dekorieren"?
4) Alles in allem merkt man recht deutlich, dass Rohr und Ebert eine Eins bzw. eine Zwei sind. Sie kennen ihren eigenen Enneagramm-Typus sehr gut, können sich aber in die anderen manchmal nicht so gut einfühlen und neigen eher dazu, diese zu unter- als zu überschätzen. (Als Symbol-Heilige" für die Eins darf interessanterweise sogar die Muttergottes Maria herhalten... Nun gut, von der Idee, bei Jesus Christus habe es sich um eine "erlöste Zwei" gehandelt, sei man inzwischen abgekommen ;-)

Es gibt zwei auffallende Seltsamkeiten bzw. Widersprüche: der Stresspunkt des einen Typs ist gleichzeitig der Trostpunkt seines Stresspunkts (z.B. ist die Eins der Stresspunkt der Sieben, aber Sieben ist der Trostpunkt der Eins!) und die größte Schwäche der einen Zahl ist in der nächsten mit auffallender Intensität aufgehoben (Hauptfehler der Neun ist z.B. die Faulheit, und die Eins ist die fleißigste von allen). Das mag seine Gründe haben, aber sie werden leider nicht erklärt.

Man sollte nicht vergessen, dass es sich beim Enneagramm um eine Erfahrungstypologie handelt. Es kann auch dazu verleiten, falsche Schlüsse zu ziehen oder bei seinen Mitmenschen Dinge vorauszusetzen, die der Praxis nicht standhalten. Am besten, man liest dieses Buch und geht dann davon als Basis aus, um mit eigenen Erfahrungen und Beobachtungen mehr zu verstehen und seine Menschenkenntnis weiter zu vertiefen.
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am 13. Februar 2004
"Das Eneagramm ist nicht die Antwort, sondern ein Wegweiser. Wegweiser zeigen den Weg; gehen aber müssen wir selbst." (Vorwort, Andreas Heber)
Lange bevor ich dieses Buch gelesen habe, habe ich einen Menschen kennen gelernt, der wie ich, dem Enneagramm nach ein >Typ Fünf< ist. Im Gegensatz zu mir, hatte dieser Mensch aber nahzu alle Schattenseiten dieses Charaktertyps überwunden. Das war eine kleine Erweckung für mich. Vieles was ich daraufhin intuitiv herausgefunden habe, fand ich später in diesem Buch bestätigt.
Es ist sehr lobenswert, wie die Autoren dieses Buches auf den ersten 50 Seiten deutlich machen, dass das Enneagramm ein Werkzeug bleibt - und keine allumfassende Heilslehre-, mit dem man seine Verhaltensmechanismen demontieren kann. Ist das getan, legt man das Wekzeug beiseite.
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am 19. Juni 2013
Daß die Behandlung des Themas zu sehr aus christlicher Sicht erfolgt, wie von anderen Rezensenten hier bereits "bemängelt", hat mich beim Lesen auch gestört. Allerdings habe ich Teilaspekte meines "Typs" in noch keinem anderen Buch so präzise wiedergegeben gefunden, daß es für mich schon fast "beängstigend" aber auch "erleuchtend" war. Daher vergebe ich 4 Sterne. Bestimmte Facetten des Enneagramms werden hier gar nicht (oder für mich nicht erkennbar) behandelt. Da finde ich das Buch "Die Weisheit des Ennegaramms" von Riso, Hudson u. Janowitz unschlagbar. Will man sich mit dem Enneagramm näher befassen, empfiehlt sich aus meiner Sicht ohnehin, mehrere Bücher zum Thema zu lesen, da jedes seine Stärken und Schwächen hat.
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am 26. August 2001
Ich möchte vorrauschicken, dass es sich hier weder um ein hochintelektuelles "Standardwerk", noch um ein esoterisch- verbrämtes Buch voller leerer Anmaßungen handelt. Dieses Buch hält sich sehr am praktischen Leben und ist trotzdem kein "Kochbuch". ;-) Aber in einer Rezension kann man den Inhalt des Buches sowieso nur schwer rüberbringen'. Das Enneagramm ist eine von der Religionsgemeinschaft der Sufis entwickelte Seelenlehre. Hier wird es von dem Franziskaner Rohr und dem lutherischen Pfarrer Ebert erklärt. Das Enneagramm will uns zur Selbsterkenntnis verhelfen. Gleichzeitig sollen wir unser falsches selbst durchdringen und uns verbessern. Die Leistung dieses Buches ist es, in einer undogmatischen Darstellung Christentum, Enneagramm und gesunden Menschenverstand zu versöhnen. Dabei bekommt diesem Buch gut, was vielen anderen Büchern schlecht bekommt, nämlich eine gewisse Weitschweifigkeit. Es nimmt viele Dinge, die wir kennen oder noch nicht kannten in die Darstellung mit auf. So nimmt das Buch beispielsweise einen Peanuts- strip mit in die Darstellung auf. Es ist wunderbar gelungen, dieses Buch mit weiteren Gedanken, aber auch Alltagserlebnissen zu bereichern. Wer nach diesem Buch Lust auf mehr hat, der soll doch den Nachfolgeband "Erfahrungen mit dem Enneagramm" kaufen.
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am 25. November 2015
Typenlehren gibt es viele. Die Astrologie teilt die Menschen in 12 Tierkreiszeichen ein, die Lehre von den Temperamtenten kommt mit vier Gruppen aus (Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker, Phlegmatiker).

Das Enneagramm unterteilt in 9 Charakter-Typen, sinnvollerweise mit den Zahlen 1 - 9 bezeichnet. Es wird christliches Vokabular benutzt, hat im Prinzip jedoch nichts mit Christentum oder Bibel zu tun.

Im ersten Teil des Buchs wird über die Herkuft des Enneagramms spekuliert. Vermutlich geht die Grundidee auf den alten Griechen Pythagoras und seine mathematisch-geometrischen Zahlenspiele zurück. "Wüstenväter" (christliche Einsiedler) entwickelten eine solche Spielerei weiter und arbeiteten neun "Wurzelsünden" heraus, die jedem Charakter-Typ zugrunde liegen sollen. Im Laufe der Zeit entwickelten entweder sie, oder die Anhänger eines islamischen Nebenzweigs, die sich "Sufis" nennen, die Lehre weiter. Schließlich landete dieses Geheimwissen (es gibt keine antiken Aufzeichnungen darüber) bei den Jesuiten, deren Gründer seinereits eine ähnliche Typen-Lehre entwickelt hatte. Irgenwann brachen Enneagramm-Geheimnisträger ihr Schweigen und stellten die Lehre öffentlich vor. Da der geschichtliche Teil überwiegend spekulativ ist (noch dazu eher langweilig), kann er getrost überblättert werden.

Dann folgt die Einleitung, in der die Verfasser deutlich darauf hinweisen, dass diese Lehre zur Persönlichkeitsentwicklung dient und nicht plattes Schubladendenken bedienen will.

Im Hauptteil werden dann die neuen Charakter-Typen ausführlich vorgestellt, wobei man genau merkt, dass die Autoren Schwierigkeiten haben, den einen oder anderen Typen zu verstehen. Bei meinem Charakter-Typ z.B. habe ich Zusammenhänge gefunden, die in diesem Buch fehlen.

Nach dem Hauptteil werden noch weitere mögliche Unterteilungs- und Kombinationsoptionen genannt (z.B. die "Flügel", "Stress-" und "Trostpunkte", etc.

Damit kommen wir zu einem Kritikpunkt. Jeder Mensch ist anders. Um dies zu berücksichtigen, können die Typen des Enneagramms fast grenzenlos kombiniert werden.

Zunächst unterteilt das Enneagramm die Menschen in drei Bereiche: Kopf-, Herzens- und Bauch-Menschen. Jeder Bereich wird wiederum in drei Unterbereiche aufgeteilt, in die Charaktäre 1 - 9. Einzelne Charaktäre unterteilen sich, z.B. die SECHS in phobisch und kontraphobisch. Gehen wir - zum besseren Rechnen - somit von 10 Möglichkeiten aus.
Nun können sie noch Flügel-Optionen haben (oder auch nicht), damit gibt es für jeden dieser Charaktäre drei weitere Möglichkeiten. 10 x 3 = 30. Außerdem unterscheidet man, ob ein Charakter-Typ unreif, normal oder gereift ist, das ergibt drei weitere Möglichkeiten: 30 x 3 = 90. Es gibt noch weitere Unterscheidungmöglichkeiten, aber an dieser Stelle höre ich auf zu rechnen, denn es wird locker drei- bis vierstellig.
Irgendwann verschwimmt und vermischt sich dann alles, so dass es unübersichtlich und letztendlich uninteressant wird.

Es folgt eine nette Weihnachtsgeschichte, mit einer kleinen Grußbotschaft des Christkindes für jeden der neun Haupt-Charakter-Typen.

Wenn mann bis hierher gelesen hat, erwartet man letztendlich praktische Ausführungen, wie man von einem unreifen Typus zu einem gereiften wird. Das hätte mich nun wirklich sehr interessiert, schließlich soll es ja nicht um bloße Typisierung (und damit um Schubladendenken) gehen, sondern um Persönlichkeitsentwicklung. Aber gerade, als es diesbezüglich spannend wird, ist das Buch zu Ende. Das hat mich dann schon sehr geärgert.

Zum Abschluss lässt man einen gewissen Dietrich Koller zu Wort kommen. Nomen est Omen, denn einen Koller hätte ich beim Lesen seines Quasi-Nachworts auch fast bekommen. In Esoterik-Sprache der geschwolleneren Art, fast schon pseudo-poetisch angehaucht, drischt er Phrasen, aus denen man kaum schlau wird. Viele (hochgestochene) Worte, wenig nutzbarer Inhalt. Vermutlich wissen die Autoren, so wie auch der Verfasser des Schluss-Abschnitts nicht wirklich, wie man die Erkenntnisse des Enneagramms nun praktisch zur Persönlichkeitsentwicklung, also zur "Reife" umsetzen kann.

Der Mensch kann es nicht, Gott auch nicht, zumindest nicht allein - er ist auf die Mitarbeit des Menschen angewiesen... Hier beginnt das ratlose Rumdrucksen, versteckt in einer mystischen Sprache.

Und dann ist das Buch zu Ende - und man kann es eigentlich nur dazu gebrauchen, wozu es eigentlich nicht (allein) bestimmt ist: Sich selbst und vielleicht auch noch seine Mitmenschen in die Schubladen Nr. 1 - 9 einzusortieren. Fertig.

Schade, zu wenig, um brauchbar zu sein.
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am 11. August 2015
Das Buch wurde mit sehr empfohlen, daher habe ich es ohne vorher mir die beiden Autoren näher anzuschauen gekauft.
Geschrieben von einem Franziskanerpater und einem Pfarrer. Das lässt sich absolut nicht verleugnen. Die Sprache ist salbungsvoll, wie eine schlechte Predigt von der Kanzel. Erinnert eher an Missionarsarbeit.
Nicht, dass ich nicht christlich eingestellt wäre, aber hier wurde deutlich übertrieben. Wenn man das Buch liest, denkt man, dass nur Christen diese Persönlichkeitsstrukturen aufzeigen. Für jemanden, der nur den christliches Aspekt kennenlernen möchte, sicher ein gutes Buch.
Für jemanden, der wirklich etwas auf sachlicher Ebene über die 9 Strukturen erfahren möchte, ein Fehlkauf.
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am 1. September 2005
Als ich mich Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal mit dem Enneagramm beschäftigt habe, war es Richard Rohrs Buch, das ich zur Hand nahm - für mich bis heute eines der aufschlussreichsten Bücher, die ich je gelesen habe. Inzwischen sind zwar zahlreiche andere Veröffentlichungen zum Thema "Enneagramm" erschienen; an das Buch von Rohr & Ebert kommt jedoch keine heran. Die beiden Autoren erläutern die neun Typen und die Grundprinzipien der Persönlichkeitstypologie sehr klar. Wo andere Autoren auf dem Niveau eines - zweifellos unterhaltsamen - "Psychotests" hängen bleiben, gehen Rohr & Ebert in die Tiefe. Wer sich mit sich und den Menschen in seiner Umgebung intensiver auseinandersetzen möchte, wird mit diesem Buch auf eine spannende Entdeckungsreise gehen können.
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am 1. August 2004
Eine unglaubliche Hilfe, Einblick und Wegweiser in die Seelen unserer Mitmenschen. Herzerfrischend und informativ zeigen die Autoren die Verschiedenheit der Charaktere und ihre Auswirkungen entsprechend Ihren Grundwerten auf. Wir lernen, unsere Mitmenschen in ihrer Eigenart zu verstehen, kennen sie nach diesem Buch sogar etwas besser als sie ahnen. Sehr hilfreich gerade für Partner, aber auch für alle anderen. Dass es auf christlichem Hintergrund basiert, ist nur eine logische Folgerung für den, der an den Menschen als kreative und vielfältige Schöpfung Gottes glaubt. Tut man es nicht, sollte man sich hier auf neue Aspekte einlassen können oder .... man lässt es ganz. Deshalb ist auch der Kommentar von "Alexis" nicht nachzuvollziehen, dem ja auch andere Autoren zur Wahl standen , schade. Wer aber noch etwas auf christliche Werte hält, dem sei es wärmstens empfohlen und es ist garantiert,das dies eins von jenen Büchern wird, das man mehrmals lesen möchte und auch als praktisches Nachschlagewerk benutzen wird. Ein wertvolles Buch!
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am 21. August 2002
Ich hatte im Buchladen die Auswahl zwischen mehreren Enneagramm-Titeln und habe mich für dieses Buch entschieden, da es schon 500.000 mal verkauft wurde. Da dachte ich natürlich, dass es besonders gut sei. Leider ist dem nicht so.
1. Der Titel sollte aufrichterweise eigentlich lauten: "Das Enneagramm aus christlicher Sicht". Nicht dass ich etwas gegen das Christentum hätte - aber es nervt schon, dass man sich über eine interessante Methode der Selbstfindung informieren will, und dann auf jeder zweiten Seite das liebe Jesulein findet.
2. Zwar sind viele Bibelstellen zitiert und eine "enneagrammatische Weihnachtspredigt (!))" aufgeführt, die Autoren sind durchaus kenntnisreich, sicherlich engagiert und guten Willens, doch es fehlen einfach viele wichtige DInge über das Enneagramm. Im Kernteil des Buches werden nur die 9 Typen (aus christlicher Sicht!) beschrieben, aber mehr auch nicht: Weder die "Flügel", noch die, gerade im Enneagramm so wichtigen Entwicklungen!
3. Die Sprache ist mir persönlich etwas zu salbungsvoll, verquast und theologisch-intellektuell. Schöner fände ich klare, undogmatische Worte. Kann ich aber leider in diesem Buch nicht so sehr finden.
4. Die Spekulationen um die Herkunft des Enneagramms öden mich an. Gurdijeff, der das erste Mal von einem Enneagramm sprach, war ein sehr kreativer und ulkiger Typ, der schon einmal Vögel bunt anmalte und sie als Papageien verkaufte. Ichazo, der das Enneagramm bekannt machte, war ein Obskurist, der bis heute keine Quellen nennt. Die Sache ist doch eigentlich klar: Das Enneagramm ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts - und keine der schlechtesten. Warum muss etwas weniger wertvoll sein, weil es nicht uralt ist? Was nun wirklich etwas absurd ist, ist, dass die Autoren in ihrem Glaubenseifer unbedingt das Enneagramm irgendwelchen Urchristen zuschreiben wollen. Die Belege dafür überzeugen nicht: Wirkliche Erkenntnisse werden doch immer in allen Zeiten, allen Kulturen von den unterschiedlichsten Menschen entdeckt - daher auch die Ähnlichkeiten selbst so unterschiedlicher Religionen wie Buddhismus und Christentum.
Nach dem Negativen aber nun auch etwas Positives. Denn das Buch ist nicht schlecht - wenn man christlich orientiert ist. Die Autoren schreiben glaubhaft und überzeugend aus eigener Erfahrung, teilweise auch humorvoll. Besonders gut finde ich die verschiedenen Enneagramme im Kapitel "Tiefendimensionen", das mir als der wichtigste und interessanteste Teil des Buches erscheint (aber auch hier wieder: alles aus christlicher Sicht).
Fazit: Nicht sehr umfassend, für Christen sehr, für andere nicht besonders lesenswert.
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