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am 25. März 2005
Die Kulturbetriebslehre als eigenständige universitäre Disziplin möchte mithilfe interdisziplinärer Methoden Aussagen über organisatorische Probleme des Kulturbetriebs im weitesten Sinne gewinnen. Das neue Buch von Tasos Zembylas möchte die Kulturbetriebslehre darüber hinaus als neuartige, interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin mit exakten definitorischen und theoretischen Zuweisungen beschreiben. Hierzu analysiert der Autor die seiner Meinung nach grundlegenden begrifflichen Funktionen und Rollen der Kulturbetriebslehre: den Kulturbegriff, den Begriff der Handlung, der Kunst und die unterschiedlichen kulturellen Praktiken.
Tasos Zembylas ist Universitätsprofessor für Kulturbetriebslehre am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Leiter des dortigen postgradualen Aufbaustudiums für Kulturmanagement.
Kulturmanagement als eigenständige Forschungsdisziplin ist zwar noch recht jung, aber eine Fülle von konkurrierenden Konzepten und eine diffuse Kombination von Anleihen aus bereits existierenden Forschungsfeldern zeigen die Notwendigkeit, zu einer einheitlichen Lehre vom Kulturmanagement vorzustoßen.
Betonte etwa der Wissenschaftler Michael Hofmann im Jahre 1982 noch den Primat der Lehre vom Kulturmanagement gegenüber einer als rein kaufmännisch orientierten Kulturbetriebslehre und beschreibt letztere lediglich als Teildisziplin der ersteren, so orientiert sich Zembylas in seinem Modell an dem Begriff der „Kulturbetriebslehre" als allgemeinem Oberbegriff, der die Dichotomie zwischen Managementlehre und Betriebslehre für gegenstandslos hält.
Tassos Zembylas wählt für seine Analyse den Begriff der Kulturbetriebslehre, da nach ihm gerade dieser Begriff die umfassende theoretische Fundierung zum Ausdruck bringt, um im Dschungel von konkurrierenden Theoriemodellen einen roten Faden zu finden, der durch das Labyrinth der gesellschaftlichen Organisa-tion der Produktion, Distribution und Rezeption von Kulturgütern weist.
Es geht dem Autor nicht um Übertragung von rein auf Finanzkennzahlen ausgerichteten operativen Controllingstrukturen auf Kulturinstitutionen oder auf kulturelle Güter, sondern um die diskursiv-textuelle Verortung kultureller Prozesse im polit-ökonomischen Kontext des organisierten Kulturbetriebes.
Die Konstitutionsprozesse kultureller Güter und die Regeln der Distributionsprozesse kultureller Güter interessieren ihn dabei besonders. Er widmet seine besondere Aufmerksamkeit der Analyse der Entstehung von kulturellen Werten. Zembylas definiert Kulturgüter als „res publica" und hebt sie damit aus einem segmentierten Gesellschaftsbereich ins Herz demokratisch-politischer Realität. Seine Kulturbetriebslehre reflektiert demnach nicht den finanziellen Gewinn aus kulturellen Prozessen, sondern den gesellschaftlichen Gewinn durch kulturelle Güter mittels der Transposition kultureller Werte in kulturelle Prozesse oder Institutionen.
Der Autor schließt daher seine Analyse mit der klaren Forderung nach Repositionierung der kulturpolitischen und kulturökonomischen Diskussionen der Gegenwart ins Herz gesellschaftspraktischer Politiken und fordert vom organisierten Kulturbetrieb bzw. vom politischen System entsprechende Strategien zur Erfüllung des gesellschaftlichen Auftrags der Kultur sowie des Organisationsziels nach Vorgaben seiner imaginierten Kulturbetriebslehre.
Diese trägt zum Ziel, eine umfassende Kulturalisierung der Ökonomie und der Politik zu erreichen.
Tasos Zembylas schöpft aus einem immensen Wissens- und Lektüreschatz und liefert kulturtheoretisch wie erkenntnistheoretisch konzise Argumentationen. Das Buch kann als Kompendium kulturtheoretisch-philosophischer Diskussion um eine Kulturbetriebslehre als „Meta"-Lehre des Kulturmanagements verstanden werden. Es empfiehlt sich für wissenschaftlich arbeitende Kulturmanager und Studierende mehr als für Kulturpraktiker. Die Lektüre ist teilweise schwierig, da die Kapitel sehr komprimiert sind, die Sprache auf sehr hohem universitärem Niveau angesiedelt ist und die Praxisbeispiele oft nur in den Fußnoten Raum finden. Konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung eines zukünftigen „kulturalisierten" ökonomisch-politischen Systems gibt es nur wenige. Die Übersetzung der Theorie der Kulturbetriebslehre in einen Praxisleitfaden zum Erwerb kultureller Schlüsselkompetenzen und in Handreichungen zur Entwicklung innovativer Organisationsformen zur Optimierung des organisierten Kulturbetriebes hätte plastischer ausfallen können.
Tasos Zembylas aber legt mit seiner Kulturbetriebslehre eine interdisziplinäre Vision zum Verständnis der Voraussetzungen und Konsequenzen unseres gegenwärtigen organisierten Kulturbetriebes vor, die hoffentlich viel ( und nicht nur akademische) Aufmerksamkeit finden wird.--Tanya Wittal-Düerkop, EU-Korrespondentin, Kulturmanagement Network
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