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TOP 1000 REZENSENTam 11. Februar 2008
Der katholische Theologe und Psychotherapeut Eugen Drewermann versucht in dem ersten Band seiner auf zwei Bände angelegten wissenschaftlichen Schrift "Tiefenpsychologie und Exegese" sein Anliegen, archetypische Erzählungen, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen, heilige und biblische Texte unter dem Einfluss von dem schweizerischen Psychologen Carl Gustav Jung tiefenpsychologisch zu deuten, zu erläutern und zu rechtfertigen. Nach seiner Auffassung führt diese Art der Textauslegung im Unterschied zur historisch-kritischen Bibelexegese zur Mitte des christlichen Glaubens, zum richtigen Verständnis und zu angemessener Würdigung dieser heiligen Texte, die nicht deshalb der Menschheit viel Bedeutendes zu sagen haben, weil sie historisch Wahres, also Fakten und Daten überliefern, sondern weil sie viel Allgemeinmenschliches, Übiquitäres ausdrücken wollen. Also allgemein gesprochen, nicht weil sie äußeres Wahres berichten, sondern weil sie die innere, psychische Wahrheit wiedergeben, die man zu allen Zeiten und in allen Zonen wieder finden wird, sind sie von größter Bedeutung für die Menschheit, da jenseits des sozialen und historischen eine psychische Verbindung des Menschen mit allem, was lebt und gelebt hat, mit allem, was an Menschlichem aus der Entwicklung des Lebens hervorgegangen ist, existiert. Eugen Drewermann sieht sich deshalb genötigt an der Monopolstellung der historisch-kritischen Auslegungsweise zu kratzen, indem er sie relativiert und ihr Interpretationsverfahren in entscheidenden Punkten sogar korrigiert. Obwohl er die historisch-kritische Auslegung gegenüber einer fundamentalistischen, dogmatischen Auslegung der katholischen Kirche, von der Drewermann sich bereits in diesem frühen Werk zumindest distanziert, anerkennt, kritisiert er dennoch auf der anderen Seite die Verstandeseinseitigkeit, die einseitige Überschätzung des Wortes, der Rationalität, des Bewusstseins vor dem Bildhaften, Irrationalen und Unbewussten dieser historisch-kritischen Auslegung. Da am Anfang des Traumes, des Mythos, des Märchens nicht das Wort, das Denken, die vernünftige Realität, sondern die Vision, die innere Anschauung, die psychische Wirklichkeit des Unbewussten steht, eignen sich somit nicht Philologie, Archäologie und Soziologie sondern Tiefenpsychologie, Philosophie und im strengen Sinne Theologie als die besten Methoden zur Deutung derartiger Erzählungen, um damit auch dem religiösen Kern in derartigen Erzählungen näher zu kommen. Andernfalls bedroht eben dieses einseitige Auslegungsverfahren die religiösen Substanz, und zurückbleiben nur historische Fragmente, die allenfalls eine ästhetische, niemals aber persönliche oder gar religiöse Vergegenwärtigung erlauben würden. So sollte man die mythischen Erzählungen der Völker nicht als historische Dokumente äußerer Realeindrücke verstehen, sondern als symbolische Ausdrucksgestalten inneren Erlebens. Wenn man sich an dieser Auslegungsweise richtet, wird man zum Beispiel, und Eugen Drewermann zeigt es ausführlich, die jungfräuliche Geburt als ein mythisches Symbol verstehen, als "ein Wunder der Seele, nicht des Leibes, eine Wandlung und Verjüngung des Bewußtseins, keine äußere Begebenheit."
Beeindruckend dabei ist, welches Wissen Eugen Drewermann besitzt um sein Anliegen zu rechtfertigen und zu erläutern. Man bekommt Einblicke in die Psychoanalyse, Traumdeutung, Theologie, Soziologie, Philosophie, Religionswissenschaft, Archäologie, Literatur, Mythenforschung, Märchenkunde und vieles mehr. Dieses umfassende, vielseitige Wissen macht Eugen Drewermann in meinen Augen zum letzten Universalgelehrten unseres Jahrhunderts. Jedoch ist Eugen Drewermann nicht nur ein Intellektueller, sondern im Gegensatz zum intellektuellen Papst Benedikt XVI. schaltet er sein Gefühlszentrum nicht aus und versteht es wie kaum ein anderer Theologe sich auch mit den alltäglichen, ernsten Problemen der Menschen, wie Angst- und Schuldgefühlen, Verzweiflung und Einsamkeit, Leistungsdruck auseinanderzusetzen und sie in ihrer Angst und Verzweiflung, in ihrer Fehlerhaftigkeit, Unfertigkeit, Sünde, in ihrem Scheitern zu verstehen und nicht wie die Kirche, wie die Politik, wie die Gesellschaft zu verurteilen und steht mit dieser im Grunde religiösen Haltung in direkter Nachfolger eines Mannes namens Jesus, der schon vor zweitausend Jahren sich ähnlich gegenüber Menschen verhielt. Und so versteht Eugen Drewermann unter Gott auch nicht eine Elternautorität, die die eigene Liebesfähig- und Liebenswürdigkeit zerstört, die das Individuum von vornherein für seine natürlichen Wünsche und Triebe schuldig spricht, sondern Gott ist "die Stimme einer solchen absoluten Gnade, vor der wir selber akzeptiert und zugelassen sind. Vor Gott dürfen wir riskieren, was im Getto aller Menschenrollen und -erwartungen nicht möglich ist: wir dürfen einfach sein, wir dürfen wieder Werdende werden, wir brauchen nicht weiter die "Fertigen" zu spielen, wie dürfen das "Kind" in uns adoptieren als das unsere und uns selbst darin anerkennen."
Und zu guter letzt ist sein Anliegen eine Einladung an alle Menschen, es ist somit nicht eine "Frage eines Berufsstandes oder Titels..., ob man in die Praxis dieser "Schule" eintritt, sondern eine Frage der Menschlichkeit."
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am 23. Dezember 2002
Eugen Drewermann, der "Konsalik" unter den Theologen (auf die Anzahl seiner Veröffentlichungen bezogen) geht mit diesem 2 bändigen Werk (fast) vollständig neue Wege in der Hermeneutik. Auch für Nicht-Theologen ist dieses Werk spannend und verständlich. Drewermanns Wissen über Mythen und Riten der (Natur-)Völker ist enorm und fließt - unterstützt durch einen grossen Fußnotenapparat - in seine Argumentation ein. Dass D. hauptsächlich ältere theologische Veröffentlichungen zitiert unterstützt seine Argumentation, geht aber auf Kosten des wissenschaftlichen Anspruchs. Auch seine Kritik an der historisch-kritischen Methode ist oft berechtigt, aber sehr polemisch. Dennoch ist dieses 2 bändige Werk ein Muss für jeden Bibelinteresierten, der seinen Horizont gerne erweitern möchte, nicht zuletzt auch durch die vielen Beispiele am Ende jedes Bandes.
Anzumerken ist noch, dass G. Lohfink und R. Pesch auf dieses Buch ebenfalls mit einem Buch ("Tiefenpsychologie und keine Exegese") geantwortet haben, woraufhin D. diese beiden mit seiner Veröffentlichung "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" strafte. :-)
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Der katholische Theologe und Psychotherapeut Eugen Drewermann versucht in dem ersten Band seiner auf zwei Bände angelegten wissenschaftlichen Schrift "Tiefenpsychologie und Exegese" sein Anliegen, archetypische Erzählungen, Mythen, Sagen, Legenden, Märchen, heilige und biblische Texte unter dem Einfluss von dem schweizerischen Psychologen Carl Gustav Jung tiefenpsychologisch zu deuten, zu erläutern und zu rechtfertigen. Nach seiner Auffassung führt diese Art der Textauslegung im Unterschied zur historisch-kritischen Bibelexegese zur Mitte des christlichen Glaubens, zum richtigen Verständnis und zu angemessener Würdigung dieser heiligen Texte, die nicht deshalb der Menschheit viel Bedeutendes zu sagen haben, weil sie historisch Wahres, also Fakten und Daten überliefern, sondern weil sie viel Allgemeinmenschliches, Übiquitäres ausdrücken wollen. Also allgemein gesprochen, nicht weil sie äußeres Wahres berichten, sondern weil sie die innere, psychische Wahrheit wiedergeben, die man zu allen Zeiten und in allen Zonen wieder finden wird, sind sie von größter Bedeutung für die Menschheit, da jenseits des sozialen und historischen eine psychische Verbindung des Menschen mit allem, was lebt und gelebt hat, mit allem, was an Menschlichem aus der Entwicklung des Lebens hervorgegangen ist, existiert. Eugen Drewermann sieht sich deshalb genötigt an der Monopolstellung der historisch-kritischen Auslegungsweise zu kratzen, indem er sie relativiert und ihr Interpretationsverfahren in entscheidenden Punkten sogar korrigiert. Obwohl er die historisch-kritische Auslegung gegenüber einer fundamentalistischen, dogmatischen Auslegung der katholischen Kirche, von der Drewermann sich bereits in diesem frühen Werk zumindest distanziert, anerkennt, kritisiert er dennoch auf der anderen Seite die Verstandeseinseitigkeit, die einseitige Überschätzung des Wortes, der Rationalität, des Bewusstseins vor dem Bildhaften, Irrationalen und Unbewussten dieser historisch-kritischen Auslegung. Da am Anfang des Traumes, des Mythos, des Märchens nicht das Wort, das Denken, die vernünftige Realität, sondern die Vision, die innere Anschauung, die psychische Wirklichkeit des Unbewussten steht, eignen sich somit nicht Philologie, Archäologie und Soziologie sondern Tiefenpsychologie, Philosophie und im strengen Sinne Theologie als die besten Methoden zur Deutung derartiger Erzählungen, um damit auch dem religiösen Kern in derartigen Erzählungen näher zu kommen. Andernfalls bedroht eben dieses einseitige Auslegungsverfahren die religiösen Substanz, und zurückbleiben nur historische Fragmente, die allenfalls eine ästhetische, niemals aber persönliche oder gar religiöse Vergegenwärtigung erlauben würden. So sollte man die mythischen Erzählungen der Völker nicht als historische Dokumente äußerer Realeindrücke verstehen, sondern als symbolische Ausdrucksgestalten inneren Erlebens. Wenn man sich an dieser Auslegungsweise richtet, wird man zum Beispiel, und Eugen Drewermann zeigt es ausführlich, die jungfräuliche Geburt als ein mythisches Symbol verstehen, als "ein Wunder der Seele, nicht des Leibes, eine Wandlung und Verjüngung des Bewußtseins, keine äußere Begebenheit."
Beeindruckend dabei ist, welches Wissen Eugen Drewermann besitzt um sein Anliegen zu rechtfertigen und zu erläutern. Man bekommt Einblicke in die Psychoanalyse, Traumdeutung, Theologie, Soziologie, Philosophie, Religionswissenschaft, Archäologie, Mythenforschung, Märchenkunde und vieles mehr. Dieses unfassende, vielseitige Wissen macht Eugen Drewermann in meinen Augen zum letzten Universalgelehrten unseres Jahrhunderts. Jedoch ist Eugen Drewermann nicht nur ein Intellektueller, sondern im Gegensatz zum intellektuellen Papst Benedikt XVI. schaltet er sein Gefühlszentrum nicht aus und versteht es wie kaum ein anderer Theologe sich auch mit den alltäglichen, ernsten Problemen der Menschen, wie Angst- und Schuldgefühlen, Verzweiflung und Einsamkeit, Leistungsdruck auseinanderzusetzen und sie in ihrer Angst und Verzweiflung, in ihrer Fehlerhaftigkeit, Unfertigkeit, Sünde, in ihrem Scheitern zu verstehen und nicht wie die Kirche, wie die Politik, wie die Gesellschaft zu verurteilen und steht mit dieser im Grunde religiösen Haltung in direkter Nachfolger eines Mannes namens Jesus, der schon vor zweitausend Jahren sich ähnlich gegenüber Menschen verhielt. Und so versteht Eugen Drewermann unter Gott auch nicht eine Elternautorität, die die eigene Liebesfähig- und Liebenswürdigkeit zerstört, die das Individuum von vornherein für seine natürlichen Wünsche und Triebe schuldig spricht, sondern Gott ist "die Stimme einer solchen absoluten Gnade, vor der wir selber akzeptiert und zugelassen sind. Vor Gott dürfen wir riskieren, was im Getto aller Menschenrollen und -erwartungen nicht möglich ist: wir dürfen einfach sein, wir dürfen wieder Werdende werden, wir brauchen nicht weiter die "Fertigen" zu spielen, wie dürfen das "Kind" in uns adoptieren als das unsere und uns selbst darin anerkennen."
Und zu guter letzt ist sein Anliegen eine Einladung an alle Menschen, es ist somit nicht eine "Frage eines Berufsstandes oder Titels..., ob man in die Praxis dieser "Schule" eintritt, sondern eine Frage der Menschlichkeit."
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am 25. März 2013
Hilft beim Verstehen und beim Glauben. Schreibt wie er spricht.Eingängig und schnörkellos. Nach all dem Gestasmmele, was sich in der letzten Zeiut als "Deutsche Sporache" von sich gegeben wird, ist das eine Wohltat.
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