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  • Erdsee
  • Kundenrezensionen



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am 25. August 2017
Ich habe bisher nur den ersten Teil dieses Sammelbands gelsen. Ob ich die anderen drei Teile noch lesen werde, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht wenn ich irgendwann einmal zu viel Langeweile habe...

Ich bin auf das Buch gestoßen, weil ich nach der Umsetzung von Taoismus in Fantasyromanen suche und da bin ich auf vielen Internetseiten/Blogs auf die "Erdsee" aufmerksam gemacht worden. Le Guin wird als große Meisterin auf diesem Gebiet bezeichnet. Ich konnte dies, im ersten Band, noch nicht nachvollziehen. Vielleicht geht das auch erst, wenn man die Gesamtheit ihres Werkes kennt?!
Was mich positiv beeindruckt hat, ist die Schöpfung einer neuen Welt (inkl. Landkarte), viele neue magische Wesen, eine Zauberschule und viele interessante, neuartige Details. Auch muss man den Schreibstil von damals berücksichtigen, dort war die neurale, "allwissende" Erzählperspektive durchaus populär. Ich finde schon, dass sie die Wechsel in den Schauplätzen oder das Einstreuen von Details, die der Leser weiß, aber Ged noch nicht, durchaus interessant und auch spannend sind. ABER, was mir gefehlt hat, war die Emotionen der Figuren, insbesondere von Ged dem Sperber. Das sehe ich auch als sehr großes Mango an und deshalb konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen.
Falls ich es noch schaffe weiterzulesen und sich dies in den weiteren Bändern ändern sollte, bin ich gewillt noch einen Stern mehr zu geben, aber ich denke nicht, dass dies geschehen wird :-)
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am 5. Oktober 2010
Ich kann diesen Band, in dem alle 4 Teile der Erdsee-Chronik zusammengefasst sind, nur empfehlen.

Alle 4 Teile haben ihren eigenen Charme und sind sehr einfühlsam geschrieben. Setzen sie sich doch mit unseren tiefverwurzelten Ängsten und Schwächen auseinander aber auch mit dem Schlüssel, wie diese überwunden werden können (und zwar ohne übertriebene Action oder Phatos).

Doch Teil 4 gefiel mir am Besten. Hauptakteure sind diesmal nicht mächtige Magier und mutige Prinzen oder das "Böse-an-sich" in verschiedenen Formen, sondern ein mishandeltes, geschändetes und aufs tiefste verletzte und entstellte kleine Mädchen in deren Innern eine so urmächtige Kraft steckt, eine häßliche (stinkende) und merkwürdige alte Hexe, die ein weiches Herz hat und dem Kind versucht, die Freude zurückzugeben, eine von ihren Wurzeln mächtige Tenar, die es vorzieht, ein eher bescheidenes und halbwegs normales Leben zu führen, obwohl sie hätte Großes vollbringen können. Alle drei werden von ihren Mitmenschen und Gegnern regelmäßig unterschätzt, weil diese über den äußeren Schein nicht hinwegsehen können.

Wenn Teil 1 bis 3 eher aktiver Natur sind (gute und böse Magier, Helden und Schurken beeinflussen mit ihren Entscheidungen das Weltgeschehen) so zeigt der 4. Teil eher die passive Seite der Geschichte; zeigt was mit denjenigen passiert, die zuhause bleiben, die aber unter den Entscheidungen der "Großen" auch zu Leiden haben, ihnen zum Teil hilflos ausgeliefert sind und nun mit den negativen und positiven Konsequenzen leben müssen. Hier geht es zwischenmenschlicher zu als in den Teilen 1 bis 3 und ist insofern für mich am interessantesten gewesen.
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am 28. August 2017
"Habe acht auf deinen Namen, denn er wird dir länger bleiben, als ein großer Goldschatz." Chinesisches Sprichwort

"Namen zu nennen ist heikel." Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr. - 43 v.Chr.)

"Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften." William Shakespeare (1564 - 1616)

"Nenn' ich dich, so kenn' ich dich." Andreas Hofer (1767 - 1810)

Wer sich bereits an J. R. R. Tolkiens Mittelerde und C. S. Lewis Narnia erfreut hat, der sollte unbedingt auch die Welt Erdsee besuchen.
Die US-amerikanische Schriftstellerin Ursula K. Le Guin entwarf die magische Welt Erdsee und ihre Erdsee-Romane wurden ein Klassiker der Fantasyliteratur.

Dieser Sammelband enthält vier Romane des Erdsee-Zyklus.

DER MAGIER DER ERDSEE
Der junge Duny, von allen Leuten Sperber genannt, ist der Sohn eines Bronzeschmieds. Doch Duny hat ein großes magisches Talent, das von einer Tante, eine Hexe, gefördert wird. Als sein Dorf angegriffen wird schafft es der Junge mit Hilfe seiner Magie sein Dorf und deren Bewohner zu retten. Der Magier Ogion wird auf den jungen Zauberer aufmerksam und gibt ihm seinen wahren Namen: Ged. Ged wird zu Ogions Schüler, doch Ged ist so lernbegierig wie ungeduldig. Ged entschließt sich zur Zaubererschule auf der Insel Rok zu gehen. Ged macht sich gut als Schüler, doch ein Streit mit einem Mitschüler verleitet ihn zu einem schwerwiegenden Fehler: Er beschwört versehentlich ein schattenhaftes Wesen aus der Unterwelt, das ihm nach dem Leben trachtet. Ged muss sich vorbereiten und sich dem Wesen stellen.

DIE GRÄBER VON ATUAN
Die kleine Tenar wird nach Atuan gebracht, wo sie als Priesterin Arha aufwächst. Unter der Thronhallte befindet sich ein Labyrinth. Der Legende nach soll im Labyrinth ein Teil eines Ringes befinden und den wollen die Zauberer stehlen. Nach und nach erkundet Arha das Labyrinth bis sie auf einen jungen Magier stößt.

DAS FERNE UFER
Erdsee ist bedroht, denn die Magie verliert ihre Macht, Lieder geraten in Vergessenheit und das Verhalten der Menschen und Tiere gerät außer Kontrolle. Erzmagier Ged verlässt die Insel Rok, an seiner Seite Arren, der Prinz von Enlad. Erzmagier und Prinz wollen die Ursache für die unheimlichen Vorkommnisse herausfinden und müssen sich großen Gefahren und Irrwegen stellen.

TEHANU
Die einstige Priesterin Tenar führt ein erfülltes Leben als Frau eines einfachen Bauern. Nach dem Tod ihres Mannes und nachdem ihre zwei inzwischen erwachsene Kinder ihre eigenen Leben führen kümmert sie sich nun um das Mädchen Therru, die von ihrem Vater missbraucht und von üblen Leuten entstellt worden ist. Doch als Tenar den einstigen Erzmagier Ged wiedersieht wird klar, dass Therru mehr ist als sie zu sein scheint. Richtig gefährlich wird es als ein finsterer Magier Tenar und Ged nach dem Leben trachtet.

Schon im Märchen Rumpelstilzchen lernt man folgendes: Wenn man ein Ding oder ein Wesen benennen kann, der kennt es und hat Macht darüber. Und die Macht der Namen spielt in der Erdsee-Saga eine Schlüsselrolle, so wie auch in späteren Fantasywerken wie der "Eragon"-Saga von Christopher Paolini und "Die Kane-Chroniken" von Rick Riordan.

Für ihre Erdsee- Romane hatte sich Ursula K. Le Guin von der Philosophie des Daoismus beeinflussen lassen. Das Gleichgewicht der Dinge und das Prinzip des Nicht-Handelns spielen in den Erdsee-Romanen eine wesentliche Rolle.

Ursula K. Le Guin schafft es ihre Leser in eine magische Welt zu entführen mit Magiern, ein paar Hexen, Drachen und finsteren Kräften.

Nach Motiven der ersten zwei Erdsee-Romane entstand die zweiteilige Miniserie "Earthsea - Die Saga von Erdsee", mit "X-Men"-Star Shawn Ashmore als Ged, "Smallville"-Star Kristin Kreuk als Tenar, "Blue Velvet"-Star Isabella Rossellini als Hohepriesterin Thar und "Die Farbe Lila"-Star Danny Glover als Ogion.
Nett anzusehen, aber es inhaltlich sehr untreu.

Der dritte Band Das ferne Ufer diente als lose Vorlage für den Anime-Kinofilm "Die Chroniken von Erdsee" (Originaltitel: "Gedo Senki").
Auch nett anzusehen, aber wer die Bücher kennt sieht es etwas anders.

Über eine vorlagengetreue filmische Neuadaption der Erdsee-Saga würde ich mich sehr freuen.

Sogar Fans von "Der Herr der Ringe" und "Harry Potter" können sich an der Erdsee-Saga erfreuen.

Die Erdsee-Saga sollte niemals in Vergessenheit geraten und fein Fantasy-Fan sollte sich das entgehen lassen.
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am 7. September 2014
Auf der Suche nach einem guten Fantasyroman, bin ich auf "Erdsee" gestoßen. Aufgrund der vielen positiven Rezensionen hatte ich recht hohe Erwartungen an dieses Buch. Nach den ersten 50 Seiten dann war ich so irritiert, dass ich erneut die Rezensionen aufrief, dieses mal die Kritischen und hier fand ich meinen Eindruck bestätigt.

Für mich bietet die Idee des Buches und die Welt, in der es spielt, sehr viel Potential, daher auch zwei Sterne. Um so ernüchternder, wenn es nicht ausgeschöpft wird. Nachdem ich mich durch 1/3 des Buches quälte, habe ich es nun entgültig weggelegt.
Ich hatte die gesamte Lesezeit über das Gefühl, ich würde einen ewig andauernden Prolog lesen, einen Text, der einstimmen bzw. die Vorgeschichte zusammenfassen soll. Die Charaktere bleiben für mich blass, alles bewegt sich an der Oberfläche, inneres Erleben, Emotionalität, die Begleitung von Entscheidungsfindungen suchte ich vergebens. Ich blieb stets Beobachter in der Ferne.

Respekt denjenigen, die sich durch das gesamte Buch gekämpft haben und es freut mich, wenn es einigen Lesern gut gefallen hat. Mich hat es leider in keinster Weise mitgenommen, am Ende meines Lesenversuchs waren mir alle Charaktere egal, da ich sie eh nie kennenlernen konnte. Schade.
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am 16. Februar 2009
Über die ursprüngliche Trilogie aus den 60/70ern möchte ich hier nicht viele Worte verlieren. Es handelt sich hier um recht "konservative" Fantasy: Keine großen, pathostriefenden Heldentaten, keine Massenschlachten. Stattdessen kommen die Geschichten sehr nachdenklich und einfühlsam daher; sind sehr angenehm zu lesen und erzeugen (sofern man sich darauf enlassen kann) eine sehr eigenartige, teils düstere Stimmung. Ich habe nach und nach immer mehr Gefallen an Erdsee gefunden. Warum also nur 4 Sterne? Nun, die Crux ist der Sammelband an sich und das vierte Buch: Tehanu.

Diese letzte Geschichte im Buch unterscheidet sich schon recht herb von den anderen dreien. Wir erleben hier die Geschehnisse aus Sicht einer Frau, die vor Jahren einmal Ged kennenlernte; aus Sicht einer Person, die über keinerlei magische Kräfte oder Macht verfügt und ein sehr einfaches Leben führt. Zusammenstöße mit den "Mächtigen" sind nicht immer erfreulich, und man hält sich - soweit möglich - aus deren Angelegenheiten heraus. Man erhält mit dieser Geschichte eine weitere, bisher noch unbekannte (feminine - als hier nun die Rollen von Mann und Frau in der Gesellschaft betrachtet werden) Sicht auf die Erdsee und deren Mythologie. Aber der Blick lohnt sich! Der vierte Band hat eine ganz andere Färbung und erzeugt eine andere Grundstimmung. Man findet nun sogar leisen Humor. Die Andersartigkeit der vierten Geschichte mag sicher auch in deren zeitlichem Abstand zu der Originaltrilogie begründet sein.

Mein Problem mit dem vierten Band liegt allerdings nicht in seiner Andersartigkeit begründet. Das Problem ist die Übersetzung. Hilde Linnert, die Übersetzerin des vierten Buches, hat hier eine denkbar schlechte Arbeit abgeliefert. Die Qualität der Übersetzung ist recht durchwachsen und die schlechteren Abschnitte müssen sich Attribute wie "unmotiviert" und "holprig" gefallen lassen. Offenbar hat sie sich nicht die Mühe gemacht, sich mit den anderen drei Büchern zu beschäftigen. Warum sonst ist immer wieder die Rede vom "Obersten Magier" statt vom "Erzmagier"? Am schlimmsten aber wiegen Ausdrücke wie "Gangway", "Schlampe" und "lässig" mit denen sie nun die Erdsee "bereichert". Dies und nicht wenige Rechtschreibfehler (die allerdings gleichmäßig über den kompletten Sammelband verteilt sind) schwächen die märchenhafte Stimmung der Geschichte teils erheblich. Unter diesen Umständen kann ich nur auf die englische Originalfassung verweisen (wo sich letztendlich auch die englischen Namen einiger Protagonisten besser in die Erzählung einfügen, als dies bei einer deutschen Übersetzung der Fall ist).
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am 24. September 2009
Aufgrund der Buchbeschreibung und vielen Rezensionen, habe ich mir mehr von diesem Buch, bzw. den vier Büchern erhofft.

Ich finde nicht, dass man Erdsee unbedingt gelesen haben muß. Da ich aber angefangen habe, wollte ich natürlich auch wissen, wie es weitergeht. Die Hauptfigur Ged fand ich auch sehr sympathisch, auch wenn ich mir gerade im ersten Teil mehr Hintergrundinformationen gewünscht hätte, was mit ihm passiert, bzw. was das denn alles zu bedeuten hat, viele Dinge wurden auch am Ende der jeweiligen abgeschlossenen Romane nicht aufgeklärt.

Die ersten drei Bände fand ich relativ langweilig, sie plätschern einfach so dahin, viel passiert eigentlich nicht. Spätestens zu Beginn des zweiten Bandes war mir klar, dass man nicht damit rechnen muß, dass irgendetwas Dramatisches passiert, ich hatte nicht die geringste Sorge, dass eine der Hauptpersonen vielleicht stirbt oder vielleicht irgendetwas schiefgehen könnte, das hat den Büchern doch recht viel von der Spannung genommen.

Ich fand gerade den vierten Band "Tehanu", den einige andere hier als überflüssig empfanden, am besten. Für mich war das der einzige spannende Teil, bei dem man nicht vorhersagen konnte, was mit den Hauptpersonen im Verlauf des Romanes passiert, und bei dem man auch mal besorgt war, dass vielleicht nicht alles gut ausgeht..

Vier Sterne vergebe ich trotzdem, weil ich die Ideen und Erdsee an sich doch ganz interessant fand (z.B. die Leute, die auf den Flössen leben und die Drachen), für die sympathischen Hauptfiguren und weil der letzte Band es geschafft hat, mich so sehr zu fesseln, dass ich die beiden Fortsetzungen lesen werde.

Von "Vermächtnis von Erdsee" und "Rückkehr nach Erdsee" erhoffe ich mir die Antworten auf meine Fragen, die vor allem "Tehanu" noch offen gelassen hat.
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am 29. Januar 2005
Nachdem ich Tolkien, Williams und Martin genießen durfte, stieß ich bei meiner Suche nach neuer Fantasy in Silverbergs Anthologie auf Le Guin`s Erdsee.
Nach über 900 Seiten und 4 Bänden stehe ich vor einer zwiespältigen Meinung:
Nicht zu Unrecht genießt Le Guin einen guten Ruf im Bereich der Fantasy, denn im Gegensatz zu vielen anderen Autoren schafft sie eine neue Welt, eine neue Art von Fantasy, die einen Leser in den Bann ziehen kann. Hier rollen keine Köpfe und es werden auch keine Arme abgehackt oder Körper durchbohrt; Will sagen, wer nach Massenschlachten giert, liegt bei Erdsee falsch. Le Guin schafft eine philosophische Welt in der es um den Menschen geht, um dessen Leben und Tod, dessen gute und schattige Seite. Gerade das heißt, dass ein jeder Mensch (auch Erzmagier) Schicksale und Verantwortung zu tragen hat, im Rahmen der vorgegebenen Regeln, Aufgaben übernehmen und sein "ICH" finden muss.
Neben dieser faszinierenden Welt, die einen immer wieder weiter lesen lässt, muss ich aber sagen, dass es Le Guin im Gegensatz zu Martin oder Williams (bei mir) nicht geschafft hat, ihre Charaktere lebhaft erscheinen zu lassen. Am stärksten beginnen noch Band 1 (Sperbers erste Jahre auf Rok) und Band 2 (Arhas Ausbildung), doch im Verlauf des Buches und mit zunehmendem Alter der Personen verlieren die Charaktere an Farbe bzw. bleiben unausgereift. Erst wieder am Ende des 4. Bandes, und dann ganz plötzlich bekommen die beiden Figuren wieder Leben eingehaucht. Die Figur Lebannen bleibt sowohl im dritten Band, als auch als König absolut blass und undifferenziert. Diese Problematik macht es dem Leser nicht gerade leicht die immer wieder auftretene Langatmigkeit und Langeweile zu überbrücken. Zu lang gezogen scheinen einige Stellen und zu kurz und selten sind die Höhepunkte der einzelnen Geschichten.
Diese Kritikpunkte lassen eigentlich darauf schließen, nur 3 Sterne zu vergeben. Allerdings habe ich schon zu der Fortsetzung "Rückkehr nach Erdsee" gegriffen - und die ersten 50 Seiten sind spitze! Man kann Le Guin trotz der Schwächen nicht weglegen, den sie hat eine, wenn auch neue Art von Fantasy - Faszination (bei mir) ausgelöst! Deshalb: 4 Sterne!
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am 21. Mai 2002
Wenn man es einmal wagt, die Erdseetetralogie objektiv mit dem überschätzten Herrn der Ringe zu vergleichen, wird man feststellen: Dieser Zyklus ist um Längen besser! Warum? nun, zum einen wird der Leser hier nicht mit den gängigen Gut-Böse Klischees bombardiert. Im ersten Teil des Zyklus flieht Ged vor dem Ergebnis seines eigenen Stolzes; er wird nicht angeleitet von einem ach-so-guten König, der nur einmal mit dem Schwert winkt, und schon ist alles wieder im Lot. Hier geht es zum einen um Selbstfindung, zum anderen darum, einen eigenen fatalen Fehler wieder gutzumachen. Der zweite Teil verwickelt uns in religiöse Machtspielchen, in Intrigen und finstere Gespinnste von Konservativismus, Fanatismus und durchaus erschütternder Naivität. Im Prinzip werden hier sämtliche Glaubens- und Tempelkulturen der bekannten Religionen einmal politisch und fern aller Lügen, ideologischer Überbauten und Romantik unter die Lupe genommen und im Rahmen einer spannenden Geschichte immer wieder in aggressive Denkanstöße gegossen. Der dritte Teil der Saga berichtet im Prinzip mehr oder weniger unterschwellig von Sektiererei, falschverstandenem Okkultismus und von der elementaren angst aller Lebenwesen vor dem Tode. hier indes taucht das Königsmotiv auf; aber dieser König ist kein großer Held, er ist mehr als eine sich erfüllende Prophezeiung; hier erleben wir, wie jemand vom Kind zum Erwachsenen heranreift, wie er mal schneller, mal langsamer auf ein Ziel zusteuert, das ihm selbst vollkommen unbekannt ist und erst kurz vor Ende der Geschichte einigermaßen deutlich zutage tritt. Hier erleben wir aber auch einen anderen Reifungsprozeß: die Entwicklung des Erzmagiers Ged hin zu einem - nun, einem Mann. Eine Enbtwicklung, die im vierten Teil der Saga schließlich bis zu ihrem logischen Schluß fortgeführt wird und alles vorher geschehene als Vorbereitung für allein dieses eine ERgebnis entlarvt.
In der "Erdsee" wird man eher wenigen rollenden Köpfen begegnen. In "Erdsee" wird das Geschehen von den Namen bestimmt, die die Dinge und Menschen haben. Es gibt keinen überholten Militarismus, der Krieg wird nicht idealisiert, die Handlung bedient sich nicht vornehmlich aus Märchen- und Sagenklischees. Es existieren Drachen jenseits vom alten Smaug, die ebenso tückisch wie hilfreich, ebenso feindselig wie freundschaftlich sein können. Die Helden sind Persönlichkeiten, komplexe Wesen, denen eigene Gefühle und Ängste gestattet werden, die gleichzeitig Schwäche repräsentieren können. Hier ist psychologie im Spiel, nicht unkritisches Heldentum und eingebildete Ehre. Es gibt auch nicht dieses definierbare Gute und lokalisierbare Böse (freilich liegt es zu Tolkiens Zeiten im Osten); hier existieren nur unterschiedliche Interessen, sowie Ordnung und Chaos, Richtg und Falsch - wobei Helden und Autorin sich Zweifel erlauben; Zweifel an ihren Führern, an ihren Absichten und an ihren Mitteln. Das ganze ist eingebettet in eine komplexe Welt mit allerlei Völkern, allerlei Träumen und Traditionen und eine Vielzahl an Kultur. Ebenso ist Erdsee aber auch ein Reich einfacher Menschen, die zu (über-)leben versuchen und dabei gelegentlich auch das falsche tun.
Erdsee ist natürlich nicht der "Herr der Ringe". Tolkien hat uns ein relativ schlichtes Märchen hintelrassen, das in einer wissenschaftlich detailgenau erfaßten und protokollierten Welt spielt und dadurch ebenso ein Opus der Wissenschaft als auch der Phantasie ist. Der Herr der Ringe ist Mythologie, und das war es, was Tolkien erstrebte: Er wollte England eine Mythologie geben.
Ursula K.LeGuin indes hat uns ein Epos geschenkt, das das Wesen des Menschen in seinen Licht- und Schattenseiten zeigt, das Ideale liefert und vernichtet, das Politik- und Intrigenspiele ebenso zum Thema macht wie Personenkult, Überlebenswillen, Macht, Ohnmacht, Angst, Verzweifelung, Ehrgeiz, Kühnheit und Tod. Dabei kommt sie ohne Gemetzel aus. Es gibt keinen Sauron, von dem wir zwar wissen, daß er böse ist; für dessen Bosheit wir aber eigentlich nie eine nachvollziehbare Erklärung bekommen. Es gibt Helden, die nicht aufgrund verquerer Ehrvorstellungen und elementarter Obrigkeitsgläubigkeit handeln. Es gibtr einen König, der jedoch wesentlich demokratischer daherkommt als sämtliche europäischen Abgeordneten zusammen. Und es gibt Phantasie, die nicht dafür herhalten muß, Daseinsbegründung für Logik und Wissenschaft zu sein.
Ich liebe diese Reihe, habe sie weitaus mehr genossen als alle Geschichten von Mittelerde und bin ausgesprochen froh darüber, daß Ursula K. LeGuin zur Zeit damit beschäftigt ist, eine Fortsetzung zu schaffen.
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am 24. November 2013
Dieses Buch ist wahrscheinlich nicht für Menschen geeignet, die fortwährend Aktion suchen. Die Erzählweise ist ruhig und lässt der Geschichte Zeit sich zu entfalten. So auch den Charakteren. Primär zeigen die vier Geschichten in diesem Band den Weg von Menschen, die an den Aufgaben, die ihnen das Leben stellt, wachsen. Allen voran natürlich Ged, den wir durch einen großen Teil seines Lebens begleiten.
Das Fantasysetting ist hier eher ein Rahmen, der den Figuren Handlungsspielraum gibt, als das alles bestimmende Element. Natürlich sind dadurch wichtige Grundprämissen gegeben, z. B. das verschwinden der Magie, aber primär geht es doch um die Menschen selber und wie sie mit ihrem Menschsein, mit ihrer Umwelt und den darin befindlichen Gegebenheiten umgehen und lernen.
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am 2. Oktober 2001
Mein Einstieg in die Fantasy Literatur begann mit dem Herrn der Ringe - beeindruckende Landschaften, epische Schlachten, gigantische Atmosphäre. HDR habe ich in der Folge dann gleich 2 Mal verschlungen, sowohl das englische Original als auch die dt. Übersetzung. Nun kann man den Erdsee Zyklus in keiner Weise mit dem Herrn der Ringe vergleichen (der für mich immer noch die Referenz in Sachen Fantasy ist). Erzählt wird hier die Geschichte von einem Zauberer und zwar von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Man taucht in eine Welt ein die durch ein instabiles Machtgefüge zwischen Gut und Böse gekennzeichnet ist. Fantastisch die Magier: wortkarg, aber wenn nötig einen weisen Spruch auf der Lippe - natürlich auch ihr Umgang mit der Umwelt: Formgebung und Namenskunde sind nur einige der Fähigkeiten die sie ein ganzes Leben studieren. Wundersame Drachen, älter als alle anderen Geschöpfe, bedrohlich, klug und nahezu allwissend und mit einer Macht ausgestattet, die viele Magier übertrifft.........
Nicht nur die Sprache dieses Buches animiert zum Weiterlesen, auch die detaillierte Beschreibung seiner Figuren - ähnlich wie im HDR. Es ist mir auch oft passiert dass ich den Weg der Hauptperson auf der beigefügten Karte mitverfolgt habe - wie beim HDR! Fazit: Wer nur den Herrn der Ringe kennt ist vielleicht enttäuscht, allen anderen offeneneren Fantasy Anhängern ist dieses Buch wärmstens empfohlen.
Ich würde diesem Titel gerne "nur" 4 1/2 Sterne geben aber geht ja nicht, 4 wären definitiv zu wenig. Manchmal hat man das Gefühl als baue sich die Handlung etwas zu schleppend auf weshalb eine Spitzenbewertung unpassend wäre. - aber trotzdem 5 Sterne
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