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Kundenrezensionen

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am 26. März 2012
"Ein kleiner dunkler Riss" ist wieder eine typische Lansdale-Geschichte über das Erwachsenwerden in Texas und ähnelt in ihrer Erzählform den Romanen "Der Teufelskeiler" und "Die Wälder am Fluss". Allerdings spielt die Geschichte nicht in den 30er Jahren, sondern 1958 im texanischen Kaff Dewmont. Dort lebt der 13jährige Stanley Mitchel, der zu Beginn des Romans nicht überwinden kann, dass er den Glauben an den Weihnachtsmann verloren hat (einfach herrlich, diese paar wenigen Seiten darüber) und am Ende des Buches seine kindliche Naivität gänzlich verloren hat. Allerdings ist "Ein kleiner dunkler Riss" kein Initiationsbuch, sondern ein handfester Krimi, aber zur Handlung selbst soll Stanley zu Wort kommen, der einen Spaziergang mit seiner Schwester Callie und ihrem Freund Drew beschreibt: "Eine Zeit lang wehte ein kühler Wind, und wir gingen spazieren und unterhielten uns. Niemand sprach über Mord oder Huren oder Mädchen, die Mädchen mochten, oder über enthauptete Leichen an Bahngleisen."(S.187-188)- Also, wieder einmal ein typischer Landsdale-Krimi-Cocktail, den der Leser genüsslich schlürfen kann. Einige Passagen sind sehr lustig, vor allem, wenn Lansdale den Rockabilly Chester beschreibt, der vergeblich die hübsche Callie anhimmelt. Andere Passagen sind bestürzend, vor allem dann, wenn Lansdale das Leben der Farbigen und den alltäglichen Rassismus der 50er Jahre schildert, insgesamt muss jedoch gesagt werden: das Buch ist super spannend und will einfach gelesen werden!
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Februar 2014
Im heißen Sommer von 1958 ändert sich das Leben des 13jährigen Stan Mitchel. Der Junge, der bis vor kurzem sogar noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat, zieht mit seinen Eltern in eine größere Stadt und während sein Vater das Autokino betreibt, lernt Stan etwas über die dunklen und mörderischen Triebe der Menschen. Unweit ihres Hauses findet er eines Tages eine Kiste mit alten Briefen - nicht weiter interessant, glaubt er, bis er erfährt, dass die Schreiberin der Briefe vor 20 Jahren starb. Und nicht nur sie, zur selben Zeit wurde auch die Tochter des reichsten Mann der Stadt umgebracht. Stan findet das sehr aufregend und beschließt herauszufinden, wer der Mörder der beiden Mädchen ist. Er wird dabei von dem schwarzen Filmvorführer Buster unterstützt, einem alten Mann über 70, aus dessen Erzählungen und Lebensweisheiten man auf erschreckende Weise etwas über den Rassismus und die Unterdrückung der "N*i*g*g*e*r" erfährt. Dabei ist Buster selbst kein Kind von Traurigkeit, kein väterlicher oder gar weiser Mentor, er strotzt vor Fehlern wie jeder andere Mensch. Er ist ein Trinker, er hat Stimmungen, die von himmelhochjauzend zu zu Tode betrübt gehen, er ist nicht der Onkel Tom aus der berühmten Hütte, der die andere Wange hinhält, schlägt man ihn auf die eine. Seine Menschlichkeit führt Stan vor Augen, dass die Farbigen, die kaum als Menschen wahrgenommen werden, eben doch das sind: Menschen.

Diese beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, machen sich daran, das Rätsel der beiden toten Mädchen zu lösen. Anhand von Zeitungsberichten und alten Polizeiakten kommen sie dem oder den Tätern Schritt für Schritt näher und Stan gerät dabei mehr als einmal sogar in tödliche Gefahr.

Was für ein Ritt, verpackt in die manchmal naive Darstellung eines jungen Burschen. Stan ist unbedarft, höflich, nicht immer sehr schlau oder mutig, aber jemand, der das Herz am rechten Fleck hat, den man sofort sympathisch findet, und er hat das Glück, in einer unglaublichen Familie aufzuwachsen. Seine Mutter ist eine phantastische Frau, für die Frauen und Farbige die gleichen Rechte haben sollten wie weiße Männer, und die ihre Meinung auch vertritt. Sein Vater - aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen - hat etwas aus sich gemacht und sich mit dem Kino einen Traum erfüllt. Er liebt Stans Mutter und obwohl er nicht immer ihre Meinungen nachvollziehen kann, steht er auf ganzer Linie hinter ihr. Er hasst Leute, die glauben, aufgrund ihres Reichtums und ihrer Macht andere Leute schikanieren zu können, und er lässt sich nichts gefallen. Greift jemand seine Familie an, greift er auch mal zu rabiaten Mitteln und verprügelt denjenigen. Er ist wie ein Stier, der alles auf die Hörner nimmt und gleichzeitig menschlich, was sich immer wieder in seinem Umgang mit dem farbigen Personal äußert. Und dann ist da noch Stans Schwester Callie, welche die Vorteile von weiblicher List für sich entdeckt hat.

Im Gegensatz zu dieser Familie stehen fast alle anderen Personen in diesem Buch. Da gibt es den durchgedrehten Ex der farbigen Köchin, der auch mal zu einem Messer greift, den gewalttätigen Vater von Stans Freund Richard, die Stilwinds, die reichste Familie in der Stadt, die alle Ungerechtigkeiten mit ihrem Geld schmieren. Lansdale ist ein begnadeter Erzähler; es spielt eigentlich keine Rolle, ob Stan und Buster die Morde lösen können, denn was uns der Autor hier präsentiert, ist nicht mehr oder weniger als eine sehr gut recherchierte Lebensstudie aus den späten 50igern. Lansdale holt uns ab und nimmt uns mit in diesen heißen texanischen Sommer, damit wir ihn riechen, schmecken, hören, sehen und erleben können. Klare Leseempfehlung.
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am 26. April 2014
Stanley wird diesen Sommer überleben, das nimmt er selbst schon vorweg. Er berichtet dem interessierten Leser von den Geschehnissen jenes Sommers im Jahre 1958, als er ein mysteriöses Kästchen mit Briefen am Waldrand fand und von dem, was er mit der sich anschließenden Recherche heraufbeschwor. Eine typische amerikanische Kleinstadt vor idyllischer Kulisse, Sonne, Ferien, und doch wird der Leser von zunehmendem Unbehagen erfasst, je tiefer er in die spannende Handlung eintaucht. Urige Gestalten, mitunter stenotype Charaktere, Rassentrennung, der Autor fängt das damalige Lebensgefühl dennoch gut ein und transportiert es mit der vorgesehenen Wirkung. Für Stanley wird es der Sommer seines Lebens. Er wird danach kein naiver Junge mehr sein. Welchen Preis er für seine spielerische Neugier bezahlen wird, ist ungewiss. Stellenweise etwas zu gemächlich und ausschweifend geschildert, jedoch stets mit beängstigenden und düsteren Zwischentönen, kehrt die Story immer wieder zur Haupthandlung zurück.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Mai 2012
Bei der Lektüre des Buches habe ich mich wiederholt an den Film "Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers" erinnert gefühlt, zu dem Stephen King die literarische Vorlage geliefert hat, denn die Ausgangssituation ist ähnlich.

Joe R. Lansdale beschreibt aus der Sicht des dreizehnjährigen Stanley Mitchell dessen Erlebnisse des Sommers im Jahre 1958, in dem sich sein Protagonist an der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Für ihn wird es eine erlebnisreiche Zeit sein, in der er zum einen seine naive Sicht auf die Welt verliert und zum anderen in mysteriöse Ereignisse verwickelt wird.

Lansdale kann schreiben, und er schafft es mit wenigen Sätzen, dass man bereits nach einigen Seiten das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Handlungsort ist das texanische Kleinstädtchen Dewmont am Ende der fünfziger Jahre. Allerdings ist auch dort die Welt nicht heil, und Stanley wird in seinem näheren Umfeld mit häuslicher Gewalt, Alkoholmissbrauch und dem alltäglichen Rassismus konfrontiert. Und dann findet er auch noch bei einem seiner Streifzüge dieses Kästchen mit den Liebesbriefen, woraufhin eine spannende Geschichte ihren Lauf nimmt und die eigentliche Krimihandlung einsetzt.

Liebenswerte Charaktere, dunkle Geheimnisse, eine interessante Zeitreise und sehr spannend erzählte Geschichte - meiner Meinung nach hat der Autor alles richtig gemacht.
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am 23. März 2014
Zum Inhalt:
Dewmont, eine kleine Stadt in East Texas ist Schauplatz von Stanley Mitchel junior's Geschichte, die an einem heißen Sommertag im Jahr 1958 ihren Anfang nimmt. Stan, dessen Vater das Dew Drop Drive-In Autokino betreibt, genießt das unbeschwerte Leben eines Dreizehnjährigen, der bis vor kurzem noch an den Weihnachtsmann geglaubt hat. Gemeinsam mit seinem treuen Hund Nub findet er eines Tages bei einem seiner Streifzüge ein vergrabenes Kästchen, in dem sich Briefe und Tagebuchseiten befinden, die von einem ermordeten Mädchen verfasst wurden. Mit Hilfe seiner Schwester Callie und dem alten Buster, ein Farbiger, der für seinen Vater im Autokino arbeitet und früher eine Art Polizist war, versucht Stan dem Geheimnis des Mädchens und dem lang zurückliegenden Mord selbst auf die Spur zu kommen. Schnell wird klar, dass das zunächst harmlos begonnene Detektivspiel ungeahnte Ausmaße annimmt und Stan sich im Mittelpunkt eines ausgewachsenen Kriminalfalls wiederfindet.

Gestaltung, Stil, Leseeindruck (suhrkamp Taschenbuch 2014):
Titel und Cover haben meine Neugierde direkt geweckt. Ich mag die Gestaltung, Schrift- und Motivwahl sehr. Vom Autor Joe R. Lansdale hatte ich bisher noch nichts gelesen, doch bereits der Klappentext versprach eine interessante Lektüre und so ließ ich mich spontan in die Geschichte fallen.

Schon die ersten Seiten bestätigten meine Erwartungen voll und ganz. Lansdale's Schreibstil ist unglaublich gut, sehr atmosphärisch dicht. Die Orte, Gerüche und Personen, die Lansdale beschreibt, erscheinen beim Lesen direkt und unmittelbar vor dem geistigen Auge. Es gelingt dem Autor scheinbar mühelos den Leser direkt nach Dewmont zu versetzen.
Er spricht die Rassenproblematik der damaligen Zeit an, indem er sie wie nebenbei in die Geschichte einbettet. So spielt Rosy Mae, die schwarze Haushälterin der Familie, eine wichtige Rolle für Stan und später dann auch für die ganze Familie. Auch Buster, der Farbige, der den Projektor des Kinos betätigt und Hausmeisterarbeiten erledigt, ist eine zentrale Figur in Lansdale's Geschichte.
Das Thema Gewalt spart der Autor ebenfalls nicht aus. So wird Stans bester Freund Richard täglich mit häuslicher Gewalt konfrontiert und Rosy Mae wird von ihrem Partner verprügelt. Die Mitchels hingegen haben das Herz am rechten Fleck. Das Familienoberhaupt Stanley senior ist zwar zuweilen etwas aufbrausend, doch unter dieser rauen Schale verbirgt sich ein warmherziger und ehrlicher Mann, der seine Familie und alle die, die er zu dieser zählt, wie ein Löwe verteidigt.
Alle Charaktere haben Ecken und Kanten, ihre Fehler und Vorzüge, was sie unglaublich echt und glaubhaft wirken lässt.

Die zunächst harmlos anmutende Detektivgeschichte, in die sich Stan junior verstrickt, wird mehr und mehr zu einer ernstzunehmenden und gefährlichen Ermittlung, bei der Stan sehr schnell lernen muss, dass das Leben und die Wahrheit oft mit harten Bandagen erkämpft werden muss. Manchmal wurde ich bei der Lektüre an die 1982 erschienene Novelle "Die Leiche" von Stephen King erinnert, was aber keinesfalls störend war.

"Ein feiner dunkler Riss" ist ein Roman mit vielen Nuancen, der den Leser ebenso facettenreich berühren wird. Lansdale kombiniert sehr gekonnt verschiedene Roman-Elemente miteinander, schafft sympathische Charaktere und bösartige Gegenspieler, streut eine Prise Humor und Wehmut mit hinein und setzt das Ganze perfekt und spannungsreich zusammen. Chapeau!

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden und wahre Freundschaft aber gleichzeitig auch ein spannender Krimi mit überraschenden Entwicklungen. Ein Roman und Krimi, verfasst in einer dichten und bildgewaltigen Sprache, die einige Stunden Lesegenuss beschert. Definitiv ein Lesehighlight und nicht mein letzter Roman von Lansdale.
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am 28. Mai 2014
Die Geschichte:
Stanley Mitchel junior ist der Ich-Erzähler dieser Story, er berichtet uns als Endfünfziger von einem sehr ereignisreichen vergangenen Sommer. Damals war Stan erst 13 Jahre alt und noch sehr naiv: erst kürzlich wurde sein unerschütterlicher Glaube an den Weihnachtsmann zerstört. Doch dieser heiße Sommer im Jahr 1958 sollte noch für mehr Veränderungen im beschaulichen Leben von Stan sorgen. Ein Metallkasten, den er im Wald findet, weckt seine Neugier und rückblickend ist Stan der Ansicht, dass er mit diesem Fund vielleicht einen feinen dunklen Riss zwischen seiner heilen Welt und der grausamen Welt von Verbrechen und Tod geschaffen hat. Denn ab jenem Zeitpunkt wird er mit so viel erschreckender Realität konfrontiert, dass es manchmal nur schwer zu ertragen ist für den Jugendlichen.
In dem Kästchen findet Stan Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, die er bald mit einem sehr mysteriösen Doppelmord in Verbindung bringen kann. Im Wald hinter dem Autokino, das Stans Vater betreibt, stand früher einmal eine große Villa, deren verkohlte Überreste noch zwischen den Bäumen stehen. Hier kam vor vielen Jahren ein Mädchen in den Flammen ums Leben und in der gleichen Nacht starb deren Freundin unter ungeklärten Umständen auf einem Bahngleis – ihr Kopf wurde niemals gefunden.
Stan wühlt immer tiefer in der Geschichte und gerät bald selbst in tödliche Gefahr...

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Joe R. Lansdale hat mich sofort überzeugt. Man lauscht einem Erzähler, der es einfach versteht, seine Zuhörer zu fesseln und prima zu unterhalten. Die Ausdrucksweise ist geprägt von unterschwelligem Humor und trotzdem kommt die Spannung im Lauf der Geschichte niemals zu kurz.
Die Protagonisten wirken lebendig, sympathisch, manchmal widersprüchlich, wie es echte Menschen nun einmal sind. Man fühlt mit ihnen, man gehört schon bald irgendwie dazu und ist Teil der Familie Mitchel, die meist einen sehr freundlichen Umgang miteinander pflegt.
In der Zeit, in der die Story angesiedelt ist, ist Texas noch geprägt vom Rassendenken, es gibt viel Gewalt in manchen Familien und auch anderswo, religiös verblendete Fanatiker machen ihren Mitmenschen das Leben schwer. Mit all diesen Dingen wird der junge Stan konfrontiert und die manchmal erschreckende Realität, die er so nach und nach erkennen muss, lässt ihn reifer werden. Diesen Prozess kann man als Leser gut nachvollziehen.
Es geht in diesem Buch natürlich hauptsächlich um die Aufklärung der beiden Morde, aber ein großer Teil der Geschichte ist einfach dem Leben von Stan gewidmet: seiner Freundschaft zu ihrem schwarzen Dienstmädchen Rosy Mae und natürlich seinem Kumpel Richard, dessen Vater ihn regelmäßig schwer misshandelt.
Liebe, Mitgefühl, Freundschaft und die Bereitschaft, sich über die gesellschaftlich üblichen Verhaltensweisen hinwegzusetzen, prägen diese Erzählung ebenso wie Gewalt, Mord, Vertuschung, Lügen und Wahnsinn. Eine unglaublich vielschichtige Story, die fesselt und bestens unterhält.
Ganz besonders gefallen hat mir auch das Ende, obwohl es mich fast zu Tränen rührte: Stan erzählt auf den letzten Seiten, was aus den wichtigsten Personen im Buch geworden ist. Dabei muss er natürlich von vielen Toten berichten, denn Stan ist ja inzwischen auch schon Ende Fünfzig.

Fazit:
Ein sehr vielschichtiger Roman, der gleichermaßen humorvoll, wie auch spannend erzählt wird und von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Eine absolute Leseempfehlung!
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am 25. März 2012
Eine wunderbare Geschichte, wie fast alles von Lansdale.
Erinnert thematisch sehr an 'Die Wälder am Fluss'. Auch in 'Ein feiner dunkler Riss' erzählt ein Heranwachsender eine für seine Entwicklung entscheidende Zeit, bei der der Auslöser - der Fund einer mit Liebesbriefen und Tagebuchaufzeichnungen gefüllten Kiste - direkt in einen Kriminalfall führt, dessen Auflösung dem Helden haufenweise spannende Abenteuer bringt. Mit dabei eine Reihe liebenswerter Freunde, die alle so ihre Macken haben.

Am Ende geht nicht alles gut aus und wird auch nicht jede Frage beantwortet, und das fühlt sich richtig an, denn das Leben ist eben nicht so, dass immer nur das Gute siegt und die Lösung sich hübsch rational ergäbe.

Spannend ist dies allemal, und mehr als das. Lansdale gibt eine Idee wie das Leben sein kann, wenn Menschen füreinander einstehen.
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am 30. März 2015
Der Roman erinnert ein bisschen an Stephen Kings "Stand by me" mit seinem Setting in den USA der Fünfziger Jahre und der Perspektive eines Heranwachsenden. Der Protagonist kommt einem alten Verbrechen auf die Spur und der Leser fiebert von Anfang bis Ende mit ihm mit. Lansdale versetzt den Leser wunderbar in diese Zeit der Cadillacs und Autokinos, der Gewalt gegen Frauen und Rassentrennung. Er schreibt klar und schlicht und gleichzeitig einfühlsam und nah an den Charakteren, die er glaubwürdig ausleuchtet und dabei immer die Story im Fokus behält. Ich will hier bewusst keine weitere Inhaltsangabe machen, sondern einfach eine klare Leseempfehlung abgeben.
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EIN FEINER DUNKLER RISS die Geschichte des Sommers 1958, als der Ich-Erzähler Stan mit 13 Jahren im osttexanischen Kaff Dewmont endgültig Abschied von seiner Kindheit nehmen muss. Durch Zufall wird er auf einen knapp 20 Jahre zurückliegenden Doppelmord aufmerksam. Die Sommerferien sind lang und und Stan beginnt, unterstützt vom farbigen ehemaligen Polizisten Buster, sich mit den scheinbar zusammenhängenden Todesfällen zu beschäftigen. Stan hat ein bisschen was von einem Spätzünder, erst vor einem halben Jahr wurde ihm der Glaube an den Weihnachtsmann & Co. genommen und obwohl er eine 16-jährige Schwester hat, wusste er von Sexualität bislang nichts. Es waren Tarzanbücher und Superheldencomics, in deren Welten Stan abtauchte, doch nun beginnt seine Reise in die menschlichen Abgründe. Sexualität, Gewalt, Alkoholismus, verborgen hinter der bestenfalls oberflächlichen kleinstädtischen Idylle, lauern plötzlich überall: „Schrecklich, wie es in Wirklichkeit zuging auf der Welt, in Dewmont.“
Lansdale erzählt die Geschichte im bewährten Tonfall und Muster seines Erfolgsromans „Die Wälder am Fluss“. Warmherzig und humorvoll erinnert sich der inzwischen fast sechzigjährige Stan an das Etappenjahr, als er seine kindliche Unschuld verlor. Unaufdringlich aber intensiv wird vom Rassenhass gegenüber der schwarzen Bevölkerung erzählt, aber auch von Menschlichkeit und Sympathie.
Der Roman könnte vom Tonfall des Erzählers und der damit verbundenen Perspektive ein Jugendbuch sein, ist aber für jugendliche Leser wegen der Gewaltdarstellungen nicht geeignet. Die Elemente des Kriminalromans verlieren sich andererseits zeitweise ein wenig im Zuge der Erzählung und von einem Thriller kann hier gewiss nicht die Rede sein (es sei denn, man würde Tom Sawyer und Huckleberry Finn als Thriller lesen, ein Buch, zu dem es durchaus Anklänge gibt).
EIN FEINER DUNKLER RISS ist ein sympathisches, sehr gut lesbares und als solches empfehlenswertes Buch, von dem ich mir allerdings gewünscht hätte, dass Lansdale ein wenig innovativer gewesen wäre.
Fazit: Aufgerundet vier Sterne, weil es sich flott und spannend liest.
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am 10. April 2015
Die Geschichte war super!

Viel schwarzer Humor und lustige, wie traurige Anekdoten!

Dieses tolle Buch ist absolut empfehlenswert und lesenwert. Der Erzähler ist der heute Erwachsene Stan, der an seine Kinderzeit zurückerinnert, an den Sommer, wo er erwachsen wurde.

Das Ende um seine roten Stiefel und den dazugehörigen Inhalt macht nachdenklich. Das ganze Buch macht sehr nachdenklich und wirkt noch lange nach, aber im positiven Sinne.

Dieser Joe R. Lansdale war einfach Spitze!!!!
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