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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 5. November 2013
Der sechste Beitrag zu Suhrkamps Comicreihe ist zur Abwechslung einmal keine Adaption einer literarischen Vorlage sondern eine autobiographische Geschichte. Volker Reiche (“Strizz“) arbeitet das äußerst problematische Verhältnis zu seinem Vater auf, den er bereits 1973 wegen dessen Nazi-Vergangenheit und einer ominösen nächtlichen Erschießungsaktion in einer Kiesgrube zur Rede stellen wollte. Der 40 Jahre danach entstandene Comic zeigt auch wie ihm dies damals total misslang und zugleich auch endgültig von seinem Vater entfremdet hat.

Reiches Vater war während des Zweiten Weltkrieges Kriegsberichterstatter. Obwohl er das Grauen an den Fronten erlebte, versuchte er sich als “Dichter des Führers“ und produzierte Nazi-Lyrik. Das Kernstück des Comics sind Volker Reiches Erinnerungen an seine Jugend in der Nachkriegszeit. Der Vater war ein unberechenbarer Familientyrann, der die Mutter mit Faustschlägen züchtigte und in den Alkoholismus trieb. Als die Ehe schließlich in die Brüche ging, waren Reiche und dessen vier Geschwister nicht unglücklich darüber, dass der Vater aus ihrem Leben verschwand. Später erfuhr Reiche, dass er danach viele weitere Frauen unglücklich gemacht hatte.

Doch Reiches Jugend war nicht nur freudlos, ein absoluter Lichtblick waren die Micky Maus Hefte mit den grandiosen Entengeschichten aus der Feder von Carl Barks. Dies Lesevergügen führte dazu, dass Volker Reiche auch Donald Duck Comics zeichnete. Mit “Kiesgrubennacht“ gelang ihm ein unglaublich vielschichtiger Comic, der nicht nur markante Kapitel aus Reiches Jugend nacherzählt, sondern diese auch noch auf eine recht originelle Art interpretiert. Hierzu setzt Volker Reiche das Bestiarium aus seinem Comic-Strip “Strizz“ ein. Er zeigt auch, wie er seine zu Papier gebrachten Erinnerungen mit dem selbstsüchtigen Kater Herrn Paul sowie den sehr viel einfühlsameren Hunden Tassilo und Müller diskutiert. Diese Einschübe befremden zunächst ein wenig, geben dem Werk jedoch eine zusätzliche Tiefe und machen die Geschichte dreidimensional.
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am 27. Februar 2014
Volker Reicher ist der preisgekrönte Zeichner der Figur "Strizz" aus dem Feuilletons der Frankfurter Allgemeinde. Ich lese weder die Frankfurter Allgemeinde noch hatte ich jemals etwas von Volker Reicher gehört - doch mir sagten bei seinem Graphic Novel "Kiesgrubennacht" die fröhlich und niedlich wirkenden Zeichnungen sehr zu. Das es sich dabei um eine Biografie handelte, merkte ich erst später. In seinem Comic beschreibt der Autor und Zeichner sein Leben als Kind in der Nachkriegszeit 1948+ (und aufwärts).

Was erst einmal ziemlich trocken klingt, gelingt Reicher erfolgreich aus der Perspektive eines kleinen Jungen zu erzählen - kindlich subjektiv und vielleicht gar nicht so realistisch erzählt der Autor selbst bestimmte Szenen und Momente aus seiner Kindheit nach, die ihm stark in Erinnerung geblieben sind: Zum Beispiel das Nacktschneckenwettrennen oder das Spiel mit Peter, seinem Pilotenmeerschweinchen. Gleichzeit arbeitet er mit diesem Graphic Novel auch das leicht unangenehme Verhältnis zu seinen Eltern, gerade aber seinem Vater auf und beschäftigt sich mit seiner vielleicht nicht ganz so perfekten Familie in der der Vater seine Nazivergangenheit nicht vergessen konnte und die Mutter sehr unter seiner Faust zu leiden hatte.
Die wechselnde Perspektive von den teilweise sehr atmosphärisch aufgeladenen Bildern wird durch die Rahmenhandlung im Hier und Jetzt und die dortigen Gespräche aufgelockert, indem Gespräche mit dem Kater (der bestimmt sehr sauer wäre, nicht mal in einer Rezension erwähnt zu werden!) des Autoren eingestreut werden.

Die Zeichnungen sind ausdrucksstark und schaffen es mir als Leser sehr genau die Stimmungen der Erwachsenen oder die Freuden der Kinder wiederzugeben. So weiß man sogar ohne Text immer, was einen auf der kommenden Seite erwartet. Doch durchgängig muss man die Erwachsenenleben als vergeblich betrachten. Fürsorge, Liebe und Behütetsein blieben damit den kommenden Generationen mit besseren Zeiten ohne Krieg vorbehalten.

Letztendlich ist "Kiesgrubennacht" eine herrliche Mischung aus "Lausbubengeschichten" mit ernsten Anekdoten/Erinnerungen aus der Nachkriegszeit, in der der kindliche Spaß bestimmt nicht zu kurz kam. Ein sehr gelungener Graphic Novel mit Anspruch und Humor! Auch ohne andere Werke des Autoren zu kennen, herzlich empfehlenswert.
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am 27. Januar 2014
Ich habe das Buch mit großen Zweifeln zur Hand genommen. Ist es möglich, eine düstere Nachkriegskindheit mit den Mitteln des Comics, sprechenden Tieren und allem, was sonst noch so dazugehört, annähernd adäquat wiederzugeben?
Es ist möglich und sogar hervorragend gelungen.
Volker Reiche gelingt es wunderbar, die Spannung eines extrem krisengeschüttelten und belastenden Elternhauses einzufangen und zugleich auch die kleinen Fluchten, die den Kindern blieben - besonders nett ist das "Schneckenrennen" wiedergegeben - liebevoll auszumalen.
Zugleich baut er eine Reflektionsebene ein und setzt sich mit dem Geschehen aus heutiger Sicht auseinander, wobei ihm die guten Bekannten aus "Strizz" , die Katze "Herr Paul" und der Hund "Herr Müller" hilfreich zur Seite stehen.
So bleibt das Buch immer in einem schwebenden Gleichgewicht, nie dominiert das Grauen, aber es wird auch nie oberflächlich oder gar romantisierend.
"Gute alte Zeiten" waren das damals nicht, schon garnicht mit Eltern, die als überzeugte Nazis ihrer Illusionen und Perspektiven beraubt waren und zu einem normalen Leben kaum noch in der Lage waren.
Die schönste Zeichnung für mich ist das verbrannte Gesicht des Lehrers Lämpel aus "Max und Moritz". Hier wird das Staunen des kleinen Kindes über das Abstraktionsvermögen von Wilhelm Busch wunder nachvollziehbar und eine neue Welt tut sich dem damals vierjährigen auf, die Welt der Kunst, in der der Autor wohl dann doch den Halt und die Ausdrucksform finden konnte, die es ihm ermöglichten, letztlich noch einen schönen Platz in dieser Welt zu finden.
Unbedingte Kaufempfehlung!
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am 1. April 2014
Es ist nun schon wieder eine Zeit her seit ich das Werk von Volker Reiche in einem Zuge verschlungen habe. Was ist mir geblieben? Er hat sehr anschaulich und auf eine bildhafte Weise in diesem Werk die Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit als Nachkriegskind gesucht. Dabei kommt sehr klar heraus, warum ein Bruch mit seinem Vater unumgänglich war. Und woher seine (zweifelhaften) Charakterdispositionen kommen. Sehr interessant zu lesen für jemanden der sich eingehender mit Kriegsenkeln etc. beschäftigt aber auch für jemanden der sich mit dem dritten Reich auseinandersetzen möchte.
Sehr schön die Zwiegespräche mit seinem Kater & den Nachbarshunden.
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am 16. Januar 2014
und feine Beobachtungen, verbale und zeichnerische Darstellung ergänzen sich wunderbar.
Ich kann das jedem empfehlen, besonders aber denjenigen, die als Kind schon die Micky-Maus Geschichten in der Übertragung von Erika Fuchs geliebt haben. Das werden viele Jüngere leider nicht kennen.
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am 27. Juni 2014
Autobiografische Comics haben inzwischen schon eine lange Tradition: Keiji Nakazawas „Barfuß durch Hiroshima“ und Robert Crumbs selbstironische Betrachtungen haben Pionierarbeit geleistet. Art Spiegelmanns Aufarbeitung seiner Familiengeschichte in „Maus“ oder Marjane Satrapis „Persepolis“ gelten zu Recht als Klassiker. Zugegeben: Damit liegt die Latte ziemlich hoch.

Mit „Kiesgrubennacht“ versucht sich nunVolker Reiche an einer „großen Comic-Autobiographie“ (Klappentext), die nicht nur von der Nazi-Vergangenheit seiner Eltern, deren unglücklicher Ehe, dem gewalttätigen Vater, seinem Leben als Flüchtlingskind in der Nachkriegszeit sondern auch seinem Entschluss, Künstler zu werden, erzählt. Er wählt dafür das Mittel einer Sammlung von Anekdoten aus seiner Kindheit, die sich mit Episoden abwechseln, in denen der Autor aus heutiger Perspektive über die Vergangenheit reflektiert. Wie ein Chor kommentieren außerdem die neunmalkluge Katze Herr Paul und die Hunde Tassilo und Müller (aus Reiches Serie Strizz) das Geschehen.

Leider gelingt es Reiche nicht, die Geschichte für sich stehen zu lassen und es damit dem Leser zu überlassen, eigene Schlüsse daraus zu ziehen. Die Anekdoten sind für sich recht schön erzählt, setzen sich aber nur ansatzweise zu einem größeren Bild zusammen. Erst durch Rückblicke und Erläuterungen sowie Kommentare von Katze und Hunden werden Zusammenhänge hergestellt. Reiche liefert die Interpretation also gleich mit. Das könnte geistreich und witzig sein, ist über weite Stecken aber eher redundant und ermüdend. Seitenweise gibt es überwiegend erläuternden Text zu lesen, gegenüber dem die Zeichnungen zu bloßer Staffage herabgestuft werden. Es gibt Sprechblasen, die enthalten mehr als 20 Zeilen Text! Einiges wird sogar überhaupt nicht oder nur andeutungsweise über Bilder erzählt, darunter ausgerechnet die titelgebende - mögliche - Verstrickung von Reiches Vaters in eine Massenhinrichtung an einer Kiesgrube und die Vergangenheit seiner Mutter als BDM-Gauleiterin. Gut, der Autor hat das nicht selbst miterlebt und kennt es selbst bloß aus Erzählungen. Aber was müssen solche Geschichten in der Phantasie eines Kindes ausgelöst haben? Das sieht man leider nicht. Reiche erwähnt diese offenbar so prägenden Ereignisse nur in ein paar Worten. Auch die letzten zwanzig Jahre des Lebens seiner Eltern – seine Mutter starb als Alkoholikerin – erzählt Reiche nur noch im Epilog in der Rückschau.

Volker Reiche mag ein hochdekorierter Zeichner und Autor sein, der vor allem durch seine Reihe Strizz in der FAZ Berühmtheit erlangte. Es gelingt ihm aber in „seinem autobiographischen Großwerk“ (nochmals Klappentext) nicht, seine Geschichte fesselnd und berührend zu erzählen. Auch seine stilistisch leider nur wenig prägnanten Zeichnungen reißen das nicht raus. Wie gesagt: Nicht nur Spiegelman und Satrapi haben da einiges vorgemacht und erreichen mit ihren holzschnittartigen Zeichnungen und knappen Texten so viel mehr. Hochdekoriert oder nicht: Volker Reiche gelingt es einfach nicht, das Medium Comic über eine Strecke von gut 230 Seiten effektiv und fesselnd einzusetzen. Seine Geschichte ist interessant, seine Erzählung ist es leider nicht. Es tut mir fast leid, das so zu schreiben, aber auch nach den vielen überschwänglichen Kritiken zu Kiesgrubennacht, die ich gelesen habe, bin ich enttäuscht - wenn ich den großspurigen Klappentext lese (noch eine Kostprobe: VR legt „auf noch nie im Comic gesehene Weise Rechenschaft ab“) fast verärgert.
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am 19. Mai 2015
Ich frage mich was der Autor erzählen wollte.... ich beschäftige mich viel mit dem Thema, aber das war eines der sinnentleertesten Bücher und auch die Bilder haben die flache Geschichte nicht aufgehoben.
Habe es weiter verschenkt an jemanden, der Volker Reiche aus seinen faz Zeiten kannte... hoffentlich hat dieser daran Spaß
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am 12. Dezember 2013
Volker Reiche hat seine Biographie sehr unterhaltsam aufbereitet. Insbesondere Strizz-Fans werden sich über ein Wiedersehen mit den bekannten Figuren freuen. Klare Empfehlung!
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am 30. November 2013
Eine Lebensgeschichte so ganz wunderbar illustriert ist etwas ganz besonderes. Ich habe es mit viel Freude angeschaut und gelesen. Ein Werk, das jedes Bücherregal bereichern sollte!
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am 8. Januar 2014
Erst mal das Lob: schneller Versand, Zustand bestens. Das Buch: ich habe einfach mehr erwartet. Bin vom gleichen Jahrgang, aber das Buch schildert oder zeichnet weniges, was unseren Jahrgang ausmacht. Würde es nicht wieder kaufen. Finde es auch ziemlich langweilig. Will es jemand von mir haben?
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