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Kundenrezensionen

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am 11. Oktober 2013
In "Der katholische Bulle" von Adrian McKinty geht es um den Polizisten Sean Duffy, der in Belfast versucht einen Mord aufzuklären. Der Roman spielt in den 80er Jahren in Belfast. Es tobt gerade ein Bürgerkrieg, da sich viele Gefangene eines Gefängnisses aus politischen Gründen im Hungerstreik befinden. Zu dieser ohnehin schon turbulenten Zeit taucht plötzlich eine Leiche auf, der ein Arm abgesägt wurde. Zunächst gehen alle von einem Informanden-Mord aus, jedoch findet Sean Duffy heraus, dass es sich um mehr als nur das handelt. Er gerät in einen politischen Konflikt zwischen den Katholiken und den Protestanten. Etwa zur selben Zeit wird auch eine junge Frau aufgefunden, die sich in einem Waldstück an einem Baum erhängt hat. Zumindest sieht zunächst alles danach aus. Doch Sean Duffy glaubt nicht an den Selbstmord der jungen Frau und beginnt auch hier Nachforschungen anzustellen.

Ich finde der Roman ist sehr spannend geschrieben. Er lässt sich gut und flüssig lesen und baut an den geforderten Stellen die gewünschte Spannung auf. Ich fand es interesant, dass auch der politische Hintergrund mit den Hungerstreikenden und den Problemen der Regierung unter Magret Thatcher thematisiert wurden. Die Person Sean Duffy hat mir sehr gut gefallen, da er eine sehr interessante Persönlichkeit besitzt. Er ist katholisch und lebt in einer protestantischen Gegend. Das Maschinengewehr, das er zu seinem eigenen Schutz bekommen hat, lässt er getrost zu Hause, da er scheinbar blind darauf vertraut, dass ihm nichts passiert. Des öfteren vergisst er auch unter seinem Auto nachzusehen, ob dort eine Bombe versteckt ist. Er nimmt sein Leben scheinbar sehr locker, betrinkt sich gerne und flirtet auch gerne. Ich finde auch die Lebenart der Iren (wenn sie denn wirklich so sind) wird hier sehr gut vermittelt. Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war das Ende. Ich fand es ist irgendwie zu kurz gewesen. Die überraschende Wendung fand ich gut, jedoch fand ich kam es sehr plötzlich und war auch schneller zu Ende als gedacht.

Insgesamt finde ich das Buch jedoch auf jeden Fall lesenswert. Bis auf das schnelle Ende ist der Krimi wirklich spannend und die Hintergrundgeschichte interessant.
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am 18. Januar 2016
Zack! und man ist wieder in den 80ern, hört in Gedanken die Musik der Zeit, trägt in Gedanken die Klamotten der Zeit, sieht in Gedanken die Nachrichten aus der Zeit.

Das "alte Nordirland" wird sehr plastisch beschrieben. Für viele Deutsche war das immer ein Nebenkriegsschauplatz von dem man nur am Rande Notiz genommen hat, wenn in den Nachrichten wieder einmal eine Bombenmeldung war. Das Buch gibt eine gute Vorstellung davon, wie sich Nordirland in den 80ern angefühlt hat, wenn man dort lebte. Ganz nebenbei hat das Buch natürlich auch noch eine Handlung: eine Reihe von Tötungsdelikten, deren Zusammenhang beleuchtet werden muß und eine kleine Romanze.

Keine Hochspannung, aber gute Unterhaltung und atmosphärisch sehr dicht.
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am 9. Oktober 2014
Für Freunde vom harten Schlag vorab: Das forcierte Tempo brutalisierter Action des Guten gegen das Böse beginnt eher weit hinten – ein geschleuderte Petroleumofen als Treppenhausbombe, der Dialog einer AK-47 mit einer Sterling-MPi, dicht an die Aorta gelegte Schrotkugeln und der deus ex machina im allerletzten Augenblick.

Auf Spannung, Gewalt und gekonnte Fallübungen versteht sich McKinty. Er wies das in seiner famosen Trilogie DER SICHERE TOD-DER SCHNELLE TOD-TODESTAG aufs Eindrucksvollste nach. Nebenher: Schwer empfohlen das!

Was in DER KATHOLISCHE BULLE vor der kulminierenden Endphase geschieht, sind allerdings nicht nur spannende Recherchen; vielmehr fängt der Autor die düstere Bürgerkriegsatmosphäre der letzten IRA-Jahre in Nordirland ein und schraffiert das alte graue Belfast in der Ära jener wahnwitzigen Auseinandersetzungen zwischen den katholischen und protestantischen Paramilitärs einerseits und Thatchers Regierung andererseits.

Innerhalb Groß-Britanniens gab die Provinz Ulster über Jahrzehnte die Kulisse eines Dramas ab, dem McKinty eine Kriminalhandlung einwebt. Was zunächst wie die Mordserie eines Schwulenhassers aussieht, entpuppt sich später als Tragödie um Verrat und Größenwahn innerhalb der IRA-Funktionärskaste. – Darüber hinaus eine lehrreiche Lektüre zur Geschichte des zumindest in Kontinentaleuropa wohl längst vergessenen IRA-Konflikts, für den es übrigens noch immer keine gut handhabbare historische Monographie in deutscher Sprache gibt. –

Der Held, Sergeant Sean Duffy, kühl aus der Marlowschen Ich-Perspektive erzählend, ist selbstverständlich ein Sympath! Er lebt als katholischer Bulle in protestantischer Umgebung und ist so den Kräften auf beiden Seiten der Bürgerkriegsfront gleichermaßen suspekt. Also ein Mann auf verlorenem Posten. Diaspora mitten im Absurden. Insofern ein wahrlich existentialistischer Held, mit allem, was dazugehört: selbstverständlich hedonistischer Single, Vorliebe für Wodka-Gimlets, Sammler von Rock und Klassik, durchaus gefühlvoll, öfter mal hackedicht. (Sehr schön übrigens die Szene seiner Konfrontation mit einem ihn total bezirzenden Schwulen, dessen Homoerotik der Held und Hetero-Machon zur eigenen Bestürzung für Augenblicke verfällt.) Einer jener letztendlich großen Einsamen also, die das Hard-Boiled-Genre nun mal nötig hat. Mit der dazu gehörigen enormen Gravitation gegenüber den Damen … – Ein cooler Held mit Herz, für einen Krimi dieses Metiers durchaus bedingt glaubwürdig. Und man erwartet doch geradezu, dass alles überzeichnet wirkt, gern bis ins Comichafte hinein. Folgte man solchen Helden, gewinnt man nach der Lektüre selbst einen elastischeren Gang.

Toller Krimi. Top. Nicht so literarisch wie bei Cormac McCarthy oder David Peace, aber mindestens eine Spielklasse mit Don Wilson, dem gegenüber sogar straffer und gerader und ohne jede Spur süßlicher Sentimentalität. Als Getränk dazu empfehle ich zehnjährigen Buschmills-Whiskey mit einem Pipettentröpfchen Wasser. – Aye.
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am 9. März 2014
Meiner Vorliebe für tiefschwarze Hardboiled Krimis mit zynisch-coolen Ermittlern wegen bin ich schon eine ganze Zeit um die Romane von Adrian McKinty herumgeschlichen und habe nun bei seiner aktuellen Reihe zugeschlagen - und nach der Lektüre des 2013 veröffentlichten ersten Bandes direkt den 2. Teil vorbestellt (Die Sirenen von Belfast: Roman (suhrkamp taschenbuch) erscheint im Mai 2014).

Schauplatz ist Belfast, Nordirland, mit Beginn der 80er Jahre. Es ist die Zeit der IRA, der Hungerstreiks, des allnächtlichen Kriegs auf Belfasts Straßen und die Ära von Maggie Thatcher. Die eigene Konfession kann - abhängig von Ort und "Gesprächspartnern" - schnell zum Todesurteil werden.

Detective Sergeant Sean Duffy ist katholisch, noch dazu ein Bulle; auf seinen Sturschädel ist ein Kopfgeld der IRA ausgesetzt, denn für sie ist er ein Verräter.
Am Tag des Attentats auf Papst Johannes Paul II in Rom wird Sean Duffy zu einem Tatort gerufen: An einem Waldweg vor Belfast wurde eine männliche Leiche gefunden, dem der Hinterkopf weggeschossen und die Hand abgestrennt wurde. Als von der Pathologie festgestellt wird, dass die Hand nicht zum Toten gehört und kurze Zeit später der Besitzer dieser Hand ebenfalls tot aufgefunden wird, scheint alles auf einen Serientäter hinzudeuten - ein Serienmörder, der es auf Homosexuelle abgesehen hat, denn das ist die zweite Gemeinsamkeit der Opfer.
Also ein Serienmord ohne jeden religiösen Hintergrund, und das in Belfast?

Parallel dazu ereilt Sean ein weiterer Todesfall, denn die Ex-Frau eines Hungerstreikenden wird tot im Wald aufgefunden; alles deutet auf Selbstmord hin. Nach dem Gespräch mit den trauernden Angehörigen könnte die Akte eigentlich schon geschlossen werden, doch Seans Bauchgefühl rät ihm dringend davon ab. Irgendetwas passt nicht und stinkt gewaltig nach Manipulation der Beweise.

Bei seinen Ermittlungen treffen Sean und seine Jungs in allen Richtungen auf eine Mauer des Schweigens, zumal sich Opfer Nr. 1 als ein hochrangiges Mitglied der IRA entpuppt - so hochrangig, dass die IRA selbst die Wohnung vor dem Eintreffen der Polizei bereits beräumt hat, um alle Hinweise zu beseitigen.
Sean allerdings bleibt hartnäckig, doch dann gibt es einen Anschlag auf sein Leben...

Und mein Fazit:
DER KATHOLISCHE BULLE ist gelesen, wieder im Regal und Adrian McKinty hat mich an der Angel. Die düstere Authentizität ist dabei seinem Augenzeugen-Status geschuldet; schließlich ist Mr. McKinty in Carrickfergus, einem Vorort von Belfast, aufgewachsen und hat die damaligen Unruhen und Straßenkämpfe, Barrikaden, Bomben und Molotowcoctails an jeder Straßenecke hautnah miterleben müssen.
Sein Schreibstil ist so cool wie sein Ermittler, dessen Mundwerk mindestens so großkalibrig ist wie die Knarre auf seinem Flurschrank. Teil 2 ist wie gesagt schon vorbestellt...
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am 15. Februar 2014
Ich lese fast nur irische Autoren und habe vor einiger Zeit die phantastische neue Generation der irischen Krimiautoren entdeckt,
Das erste Buch von A.McKinty hat mich gleich gefesselt .Die politischen Hintergründe aus der Zeit waren mir bereits sehr geläufig,aber ich fand noch sehr viele interessante Details,die ich dann im Internet weiterverfolgt habe.
Ich habe mir schon den nächsten Band vom katholischen Bullen vorbestellt!
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am 21. Juli 2013
Detective Sergeant Sean Duffy ist ein katholischer Bulle im protestantischen Nordirland. Er hat eine neue Stelle angenommen – genau im „Auge des Sturms“ – in Belfast. Im Jahr 1981, in der Hochphase des Terrors zwischen Nordirland und der Republik Irlands, beginnt seine neue Tätigkeit direkt mit einem kniffligen Fall. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und hat es auf Homosexuelle abgesehen.
Schon allein die Tatsache, als katholischer Bulle in Nordirland zu ermitteln ist schwierig, aber einer der Toten war kein Unbekannter in Kreisen der Untergrundbewegungen. Einfach ist es nicht die verschiedenen Gruppierungen auseinander zu halten – ich habe es auch nach einiger Zeit einfach ignoriert beim Lesen.
Als Leser bekommt man die Situation ganz genau zu spüren, doch Sean Duffy setzt unbeirrt der Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen, seine Arbeit fort. Eins haben aber alle Iren gemeinsam – die Trinkfestigkeit!
Das Buch schildert gut die Stimmung und Situation zu dieser Zeit – und im Moment vermehren sich die Unruhen ja auch wieder, doch für einen Krimi ist es mir etwas zu langatmig und hat zu wenig Spannung. Der Protagonist ist sehr sympathisch, aber die Geschichte lässt zu Wünschen übrig.
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TOP 500 REZENSENTam 26. April 2015
Da an dieser Stelle beteits viele Berichte und Inhaltsbeschreibungen vorliegen, möchte ich mich auf meinen subjektiven Eindruck beschränken.

Atmosphäre:
Einige Rezensenten schreiben, dass der Roman ein Zusammenspiel von Spannungs- und historischer Literatur auf höchstem Niveau sei. Soweit würde ich zwar nicht gehen, aber die Darstellung gibt schon einen guten und atmosphärischen Einblick in die Stimmung und die Unruhen Irlands in den frühen 80er Jahren. Bereits nach wenigen Seiten ist man mittendrin im Geschehen und fühlt die allgegenwärtige Bedrohung. Für mich ist dies mit Abstand das Beste am Roman. Dafür 5 Sterne.

Handlung und Hauptpersonen
Es gibt jede Menge Genreliteratur, die mit größerer Spannung aufwarten kann, was nicht bedeutet, dass das Buch langweilig ist. Im Gegenteil, es sind nur andere Stilmittel. Zu jeder Zeit möchte man wissen, wie es weitergeht - mit dem Fall, den Personen und mit Irland insgesamt . Apropos Hauptpersonen. Alle Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig, wobei die Haptperson - der katholische Bulle - natürlich ein besonderer Sympath ist. Die Figur hat durchaus das Format, eine Reihe auszufüllen. Auch hier volle 5 Sterne.

Mein Fazit
Schon lange hat mich kein Buch mehr so stark in die Handlung und Umgebung hereingezogen. Nicht umsonst war der Roman über viele Wochen in verschiedenen Bestenlisten. Es war für mich ein großes Lesevergnügen. Mit Sicherheit werde ich dem Autor McKinty und dem katholischen Bullen treu bleiben. Zwei Folgeromane sind bereits erschienen, ich freue mich darauf.
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am 15. Juli 2013
In der Regel hat die Konfession eines Ermittlers keine Bedeutung für seine Ermittlungen.

Wer nun aber die Handlung seines Romans in das Belfast der frühen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts verlegt, just zu der Zeit, als Papst Johannes Paul II. angeschossen wurde (und an der Belfaster Hausmauer lapidar „Türkei – Vatikan 1:0 erscheint). Wer seine Geschichte genau zu der Zeit ansiedelt, in der Sinn Fein noch als verlängerter Terroristenarm galt, führende IRA Mitglieder im Gefängnis im Hungerstreik sind, Margaret Thatcher eine harte Haltung fährt, die Armee sich auf den Straßen Belfasts täglich erbitterte Schlachten mit der „katholischen“ Seite liefert und selbst ganz normale Polizisten nur schwer gepanzert ihren Ermittlungen nachgehen können, der kann dann auch mit Fug und Recht die religiöse Orientierung seiner Hauptfigur zu einem der wesentlichen Elemente des Romans setzen.

Sean Duffy ist katholisch und Polizist. Schon das reicht aus, das auf ihn ein generelles Kopfgeld ausgesetzt ist. Verräter am Glauben und der „Sache der Freiheit“, mehr ist er nicht in den Augen der IRA. Und ebenso ein Paria ist er in Augen der protestantischen Untergrundmiliz. Einer, der gar nicht anders kann, als trocken und hart seinen Weg zu gehen. Einer im Übrigen auch, der sein Haus inmitten des protestantischen Teils von Belfast gekauft hat und auch hier wie auf Eiern sich zu bewegen hat, um nicht den geballten Zorn der protestantischen Nachbarn in an sich bereits aufgeheizter Atmosphäre auf sich zu ziehen.

Da versteht es sich von selbst, dass der erste Blick an jedem Morgen unter den Wagen gleitet um nach Bomben Ausschau zu halten. Und es versteht sich ebenso, dass Strassen mit frisch und neu verlegten Metallplatten über Schlaglöchern grundsätzlich gemieden werden.

Ganz nebenbei aber ist der Mann Idealist. Einer, der sich entschieden hat, seinen Teil gegen die völlig aus den Fugen geratene Welt entgegen zu setzen. Und einer, der an einem Tatort einen Toten mit abgeschnittener Hand findet. Nicht irgendeinen Toten. Ein wichtiger Mann der IRA. Ein Homosexueller in einer Zeit, in der das fast noch schlimmer galt als die falsche Konfession am falschen Ort in sich zu tragen.

Hat die IRA den Mann entsorgt ob seiner sexuellen Orientierung? War es ein sexuell motivierter Mord? Was hat das Notenblatt im Anus des Toten zu suchen?
Der Mann wird nicht der einzige Ermordete bleiben, das Notenblatt nicht der einzige Hinweis auf Opern und Duffy tappt lange im Dunkeln, was die wahren Gründe des Mordes angeht.

Und was hat zudem der leicht zweifelhafte Selbstmord einer jungen Frau eines IRA Oberen, der sich ebenfalls im Gefängnis in Hungerstreik befindet, mit all dem zu tun?
Tiefer und tiefer dringt Duffy ein in den Fall und sticht in ein Wespennest, der Bedrohung, des Hasses , der geheimen Operationen, die ihm gefährlich nahe rücken werden.

Sehr gut trifft McKinty die aufgeheizte Atmosphäre der Stadt in der damaligen Zeit, in der bereits eine normale Ermittlung und Hausdurchsuchung am falschen Ort zum Kleinkrieg werden wird. Eine Zeit, in der Zynismus herrscht, der fast überlebensnotwendig als Haltung bewahrt werden muss. Eine treffende Atmosphäre, in der Mckinty einen durchaus verschachtelten und interessanten Fall ansiedelt.

Auch wenn die Auflösung nicht unbedingt für völlige Überraschung sorgt und auch wenn die coolen Sprüche und die brettharten Haltungen auf Dauer ein wenig übertrieben im Vordergrund stehen, bietet der Roman eine durchaus anregende und empfehlenswerte Lektüre.
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am 15. Januar 2015
Belfast 1981, es herrscht Ausnahmezustand, denn der Bürgerkrieg hält alle auf trapp, dazu noch der Hungerstreik von Insassen im Gefängnis, der die Politik mächtig unter Druck setzt. Die Polizei ist im Dauereinsatz und ihre Tätigkeit an allen Ecken und Enden unter Beschuss, da kommt so eine gewöhnliche Leiche nicht gut an. Der Captain, der Carrickfergus Polizei, setzt seinen besten Mann darauf an, zum Einen, weil er wirklich gut ist und zum Andern, um ihn etwas aus der Schusslinie zu bekommen, denn Sean Duffy ist katholisch. Zu dieser Zeit heißt katholisch sein, IRA und so hat Duffy überall mit Angriffen und Vorurteilen zu kämpfen. Aber Sean wäre nicht Sean, wenn er sich dem nicht stellen würde und so nimmt er den Mord unter die Lupe und findet schnell heraus, das da mehr dahinter steckt, als es zu erst aussieht. So geraten seine Ermittlungen genau in den Fokus, den er umschiffen soll, nämlich den Konflikt zwischen den Katholiken und Protestanten es wird nicht bei einer Leiche bleiben? Wird er sich die Finger verbrennen? Und kommt er dort mit heiler Haut wieder raus?

Ich habe dieses Buch eigentlich mehr auf Empfehlung von einer lieben Freundin entdeckt, da sie ein unglaublich begeisterter Irlandfan ist. Tja, und da ich mich für diese grüne Insel auch interessiere, musste ich dieses Buch einfach zur Hand nehmen.
Dieses Buch hat mich auch direkt begeistert, zum einem hat der Autor ein tolles Talent einen in die Vergangenheit mitzunehmen und die Atmosphäre der 80 Jahre wieder aufleben zu lassen und zu gleich, das Gefühl mitten drin zu sein. Dabei transportiert er die Schrecken dieser Zeit, die Angst und auch die melancholische Stimmung spürbar, aber auch der schwarze Humor, der in manchen aussichtslosen Situationen zum Vorschein kommt. Außerdem hat er ein Gespür dafür, wie viel Geschichtliches er einfließen lassen kann, ohne zu langweilen, oder es zu übertreiben. Am Anfang vielleicht ein bisschen zu wenig, aber das ändert sich schnell, wir werden eben wie die Ermittler ins kalte Wasser gestupst. Dadurch ist man einfach gebannt, von dem Fall, der sich immer mehr im unklaren verstrickt und den Konflikten zu jener Zeit.
Dazu kommt noch das Mr. McKinty einen tollen Hauptcharakter geschaffen hat, den wir Leser doch direkt ins Herz schließen. Sean Duffy ist interessant, belesen, mag Musik und weiß sich zu kleiden. Allerdings trinkt er auch gern mal was und ist weiblichen Abenteuern nicht gerade abgeneigt. Was man ihn aber ganz hoch anrechnen muss, ist einfach er stellt sich seinen Herausforderungen, lässt sich dabei nicht unterkriegen und versucht sich in einer Welt aus Hass und Misstrauen zu bewähren.
Die Mordfälle an sich sind hier etwas verzwickt und schweben viel in Nebel, denn die Zeit in der sie spielen, ist der eigentliche Star der Geschichte. Dabei führt der Autor viele Konflikte und auch Situation an, die überraschen, sich Neuentwickeln, oder recht brutal sind. Er lässt seinen Ermittler einiges erfahren, durchleben und kämpfen. Wir sind immer hautnah dabei und bibbern des Öfteren mit und das macht die ganze Sache einfach spannend, man bleibt lange in unklaren und möchte einfach nur, dass Sean da heil wieder raus kommt.
Für mich ist dieser Auftakt zur Sean Duffy Reihe mehr als gelungen. Ich fand die Atmosphäre toll, die Art wie die Geschichte aufgebaut ist, die Verwicklungen des Falls, die Geschichte die so brutal und hautnah erzählt wurde und natürlich den Ermittler. Ich freu mich auf den nächsten Fall und Sean Duffy.
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. Juni 2013
Es gibt schönere Orte auf Erden, an denen man seinen Dienst versehen kann, als Carrickfergus, einem Vorort Belfasts, im Jahre 1981. Noch prekärer wird die Lage, wenn man zum Höhepunkt des Nordirlandkonflikts dort als katholischer Bulle seinen Dienst versieht.
Mit diesen Probleme hat Sean Duffy zu kämpfen, als er als Jungspund ins Polizeirevier nach Carrickfergus abgeordnet wird und sofort zur Zielscheibe des Hasses der IRA wird. Und als immerhin sehr belesener – Grünschnabel wird Duffy sofort auf seinen ersten Fall angesetzt, der es in sich hat. Wie es den Anschein hat, scheint Nordirland vom ersten Serienkiller in der Geschichte des Landes heimgesucht zu werden, der sich unter den Homosexuellen Belfasts seine Opfer sucht.

Es ist wahrlich harter Tobak, den Adrian McKinty im Auftakt zu seiner Sean-Duffy-Reihe (Teil zwei erschien Anfang des Jahres in Amerika) kredenzt. Belfast gerät bei ihm zu einem einzigen Moloch aus Hass, Gewalt und Fanatismus – ein einziges Herz der Finsternis.
Mit Sean Duffy setzt er dem ganzen brutalen Inferno einen höchst sympathischen Ermittler entgegen, der zwar noch grün hinter den Ohren ist, seine Sache dennoch ausgezeichnet macht.
Er kämpft sich durch ein undurchdringliches Dickicht aus alten Rivalitäten und Feindschaften, die sowohl zwischen den einzelnen Charakteren als auch zwischen den verfeindeten irischen Splittergruppen herrschen. Dass dies auch für den Leser nicht immer leicht ist soll folgendes Zitat zeigen (S. 242):

„All das hier, der neue Job, das neue Büro, und die DUP ein Stockwerk tiefer. Seawright ist von der UVF, richtig? Seawright ist UVF, Billy White ist UDA, und Sie sind der neue Kopf der FRU und neuer Verbindungsmann zwischen den loyalistischen Paras und der IRA“ stellte ich fest.

Wer „Der katholische Bulle“ richtige verstehen und genießen will, sollte einiges an Vorwissen bzw. den Willen sich nebenbei ein Bild der Geschehnisse zu machen, mitbringen. Adrian McKinty gibt keine großen Einführungskurse, ehe er die Handlung beginnen lässt.
Ähnlich wie Sean Duffy wird man ins kalte Wasser der nordirischen Feindschaften geworfen und muss sich aus dem Geflecht befreien. Wer eines der anderen vorzüglichen Bücher McKintys gelesen hat, weiß, was einen erwartet: Ein Thriller durchsetzt mit großartigen Anspielungen und einem hohen Intellektuellen Niveau (wer sonst könnte Max Weber, Novalis und die Stones so vorzüglich verquicken?) und einigen brutalen Passagen. Zart behafteten Lesern würde ich raten, die Finger von diesem Buch zu lassen – allen anderen, die gerne etwas aus guten Büchern lernen und Krimis nicht alleine der Spannung wegen konsumieren. Eines der besten Bücher des Jahres 2013!
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