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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
58
4,8 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 18. August 2017
Das Buch besticht durch die immense Recherchierarbeit und David van Reybrouks "bottom up Approach", mit dem er zum Teil uralten Zeitzeugen eine Stimme verleiht.
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am 3. August 2017
Super ! Liest sich wie ein Krimi ist aber historisch belegt . Faszinierend und bewegend. Kongo, das Paradies wurde zu Hölle. Warum lässt man das zu???
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am 23. Juni 2013
Dieses Buch über die historische Entwicklung des Kongo stellt eine journalistisch-historische Meisterleistung dar. Der Leser wird auf hervorragende Art und Weise über den Werdegang der praktisch andauernd unterdrückten Bevölkerung aufgeklärt. Ein Leitfaden kehrt dabei immer wieder zurück, das anhaltende Chaos, die Armut der Bevölkerung und deren Leiden. Trotz optimaler Voraussetzungen, sei es in der Landwirtschaft oder bei den reichlich vorhandenen Bodenschätzen, schafft das Land es nicht aus der Armut auszubrechen. Dabei ist dieser Reichtum eher ein Fluch als ein Segen, da er seit dem Einbruch der Kolonisatoren (sowohl der Europäer wie der Araber) jeweils zur Ausbeutung eingeladen hat. Van Reybrouck hat seine Recherchen bis in den tiefsten Urwald ausgeweitet, wobei er zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen lässt. Dadurch bekommt das Buch einen präzisen Einblick in das Leben der Völker, und erklärt die Entwicklungen und Wirkungen aus deren Sicht. Insgesamt ein Werk, welches mehr als 5 Amazonsterne verdient.

Dabei lebte man in den Gebieten des Kongo, ein Territorium von immerhin der Grösse Westeuropas, lange Jahre in friedlichem Umfeld. Stämme bildeten die politische Grundlage, wo Häuptlinge die Richtlinien angaben. Die friedliche Koexistenz dieser Stämme wurde durch die Ankunft von ausserafrikanischen Händlern jäh unterbrochen. Der Sklavenhandel mit dem Gebrauch von modernen Waffen führten zum Zusammnebruch der vorhandenen Machtstrukturen. Diese Epoche bildete somit den Beginn der immer wiederkehrenden Perioden von Anarchie, Raubgier und Gewalt, welche bis zum heutigen Zeitpunkt anhalten und immer wieder hochkochen. Nach den Händlern kamen dann die staatlichen Ausbeuter, welche sich die Territorien in Afrika aneigneten. Unter dem Impuls des belgischen Königs Leopold II kam der Kongo erst als Freistaat an Leopold, wo dieser als absolutistischer Fürst herrschte (ohne jemals einen Fuss ins Land zu setzen!). Den Aufbau des Landes mussten die Untertanen tragen, durch Arbeitskraft oder Abgaben. Firmen bekamen zugeteilte Gebiete auf Konzessionsbasis. Spielte anfangs eher Elfenbein eine entscheidende wirtschaftliche Rolle, wurde später nach der Erfindung des Gummireifens Kautschuk der Renner. Die Einheimischen mussten diese Rohstoffe herbeischaffen, wobei das Tagessoll dauernd erhöht wurde. Eintreiber kassierten die geforderten Mengen mit Gewaltanwendung und errichteten eine Schreckensherrschaft. Die Kongolesen vernachlässigten durch dieses steigenden Druck die Landwirtschaft, welche sich im Niedergang befand, mit den Resultaten der Unterernährung, Krankheitsausbreitung und Menschenflucht. Durch internationalen Druck übertrug Leopold den Kongo an den belgischen Staat. Obschon die anfänglichen Ziele, die Gewinne des Landes in die Kolonie fliessen zu lassen, lobenswert waren, kame e sanders. Belgien überzog den Kongo mit einer bürokratischen Verwaltung. Sagenhafte Funde von Bodenschätzen und deren Ausbeutung kamen allerdings nie bei der Bevölkerungsmehrheit an. Forcierung der Industrialisierung um die Bodenschätze abzubauen, wobei die Kongolesen unter erbärmlichen Zuständen als Mienenarbeiter fungierten. Neben dem bürokratischen Aufbau kamen die Belgier auf die Idee, die Kongolesen nach Rassen einzugliedern, obschon die Grenzen zwischen den Gruppierungen seit jeher diffus waren. Diese Machensart bildete zusätzlichen Zündstoff für die spätere Entwicklung des Landes. Die Reaktionen der Bevölkerung auf die Unterdrückungen waren die Flucht in neue religiöse Strömungen, aber auch lokale Aufstände, welche jedoch grausam unterdrückt wurden.

Während des 2. Weltkriegs wurde der Kongo zu einem wichtigen Rohstofflieferanten für die Alliierten. Nach dem Krieg kam es zu ersten Ansätzen Belgiens zu einer besseren Behandlung der Bevölkerung. Man wollte der Kolonie den Weg in die Moderne ebnen. In der Praxis änderte sich jedoch wenig. Das Landvolk verarmte und reagierte mit Landflucht. In den Städten gelangten manche zu Wohlstand und nahmen eine europäische Lebensart an, mit intellektuellem Wissen (die évolués). An sich war es eine Frage der Zeit bis zur Entkolonialisierung. Die komplexen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Akteuren führten 1960 zur Unabhängigkeit, welche das Land überstürzt und unvorbereitet erreichte. Wirtschaftlich behielten die Belgier jedoch weiterhin das Sagen. Das Land wurde immer noch ausgebeutet. Gute Infrastrukturen (u.a.Flughäfen, Strassen) konnten nicht genutzt werden, da niemand damit umzugehen wusste. Administrativ war das Land nicht vorbereitet und versank im Chaos. Die Phase der Entkolonialisierung war viel zu kurz gewesen. Hierin liegt der Schlüssel für die spätere Unfähigkeit der Politiker, für die nötige Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Administrativ, politisch und militärisch sank das Land immer tiefer. Verschiedene Machthaber bekämpften sich zudem gegenseitig, wobei es zu territorialen Abspaltungen kam. Erschwerend war das Mitwirken äusserer Mächte, wie Belgien als ehemalige Kolonialmacht, später die UdSSR und die USA. Kongo geriet ins Tauziehen des Kalten Krieges. Das Land lag somit kurz nach seiner Unabhängigkeit bereits zerstört am Boden. Das innenpoltische Wirrwarr entschied 1965 Mobutu zu seinen Gunsten. Er festigte seine Macht durch Ausschaltung jeglicher Opposition, das Land wurde zu einer zentralisierten Militärdiktatur. Vetternwirtschaft, teure Prestigeobjekte führten zum Ruin des Landes, eine galoppierende Inflation führte das Volk erneut in Armut. Hinzu gesellten sich Korruption, Ausfall der staatlichen Verwaltungen, Niedergang der Armee, Staatsverschuldung. Mobutus persönliche Bereicherung, verbunden mit dem Niedergang, funktionierte Dank der Unterstützung der westlichen Staaten. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus verlor er jedoch den Rückhalt seiner Förderer. Trotz Versprechen demokratischer Verhältnisse konnte Mobutu diese immer wieder hinauszögern.

Es sollte schliesslich ein externer Stein sein, welcher Mobutus morschen Staat ins Wanken brachte. Der Völkermord in Ruanda 1994 schwappte in den Kongo über. Einrückende ruandische Truppen, gemeinsam mit kongolesischen Rebellen eroberten das Land, Mobutu floh ins Exil. Aber auch Mobutus Nachfolgern gelang es nicht das Ruder herumzureissen. Die Bürgerkriege gingen weiter, wobei neben ethnischen Standpunkten wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle spielten. Die Besatzungsländer Ruanda und Uganda beuteten nun ihrerseits Kongos Bodenschätze aus. Allianzen wechselten willkürlich. Das Ganze wurde immer unübersichtlicher. Kommerzielle Unternehmen nutzen die schwachen staatlichen Infrastrukturen, um ihrerseits Profite zu machen. Das Land dümpelt nun so dahin zwischen unfähigen Politikern, ausbeutenden Globalunternehmen und religiösen Erlösersekten. Trotz der gewaltigen Ressourcen ist der Kongo letztendlich ein "failed state", ebenso wie Liberia oder Somalia.

Fazit: Die zukünftigen Aussichten Kongos sehen eher düster aus. Macht- und Profitgier scheinen auch weiterhin am Drücker zu sein. Dabei sind sowohl interne korrupte Politiker als auch externe Global Players als Hauptschuldige zu nennen. Eine unrühmliche Rolle spielen die Industrienationen, welche sich ebenfalls bedienen und über die Problematik wegsehen, indem das Land medial vernachlässigt wird.
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am 24. Juni 2013
Was David van Reybrouck da zusammengetragen hat, hat epische Dimensionen! Wie schafft es so ein junger Spund sich so tief in eine eigentlich unbegreifliche Welt einzuarbeiten, und trotzdem die Übersicht und die Distanz zu wahren? Ich bin erschlagen. Wer sich für die Entwicklungen auf dieser Welt interessiert und bereit ist, andere Standpunkte anzunehmen, ist hier in ein Abenteuer geführt, das erst gerade begonnen hat! Gewaltig!
Mit Akribie hat er historische Fakten in Zusammenhang gebracht. Mit eigenen Recherchen plausibel und lebendig gestaltet, und vor allem mit einem grossen Respekt vor den betroffenen Menschen erzählt! Gerne würde ich mit David über seine Erfahrungen diskutieren und mit meinen aus Afrika abgleichen. Das Afrikavirus lässt einem nicht mehr los. Bravo!
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am 13. November 2013
Eigentlich lese abends ja lieber Romane und keine Sachbücher. An diesem hier hatte mich das Thema interessiert - seit einer Fernsehdokumentation wollte ich mehr über den Kongo bzw. die Demokratische Republik Kongo wissen. Dem Autor gelingt es ein fundiertes, unglaublich akribisch recherchiertes und detaillreiches Sachbuch zu verfassen, dass sich dennoch liest wie ein Roman. Stellenweise musste ich mich mit Blick auf die Uhr zwingen, es aus der Hand zu legen. Van Reybrouck zeichnet die komplette Geschichte des Kongo von der Entdeckung durch die Europäer bis zum Jahr 2010 nach. Einiges wusste ich bereits, bspw. dass der Kongo zunächst keine Kolonie, sondern Privatbesitz des belgischen Königs war. Über die Gräuel des Katschukbooms hatte ich dagegen noch nichts gehört. Auch mein Bild von Lumumba, den ich bisher als ermordeten Unabhängigkeitshelden kannte, wurde grundlegend geändert. Van Reybrouck zeigt, wie ambivalent diese Person gewesen ist - ohne jedoch zu unterteilen. Hier ist vor dem Autor wirklich der Hut zu ziehen: Es gelingt ihm ein sehr sachliches und alle Blickwinkel umfassendes Bild des Kongo zu zeichnen. Und man merkt auch, wie viel ihm dieses Land und seine Bewohner bedeuten. Allen, die sich für Politik, Geschichte und Afrika interessieren, kann ich dieses Buch daher nur empfehlen.
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am 7. Mai 2014
Mir ist es etwas schwer gefallen, mich durch dieses Buch zu arbeiten. Selten findet man populäre Bucher, die so gut und detailreich recherchiert sind. In der politischen Analyse greift es mir ein wenig zu kurz, da die polit-ökonomischen Hintergründe nach meiner Auffassung nicht wirklich offen bearbeitet werden.
Insgesamt trotzdem ein großes Lob - kann ich nur empfehlen.
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am 11. Januar 2013
David van Reybrouck's Kongo Buch ist das Beste, was ich je zum Thema Kolonialismus gelesen habe. Allein schon das literarische Niveau lohnen die Lektüre, aber darüberhinaus ist es ein Buch, das sowohl die eurozentrische als auch die afrozentrische Sicht übersteigt und die Geschichte des Kongo als eine menschengemachte Tragödie erscheinen läßt, in der alle das Beste wollen und das Ergebnis ein Desaster ist. Geschrieben mit einer tiefen Liebe zu den Menschen, entlang an konkreten Biographien und Schicksalen, die der Autor auf langen Reisen vor Ort recherchiert hat, ist dieses Buch ein Meisterwerk und wenn der Satz gilt, daß auch das Lesen eines Buches eine reale Erfahrung sein kann, so trifft dies für die "Geschichte des Kongo" zu 100 Prozent zu. Unbedingt Lesen!
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am 29. Januar 2013
Diese Frage stellt sich, wenn man das Buch gelesen und die Ereignisse der letzten Monate registriert hat. Warum mir das Buch gefällt? Es ist vor allem die schonungslose Ehrlichkeit des Verfassers. Einerseits deklariert er sein Buch als eine und nicht als die Geschichte des Kongos, andererseits unternimmt er- selbst Belgier- keinen Versuch, bei der Schilderung der Verhältnisse besonders in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg (Zwangsarbeit, Unterdrückung, Gewalt in jeder denkbaren Form, kurz Kolonialismus in "Reinkultur), die belgische Herrschaft schön zureden oder zu entschuldigen. Die Frage nach der Zukunft des Kongo stellt sich vor allem auch deshalb, weil es nach der Unabhängigkeit keine wirkliche Besserung für das kongolesische Volk (oder die kongolesischen Völker?) gab. Was folgt, erinnert an Deutschland im Dreißigjährigen Krieg. Die Übel der Kolonialzeit wirken weiterhin, verstärken sich zum Teil noch. Nur die Täter haben gewechselt. Schlimm nur, dass für die Kongolesen die "Morgenröte am Horizont" noch in weiter ferne zu liegen scheint.
Was mir noch gefallen hat? David Van Reybrouck lässt vor allem die Unterdrückten zu Wort kommen, nur selten die Unterdrücker. Auf wessen Seite er steht, ist zu keinem Zeitpunkt fraglich. Das Buch ist geeignet für alle an Geschichte Interessierten die über den Tellerrand unser überwiegend eurozentrisch gefärbten Geschichtsschreibung sehen wollen.
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am 18. Juli 2014
Es ist schon viel zu diesem Buch geschrieben worden - und dem meisten kann und muss ich nur zustimmen:
Faszinierend geschrieben (eigentlich ein Sachbuch, aber liest sich wie ein Roman), tolle Darstellung der verschiedenen "Hauptdarsteller" diverser Epochen der Landesgeschichte, aber auch viele interessante unbekannte Hintergründe. Und ja, manchmal zieht es sich an einigen Stellen etwas, doch dann nimmt die Geschichte auch schnell wieder Fahrt auf...

Das einzige, was mir fehlte (und das soll bei einem solchen "Wälzer" schon etwas heißen...), war der doch denkwürdige Auftritt der Nationalmannschaft von Zaire bei der WM 1974 in Deutschland. Denn die Teilnahme an dem Turnier war schließlich durch und durch geprägt von der Diktatur Mobutus. Für Interessierte ein entsprechender Link [.....]

Also, nicht von der Dicke des Buches und der vermeintlichen trockenen "Geschichte" abschrecken lassen: So macht Geschichtsunterricht richtig Spaß!
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am 6. August 2014
Als ich das 1. Mal mit dem Buch in Berührung kam überlegte ich als politisch interessierter Bürger, was mir spontan zum Kongo einfiel: Belgien, Kolonie, Zaire, rumble in the jungle, Rohstoffe und Bürgerkrieg. Das ist nicht viel und mehr als oberflächiges Wissen war da nicht.

Dies machte mich um so neugieriger auf diese Buch und ich wurde nicht enttäuscht. Bedingt durch die hier beschriebenen, teils chaotischen Zustände im Kongo war mir auch klar warum, denn eine permanente Berichterstattung wäre sicherlich nur unter großer Lebensgefahr möglich gewesen. Da sind Kriege auf dem Balkan oder dem Irak ja richtig übersichtlich und die Berichterstattung (im Vergleich zum Kongo) wesentlich einfacher und sicherer.

Es werden aber auch die politischen Machtspiele und wirtschaftlichen Interessen detailliert beschrieben und haben mich das ein oder andere Mal wirklich schockiert.

Wenn man diese Buch gelesen hat kennt man Afrika sicherlich bedeutend besser, doch eine Beantwortung der bei mir auftauchenden Frage ob man diese Entwicklung des Kongo hätte verhindern können bleibt dieses Buch schuldig.

Die Schuld für diese Tragödie tragen sicherlich viele .....
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