Jeans Store Hier klicken b2s Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16

Kundenrezensionen

2,7 von 5 Sternen
3
2,7 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
1
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:10,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 17. März 2009
Sanscouci ist nicht nur ein Roman über Potsdam (den Park, BRB Vorstadt, Hafthorn, Zentrum Ost, Babelsberg und Schlaatz...) sondern vielmehr eine Analyse des alternativen Potsdamer Milieus: Ein bunter Haufen Leute, die uns hier snapshotmäßig vorgestellt werden: U.a. eine gartenbegeisterte Hausfrau, obdachlose Zwillinge, ein russischer Mönch, ein bulgarischer Wahnsinniger, eine Hardcore Vegatarierin und eine handvoll frühreifer Schülerinnen. Was alle Personen verbindet ist der Hang zum Extremen, die Sucht nach Individualität. Bei vielen dieser erwähnten Personen ist das Extreme jedoch oberflächlich und flach. Es wird an einer Stelle z.B. gegen den Bau der Garnisonskirche demonstriert, aber die alternative Schülerin entscheidet sich dann bei der Demo doch für einen Bummel über Markt am Nauener Tor zur Befriedigung ihrer Kauflust (natürlich unter dem Deckmantel "alles bio").
Ich glaube schon, dass es in Potsdam viele Menschen gibt, die zwanghaft das individuelle suchen und sich in kleinen Extremen verlieren.
Die Rahmenhandlung des Romans muss sich vom Leser sehr schwer erarbeitet werden, und selbst dann versteht man nur ansatzweise, worum es eigentlich geht: Um SM Spielchen in den Katakomben des Parks, in die alle Beteiligten irgendwie verwickelt sind. Welche Dinge dort unten stattfinden und warum, bleibt völlig im Verborgenen. Man erfährt es nur aus Klatsch und Tratsch des Potsdamer Pöbels am Luisenplatz. Maier benutzt dieses "Zwischen-den-Zeilen-Lesen-Müssen" als Spannungsmoment und schafft es, diesen bis zum Ende ganz oben zu halten. es gibt zwar keine Auflösung, aber Fetzen von Erklärungen, die man sich selbst so zurechtlegen kann, wie man will.
Für mich war es ein toller Roman, die Figuren waren allesamt prägnant und eindrucksvoll umrissen. ich habe vieles von dem, was ich aus Potsdam kenne wiedererkannt, nicht nur die Cafes und Sehenswürdigkeiten.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2009
Der 1967 in Bad Nauheim geborene Andreas Maier wurde für seinen Debütroman "Wäldchestag" (2000) mit zahlreichen deutschen und österreichischen Auszeichnungen bedacht. Die in diesem Roman skizzierte Milieustudie, die auch als Provinzposse gelesen werden kann, stand augenfällig in der Erzähltradition von Thomas Bernhard. Aber anders als zum Beispiel in dessen Roman "Holzfällen", in dem ein kopflastiger Erzähler einen endlosen inneren Monologe wiedergibt, intonierte Andreas Maier in Wäldchestag" einen vielstimmigen Choral bärbeißiger Kleinstädter aus Frankfurt.

Das Werk des 1989 verstorbenen Schriftstellers Thomas Bernhard stellte für Andreas Maier auch bei seinem zweiten Roman "Klausen" (2002) eine feste Bezugsgröße dar. Die Wortgewalt und Sprachakrobatik von Bernhards Prosa wurde von Andreas Maier auch hier kopiert - und dass tatsächlich oder "naturgemäß", wie Thomas Bernhard es formuliert hätte, wiederum sehr gekonnt. Mit seinem dritten Roman "Kirillow" (2005), ein seltsam verqueres Werk, verließ Andreas Maier dann allerdings die Ebene des kleinstädtischen Geschwätzes. Damit war dann auch Schluss mit Romanen, die Andreas Maier im Duktus Thomas Bernhards verfasste. Leider muss man sagen. Denn eine Feststellung gleich vorweg: Die Texte von Andreas Maier sind seit "Klausen" eher schlechter, keinesfalls aber besser geworden.

Dabei vollzog Andreas Maier die Abkehr von seinem einstigen literarischen Leitstern Thomas Bernhard bereits 2004 mit konsequenter Härte, nachgerade gewaltsam. Mit der Veröffentlichung seiner Dissertation "Die Verführung" rechnete er nämlich genau mit jenem Klassiker ab, mit dem sein Werk bis dahin in Verbindung gebracht wurde. Diese Abrechnung auf dem Niveau "österreichischer Boulevardblattleser" (taz, 2005) war genau genommen ein literarischer Vatermord. Andreas Maiers Hauptvorwurf gegen Thomas Bernhard ist dessen Ausweichen vor Eindeutigkeit und Festlegung, in Summe dessen Selbststilisierung. Die strukturelle Demontage von Thomas Bernhards Prosa konnte jedoch nicht gänzlich verbergen, dass bei dieser karikierenden Bernhard-Patiche doch auch immer noch große Bewunderung für den Autor aus Österreich bleibt - oder einfach nur stachelige Eifersucht auf dessen Sprachvermögen.

In Andreas Maiers neuem Roman "Sanssouci" fehlt Thomas Bernhard nun aber ganz. Ausgangspunkt ist ein Toter. Der Regisseur Hornung wird in seinem Geburtsort Frankfurt am Main zu Grabe getragen. Schnell wechselt die Handlung nach Potsdam. Hier war Hornung ein berühmter Mann. Sein TV-Serie Oststadt" wurde hier gedreht. Klar, dass sich der egozentrische Regisseur damit nicht nur Freunde gemacht hat. Generell scheint sich rund um Sanssouci ein mysteriöses Netz aus Feindschaften und dunklen Geheimnissen zu spinnen. Ein verlottertes Zwillingspärchen, eine neurotische Mutter und deren Sohn Jesus, ein ominöser Journalist, ein Mitglied der Bruderschaft des heiligen Hiob von Potschajew und noch viel mehr spleeniges Personal bevölkern Andreas Maiers neuen Roman.

Das Buch stellt reichlich Fragen, Antworten hingegen gibt es nicht. Dass ist nicht immer nachteilig. Den Text aber durch hohle Phrasen bedeutungsschwanger aufzuladen, was sich schnell als nervöse Masche des Autors enttarnt, macht freilich keinen Sinn. Leider ist der Roman auch literarisch sehr spröde in Szene gesetzt. Der Verzicht auf konventionelle literarische Mittel, wohl eine Metapher für das unterirdischen Labyrinth unter dem Schlosspark Sanssouci, funktioniert nicht. Andreas Maiers Befreiungsschlag gegen Thomas Bernhard war legitim, vielleicht sogar notwendig. Schade nur, dass Herr Maier seitdem so wenig zu erzählen hat.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. April 2009
Nein, hier ist sie nicht zugelassen die Frage der Deutschlehrer: Was will uns damit der Dichter sagen?
Denn der weiß es augenscheinlich selbst nicht und auch der geneigte Leser steht im Nebel. Das Buch bekam ich geschenkt, dem Schenker erteile ich hiermit ausdrücklich Vergebung.
Nun auch einem großen Verlag kann mal ein schlechtes Buch unterkommen. Aber das dieses Buch in der Vorauswahl zum Preis der Leipziger Buchmesse war, da bin ich nicht mehr sans souci über die Qualität des Bücherjahrgangs 2009.
11 Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken