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Kundenrezensionen

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am 21. September 2006
Das Buch ist eine Autobiographie von Philippe Grimbert über seine jüdische Kindheit im besetzten Frankreich während des 2. Weltkrieges. Das spannende daran: Philippe wusste nicht, dass er und seine Familie Juden sind und auch nicht, dass er einen Bruder hatte, von dem er immer träumte.

Erst nach dem Krieg, im Alter von 15 Jahren, erzählt ihm eine Freundin die wahre Geschichte. Behutsam wird Philippe an eine vor seiner Geburt liegende, von allen verdrängte Vergangenheit herangeführt.

Eine bewegende Familiengeschichte, erzählt aus der Sicht eines Jungen, der erst geboren wurde als alle Gefahr schon vorbei war und der nie verstand, warum er die Erwartungen seiner Eltern nicht immer erfüllen konnte.

Fazit: eine spannende und schnell zu lesende Autobiographie, die in der Handlung immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit wechselt. Absolut empfehlenswert.
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am 28. Januar 2008
In seiner Autobiographie "Ein Geheimnis" beschreibt Philippe Grimbert ein düsteres Familiengeheimnis, das er durch eine gute Freundin seiner Eltern, Louise, im Alter von 15 Jahren in Erfahrung bringt. Philippe erträumt sich als kleiner Junge einen Bruder, der genau dort, wo er seine Schwächen hat, Stärken besitzt. Er ahnt die ganze Zeit, dass ein Geheimnis in seiner Familie schlummert und stößt immer wieder auf Anhaltspunkte. Schließlich werden seine Vermutungen von Louise bestätigt, die ihm die Geschichte seiner Eltern und seiner jüdischen Herkunft erzählt. Philippe berichtet nun die Geschichte von der Flucht seiner jüdischen Eltern vor den Nazis. Sein Vater Maxime, dessen Frau Hannah und deren Sohn Simon sowie Hannahs Schwägerin Tania fliehen aus Paris in die französische Freie Zone. Hannah hat die heimliche Liebe Maximes zu Tania erahnt und übergibt sich aufgrund einer ihr aussichtslos erscheinenden Zukunft zusammen mit ihrem Sohn den Nazis. Beide kommen im Konzentrationslager ums Leben. Maxime kann sich trotz der für ihn ungewissen Lage seiner Frau nicht länger gegen die Liebe zu Tania wehren und sie gehen eine leidenschaftliche Beziehung ein. Aus dieser Partnerschaft geht nach dem Krieg Philippe hervor.

Das fesselnde Buch besteht aus mehreren ineinander verwickelten Geschichten. Zum einen ist dort die Liebe von Maxime und Tania, die zugleich die Vergangenheit Philipps ist. Zum anderen behandelt das Buch einen historischen Hintergrund, den der Judenverfolgungen zur Zeit der deutschen Besatzung in Paris. Interessant ist auch wie sich die Zeitebenen von Philippes Vergangenheit und seiner Gegenwart abwechseln. Grimbert schafft es, die Schuldgefühle von Maxime in einen Gegensatz zu dessen leidenschaftlicher Liebe zu setzen. Das Buch berührt den Leser sehr, hält ihn aber gleichzeitig auch auf Distanz, weil der Erzähler beispielsweise die Rolle der Nationalsozialisten und deren Gehilfen, den Kollaborateuren zwar andeutet, aber nicht ausführlich behandelt, dafür aber umso emotionaler und intensiver die Rolle der Liebe und der Schuldgefühle vermittelt. Ein empfehlenswertes Buch, das in einer berührenden und zugleich ernsten Weise eine Liebesgeschichte, eine geheimnisvolle Vergangenheit und eine grausame Zeit der Verfolgung behandelt.
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Der französische Psychoanalytiker Philippe Grimbert erzählt die Geschichte seiner Eltern. Diese Geschichte birgt ein Geheimnis, das der sensible Philippe während seiner Kindheit und Jugend allmählich lüftet. Der schmächtige Sohn durchtrainierter , sportversessener Eltern fühlt sich durch diese ausgegrenzt und nicht wirklich akzeptiert, was ihn nicht daran hindert, fortwährend deren köperliche Anmut zu bewundern. Der sich optisch makelhaft empfindende Philippe erdenkt sich einen älteren Bruder, der all die Eigenschaften besitzt, über die er selbst nicht verfügt. Dieser Bruder wird gewissermaßen zu seinem alter Ego.

Die mit den Eltern befreundete, körperlich versehrte Louise versorgt Philippe mit Aufbaumitteln und wird zur Vertrauten des verunsicherten Jungen, der sich Louise ähnlich fühlt. Als der aufgeweckte Knabe in der Schule von der Okkupation Frankreichs durch die Nazis erfährt und schreckliche Bilder aus Konzentrationslagern sieht, ist er zutiefst bewegt und berichtet ihr von seinen Eindrücken. Louise entschließt sich ihm die wahre Geschichte seiner Eltern zu erzählen. Maxime und Tania sind beide jüdischer Herkunft. Maxime hat bereits in den 30er Jahren die Riten und Bräuche seiner rumänischen Vorfahren jüdischen Glaubens negiert und ist davon überzeugt, dass er bereits vollständig im Pariser Bürgertum assimiliert ist. Durch die Machenschaften kollaborationswilliger französischer Beamter wird er eines Besseren belehrt. Einige Jahre vor der Invasion der Nazis heiratet der Schürzenjäger Maxime seine erste Frau Hannah. Noch auf dem Hochzeitsfest verliebt er sich in seine bildschöne Schwägerin Tania. Sie ist die Ehefrau von Hannahs Bruder , der gemeinsam mit seiner Gattin zur Hochzeit aus Lyon nach Paris angereist ist. Hannah sieht das Begehren Maximes in dessen Augen, sobald er Tania anblickt und ist froh als ihr Bruder mit Schwägerin Tania wieder abreist. Als die Nazis Frankreich den Krieg erklären und Tanias Mann an die Front muss, begegnen sich Maxime und Tania erneut in Paris. Die gegenseitige uneingestandene Anziehung wird jetzt für alle Familienmitglieder sichtbar. Hannah leidet und fühlt sich optisch zweitklassig. Sie sucht Halt an ihrem acht jährigen Sohn Simon, der von Maxime für seine von ihm ererbte Sportlichkeit und Schönheit bewundert wird. Simon hat all die Eigenschaften des von Philippe erdachten Bruders.

Nachdem die Nazis durch französische Kollaborateure die Listen der Namen jüdischer Bürger in ihren Besitz bringen können, fangen sie in Paris mit der Jagd auf Juden an, um diese nach Ausschwitz zu deportieren. Maxime reist gemeinsam mit anderen männlichen Mitgliedern der Familie aufs Land, in ein Dorf unweit des Indre. Sie wollen einen Unterschlupf für alle finden. Dorthin begibt sich wenig später auch Tania. Von deren Ankunft schreibt Maxime seiner Frau ,die sich zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Sohn noch in Paris befindet. Hannah wird depressiv und übergibt in diesem Zustand den Besatzern ihren echten jüdischen Pass, obgleich sie über einen guten gefälschten verfügt. Ob sie sich bewusst in deren mörderische Hände begibt, kann nur vermutet werden. Sie wird mit ihrem Sohn verhaftet und wie Philippe durch seine spätere Recherche erfährt, einen Tag nachdem sie in Ausschwitz angekommen ist, gemeinsam mit Simon ermordert.

Tania und Maxime werden noch in ihrem Versteck auf dem Land ein Paar, obgleich sie beide noch nicht wissen, das ihre Ehepartner und Maximes Sohn nicht mehr leben. Ihnen sind die potentiellen Qualen ihrer Nächsten bewußt, doch ihre gegenseitige Anziehung ist stärker als ihre Sorgen. Fortan leben beide mit unsäglichen Schuldgefühlen, die sich verstärken als sie vom Tod der einst von ihnen geliebten Personen erfahren. Als sie nach Paris zurückkehren, verschweigen sie fortan den Namen Hannahs und Simons. Erst nach Jahren heiraten die beiden und Philipp wird geboren. Das gemeinsame Kind bewirkt allerdings nicht, dass die beiden sich Dritten gegenüber wieder öffnen können. Ihre Schuldgefühle bringen sie dazu im fortgeschrittenen Alter gemeinsam vom Balkon ihrer Wohnung in den Tod zu springen.

Ein beeindruckendes Buch, das sich einerseits intensiv mit Wertbegriffen , wie etwa Treue und Verrat, innerhalb menschlicher Beziehungen auseinandersetzt und andererseits den furchtbaren Terror der Nazis nach der Invasion in Frankreich , sowie die Kollaboration französischer Staatsdiener thematisiert.

Ein zutiefst beeindruckendes Buch!
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am 29. Juli 2006
Einmal mehr legt hier ein Autor durch seine Geschichte Zeugnis ab über die Zeit der Judenverfolgung unter der Naziherrschaft Hitlerdeutschlands, die schließlich auch andere Länder erfasste.
In Frankreich ist es die Familie Grimbert, die zu den Betroffenen gehörte.
Philippe Grimbert, 1948 in Paris geboren, kommt erst als heranwachsender Jugendlicher hinter das subtile Geheimnis seiner Familiengeschichte.
Louise, eine Freundin seiner Eltern, ist ihm wunderbare Zuhörerin und Freundin zugleich, die ihm eines Tages eröffnet, dass sie Juden sind. Sie weiht ihn nach und nach in die Geheimnisse der Familie ein.

Philippe war ein sensibler und wacher Junge, der immer gespürt hat, dass er den Anforderungen und Erwartungen seines Vaters nicht genügen konnte. Die Eltern waren beide schön und sportlich, er dagegen war ein schwacher und kränklicher Junge. Insgeheim phantasierte er sich einen großen Bruder, mit dem er Gedankenaustausch hielt. Dass es diesen Bruder wirklich gab, stellt sich erst später als schauerliche Wahrheit heraus.

Als Kind hat er sich eine ideale Familie zusammengeträumt. Auch die Liebesgeschichte seiner Eltern gehörte dazu.
Spät erst lernt er die tragische, geheimnisvolle und traurige Wahrheit kennen, in die sein Vater und seine Mutter verstrickt waren.
Sein Vater war in seiner Jugend ein Frauenheld, der schönen Frauen nicht widerstehen konnte.
So verliebte er sich schon bei seiner Hochzeit mit Hannah unsterblich in seine Schwägerin Tania. Tania aber ist die Frau von Hannahs Bruder, der im Krieg fällt. Hannah ahnt die Liebe ihres Mannes zu Tania. Als die Juden vor den Häschern der Nazis fliehen, entscheidet Hanna sich in schicksalhafter Ergebenheit dazu, ihr Judentum nicht zu verleugnen, den Fluchtweg zum Versteck ihres Mannes nicht anzutreten und so mit Simon, ihrem gemeinsamen Sohn, dem Todeslager entgegen zu gehen. So ist der Weg frei für Maxime, Grimberts Vater, und Tania, eine neue Familie zu gründen, aus der Philippe hervorgeht.

Er wird später Psychoanalytiker. Dieser Beruf erleichtert ihm den Weg zu seiner eigenen Vergangenheit und zu seinen Eltern.
Es ist ein Weg, der über das Verstehen die Bewältigung so vieler Ungereimtheiten in seiner Familiengeschichte möglich erscheinen lässt.
Die Geschichte ist wunderbar einfühlsam geschrieben. Sie ist zugleich ernst und traurig, realistisch, begreifend und mit genügend Distanz versehen, um einen Eindruck davon zu bekommen, dass menschliche Verstrickungen mit besonderer Schuld behaftet waren, wenn sie in diesen schrecklichen Zeiten und unter so unmenschlichen Bedingungen stattfanden.
Die vielen Berichte aus der nahen Vergangenheit runden das Bild der Geschichte immer wieder neu ab, denn jede Geschichte ist auf ihre Weise einmalig, so auch diese.
Ich empfehle das Buch sehr!
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Philippe, das Einzelkind, soll genau wie seine Eltern sein: ein Sportsmensch durch und durch. Doch dem ist nicht so. Lieber träumt er sich einen großen Bruder herbei.

Irgendwie ahnt Philippe, dass seine Familie ein Geheimnis umgibt. Und als er 15 Jahre alt ist, lüftet Louise, eine langjährige Freundin der Familie, dieses Geheimnis: die Grimberts sind Juden. 2 Buchstaben haben sie einst in ihrem Familiennamen geändert, um nicht aufzufallen. Doch dahinter verbirgt sich noch eine weit tragischere, ja schrecklichere Geschichte...

Philippe Grimberts autobiographischer Roman fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite. Ganz ruhig und lakonisch erzählt, macht er das Grauen der Naziherrschaft (und ihrer einheimischen Kollaborateure) über Frankreich nur umso deutlicher: Wie etwa der Großvater, der den Antisemitismus und seine Folgen schon aus seiner ersten Heimat Rumänien kennt und vor ihm flüchtete, die Zeichen der Zeit in Paris erkennt, und wie andere Familienmitglieder immer noch nicht an das Kommende glauben wollen, war einfach typisch für Familien in einer solchen Situation.

Die Realität, die hier gezeigt wird, übertrifft tatsächlich die Phantasie der meisten Schriftsteller!

Ein Meisterwerk, das tief beeindruckt und dem man viele Leser wünscht!
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am 29. Dezember 2007
Eigentlich glaubt man ja über die Judenverfolgung im Nazireich schon alles gelesen zu haben. Aber dieses Buch ist so anders, so erfrischend und beklemmend zugleich, so ehrlich und unverlogen, dass es zum Besten gehört, was ich je gelesen habe. Und noch etwas, was weit über die Judengeschichte hinausgeht: es wird bewusst, dass das eigene Schicksal schon beginnt, bevor man in der Wiege liegt, die man sich eh nicht auswählen kann.
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am 3. August 2009
Zum Inhalt ist bereits alles gesagt. Ich schließe mich meinen Vorredner bei ihrer Lobeshymne an. Ein kleines Buch, nur knapp 100 Seiten, aber jede Seite hat ihre eigene Tiefe. Ein Buch, das man einfach lieben muss- weil man nicht anders kann. Grimbert hat sicherlich einen Bestseller geschrieben, ein ganz persönliches Buch, ein humorvolles und eines, das einem die Tränen in die Augen treibt. Vor allem hat er aber ein Buch geschrieben, das man nie wieder vergisst! Ich empfehle es aus tiefstem Herzen- LESEN!
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am 25. August 2011
Hier bewegt nicht die Geschichte als solche, denn diese, so schrecklich und dramatisch sie ist, ist eine von viel zu vielen jener furchtbaren Zeit. Es ist viel mehr die Tatsache, dass der Autor selbst involviert ist, es sich um seine Geschichte handelt, die seiner Familie, die er sich so schmerzvoll und am Ende doch befreiend selbst entschlüsseln musste. Diesen langsamen Prozess des Entschleierns erzählt Grimbert auf eine sehr schöne Art, ganz unverschnörkelt und doch sehr engagiert. Man spürt in jeder Zeile, wie viel ihm das zu Erzählende bedeutet, wie viel Einfluss es für immer auf alle Involvierten hat. Dabei das grosse Thema der Schuld, die vermeintliche oder tatsächliche seiner Eltern, die, die er in der Kindheit selbst zu haben glaubte und natürlich die all derer, die dies grundsätzlich zugelassen haben.
Trotzdem bewahrt Grimbert bei allem das Mass, wird nie zu dramatisch, berührt gerade deshalb so tief.
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am 14. Oktober 2006
Über den Inhalt ist bereits alles gesagt. Wieder mal ein Juwel unter den vielen Büchern. Eine wirklich mitreißende Geschichte, die so unglaublich wie realistisch zugleich ist - eigentlich keine Geschichte. Das kleine Büchlein überrascht kommt fesselnd und ganz elegant daher. Absolut empfehlenswert.
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Es ist ein kleines autobiographisches Buch, ein preisgekrönter Bestseller in Frankreich. Der Protagonist, Psychoanalytiker Philippe Grimbert, war ein schwaches, schmächtiges, wenig talentiertes, zartes Einzelkind, von sportlich völlig durchtrainierten und ehrgeizigen Eltern. Irgendwie hatte er immer das ungute Gefühl, gar nicht das leibliche Kind dieser Eltern zu sein. Und so erfindet er sich eines Tages, in seinen Tagträumen, einen großen Bruder, mit dem er Selbstgespräche führt und der ihn beschützen soll. Viel hilft auch das nicht, denn die Enttäuschung über dieses zarte, glücklose Kind weicht nicht aus den Augen seiner Eltern.

Und eines Tages, Philippe ist fünfzehn Jahre alt, lüftete eine enge Freundin der Familie, ein lang gehütetes Geheimnis. Nach und nach erfährt Philippe, dass seine jüdischen Eltern das Leben im besetzten Paris nicht schadlos überstanden haben. Und so erfahren wir aus der Sicht des „Nachgeborenen“, die aufwühlende, bewegende Geschichte seiner jüdischen Familie. Die Eltern waren beide früher schon einmal verheiratet, und es gab tatsächlich diesen anfangs herbei phantasierten großen Bruder. Er ist von den Nazis in Auschwitz ermordet worden. Seine Eltern haben den herben Verlust und die empfundene Schuld bis jetzt durch beharrliches Schweigen und devote Anpassung zu verdrängen gewusst.

Heute, 50 Jahre später, schreibt Philippe diese sehr bewegende Geschichte, und

spricht all diese Themen bei seinen Eltern an, konfrontiert sie mit diesen Geschehnissen, fordert sie auf, die Bürde der Vergangenheit in Würde zu tragen, sich zu öffnen und wahre Gefühle zu zeigen, auch vielleicht einmal zu weinen.

Das Buch ist derart packend und atmosphärisch dicht geschrieben, dass man keine Seite davon missen möchte. Die Sprache ist geradezu phantastisch, die unterschiedlichen Reflexionsebenen beeindruckend. Nur leider ist es viel zu schmal.
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