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am 24. Januar 2005
Als ich letzthin in der Bahnhofsbuchhandlung auf der Suche nach Lesestoff für eine längere Fahrt in den Regalen herumstöberte, stach mir der ebenso schlichte wie schöne Rücken von "Yasushi Inoue - Schwarze Flut" in die Augen. Der Bibliothek Suhrkamp sei Dank! Inoue ... ein alter Bekannter ... warum nicht?
Das Buch erschien, so lesen wir im Nachwort, als erster Roman Inoues im Jahre 1950, also nach dem fulminanten Start mit "Das Jagdgewehr", einer der bedeutendsten Erzählungen des 20. Jahrhunderts.
In "Schwarze Flut" kreuzen sich zwei völlig konträre Handlungsstränge und Zeiten. Einerseits die hektische Reportage über den mysteriösen Tod des Generaldirektors der japanischen Staatsbahnen, die aus der Perspektive einer Zeitungsredaktion photorealistisch nachgezeichnet wird. Andererseits die dumpfen Erruptionen der Ratlosigkeit, des erfolglosen Ergründens und der Melancholie der Hauptfigur Hayami, dessen Frau vor 16 Jahren völlig unerwartet mit einem zweitklassigen Schlagersänger von einer Klippe in den Tod sprang. Hayami ist die Klammer dieser beiden Geschichten. Ihm obliegt die Hauptverantwortung für die Berichterstattung über den Tod des Generaldirektors. Schon am folgenden Tag quellen in den verschiedenen Tageszeitungen des Landes übertriebene Mutmassungen über die Ursachen des Todes des Generaldirektors. Die Mordthese gewinnt zunehmend an Anhängerschaft, doch Hayami und sein Team bleiben bei einer vorsichtigen Berichterstattung, die eher auf einen Selbstmord hindeutet. Je weniger sich der Fall auflösen lässt und je verbissener die Reporter nach der Wahrheit suchen, desto mehr verlangt die Öffentlichkeit nach einer simplen Erklärung. Doch Hayami weigert sich, diese zu "erfinden", genauso wie sich der Tod seiner Frau für ihn letztlich nicht enträtselt. Ein packendes Buch!
PS: Ein Äquivalent zu Inoues Sprache findet sich in den Bildern des Regisseurs Hirokazu Koreeda in "Maboroshi no hikari" (Licht der Illusion). Umwerfend ruhig und zugleich bedrohlich!
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am 27. August 2011
Die Sprache von Inoue ist Japanisch. Selbst wenn man sein Werk übersetzt bleibt diese hintergründige Sprache seiner Geschichte erhalten.
Dieses Werk erzählt nun zwei Geschichten auf wenigen Seiten. Es ist wie in vielen Bereichen in Japan. Man denkt etwas sehr offensichtliches zu sehen, merkt aber nach einer Weile, dass da noch etwas anderes, verborgenes, eigentliches ist. Das Verborgene ist der Kern, den man aber nur schwer begreifen kann. Thematisiert wird in diesem Buch der Selbstmord. Der einzige Ausweg aus der japanischen Gesellschaft. Es ist ein Ausweg für den, der diesen Weg geht. Für alle anderen ist es der Beginn einer neuen Rolle in der Gesellschaft. In der einen Geschichte beeinflusst der Protagonist den Umgang der Öffentlichkeit mit dem Tod eines Eisbahners. In der anderen Geschichte verzweifelt derselbe Protagonist unter dem Selbstmord seiner Frau.
Es ist ein trauriges Buch. Ein großartiges Buch. Es sind zwei gute Geschichten.
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am 3. Juli 2013
Der Suhrkamp-Verlag und ich stehen auf Kriegsfuß miteinander, was die Buchklappentexte angeht. Auch wenn mir das eigentlich egal sein kann, weil ich mich beim Lesen nicht nach dem Klappentext richte, meine ich, daß dieser eine gewisse Beziehung zum Inhalt des Buches aufweisen sollte. Es ist nicht das erste Buch auf diesem Verlag, und insbesondere nicht das erste Buch dieses Autors, bei dem er das nicht tut.

Im Jahre 1949 verfügte der Generaldirektor der staatlichen Eisenbahnen die Entlassung von 37.000 Angestellten. Kurze Zeit später verschwindet er und wird tot auf den Gleisen in der Umgebung von Tokio aufgefunden. Das ist der Aufhänger der Geschichte, es ist nicht die Geschichte selbst. Und schon gar nicht interessiert sich Yasushi Inoue für die Antwort auf die Frage "Mord oder Selbstmord" oder die Angemessenheit des Umgang von Öffentlichkeit und Gesellschaft mit diesem Todesfall.

Daß der Protagonist der Geschichte, der Journalist Hayami, die Berichterstattung seiner Zeitung über diese Angelegenheit koordiniert, ist die Rahmenhandlung der Geschichte (und des Autors zeitgeschichtlich höchst bemerkenswerte Stellungnahme zur Frage "Neutralität und Mäßigung in der Presseberichterstattung"), die ihren Inhalt aus anderen Handlungssträngen speist:
- die psychische Verarbeitung des Todes von Hayamis Ehefrau, die eines Tages unvermittelt zusammen mit einem Schlagersänger Selbstmord beging - entsprechendes Medienecho inklusive,
- die Geschichte um Hayamis früheren Zeichenlehrer, der ein umfangreiches (und in zahlreichen Experimenten durchgearbeitetes) Werk über die Kulturgeschichte der Farben geschrieben hat und in diesem Thema völlig aufgeht,
- und die Geschichte von Hayamis Beziehung oder nicht-Beziehung zu Keiko, der verwitweten Tochter eben dieses Zeichenlehrers.

Was über den toten Generaldirektor gesagt und berichtet wird, tritt demgegenüber in den Hintergrund und fungiert mehr als eine Spiegelung oder Resonanz eines der anderen Handlungsstränge. Die gesamte Geschichte ist damit trotz ihrer Kürze ein atemberaubend vielschichtiges Buch.
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am 5. November 2011
Das Buch ist zunächst ganz der Aufklärung des Schicksals des verstorbenen Generaldirektors der Staatsbahn gewidmet. Die Jagd der Zeitungsreaktionen nach Wahrheit und Sensationen wird allmählich ermüdend und langweilig, wenn nicht die Geschichte des Journalisten und Witwers Hayami mit einem alten Lehrer und seiner Tochter die Aufmerksamkeit des Lesers wachhält.Hayami ist immer noch gekennzeichnet vom mysteriösen Doppelsuizid seiner Frau. Die Tochter des Lehrers Usan wird Hayami zunehmend vertraut und trotzdem gibt es kein Happy End. Die Beziehung Tochter /Lehrer Usan/Hayami fand ich spannender als die erfolglose Suche der Journalisten nach einer Wahrheit!
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