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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
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am 21. Dezember 2016
Gerade die ersten 50 Seiten sind unglaublich eintönig für ein Schulbuch. Die Pointe rückt in weite Ferne und die starre Verwendung von Zu- und Nachnamen scheint nur der Seitenschinderei zu dienen - Sinn macht das nicht. Kurzum zusammengefasst ist das Buch ein Hohelied der Demokratie, dass Terrorismus eher weiter in die Ferne rückt als sich damit auseinanderzusetzen.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. August 2016
Literaturkritik: Christoph Hein ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Essayist.
In seiner frühen Kindheit ein Garten ist ein 2005 erschienener Roman von Christoph Hein.
Er greift den Fall des 1993 bei einem Polizeieinsatz in Bad Kleinen durch einen Schusswechsel
mit einem Polizisten auf.In seinem Roman erzählt Christoph Hein von einem Vater, dessen Kind
die Familie verriet, um sich in den Dienst der RAF zu stellen.
Der Schriftsteller Christoph Hein, so möchte man verfügen dürfen, gehört heute zur Spitze der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.Seine Sprache ist mit ihrer Wortgewalt, ihrer Stilsicherheit und ihrer geschmeidigen Verfügbarkeit in der Hand eines Meisters zu einem Beispiel gegenwärtiger humaner Nutzung des deutschen Wortes im Interesse der deutschen Literatur geworden.
In jahrzehntelanger Arbeit legte er ein gewichtiges Kunstwerk nach dem anderen vor, die alle
verdienen,hervorgehoben zu werden, sind sie doch zu einer Art Chronik deutscher Verhältnisse in
dem vergangenen Jahrhundert geworden.
Wenn einer die Sprache ernst nimmt, dann muss er gleiches auch mit der Thematik tun, die von ihr getragen wird. Wie so oft in seinen Werken nimmt Hein eine Familie herbei als Gerüst des Erzählens und trägt dies in seiner stets unnachahmlichen Art des Schreibens vor.

Das Buch wurde bei amazon gekauft.
Fünf Sterne für diesen Band.
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TOP 500 REZENSENTam 25. November 2013
Der GSG9-Einsatz in Bad Kleinen, bei dem (u.a.) der Terrorist Grams getötet wurde, ist bezogen auf die Realität Ausgangspunkt für diesen das Geschehen und die Folgen fiktional weiter entwickelnden Roman. Das Buch handelt somit nicht thrillermäßig vom Kampf der Polizisten gegen einen hochgefährlichen Staatsfeind. Vielmehr wird dieser Antiterroreinsatz zum Anlass genommen das Gewaltmonopol des Staates zu hinterfragen. Die Eltern von Oliver Zurek, so nennt Hein in seinem Roman den getöteten Terroristen, forschen nach und wollen alle Umstände genau wissen, die zum Tod ihres Sohnes führten. Dabei bewegen sie sich plötzlich nicht nur im Fokus des Staatsschutzes, dessen Wirken sie in der Zeit der Fahndung nach ihrem Sohn unangenehm verspürten, sondern in medialer Öffentlichkeit. Sie müssen die Prangerwirkung dieser journalistischen Aufmerksamkeit ertragen, um so mehr, da ihr Ringen um die Wahrheit zum Tod ihres Sohnes als Solidaritätsakt verstanden wird. Eine an Sippenhaft erinnernde Ächtung und das Zerreißen der Familienbande sind die Folge. Eine Antwort auf die Fragen nach der Schuld am Tod ihres Sohnes erhalten der pensionierte Schuldirektor Dr. Zurek und seine Frau nicht. Das Vertrauen Dr. Zureks in diesen Staat, dem er als Beamter einen Treueeid schwor, ist am Ende so schwer erschüttert, dass er öffentlich dieser Treue abschwört.

Das Verhältnis von Eltern und Kindern, die Wirkung der Taten der einen Generation auf die andere hat Hein in diesem Buch beschäftigt in der Weise, dass die von dem Sohn aufgeladene Schuld die Eltern drückt. In seinem neuen Buch "Glückskind mit Vater" befasst sich Hein mit der umgekehrten Situation. Die Schuld des Vaters wird dorf zur lebenslangen Last für den Sohn.
Christoph Hein hat sich als Schriftsteller in der DDR mit "Horns Ende" an staatlichen Verhältnissen gerieben. Diesem Ansatz ist er mit dem Roman "In seiner frühen Kindheit ein Garten" treu geblieben, wobei anders als damals keine staatliche Zensur das Erscheinen des Werkes zu verhindern suchte.
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am 23. Dezember 2016
Nachdem ich die hervorragende Rezension von Mathias Wühle gelesen habe, weiß ich nicht, was ich dem hinzufügen könnte. Dennoch will ich ein paar Eindrücke hier wiedergeben.

Der Rahmen der Geschichte hält sich sehr eng an die Lebensgeschichte des RAF Terroristen Wolfgang Grams und die Ereignisse rund um die versuchte Festnahme in Bad Kleinen. Der Roman befasst sich mit dem Leben der Eltern von Grams nach dem Tod des Sohnes bei diesem Polizeizugriff. Der Tagesablauf der Eltern, v.a. des Vaters wird minutiös und ermüdend beschrieben. Daraus ergibt sich ein Bild des Vaters, der zwar die Taten und die Gedankenwelt seines Sohnes ablehnt, ihn aber trotzdem nicht als Terrorosten sieht. Vielmehr wird der Staat in den Augen des Vaters zum Täter. Ein Staat dem er als Lehrer mit einem Amtseid gedient und ihn immer verteidigt hat. Sein gesamtes Wertesystem diesbezüglich bricht zusammen. Hier wird aus der Sicht des Vaters der Staat anstelle des Terroristen zum Täter und der Terrorist ausschließlich zum Opfer. Auf eine absurde Spitze wird das getrieben, als der Vater seinen Amtseid öffentlich widerruft.

Möglicherweise hat der Vater es tatsächlich so gesehen, aber wir wissen es nicht, eins Ausführungen sind rein fiktiv, sie unterstellen dem Vater diese Haltung. Mir ist nicht klar, ob Hein seine Darstellung des Vaters aus öffentlich zugänglichen Informationen abgeleitet hat, denn der Vater hat in mehreren Verfahren gerichtlich geklagt, oder ob Hein Handlungen und Haltungen des Vaters aus seiner Intention heraus auf diese Weise dargestellt hat. Ich finde es jedenfalls fraglich, solch brisante Ereignisse anhand real existierender Personen auf diese fiktive Weise darzustellen.

Als Schullektüre finde ich dieses Buch ausgesprochen ungeeignet, sollte es heute noch Schullektüre sein. Das Thema RAF wird in dem Roman letztlich zu unkritisch bearbeitet und es würde seitens des Lehrers eine erhebliche geschichtliche Aufarbeitung erfordern, diesen Roman in den historischen und für die bundesdeutsche Geschichte wichtigen Kontext einzuordnen. Für die angehörigen von Gewaltverbrechern/Terroristen ist es äußerst schwierig, mit den Taten der Kinder, Geschwister o.ä. weiter zu leben. Eigentlich hätte das das Thema des Romans werden könne, ist es meiner Ansicht aber letztlich nicht geworden.
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am 6. Februar 2017
Erzählt wird, wie ein Vater mit den Beschuldigungen gegen seinen toten Sohn Oliver, einen Terroristen, umgeht. Die Figuren und Schauplätze sind von der RAF und der Festnahme in Bad Kleinen Anfang der 90er inspiriert. Die Namen der Figuren scheinen aber ausgewürfelt worden sein, so heißen Olivers Geschwister Christin und Heiner.
Es gibt keine Überraschung, es gibt keine große Handlung - das Leben des alten Elternpaars spielt sich in der Wohnung, im Stadtpark und im Supermarkt ab. Übrig bleibt die Erkenntnis, dass der böse Staat sich gegen seinen Bürger stellt, um polizeiliche Fehler nicht zugeben zu müssen. Man kann das Buch wegen der einfachen Sprache recht flüssig lesen, aber sollte sich keine Unterhaltung davon versprechen.
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Ein junger Mann wird wegen Terrorismusverdachts sechs Monate in Haft gehalten und dann wegen Mangel an Beweisen frei gelassen. Wenig später taucht er unter und seine Eltern und seine Geschwister bekommen einen letzten Brief von ihm. Danach hören die Eltern – Friederike und Richard Zurek immer sehr gründlich und regelmäßig die Nachrichten, bis sie eines Tages von einem Einsatz einer Bundesgrenzschutzeinheit bei Kleinen hören, bei der zwei Terroristen verhaftet werden und einer bei der Verfolgung auf den Geleisen Selbstmord begangen haben soll. Der Tote ist Oliver Zurek, der verlorene Sohn. Schwer geschockt sitzen die beiden vor dem Fernsehen und sehen, wie sich die Grundlagen ihrer beiden Leben zu verschieben scheinen – besonders, da Oliver vor seinem Freitod einen Polizisten erschossen haben soll.

Eigentlich ein interessantes und spannendes Thema, das ja auch auf einem realen Fall basiert, aber der Autor lässt an keiner Stelle wirkliche Spannung aufkommen. Der Leidensweg der Eltern des toten Oliver wird zwar bis zu einem Bruchpunkt nachgezeichnet und erscheint dabei sehr realistisch, aber es ist eine Art des Realismus, der über die realistische Darstellung hinaus keinen Aussagewert zu haben scheint.
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am 2. März 2010
Christoph Hein erzählt die Geschichte um die realen Ereignisse des GSG9-Einsatzes von 1993, bei der der Terrorist Wolfgang Grams unter ungeklärten Umständen erschossen wurden war. Die Parallele zum Realereignis zieht Hein dabei ganz explizit. Zwar verwendet er andere Personennamen, verändert aber den Tatort des Bahnhofs von Bad Kleinen nur minimal in den Bahnhof von Kleinen. Hein konzentriert sich auf den Klageweg Grams' Eltern durch sämtliche Rechtsinstanzen zur Aufklärung der Todesursache Ihres Sohnes. Auch diesen Klageweg hat es so wirklich gegeben. So verständlich das Bemühen der Eltern um Rehabilitation des Sohnes auch ist, es bleibt fraglich, ob das wiederholt vom Protagonisten vorgetragene Postulat "Mein Sohn ist kein Mörder" hinreichend ist, um damit um Sympathie der Leserschaft - eine Sympathie immerhin für einen Terroristen - zu werben, sofern das überhaupt die Absicht des Autors ist.

Gesetzt den Fall, die wäre Heins Absicht, so wird dies schon durch die schwerfällige und holzschnittartige Darstellung des Vaters erschwert, den Hein bis zur letzten Seite in konsequenter Pronomen- und Synonymenverweigerung stets mit Vor-und Zunamen Richard Zurek nennt. Auf den ersten 100 Seiten erfüllt Richard Zurek ohnehin nur ein Ziel: Den Leser nach allen Regeln der Kunst zu langweilen, etwa wenn Hein zum widerholten Male Richard Zurek alle verfügbaren Zeitungen kaufen lässt, und ihn daraus die Artikel über seinen Sohn ausschneiden und abheften zu lassen.

Nun kann man Heins monotonen Stil und die gezielte Spannungsvermeidung entweder als gewollten Kunstgriff bezeichnen oder kritisieren; eine andere Kritik, die sich gegen "In seiner frühen Kindheit ein Garten" richtet, Hein würde darin unkritisch mit dem Thema RAF umgehen, lässt sich hingegen schwerer aufrechterhalten. Sie lässt sich aber auch schwer zurückweisen. Vielmehr versucht Hein, der während des geamten Romans die RAF kein einziges Mal namentlich erwähnt, sich auf die Seite des Vaters des getöteten Terroristen zu stellen, ohne zugleich für Terroristen Partei ergreifen zu müssen. Dieses vermeintlich geniale, aber letztendlich einengendem Konstrukt würde vermutlich genügen, um die Familienehre der Familie Zurek wiederherzustellen. Das mag auch dem wirklichen Vater von Wolfgang Grams gereicht haben, Christoph Hein ist dies jedoch zuwenig: Er lässt den pensionierten Schuldirektor Richard Zurek am Ende des Romans in der Aula seiner alten Schule vor verdutzten Zuhörern feierlich seinen Amtseid widerrufen.

Die Verblüffung ist dabei ganz auf der Seite des Lesers, denn Richard Zurek betrachtet als Folge seiner Verbitterung nichts Geringeres als den gesamten Staat als seinen persönlichen Feind, weshalb ihn die Entbindung von seiner Funktion als Staatsdiener (und sei es nur die Funktion des ehemaligen Staatsdieners) als ultima ratio erscheint. Selig lässt Hein seinen Roman in einem Restaurant bei gutem Essen und einem Glas Wein ausklingen. Wozu die Aktivisten der RAF noch revolutionäre Ideale, Ideen und seitenlange Kommuniqués bemühen mussten, kommt Richard Zurek mit dem simplen Vater-Sohn-Verhältnis aus. Ganz bewusst lässt Hein sogar den Vater die Büchern seines Sohnes lesen, jedoch nur um Zureks Abneigung gegen die Inhalte darin hervorzuheben.

So wird Richard Zurek am Ende zum Revoluzzer ohne revolutionären Ideale. Selbst Christoph Hein mag diese Vorstellung kurios, wenn nicht gar anmaßend erschienen sein. Und so versucht er sich in kleinen Rückblenden Rechtfertigungen dafür zu schaffen, um für Verständnis für Richard Zureks Verhalten zu werben, während dieser wiederum bemüht ist, Verständnis für seinen Sohn Oliver aufzubringen: "Und plötzlich waren wir mitten in einem Polizeieinsatz", so berichtet Richard Zurek seiner Frau über ein Schlüsselerlebnis mit seinem Sohn, dem späteren Terroristen; und darüber, wie diese bei einem harmlosen Einkaufsbummel in Wiesbaden in einen Tumult geraten waren: "Die Wasserwerfer fuhren mit hohem Tempo auf die Demonstranten zu, und dann knüppelten sie auf alles ein, was sich bewegte". Mit unbekümmerter Leichtigkeit schlägt Hein einen Bogen von beobachteten Polizeieinsätzen hin zu jenem verkorksten Gerichtsprozeß, bei dem sich Richter und Polizei gegenseitig decken und Beweise vernichten, um daraus Richard Zurek die Schlußfolgerung ziehen zu lassen: "Da der Staat aber seine eigenen Gesetze nicht wahrt, bin ich von meinem Amtseid entbunden". Diese Schlüsse zieht Hein mit einem beachtlichen Grad an Selbstverständnis und fordert den Leser auf, ihm gleich zu tun, vorausgesetzt, das Staatsverständnis des Lesers lässt sich auf die beiden Elemente Polizei und Richter reduzieren, wie das bei Christoph Hein der Fall zu sein scheint.

Der erschöpfte Leser endet in einem hessischen Weinlokal und hat sicher ein Gläschen Roten verdient, nachdem zunächst Spannung, dann Logik, Witz, Sympathie und zuletzt auch Verständnis für den Protagonisten und seine Handlung auf der Strecke geblieben sind.
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am 20. Januar 2012
Bin Schüler der 13. Klasse, wir lesen gerade dieses Buch.

Als allererstes ist mir als sehr seltsam aufgefallen, dass dieser von der Presse so hochgelobte Roman NUR als Schülerlektüre existiert, was mich noch vor dem Lesen sehr verwirrt hat. Immerhin - zunächst fand ich es spannend, endlich mal auch in der Schule moderne Literatur zu lesen, und keine 19.Jahrhundert-Klassik. Aber: ist dieses Buch überhaupt als Literatur anzusehen, wenn scheinbar 70 % seiner Leser Schüler sind, denen es verordnet wurde? Goethe, Schiller, Brecht, Hesse, usw. - keiner von ihnen hat geschrieben, damit Schüler ihre Werke lesen. Hein anscheinend schon. Zusammen mit dem Inhalt des Romans kommt es mir vor, als würde das einzige Ziel dieses Buches sein, es Schülern in die Hand zu drücken, und zu belehren, belehren, belehren.

Ein typischer Schüler - hat Hein sich wohl gedacht - wird folgende Schlüsse ziehen: 1) Terroristen sind böse, sie machen Leute tot und ihre Familien kaputt; 2)Der Staat ist gerissen, er greift zu unlauteren Mitteln um seine Macht zu verteidigen, 3)Das Ideal der Demokratie - verkörpert durch Zurek - ist gut, weil es ehrlich ist.

Letztendlich ist der Roman ein Aufruf an uns Schüler, gute, idealistische Demokraten zu sein. Aber das wars dann auch. In allen anderen Aspekten ist der Roman unfassbar schwach. Der Titel ist total ungerechtfertigt, Hein hat anscheinend selber keine Ahnung, wie Oliver Zurek zum Terroristen wurde, und will es uns auch nicht erzählen. Spannung gibt es nicht, dafür hat man aber vieles über den regulären Ablauf von Gerichtsprozessen gelernt. Die Moral des Romans sehr fadenscheinig, absolut nichts weltbewegendes, außer der 1/2 Seite langen erkenntnis, dass es in kommunistischen Texten eigentlich um Liebe geht, und das Leute, die zur Kalaschnikow greifen, Idioten sind. Und als am Ende der fast 80jährige Zurek seinen Amtseid zurücknimmt (Wow, was für eine Heldentat!), nennt er seine alte Frau vergnügt "Mädchen", geht schön essen, und vergisst aus heiterem Himmel die ganze Melancholie, welche ihn die letzen 10 Jahre (und den Leser sehr lange 270 Seiten) begleitet hat.

Alles in Allem ein Roman, der nicht wirklich lesenswert ist, überhaupt keine richtige Literatur, sondern eher ein künstlerisch aufgepeppeltes politisches Manifest über die Demokratie. Trotzdem 2 Punkte von 5, erstens wegen der tollen Idee, den Vater eines Terroristen zur Hauptfigur zu machen (schade, dass sie so schlecht ausgearbeitet ist). Der zweite Punkt für die intelligenteste Staatspropaganda, die ich je gelesen habe (und glaubt mir, davon gibt es an der Schule JEDE MENGE).

in diesem Sinne: an alle "freiwilligen" Leser: nicht kaufen! An alle Schüler, die es lesen müssen: Augen zu und durch. Und macht euch nichts draus, immerhin gibt es in der 13 noch den Faust ;)
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am 6. August 2011
Die vielen negativen Aspekte, die dieses Buch "auszeichnen", sind schon in den kritischen Rezensionen zur Genüge besprochen worden. Nachdem ich "In seiner frühen Kindheit ein Garten" nun selbst durchgelesen habe, muss ich deren Autoren leider größtenteils zustimmen.

Es wird die Geschichte eines Rentnerehepaares erzählt, dessen terroristischer Sohn in einem Polizeieinsatz ums Leben kam. Da sich die Berichte über das Ereignis widersprechen und man es anscheinend mit Vertuschung einer Ermordung des Sohnes zu tun hat, klagen sich die Eltern durch alle Instanzen, um die Wahrheit zu erfahren und Recht zu erlangen. Angelehnt ist das Ganze wohl an den Fall des RAF-Terroristen Wolfgang Grams, der wirklich existiert hat.

Literarisch enttäuscht das Buch: Die Figuren sind sehr eindimensional bzw. flach dargestellt, insbesondere wegen der hölzernen Dialoge, die nicht selten die Grenze zum Kitsch überschreiten und mit Möchtegernlebensweisheiten nerven ("Irgendwann muss jeder für seine Kinder bezahlen"). Eine Ausnahme stellt die zentrale Figur des Richard Zurek, der Vater des verstorbenen Terroristen Oliver Zurek, dar. Er wandelt sich angesichts der Enttäuschung über die scheinbar nicht neutrale Rechtsprechung über die Länge des Romans von einem treuen Diener des Staates zu einem seiner Kritiker. Gleichzeitig beginnt er, den Idealen und Vorbildern des Sohnes nachzuspüren, die hauptsächlicher politisch linker Natur sind. Das wäre eigentlich ideal, um den Leser zum Nachdenken anzuregen: Was kann den Einzelnen zum Terrorismus führen, wenn er Marx, Engels und co. liest? Aber Herr Hein lässt Zurek die Schriften und Bücher, die er findet, als Ausdruck von Liebe unreflektiert verklären - damit erteilt Vater Zurek gerade den kämpferisch-linken Parolen und terroristischen Vereinigungen wie der RAF eine Absolution, die er selbst eigentlich ablehnt.

Spätestens ab diesem Punkt konnte ich das Buch nicht mehr objektiv lesen, geschweige denn ernst nehmen. Dafür ist die Handlung vor allem durch die schwache Charakterzeichnung zu unglaubwürdig geraten. Das Problem ist nicht, dass gebetsmühlenartig "Gerechtigkeit" für einen mutmaßlichen Verbrecher gefordert wird, denn die Wahrheit ist ja ungewiss. Aber welcher Mensch kann denn dauerhaft an der Vorstellung festhalten, dass der Sohn kein Mörder ist, wenn er Waffen gehortet hat und in einer terroristischen Vereinigung aktiv war? Was hat diese banale Liebesgeschichte, die einfach aus dem kompletten Nichts auftaucht, mit der Haupthandlung zu tun? Es gibt viele solcher Dinge im Roman, bei denen man sich sagt: Das passt doch nicht. Das ist unlogisch. Das ist unrealistisch. Alles das macht in Kombination mit der konfusen Unterscheidung zwischen dem Sohn Oliver Zurek und dem Terroristen Oliver Zurek sowie einer verwirrenden zeitlichen Struktur voller Sprünge das Lesen sehr anstrengend.

Letztendlich bleibt nur der fade Geschmack, dass man es hier mit einem eher unausgegorenem Moralstück zu tun hat. Literarisch wertvoll ist es nicht wirklich, inhaltlich hätte was draus werden können. Am schlimmsten aber ist, dass nie die Intention des Autors ersichtlich wird. Zu keiner Zeit wusste ich, was genau ich jetzt aus den Geschehnissen lernen soll. Ist der Staat jetzt böse oder gut, wird der Mensch durch sein Umfeld zum Terrorist oder durch seine Natur, haben terroristische Vereinigungen wie die RAF hehre Ziele oder nicht, oder ist es doch irgendwas dazwischen? Im Endeffekt habe ich die Vermutung, dass Herr Hain mit seinem Roman auf irgendetwas aufmerksam machen wollte, ich kann aber partout nicht erkennen, auf was. "Die Moral von der Geschicht" bleibt mir einfach verschlossen...
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am 11. Dezember 2012
Nur kurz erwähnt sei hier, dass mir das Buch wahrscheinlich nie aufgefallen wäre, hätte ich es nicht für die Schule lesen müssen

Ansonsten kann ich nur sagen, dass es recht gut zu lesen ist und man sich in Olivers Eltern hineinversetzen kann, wie in kaum einem anderen Buch, man fiebert tatsächlich mit ihnen mit. Dennoch gibt es von mir keine fünf Sterne, da der Hintergrund zu sehr vernachlässigt wird und bei solch einem Thema darf dies nicht passieren!!
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