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Kundenrezensionen

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am 26. Juni 2006
Eines vorneweg: so ein trauriges und deprimierendes Buch habe ich noch nie gelesen. Jetzt sollte man meinen, warum man ein solches Buch lesen oder gar gut finden sollte. Ganz einfach: weil es viel interessanter, aufwühlender und lehrreicher ist als jeder 1000seitige Krimi/Thriller der heutigen Zeit. Typisch für Kafka sind wieder die sehr langen, verschachtelten Sätze, welche gut zur Geschichte passen, da so die Hilflosigkeit, der K. ausgesetzt ist, noch besser zur Geltung kommt. Die Sprache ist oft sehr bildhaft(vgl. Kapitel 'Im Dom') und man kann hier viel hineininterpretieren. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden. Der Prozeß ist auch deshalb so aufwühlend und spannend, weil man manchnal auch sich selbst(als die Person Josef K.) darin erkennt. Natürlich ist das Buch nicht für jedermann geeignet, da es sehr deprimierend ist, und deshalb schwer zu ertragen, aber wer sich für psychoanalytisches Denken interessiert oder einfach mal etwas anderes, abseits leichter Unterhaltung, lesen möchte, der sollte es nicht versäumen. Eigentlich sollte es jeder gelesen haben. Bis denn
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am 8. März 2008
Es ist hier schon so viel gesagt worden, dem ich mich nur anschließen kann, insbesondere über die Vieldeutigkeit des Romans auf verschiedensten Ebenen (also Futter für den Geist), und - spiegelbildlich - die verschiedensten emotionalen Ebenen, auf denen die Geschichte jeden ganz persönlich berühren kann. Deswegen ist der Roman so ganz besonders reichhaltig für mich.

Es werden keine Aussagen gemacht in diesem Buch bzw. Prozeß. Und (die richtigen) Fragen bzw. Gelegenheiten, diese zu stellen, werden garantiert stets verfehlt, siehe Gleichnis mit dem Türhüter.

Fragen sowie Antworten werden dem Leser überlassen. Eine unvergleichlich angenehme Situation auf den ersten Blick. Kein besserwisserischer Held weit und breit. Aber auch niemand, der uns hilft.

Die Figur des Josef K. war mir manchmal sympathisch, manchmal unsympathisch, aber nie gleichgültig. Zu Anfang ist er ein selbstgerechter, geradezu selbstverliebter, von sich eingenommener Schnösel und Weiberheld, unentbehrlich an seinem Arbeitsplatz, unentbehrlich bei seiner Vermieterin. Nichts scheint seinen Lebensplan zu kreuzen, als urplötzlich Franz und Willem auf dem Plan stehen und ihn "verhaften".

Was weiter mit Josef K. geschieht und wie er sich langsam verändert, sein Verhältnis zu seiner Umwelt sich ändert und zu sich selbst und seine Schnöselhaftigkeit nur noch notdürftig aufrechterhalten wird, kann ich nicht anders als spannend nennen.

Kafka ist nicht der Voyeur seines "Antihelden", sondern schildert alles kühl, manchmal gegen den Strich, erfüllt keine Erwartungen, bleibt gnadenlos. Hochachtung.

Wie herzergreifend und kompromißlos dann allerdings das Ende. Man ahnte es, Josef kapituliert. Heroisch möchte er sein am Ende, so schreitet er nicht nur willenlos, sondern kooperativ seiner Hinrichtung entgegen, möchte einen letzten guten Eindruck machen, Schnösel (und nicht Kämpfer) bis zum Schluß.

Es wird im Buch klar unterschieden zwischen "normalen" rechtlichen Vergehen, wie Diebstahl, gar Mord etc. = "normalen" Gerichten, und dem "Prozeß", wie Josef K. ihn konfrontieren muß. Allen Personen im Buch ist dieser Unterschied geläufig. Niemals wird K. gefragt, was er verbrochen hat. Es geht um Schuld, oder Schulden, für die es keine "weltliche", "juristische" Anklage gibt, nur die eigene. Das kann wohl jeder Mensch nachvollziehen. Das innere Gericht, der innere Prozeß, den man sich selbst macht, für Dinge, die doch gar niemand weiß außer uns selbst. Geheimnisse.

Einmal überlegt Josef K., was in der ersten "Eingabe" bei Gericht stehen müsse. Es ist nicht weniger als sein ganzes Leben, warum er wo wie was getan habe. Eine unglaublich arbeitsaufwendige, durch keine Fragen von außen gestützte "Eigen-Psychoanalyse" also. Aber er geht nicht in sich, man erfährt weiterhin nichts über seine Herkunft etc.. Er überlegt nur, daß er jetzt seinen Job kündigen oder Urlaub nehmen müßte, um Zeit dafür zu haben, eine rein (prozeß-)technische Überlegung, denn er hat keine Lust und kein Bedürfnis zur Selbsterforschung. Im Gegenteil, er beschwert sich, er sei in den besten Jahren, tagsüber will er Karriere machen, nachts in Weinlokalen sich amüsieren. Also sucht er sich Hilfe von außen, beim Advokaten z.B.. Dieser ist ihm sogar wohlgesonnen, obwohl anderen Mandanten (Kaufmann Block:-))) gegenüber geradezu sadistisch veranlagt. Außerdem hat er einen hilfreichen und resoluten Onkel. Und er lernt den Gerichtsmaler Tintorello kennen. Das alles ist absolut wertlos für ihn.

Im vorletzten Kapitel "Im Dom" sagt der "Gefängnispfarrer": Du hast Dir zuviel Hilfe von außen geholt.

Josef K. verändert sich, das ist der "Prozeß". Es ist nicht sentimental. Nicht belehrend. Nicht erbaulich. Es ist sogar vorhersehbar. Wie er mit allem umgeht, ist nicht gut. Wir stehen einem Dummkopf zur Seite, wie wir selber einer sind. Heutzutage könnte der Roman den Titel "Die Therapie" haben, oder so.

Es gibt eine Art negativen Sog in der Geschichte, der einen von Anfang an spüren läßt: dies wird keinen guten Ausgang nehmen. Die Verhaftung zu Beginn ist eigentlich das "Hallo-wach!-Zeichen" für dieses Individuum. Josef K. schafft es jedoch nie, sich dem existentiellen Kampf, der das Leben nunmal ist, mit Herzblut zu stellen. Er hat immer Ausflüchte. Und viel zu viele Gedanken im Kopf. Er meint, die Frauen könnten ihm helfen, da er offenbar von diesen geliebt wird. Er selbst ist jedoch total beziehungsarm und liebt niemanden. Besagte Frauen findet er eigentlich dumm und blöde, ist aber pfiffig genug, sie instrumentalisieren zu wollen.

Nur das Fräulein Bürstner widersteht ihm. Und nur dieses Fräulein achtet er. Und ausgerechnet sie sieht er auf seinem letzten Gang zum Schafott. Ein junger Mann, der nicht aus seiner Haut heraus kann.

Ich fand viele Szenen hochkomisch, habe laut gelacht. Szenen bildhaft vor mir gesehen. Es ist lustig, grotesk, wirklich witzig.

Und, das hätte ich vielleicht zu Beginn schreiben sollen, sehr leicht und eingängig zu lesen. Ein wunderschönes Deutsch. Manche Sätze sind lang, aber auch nur deshalb, weil Herr K. lieber durch Kommas trennt als durch Punkte. Das ist alles, nichts verschachtelt. Und dieses Stilmittel hält einen irgendwie atemlos.

Muß man gelesen haben. Und kann auch jeder lesen, der lesen kann.

P.S. Hat mich irgendwie an den Film "Caché" von Michael Haneke erinnert. Oder umgekehrt.
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am 5. August 2002
Wer sich auf die Geschichten von Kafka einlässt wird sein blaues Wunder erleben. In klaren unscheinbaren Sätzen verbirgt sich immer ein unheimliches, unglaubliches Horrorszenarium.
Josef K. wird am Morgen seines 30. Geb. verhaftet. Das -Wer- und -Warum- ist unbekannt. Es tut es auch gar nichts zur Sache. Denn alles hat schon seine Richtigkeit, daran zweifelt niemand. Die Versuche von Josef K. sich zu verteidigen sind nicht besonders fruchtbar. Somit geht der unsichtbare Apparat seinen Gang. Ohne viel aufsehens. Und da alles scheinbar seine Richtigkeit hat, ist es auch scheinbar unnötig sich aufzuregen. Geduldig nimmt der Protagonist und der Leser die Geschehnisse hin. Aufgrund der Klaustrophobie, die dieses Buches unauffällig ausstrahlt, bekommt der Leser ganz subtil einen Einblick in das Seelenleben eines Josef K.
Eine unglaubliche Geschichte, unglaublich erzählt.
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am 31. Januar 2005
Der Prozeß ist ein Jahrhundertroman,ein verstörendes Meisterwerk.Es ist schwer,ein Buch zu finden,in dem eine ähnlich intensive,geheimnisvolle Ätmosphäre herrscht wie im Prozeß.So wie Picasso mit drei Strichen einen Stier zeichnet,erschafft Kafka mit drei Sätzen eine Welt,wie sie mysteriöser nicht sein könnte.In dieser Welt kann man sich verlieren,sie ist so einzigartig wie düster.Kafkas Helden sind allein in einer feindlichen Welt gefangen und werden von einem elementaren Gefühl der Schuld förmlich erdrückt.Verzweifelt kämpfen sie gegen anonyme feindliche Mächte,um sich dem finalen Urteil zu stellen:Verdammnis oder Gnade.Grandios!Dabei ist sein Stil nicht so trocken,wie oft behauptet wird:In seinem Werk findet sich ein subtiler,minimalistischer Humor,der nur selten zutage tritt.So öffnet Josef K. im Prozeß heimlich die Gesetzesbücher der Richter und entdeckt,daß sie nur schlechte Pornographie enthalten.Auch ist seine Prosa von einer unvergleichlichen Eleganz,wie man sie heute im Zeitalter drittklassiger Popliteraten vergebens sucht.
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am 13. Dezember 2004
Zur Geschichte:
"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." So beginnt der Roman. Trotz der Verhaftung an seinem 30. Geburtstag darf sich der Bankprokurist Josef K. frei bewegen. Vergeblich versucht er herauszufinden, wessen er angeklagt wurde und wie er sich rechtfertigen könnte. Ebenso wenig greifbar sind das auf einem Dachboden tagende Gericht und das Gesetz. In einem Prozess, von dem nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch der Angeklagte ausgeschlossen bleibt, wird Josef K. schließlich von einer anonymen, für ihn unerreichbaren Gerichtsinstanz, die sich seinem Verständnis entzieht, zum Tod verurteilt. Und Josef K. fügt sich dem mysteriösen Urteilsspruch, ohne jemals zu erfahren, was man ihm vorwirft...
Franz Kafka tritt in seinem Roman "Der Prozess" weder als Erzähler noch als Kommentator auf. Was geschieht, erfahren wir Leser und Leserinnen nur aus der Perspektive der Hauptfigur Josef K. Die Einzelheiten werden durchaus konkret und sorgfältig geschildert - jedoch immer nur aus K.'s Sicht. Dabei steht K. mit seiner Wahrnehmung offenbar allein, denn seine Mitmenschen finden ganz normal, was er für absonderlich hält, und sie wundern sich andererseits über sein aus ihrer Sicht verrücktes, sinnloses Verhalten. Doch was andere denken, erfahren wir wiederum ausschließlich von K., der eine Welt erlebt, die den Überzeugungen der Leserinnen und Leser widerspricht und ihnen surreal und grotesk vorkommt.
Natürlich beobachtet K. nicht nur, was um ihn herum und mit ihm geschieht, sondern er stellt dazu auch Überlegungen an, und diese inneren Monologe schlagen sich ebenfalls im Text nieder.
Wir erwarten also, dass wir an Erfahrungen K.'s teilnehmen werden, die uns seine eigene Entwicklung andeuten und sein Weltbild verständlich machen. Aber das geschieht nicht. Die Leserinnen und Leser werden allein gelassen. Was K. aus seinem Bewusstsein verdrängt, können wir allenfalls vermuten und aus Indizien erschließen. Weil es weder ein psychologisches Profil noch eine Vorgeschichte gibt, ist Josef K. ein "Mann ohne Eigenschaften", eine Figur, die wohl für den Menschen schlechthin steht.
Der Leser bleibt irritiert, weil er der Betrachtungsweise des Protagonisten ausgeliefert ist und sich dessen eigene
widersprechende Denkweise auch nicht psychologisch erklären kann. Dadurch fühlt er sich hilflos wie K., als unverständliche Ereignisse über ihn hereinbrechen.
Ein wahres Meisterwerk Kafkas und nichts für psychisch schwache, stets grübelnde Menschen...
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In dem Roman "Der Prozess" behandelt Franz Kafka einen aussichtslosen Fall der Justiz. Der Bankangestellte Josef K. gerät in einen Prozess, dessen Ursache er nie erörtern wird und alle seine Versuche, sich aus dem Schlamassel herauszuholen, ziehen ihn nur umso stärker hinein und am Ende wird er sich kaum der Todesstrafe entziehen können.

Der Roman ist auf eine nicht leicht zu beschreibende Weise ergreifend.

Kafkas "Held" K. lässt sich immer mehr in ein System aus Justiz und Bürokratie ziehen, was irgendwie nebulös erscheint - so etwa die Gerichtskanzleien in der dumpfen Luft der Dachböden, die unerreichbaren "höheren Richter", die nie erblickbare Anklagebehörde. Gleichzeit jedoch ruiniert er aber auch in zunehmendem Maße seine gefestigte Existenz und tilgt kontinuierlich jegliches Realitätsbewusstsein aus.

Der Roman ist alles andere als leichte Unterhaltung. Er ist auch nicht als "Pausenfüller" geeignet.

Doch für den, dem Lesen nicht nur qualvolle Pflichterfüllung oder bedingt brauchbares Mittel gegen die Langeweile ist, präsentiert er sich als echte Bereicherung. Jeder Dialog ist ein Meisterwerk.

Fazit:

"Der Prozess" ist ein spannendes Werk und sehr klar und nüchtern geschrieben. All die Dinge, die Kafka beschreibt, erscheinen real und doch fantastisch und absurd.

Es ist sicherlich kein Roman für jemanden, der normalerweise nur Grisham, Irving und andere moderne Bestseller liest. Das Lesen des Werks erfordert - bedingt durch den einzigartigen Stil Kafkas - einige Anstrengung, auch von dem, der sprachlich und inhaltlich komplexe Bücher gewohnt ist.

Das Buch ist eher nicht spannend, es ist fesselnd. Kafka selbst bezeichnete seine Erzähltechnik als "Gefangennahme des Lesers", und dieses Vorhaben gelingt ihm sehr eindrucksvoll.
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Fragt man den Experten zu seinem Urteil über Kafkas "Der Prozeß" wird der einem wahrscheinlich sagen, dass dieses Werk gute Literatur sei. Aber was ist das, gute Literatur? Gibt es hierfür objektive Kriterien?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind und die Qualität eines Werkes von Leser zu Leser unterschiedlich bewertet wird. Dennoch, "Der Prozeß" verdient dieses Prädikat aus folgenden Gründen:
1) Bei Kafka sieht man, wozu die deutsche Sprache eigentlich fähig ist. Da heutzutage jeder unterklassige Möchtegernsuperstar die Öffentlichkeit mit seiner Biographie belästigt, darf dieser Aspekt nicht unterschätzt werden.
2) "Der Prozeß" erlaubt es dem Leser nicht, den Text einfach nur passiv zu konsumieren. Die hier präsentierte Welt ist zu komplex, grotesk, irreal (kafkaesk eben), um sie zu akzeptieren oder sich von ihr unterhalten lassen. Um sich seine Interpretation herzuleiten, muss der Leser versuchen, das ihm vorgesetzte Rätsel zu lösen, es in seine, die "reale", Welt zu übersetzen. Wofür steht K.? Ist er die Verkörperung einer Generation, oder gar der ganzen Welt, die sich gegen, ja gegen was eigentlich, schuldig gemacht hat? Wieviel von K. steckt in mir? Bin auch ich irgendwie schuldig?
Und so weiter und so fort. Um dieses Buch zu verstehen, muss sich der Leser mit der vorgesetzten fiktionalen Welt auseinandersetzen und sie, mit den ihm gegeben Voraussetzungen, in seine Welt transferieren. Das heisst, jeder ist dazu gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, Teile seines Leben in dem von K. wiederzufinden.
Das führt dazu, dass man regelmäßig das Buch sinken lässt und gedankenverloren seine Blicke im Zimmer schweifen lässt und einfach nur denkt. Und wenn Literatur das schafft, verdient sie, meiner Meinung nach, die Bezeichnung "gut".
PS: Zwecks Bequemlichkeit habe ich nur männliche Pronomina benutzt. Natürlich sind aber beide Geschlechter angesprochen!
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am 15. September 1999
Bei Kafka scheiden sich die Geister: man kann ihn lieben, oder man wird seinen Texten immer mit Unverständnis gegenüberstehen. Dazwischen gibt es fast nichts. Wer ihn in der Schule lesen *muss*, wird in hassen, wer ihn lesen will, dessen Leben kann er für immer verändern. Ein Einstieg in Kafkas Werk kann sicher über viele Wege erfolgen, „Der Prozeß ist sicher nicht der schlechteste. Der inhaltliche Ablauf ist bekannt: K. wird, ohne sich einer Schuld bewußt zu sein, verhaftet, und versucht verzweifelt wie erfolglos, seine Verteidigung vorzubereiten. Was er dabei erlebt, ist im klassischen Sinne 'kafkaesk'. Alle Bemühungen laufen ins Leere, prallen an einer sinnlosen Realität ab, gegen die der doch eigentlich stets rational und vernünftig agierende K. nichts entgegenzusetzen hat, vergleichbar mit der Situation in einem Traum, in der die groteskesten Situationen vom Träumenden widerstandslos akzeptiert werden und alle eigenen Versuche nur ein Stolpern von einer Unmöglichkeit in die nächste hervorrufen. Im Gegensatz zu „Das Schloß", das durchgehend au einem prinzipiell realen Niveau bleibt (na, weitgehend jedenfalls), finden sich im „Process" tatsächlich Situationen die der Realität augenscheinlich entgegenstehen. Der Verlauf des Romans erzeugt eine durchgehend beklemmend Atmosphäre, die Spannung bleibt aufrechterhalten, obwohl es über den Ausgang doch keinen Zweifel geben kann. Die Fassung des Urtextes ist nur zu empfeheln, da die manchmal abweichende Interpuktion niemals stört, sondern im Gegenteil oft eine beabsichtigte Kontinuität verdeutlicht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 3. Mai 2013
Zugegeben habe ich mich seit der Schulzeit nicht mehr mit Kafka beschäftigt. Dank Kindle und der kostenlosen Klassiker und getrieben von der Besprechung dieses Buchs von Kafka bei Tucholsky habe ich einfach einmal angefangen zu lesen. Runterladen und Anlesen kostet ja nichts. Bei der immer wieder gegen das geschlossene Kindle-System vorgebrachten Kritik sollte man den Nutzen nicht völlig aus dem Auge verlieren. Der leichte und kostenlose Zugang zu "Klassikern" schafft neue Leserkreise für diese wichtige Literatur. Auch neue Autoren zu entdecken ist leicht geworden und für diese der Marktzugang auch erst möglich. Dass Amazon dabei auch etwas verdienen will, ist legitim und solange es Konkurrenz gibt auch akzeptabel.

Nun zur eigentlichen Rezension zu Kafkas "Prozess":
Kafka beschreibt hier auf eindringliche Art und Weise den Prozess "des Gerichts" gegen Josef K. Getrieben von der Unbestimmtheit von Anklage, Prozessablauf und Prozessbeteiligten verliert sich der Angeklagte zunehmend auf dem Weg zu sich selbst. Was soll man tun, wenn man noch nicht einmal den Grund der Anklage kennt? K. sucht lange nach Auswegen aus dem Prozess, statt sich ihm zu stellen. Seine Suche nach einem Ausweg verstellt dabei aber nur den Blick auf "die Tür". Andere Angeklagte, denen K. begegnet, stecken noch viel tiefer in diesem Sumpf des Unbekannten.

Der Leser folgt K. jederzeit gespannt. Immer wieder gelingt es Kafka, durch neue Wendungen bzw. neue Personen für Überraschungen und Spannung zu sorgen. Ganz große Literatur, aus der man auch für sich lernen kann!
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am 27. Oktober 2004
„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." So beginnt Franz Kafkas Meisterwerk. Die Geschichte des Prozesses des Josef K. Nachdem die Überraschung etwas überstanden ist, macht sich der Verhaftete daran aus dieser Misere zu kommen. Doch etwas ist anders: Er weiß nicht wessen er beschuldigt wird, er weiß nicht wer ihn anklagt - und muss erkennen, dass er um so tiefer in die Sache hineingezogen wird, je mehr er sich bemüht herauszukommen.
Kafka schildert diese unglaubliche Geschichte mit seiner kühlpräzisen, abstrahierenden Sprache und erweißt sich als Meister der Stimmung. Trotz genauester Beschreibung gelingt es ihm, die Spannung zu halten. Um K. herum zieht sich die Schlinge unaufhaltsam enger...
Die enorme Verständlichkeit der Sprache, steht dabei in krassem Gegensatz zur Geschichte: Schon viele Interpreten haben sich an Deutungen des Werks versucht, allein der Roman steht nach wie vor und gibt dem Leser Rätsel auf, da er gegen jede Deutung oder Interpretation resistent zu sein scheint.
Das beste ist: Man macht sich selber ein Bild.
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