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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
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am 25. Februar 2006
Daniel Kehlmann, spätestens seit der "Vermessung der Welt" ein etablierter Romancier, hat schon davor einige bemerkenswerte Werke vorgelegt. Eine besonders elegante Etüde ist "Ich und Kaminski".
Die hier bereits hinlänglich beschriebene Geschichte vom überheblichen Journalisten, der den alten Maler Kaminski interviewen möchte und dabei an verschiedene Grenzen stößt (eigene und fremde), ist originell und flüssig erzählt. Der schon erwähnte Vergleich mit Martin Suter ist durchaus passend, wenn auch der Schweizer Autor die vergleichsweise kompaktere Dramaturgie bietet. "Ich und Kaminski" ist großteils linear erzählt und in einem lakonischen, lockeren Ton gehalten. Unterstützt von unangestrengt skizzierten Dialogen, schwingt sich sich die Handlung immer wieder zu Glanzlichtern auf, wie z.B. der Beschreibung der "Partygespräche" bei einer Vernissage: ein Text von nahezu absurder Komik.
"Ich und Kaminski" setzt keine kunstwissenschaftlichen Kenntnisse voraus: es ist angenehme, gut gemachte Lektüre für Leute, die sich nicht unter Niveau unterhalten wollen.
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am 5. November 2006
Manuel Kaminski ist in diesem Roman von Daniel Kehlmann ein blinder Maler, der als Surrealist in seiner frühen Zeit noch mit Matisse und Picasso zusammenarbeitete. Der Ich-Erzähler, Sebastian Zöllner, ein junger Journalist und Kunsthistoriker, möchte über den alten Mann eine Biographie verfassen, in der Hoffnung, bei dessen baldigem Ableben reich und berühmt zu werden.
Die Dualität der Protagonisten ist damit konstruiert: auf der einen Seite der selbstsüchtige, zynische Zöllner, auf der anderen Seite der alte, berühmte Künstler. Was am Anfang wie ein ungleiches Duell zwischen jung und alt aussieht, verkehrt sich im Laufe des Romans. Kaminski instrumentalisiert zunehmend Zöllner für seine Zwecke - für einen Ausbruch aus seiner Isolation in den Bergen. Zöllner braucht lange, bis er dies merkt.
Was fasziniert an diesem Buch, wenn man zuvor die "Vermessung der Welt" gelesen hat?
Zunächst einmal der spannende, bizarre Plot, dann die überraschenden Dialoge und schließlich die Poesie der Sprache, die Kehlmann zu einer außergewöhnlichen Erscheinung in der aktuellen deutschen Literaturszene macht. Vor allem aber liest sich das Buch als Verspottung des aktuellen Kunstmarktes, der Bewertung und Vermarktung von moderner Kunst.
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am 17. März 2003
Das neueste Buch von Daniel Kehlmann verrät seine Pointe bereits im Titel: Erst kommt der Ich-Erzähler, und dann der Rest der Welt. Dieses schwadronierende, über weite Strecken bis zum Anschlag selbstsichere Ich hat für die Umwelt nur Verachtung übrig und gelangt zu seiner Rolle als Biograph eines einst berühmten Malers eher zufällig. Es könnte auch ein ganz anderes Objekt der Beschreibung geben. Sebastian Zöllner, so heißt der Ich-Erzähler, hat soeben eine gescheiterte Beziehung hinter sich, die wohl auch an seiner Gefühlskälte zugrundegegangen ist, und deren Wert er zu spät erkennt. Es gelingt ihm zwar, den Maler aus dessen Alpenrefugium zu entführen, doch entzieht sich der Alte den schablonenhaften Fragen seines potentiellen Lebenschronisten. "Ich und Kaminski" hat Züge eines Roadmovies, macht sich genüßlich über die Eitelkeiten der Galeristen-Szene lustig und gelangt schließlich zu einem recht gewaltsam herbeigeführten (wenn auch nicht gewalttätigen) Ende, das freilich aufgesetzt erscheint.
Kehlmann hat die Geschichte eines Künstler-Biographen schon vor ein paar Jahren als Kurzerzählung vorweggenommen und damals meisterhaft konstruiert: "In der Sonne" war zugleich die Titelerzählung des immer noch sehr empfehlenswerten Erstlingsbuches. "Ich und Kaminski" kommt da nicht heran, selbst wenn man dem Autor zugestehen muß, daß die stilistischen Fehlgriffe und Mängel vor allem dem ERZÄHLER und nicht etwa Daniel Kehlmann selbst zuzuschreiben sind. Immerhin geht es darum, ein im höchsten Grade narzißtisch-kaltes Ich zu entlarven. Der Leser wird gezwungen, bis zu einem gewissen Grad die Perspektive dieses Unsympathen einzunehmen, und es ist vor allem dieses Konzept, welches den knapp bemessenen, in großen Schrifttypen gedruckten "Roman" interessant erscheinen läßt. Dennoch: Kehlmanns frühere Bücher, vor allem "Unter der Sonne" und "Mahlers Zeit" besitzen weitaus mehr Substanz.
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am 11. Januar 2005
Dieses Buch wurde von Reich-Ranitzki empfohlen ...aha. Schon öfters war ich danach enttäuscht, diesmal ganz und gar nicht. Die Hauptfigur ist ein Kind unserer Zeit. Ein Narziß, der sein Scheitern zu bemänteln versucht, indem er andere benutzt und abwertet. Ihm steht ein greiser Künstler gegenüber, der am Ende seines Lebens die Auflösung von Ruhm, aber auch der Jugendliebe und ihrer Bedeutung erleben muss. Selten habe ich Dialoge gelesen, die das Surreale der ganzen Situation so treffend spiegeln. Ein witziges, aber auch intelektuelles Buch und damit nichts für jeden. Für manches Detail bedarf es eigener Erfahrungen, um sie verstehen zu können. Man sieht es auch in der Widersprüchlichkeit der Rezensionen. Beeindruckend auch, da der Autor gerade erst dreißig wird. Vier verdiente Sterne (fünf gebe ich nur für ganz außergewöhnliche Werke) und diesmal Dank an Reich-Ranitzki für den Tipp.
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am 9. März 2014
... das ist Manuel Kaminski. Ein Maler, der seit dreißig Jahren vergessen ist, der der letzte Schüler von Matisse war und nach einer langen Durststrecke sensationell da war und noch sensationeller wieder weg. Jetzt hockt Kaminski, fast blind, und ohne jegliche Sehnsucht nach dem vergangenen Ruhm in den Alpen und wartet eigentlich nur noch aufs Sterben.
Doch dann taucht Sebastian Zöllner bei ihm auf. Der arbeitet für einen Kunstverlag und will eine Biografie Kaminskis schreiben. Zöllner ist selbstverliebt, arrogant, unzuverlässig, abgebrannt, schlitzohrig, schlichtweg gesagt: Ein ziemlich liederlicher Typ.
Zöllner schafft es tatsächlich an Kaminskis Tochter vorbeizukommen und setzt dann noch einen drauf. Er verschwindet mit dem alten Maler, der scheinbar völlig hilf- und orientierungslos ist, auf eine Reise zu einer vergessenen Liebe. Zöllner wird sich allerdings wundern, was er auf dieser Reise alles erlebt...

Ich mag vor allem Daniel Kehlmanns Art und Weise zu schreiben. Wenn ich Kehlmann lese, denke ich an Böll und Brecht. Kehlmann spielt mit den Worten, setzt sie zumeist aber punktgenau und passend in die Sätze. So erschien mir -Ich und Kaminski-, von der Lesart her, auch nicht wie ein Roman aus dem Jahr 2004, sondern eher aus den 50er oder 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das schmale Bändchen hat mit 174 Seiten nicht gerade Wälzercharakter, auch die Story schlägt nicht gerade Purzelbäume und Haken, aber sie ist witzig, charmant und schlichtweg perfekt erzählt. Vor allem hat mich das Ende beeindruckt. Da hat Kehlmann seinem skurrilen "Roadbook" einen brillanten Abschluss verpasst.

Wer gerne gute deutsche Texte ließt und sich an Formulierungen erfreuen kann, der ist bei Daniel Kehlmann sehr gut aufgehoben. -Ich und Kaminski- ist eher ein kleiner, literarischer Leckerbissen für zwischendurch; aber er macht satt.
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am 10. Mai 2009
Was, das hat Reich-Ranicki empfohlen? Das ist für meinen persönlichen Geschmack nicht unbedingt eine Empfehlung, aber, mein Gott, wie recht der Mann hat! Der Ich-Erzähler, Sebastian Zöllner, ist ein blöder Sack. Rücksichtslos, selbstverliebt, ein Schmarotzer, wie er im besagten Buch steht. Er will eine Biographie über Manuel Kaminski schreiben, einen Maler und Zeitgenossen von Matisse, und bringt dafür die Leben und Erinnerungen einiger Weggefährten dieses Mannes durcheinander. Er dringt fast buchstäblich in das Haus des Malers ein und drängt sich der anwesenden Gesellschaft auf. So unangenehm dieser Mensch auch ist, so amüsant ist zu lesen, wie er sich seine Welt zurechtstutzt, so dass sie ihm in den Kram passt. Wenn ihm eine schöne Frau im Zugabteil gegenübersitzt, lächelt er sie für seine Begriffe verführerisch an. Wenn sie, sich sichtlich unwohl fühlend, ihre Sachen packt und das Abteil verlässt, bringt ihn das nur zu der Annahme, sie würde jetzt wohl im Speisewagen auf ihn warten. Sein unterschütterliches Selbstbewusstsein spiegelt ihm vor, er sei immer Herr der Lage und habe die Dinge in der Hand, und jede noch so katastrophale Situation wird in seiner Wahrnehmung ins Gegenteil verkehrt. Erst zum Schluss wird ihm klar, dass auch er nur Opfer eines Schlaueren geworden ist.

Wunderbar! Knapp, präzise, bösartig und sehr viel amüsanter, als ich es mir jemals vorgestellt hätte.
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Ein flüssig geschriebener, kurzweiliger Roman über die Untiefen der Kunstszene!
Der junge Journalist Sebastian Zöllner möchte eine Biographie über den fast schon in Vergessenheit geratenen, betagten Maler Kaminski schreiben. Zu diesem Zweck sucht er den Künstler an seinem Alterswohnsitz auf; fernab vom Kunstbetrieb, irgendwo in den Bergen...!
Aufgrund seines blinden Ehrgeizes und seiner maßlosen Selbstbezogenheit schafft Zöllner es nicht, die Nähe zu Kaminski herzustellen, welche notwendig wäre, um ein wirklich treffendes Bild von dem Maler zu entwerfen.
Der Autor zeigt anhand seines Protagonisten und verschiedener Nebenfiguren die fatale Egozentrik der vermeintlichen Akteure des Kulturbetriebes auf. In diesem Zirkus sind die Künstler bloße Plattform für die karrieristischen Ambitionen der Schreiberlinge, Moderatoren und Galeristen; als Menschen finden sie allerdings keine Beachtung.
Vielleicht haben Künstler, wie der von Daniel Kehlmann beschriebene Kaminski, sich deshalb bereits schon früh einen exzentrischen Habitus zugelegt.....!
Ein gelungener Seitenhieb auf alle Trittbrettfahrer der Kreativen!
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am 25. November 2014
Wer Kehlmann kennt, weiß, dass jedes seiner Bücher einen unverwechselbaren eigenen Charakter hat. Wer nur "Die Vermessung der Welt" kennt, ist bei Lektüre seiner anderem Bücher daher schnell enttäuscht. Bei "Ich und Kaminski" fällt diese Enttäuschung zumindest dann geringer aus, wenn einem das Thema zusagt: Kehlmanns Buch ist eine bitterböse Abrechnung mit dem Wesen von Journalisten und Künstlern - zweier sicherlich sehr spezieller Berufsgruppen. Wenn einem das also zusagt, bekommt man zur Belohnung viel vom Sprachwitz und Originalität der Vermessung geboten - auch wenn das Buch insgesamt etwas ernsthafter daherkommt. Mir hat's - gerade auch wegen des Themas - sehr gefallen. Ein regelrechter Geheimtipp unter den Kuhlmann-Werken!
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am 18. August 2014
Wie bei Kehlmann so oft... eine etwas verrückte Geschichte. Keine Spur von einer sympatischen Hauptfigur, denn der Ich-Erzähler ist ein unsympatischer Egozentriker, mit dem man sich nicht identifizieren mag. Es ist aber zum Brüllen komisch, wie der wichtigtuerische Kunst- und Kulturbetrieb hier beschrieben wird - einfach herrlich. Und natürlich kann Daniel Kehlmann gut schreiben.
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am 3. September 2012
Nach längerer Zeit habe ich diesen lockeren, frühen Roman von Daniel Kehlmann ein weiteres Mal gelesen - eine geschickte, locker und dabei intelligent geschriebene, kurze Geschichte, die einfach Spaß macht.
Der junge Journalist Sebastian Zöllner fährt in die Berge, um den alten Maler Manuel Kaminski zu treffen, Gespräche zu führen und schließlich seine Biographie zu schreiben. Der Titel ist dabei schon wegweisend ("Ich und der Esel") und nimmt einiges vorweg. Der Autor hat dieses Werk vor seinem ganz großen Erfolg kunstvoll komponiert. Titel, innere und äußere Form des Textes bedingen sich und gehen ein Wechselspiel ein. Trotzdem wirkt der Text überhaupt nicht konstruiert, sondern locker und sehr kurzweilig. Die Charaktere sind wohl durchdacht, deren Auftreten und Agieren sind treffend eingesetzt und ob der kurzen Beschreibungen bin ich überrascht, wie realistisch alles erscheint. Sehr viele Gespräche und Situationen wirken wegen der Überspitzung und der ironischen Beschreibungen sehr absurd und lustig. Eine der Schlüsselszenen, das Treffen mit der ehemaligen Freundin des Malers, ist grandios beschrieben und ein wiederholtes Lesen ist angeraten. Hier findet der Autor seinen sprachlichen Höhepunkt. Nur den Anfang habe ich als etwas schleppend empfunden.

Der Roman stellt eine eine gelungene Persiflage auf den Journalismus, die Jagd nach der "heissen Story", den Kunstbetrieb und die Wichtigkeit des Individuums dar. Sprachlich schön zu lesen, mitreissend, mit viel Witz und lustigen Momenten geschrieben hält man hier kunstvolle Unterhaltung in den Händen.
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