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am 8. Februar 2016
Ich mag Daniel Kehlmann. Seine Bücher -Die Vermessung der Welt, Ich und Kaminski, Ruhm oder Mahlers Zeit- haben mir sehr gut gefallen. Dem 2004 erschienenen -Der fernste Ort- mache ich nur einen einzigen Vorwurf; aber der wiegt schwer für mich: Die Geschichte die erzählt wird, hat keinen Inhalt. Man will nicht wissen, wie sie zu Ende geht. Die Wörter sind wie ein smaragdener Umhang der einen Hohlkörper bedeckt, in dem es Nichts zu entdecken gibt. Das hat mich ziemlich enttäuscht. So wunderbar wie Daniel Kehlmann mit der deutschen Sprache umgehen kann, so verstörend ziellos ist diese Story. Ich habe keine Ahnung, ob Kehlmann sich ein wenig an Kafka versuchen wollte. Mich hat dieser Stoff jedenfalls überhaupt nicht mitgenommen. Schade.

Julian wollte etwas mit Literatur machen. Nach einer Veröffentlichung über den unbekannten Theoretiker Vetering muss er erkennen, dass er keine Zukunft hat. Sein Bruder verschafft ihm eine Stellung bei einer Versicherung, die Julian nicht ausfüllt. Auch das Verhältnis mit Clara bedrückt ihn mehr, als das es ihn befriedigt. Als Julian auf einer Tagung einen Vortrag halten soll, täuscht er einen Badeunfall vor und verschwindet. Wie es weitergehen soll, weiß er nicht...

Der Leser des Buches, also ich, wusste es auch nicht. Verschwurbelt und wenig nachvollziehbar versteigt sich der Text in eine Art -Der Prozess- in Miniaturgröße. Ich halte diesen Text für nicht gelungen. Allerdings kann es auch durchaus sein, dass ich zu wenig Hirn im Kopf habe, um den Inhalt zu kapieren. Möglich ist alles...
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am 5. November 2017
Es gibt sicher mehrere Interpretationen für diesen wie gewohnt brillant geschriebenen Roman Kehlmanns. Mich machte das Buch immer ratloser, je surrealer die Handlung wurde. Die Geschehnisse machten für mich erst Sinn, als mir klar wurde (bitte nicht weiterlesen, wenn Sie das Buch noch nicht gelesen haben), dass Julian seinen Tod nicht vortäuschte, sondern tatsächlich gestorben ist. Wir erleben seine letzten Geistesregungen, aber nicht so, wie wir es von Nahtoderfahrungen hören, dass also das vergehende Leben bruchstückhaft an einem vorbei zieht. Julian aber sieht - vermischt mit Vergangenem - in die Zukunft. Was hätte noch sein können? Was hätte noch sein sollen? Diesen Ansatz finde ich spannend, auch wenn er im Buch naturgemäß zu keinem Ende führt. Der letzte (Atem-?)Zug ist noch nicht gekommen.
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am 2. März 2007
Der Versicherungsangestellte Julian geht während einer Tagung im Ausland schwimmen und kann sich nur mit Mühe aus der Strömung retten. Er nutzt den Vorfall, um, seinen Tod vortäuschend, aus seinem tristen Leben auszusteigen und einen Neuanfang zu wagen.

Der Autor erzählt verschachtelt als Vorschau, Rückblick und Momentbeschreibung des Überlebenskampfes. Wir erfahren, wie Julian seit früher Jugend ein kaum selbstbestimmtes Leben führt und z.B. auch akademischen Titel und Arbeitsstelle ohne eigenes Engagement erwirbt. Gleichzeitig führt uns der Autor vor Augen, wie der Ausstieg aus diesem Leben vonstatten gehen könnte.

Ein nettes, flüssig zu lesendes, aber nie triviales kleines Büchlein, das den Leser durch die verschiedenen Erzählschichten am Ende etwas verwirrt und nachdenklich zurückläßt. Insgesamt allerdings unspektakulär, daher fehlt der fünfte Stern.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. November 2007
Eigentlich sollte Julian bei einer Tagung seines Arbeitgebers, einer Versicherungsgesellschaft, ein Referat halten, doch einige Stunden vorher hat er immer noch nichts vorbereitet und geht lieber schwimmen. Er wird von einer Strömung erfasst und kann sich mit Mühe ans Ufer retten. Ihm kommt die Idee, seinen Tod vorzutäuschen, um seinem bisherigen Leben zu entfliehen.
Bis dahin wirkt alles klar und real, auch Julians anschließende Abfahrt und seine Überlegungen, was er beachten und organisieren muss, um einerseits für tot erklärt zu werden, andererseits weiterzuleben. Dann aber vermischt sich Reales mit Traumsequenzen und Erinnerungsbildern an seine Kindheit und Jugend, die er im Schatten seines älteren hochbegabten Bruders Paul verbrachte, dem alle Wege offenstanden, während Julian, gescheitert in Schule und Studium, quasi in die Versicherungsbranche abgeschoben wurde. Der Vater verließ die Familie, die Mutter beging Selbstmord, aber immer wieder begegnet Julian den Toten, spricht mit ihnen und sitzt in Zügen ohne das Ziel zu kennen. Paul, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt hatte, taucht auf und scheint wie ein vertrauter Freund.
Das Verweben von Handlung und Gedanken, von Gegenwart und Vergangenheit, von Erlebtem und Erträumtem macht das Buch vielschichtig und jede eindeutige Interpretation unmöglich. Sind es die Abschiede vom alten, fremdbestimmten Leben, die in Einzelheiten ausgedrückt sind? Ist es all das, was noch abgehakt werden muss, ehe Julian frei für ein neues Leben ist? Oder sind es die bruchstückhaften Bilder seines Lebens, die ihn im Augenblick des Sterbens überfallen?
Klarheit liefert auch der abrupte Schluss nicht. Doch er drückt aus, dass der Autor nun alles erzählt hat, was zu erzählen war. Der Rest bleibt dem Leser überlassen.
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am 1. September 2007
Ich liebe ja Kehlmanns Schreibe. Nur habe ich vorallem bei diesem Buch gemerkt, dass mir das alleine nicht (mehr) genügt.
Das Buch liest sich flüssig, mit wenigen Worten haucht Kehlmann den (Neben)Figuren Leben ein, man lebt in seiner Welt, dank seiner Detailfreude, und ist doch ziemlich enttäuscht, über die Geschichte, die er erzählt. Seine Hauptfigur kommt über das Mittelmaß nicht hinaus, ein Protagonist, dem man nicht lange genug zuhören kann, ohne zu Gähnen. Daher versumpft auch das Buch im Mittelmaß - und, was mich sogar ein bisschen ärgerte: Das Ende ist mir zu Offen. Der Klappentext verspricht ja (zumindest mir), dass der Leser einen Ausblick bekommt, welche Möglichkeiten ein neues Leben bieten könnte. Und doch ist da nur von Schwierigkeiten zu lesen, die da kommen können und die sich jeder Leser selbst ausmalen kann.

Fazit: Wer Kehlmanns Schreibe mag, für den ist dieses Buch ein kurzweiliges Nebenbei-Buch.
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am 6. Oktober 2009
Mein dritter Kehlmann (nach der "Vermessung der Welt" und "Kaminski und Ich") und zum dritten Mal stelle ich fest, dass Herr Kehlmann einfach gute Bücher schreiben kann.

Der mehr oder weniger minderbemittelte Versicherungsangestellte Julian nutzt einen Badeunfall, um seinen Tod vorzutäuschen und ein neues Leben zu beginnen. Er begibt sich auf eine Reise zu seinen Wurzeln, die sowohl in der Realität (Zugfahrt in seine Heimatstadt) als auch in seinem Kopf (Rückblick auf Julians Werdegang) stattfindet. Nach und nach fallen dem Leser aber Ungereimtheiten in Julians Erlebnissen auf und er muss sich unweigerlich fragen, was Realität ist, und was sich allein in Julians Kopf abspielt.

Die Antwort auf diese Frage liefert vielleicht der (fiktive) Gelehrte Vetering, über den Julian seine Doktorarbeit geschrieben hatte...

Die Frage, soviel sei verraten, bleibt bis zum Schluss ungeklärt, was dem Leser ermöglicht, sich sein eigenes Urteil über die Situation zu machen.

Allein die Szene, in der Julian zu Beginn des Buches ertrinkt (oder eben nicht) ist brillant erzählt. Spannend ist auch Verwenung der immer wiederkehrenden Motive Spiegel, Brille und Zug und deren Interpretation.

Wäre ich Deutschlehrer, würde ich dieses Buch sicher von meinen Schülern lesen lassen.
33 Kommentare| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 12. Oktober 2012
Wie man es von Daniel Kehlmann gewohnt ist, ist auch "Der fernste Ort" ein Schriftstellerisches Produkt der Extraklasse; dessen Schreibstil überragt durch perfektioniert erzählte Geschichten, perfekt charakterisierte Figuren und einer so abgerundeten und vollkommenen Sprachnatur wie sonst nur der weniger Autoren. 5 Sterne daher nicht, weil es eben doch nur ein perfekt erzählter Roman bleibt und somit noch nichts geniales, eigenes hat. Trotzdem sehr lesenswert und einfach ein gutes Buch.
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am 1. August 2013
Als gedachtes Geschenk für einen alteingesessenen Kehlmannfan hat es sich gelohnt. Innerhalb eines Tages war es verschlungen und es folgten Schwärmerein und Diskussionen.
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am 6. Dezember 2007
Leider kann dieses Buch von Daniel Kehlmann nicht so überzeigen wie etwa Mahler's Zeit und die Vermessung der Welt.Dennoch lohnen sich die 150 Seiten,wenn man kurzweilige,klar geschriebene und durchaus spannende Romane mag.
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am 28. Januar 2007
Eine etwas skurrile Geschichte über einen Mann,der für tot erklärt wird und dies als seine Chance sieht, ganz von vorn zu beginnen und die Dinge anders zu leben,als er es bis dahin tat.Kann mich aber leider nur anschließen ..die Geschichte endet zu früh,ein anderes Ende hätte man sich erwartet.
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