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am 7. April 2013
Es ist fast unmöglich, dieses Buch von Christian Lehnert einzuordnen. Ein einfacher Essay über Paulus ist es nicht, ein Kommentar zum ersten Korintherbrief ebenfalls nicht, obwohl es Elemente von beidem enthält. Der sächsische Theologe und Dichter nähert sich dem Text des Paulus auf verschiedene Weisen an: mal frei assoziativ, mal poetisch einfühlend, mal philologisch analysierend. Er bleibt dabei theologisch informiert, ohne dass sein Text sich zu einem exegetischen Kommentar verfestigt.

Das Ergebnis dieses vielschichtigen Arbeitsprozesses ist atemberaubend. Lehnert zeichnet ein neues Paulusbild: das Bild eines Menschen, der 'entlassen' aus der Gotteserfahrung eine neue Sprache findet, um stotternd zu beschreiben, was seine Welt nach dieser Begegnung ausmacht. Das Bild auch einer Kirche, die nicht statisch ist, sondern die immer wieder um das Geheimnis der abwesenden Anwesenheit des Christus neu geschieht.

Lange schon hat mich kein theologisches Buch mehr so sehr in seinen Bann geschlagen. Ein Buch, das man lesen und wieder lesen kann, ohne seinen Gedankenreichtum je völlig ausschöpfen zu können.

Ich wünsche mir nur, dass der Autor, der bisher ausschließlich Lyrikbände veröffentlichte, den Korinthischen Brocken noch weitere Bücher dieser Art folgen läßt.
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am 23. Juli 2013
Schon längere Zeit keinen so spannenden und anspruchsvollen Text zu einem biblischen Buch (1. Korintherbrief) gelesen. Es braucht Zeit und Geduld, aber es lohnt sich sehr. Der Autor kennt sich in der Bibelwissenschaft aus, ist ebenso sehr in der Literatur bewandert (ist selber Schriftsteller und Dichter) und stellt entsprechende Bezüge her und vor allem - wenn auch nicht immer gleich zugänglich - ist es dem Autor, Christian Lehnert, ein Anliegen, den uralten Text für unsere Zeit fruchtbar zu machen.
Sehr zu empfehlen!
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am 8. September 2013
Ich nahm dieses Buch in einer Buchhandlung zur Hand und begann auf Seite 86 zu lesen an und mußte es spontan kaufen und weiter lesen. Es wurde gerade die Sophia verhandelt, das Erwähltsein und verstörende Erfahrung der Offenbarung, etwas exegetisch und philosophisch dichterisch geschrieben. Die Themen werden auf der Höhe der aktuellen Philosophie verhandelt, der Autor kennt Agamben, das Paulus-buch von Badiou, das mich nicht überzeugt hat und Nancy, auch Jacob Taubes was weniger überrascht. Das Paulus-buch von Taubes, das schon die Frage nach dem Politischen in der Theologie von Paulus stellt, wird hier ebenso leicht wie richtig behandelt, in einem Ton, der im nächsten Satz auf eine Naturbetrachtung oder eine Stelle bei Rilke oder Angelus Silesius umschwenkt. Eine ungewohnte Pracht zwischen Poesie und Gelehrsamkeit.
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am 26. März 2013
"Korinthische Brocken" ist sicher kein Buch für den Nachttisch, auch nicht für den Liegestuhl. Aber es ist eines der tiefsten, sprachgewaltigsten Bücher über den christlichen Glauben der letzten Jahre. Es ist ein neuer Blick und in dieser Weise ohne Vergleich. Es ist weder ein klassischer Kommentar, noch einfach ein Essay.
Es ist ein mystisches Buch, ein grosses Buch.
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am 30. August 2013
Das Buch hat mich fasziniert. Der Autor verbindet exegetische Genauigkeit mit immaginativer Kraft. Dadurch wird das Buch zu einer poetischen Theologie. Er nähert sich Paulus, seinem Leben und Glauben mit denkerischer und emotionaler Empathie.Die daraus entstehenden Assoziationen, Gedanken, Einsichten sind oft erfrischen originell und abseits des bekannten (und m. E. oft langweiligem) theologischem Hauptstroms. Die Lektüre lohnt unbedingt.Hoffentlich vom Autor noch mehr Theologie dieser Art!
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am 5. August 2014
Der Titel ist treffend. Lehnert schreibt gewichtige Gedanken, teilweise in wunderschöner Prosa, zu Paulus nieder; so gewichtig, dass ich das Buch nur "etappenweise" lesen konnte. Ich musste die kunstvolle Schreibe erst mal auf der Seele zergehen lassen und die Pausen zum Nachdenken nutzen. Diese Buch hat mir zum besseren Verständnis verholfen: Paulus' Werdegang und seine Gedanken über die Schönheit von Christus, die er in der Bibel mit seinen Gemeinden teilt, waren mir -- gerade als Frau -- oft missverständlich. Wir haben dieses Buch bereits einmal verschenkt. Die Beschenkte war ebenfalls im wahrsten Sinne "beGeistert". Empfehlenswertes Buch!
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Lehnert legt hier einen facettenreichen Essay über den 1. Korintherbrief des Paulus vor. Er bietet fast alles: die gescheite Auslegung des Textes, persönliche Reflexion, das Sich einfühlen in den Menschen Paulus und in die Atmosphäre von damals und das Begreifen der Besonderheit des Paulus im christlichen Kontext. Lehnert will den Zauber des Anfangs aufspüren ' er will dorthin, wo alles einst aus einem Dunkel heraus begann. Er will hin zu diesem ersten Versuch, gründlich reflektiert im Horizont des Christus zu leben und er will heraus aus der heutigen Erstarrung der Kirche ' wissend, dass es kein Zurück mehr geben kann.

Ein sehr anregendes Buch, bewundernswert ist die sprachliche Sensibilität und das Offenhalten für das Göttliche sowie der Versuch im Hier und Jetzt das Geheimnis des Anfangs christlichen Glaubens zu erspüren.

Was fasziniert den Autor an Paulus? Es ist wohl seine tastende Suche nach einer Sprache für das Unsagbare. Er spricht aus dem Herzen, überstürzt, wie ins Unreine, ein Stotterer im Geist. Paulus repräsentiert die innere Unruhe des Christentums, die Irritation, das Fragliche, Suchende ' das zunehmend verschlossen wurde durch kluge Auslegung und philosophische Reflektion. Und es ist die Fähigkeit des Paulus, uns Menschen als zutiefst gespalten zu begreifen. An Paulus kann man sehen, was es heißt, bejahend ganz in der Welt zu leben und doch zugleich eine ungeheure Tiefe in sich zu spüren und zu wissen, darin nicht dieser Welt anzugehören.

In Lehnerts sprachlich einfühlsamem Essay gelingen ihm wunderbare Einsichten, wenn er den Grenzbereich des Sagbaren und Unsagbaren, des erfassbaren Seins Gottes und des völligen Versagens des Verstandes vor diesem Geheimnis auslotet. So schreibt er, dass ich letztlich immer Gefangener in der Subjektivität meines Glaubens bleibe, und Glauben heißt immer wieder das Offene zu suchen und in der Enge meiner selbst anzukommen.
Religion ist nichts sicheres, Gott bleibt ein Geheimnis und die Sprache muss diesem Moment des Unverfügbaren angemessen sein, will sie etwas Wahres sagen. Das Schweigegebot der urchristlichen Gemeinden hatte daher nicht zum Ziel, etwas zu verstecken, sondern etwas zu schützen, vor der objektivierenden Sprache selbst zu schützen. Wittgenstein spürt dem nach, wenn er sagt: wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Aber dieses Schweigen muss ein hörbares Schweigen sein.

Für mich überzeugend kann der Autor auch den Grundton der Liebe in allem wesentlich Seienden aufzeigen. Sprache, die etwas Wesentliches sagt, wird von der Liebe getragen, von der Sehnsucht, etwas zu sagen und etwas zu verstehen. Genauso wie das Ich. Uns stellt sich nichts dar, wenn wir nicht lieben. Die Dinge müssen sich zeigen und wir müssen darüber staunen können. Agape ' die Sehnsucht einen Blick zu erwidern. Agape ist Gottes Empfängnis, Präsenz Gottes.

Besondere Einsichten gelingen dem Autor auch, wenn er über die menschliche Gemeinschaft schreibt. Sie neigt zum Fieber, zur Überhitzung, zur Abgrenzung gegen andere und der Einzelne, der hervor tritt, ist entweder ihr Führer oder ihr Opfer. Und jede Masse erkrankt mit der Zeit, fault, stirbt ab, ihr gehen unweigerlich die Selbsterhaltungskräfte verloren. Warum sollte das institutionalisierte Christentum eine Ausnahme machen?
Aber zurück zu den Anfängen der Gemeinschaft der Christen. Das Ereignis des Christus schafft sich eine Strömungsform in der Wirklichkeit zunächst in den kleinen christlichen Gemeinden. Dieses Leben in der ekklesia ist der Wahrheitsausweis des Christus. In der Strömung wird der Glaubende erfasst, die ihn haltlos forttreibt. Das frühe Christentum, das an nichts anknüpfen konnte, holte seine Kraft aus der Alltäglichkeit, aus den einfachen Gebräuchen des Essens und Trinkens und der Geselligkeit. Es schuf keine Sonderwelten, sondern setzte das einfache Leben in einen neuen Zusammenhang. Der Alltag selbst wurde verwandelt und die Grenze zwischen profan und heilig aufgebrochen. Für Paulus bedeutet das Christ Sein keine Weltanschauung, sondern schlicht der Ruf zur Gemeinschaft. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch, der Schauplatz des Religiösen, spielt sich dabei nicht mehr in der Objektivität des kollektiven Opferrituals ab, sondern im Innern, im Raum der Seele.
Menschliche Gesellschaften sind angewiesen auf Eingebungen eines Charismatikers und auf die Gnade der Autorität vom Schlage eines Paulus. Andererseits ist die ekklesia der Willkür des Einzelnen unterworfen. Die Kraft eines einzelnen Individuums wird letztlich aufgesogen von den Strukturen und regeln, die sich diese Gemeinschaft gibt.

Lehnert geht ausführlich auf den Kreuzestod Jesu ein. Das Kreuz Christi ist unverständlich, unakzeptabel, jedenfalls mit den Begriffen des Verstandes. Erst wenn man die Ordnung der Sprache und vernünftiger Einsicht verlässt, beginnt, so Lehnert, die Seligkeit. Der gekreuzigte Christus ist den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit ' und was töricht ist in der Welt, das hat Gott erwählt.

Den religiösen Menschen im Paulinischen Verständnis trägt eine Sehnsucht nach Gott in realer Alltgas-Gottesferne. Er lebt in einer Einöde, die durchzogen ist von Spuren der fernen sophia. Weisheit ist eine Gnade, keine Erkenntniskraft des Menschen. Es gibt hier nichts zu wissen, sie ist eine Bewegung ins Offene und ins Geheimnis.
Von daher versteht sich auch, warum bei Paulus so wenig von der unmittelbaren sinnlichen Welt um ihn herum zu lesen ist. Sinnlichkeit war dem Paulus verborgen, die sinnliche Präsenz Gottes passt nicht zur Irritation des Paulus. Von Christus kann kaum etwas gesagt werden, er ist helles Licht, in der realen Welt unauffindbar. Die Kirche ist einen anderen Weg gegangen: Sprache und Ritus gegen das Paulinische Schweigen, dogmatische Lehrgestalt versus mystische Sprachlosigkeit.

Leben wir heute wieder in einer Umbruchzeit? Denn dass Wissenschaft und Vernunft den Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit befreit haben sollen, ihn zu seinem eigentlichen Wesen geführt hätten, frei von aller erfundenen Transzendenz ' das ist immer weniger Menschen einleuchtend, so schreibt der Autor zurecht . Aber es gibt auch kein einfaches Zurück zum Christentum. Jeder sucht, und jeder sucht für sich. Solange bis etwas Neues kommt. Neues, das vielleicht im Zauber des Anfangs wie ein Diamant verborgen liegt.
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