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am 25. Oktober 2012
Dieses Buch bringt uns zwei wesentliche geistige Chancen, die eigentlich so nur Literatur uns geben kann: (1) das LANGSAME Entwickeln von Gedanken und Bildern ohne die Hektik einer immer schneller werdenden Bildregie, die das ohnehin viel kürzere 90-Minuten-Vergnügen des Films in immer kleinere Stückchen schneidet, und (2) das Hineindenken in einen anderen Kopf, das Kennenlernen der Perspektive eines anderen Blicks, die Empathie für ein Ich, das sich von unserem unterscheidet. Beides trainiert unsere Kraft zur Differenzierung, zum Verstehen und damit zum konstruktiven Miteinander. Und dieses Buch macht, was alle echte Kunst macht: es irritiert kräftig unsere eingeschliffenen Wahrnehmungsmuster.
Denn ehrlich: Wer würde erwarten, dass ein noch selbst in Afrika geborener junger Afro-Amerikaner, wiewohl naturwissenschaftlich und psychologisch (als klinischer Psychiater nämlich) ausgebildet, in seinen Assoziationen zu den zahlreichen Orten und Szenen, die er flanierend aufsucht, uns einen Bildungshorizont eröffnet, der einem arrivierten (noch so ein Vorurteil:) europäischen Bildungsbürger alle Ehre machen würde. Ein weiter Horizont von Assoziationen prägt den gesamten Text, der uns in einer seltsamen Leichtigkeit an viele Orte führt: den Kosmos unterschiedlicher Soziotope in der Stadt der Städte - New York, aber (durch autobiographische Erinnerungen) auch nach Nigeria und (durch eine Urlaubsreise) nach Belgien. Und an all diesen Orten gibt uns der Flaneur sinnliche Eindrücke ihrer urbanen Anmutung wieder, begegnet er aber auch unterschiedlichen - meist ebenfalls intellektuell geschulten - Menschen. Denen kommt er empathisch sehr nah, hält aber gleichzeitig auch deutliche Distanz - etwa zum arabischen Studenten in Brüssel, der in so typischer Weise gerechte Kritik am Westen mit unkritischer Selbstgerechtigkeit vermischt oder zum afroamerikanischen Postangestellten, der ihn in ungewollte Bruderschaft vereinnahmen will.
In dieser Distanzierung bleibt der Ich-Erzähler auch ein Einsamer, nicht nur weil es ihm nicht gelingt, sich mit anderen gemein zu machen. Er hat auch keine aktuelle Paarbeziehung, und er erkennt (bei seinem alten Hochschullehrer) die Intimität von Beziehung erst, wenn diese nicht mehr möglich ist.
So können wir als Leser uns nicht mit ihm gemein machen - erst recht nicht, wenn er zum Ende des Buches hin auf einen ungeheuerlichen, wohl berechtigten Vorwurf wieder nur mit kalter Distanz reagiert. Aber wir können ungeheuer viel von diesem universell und kulturell gebildeten Kosmopoliten sehr lernen und ihn auf einer entspannten, aber enorm eindrucksreichen Reise begleiten, die unseren Horizont erweitert.
Dass ein ums andere Mal dabei das enzyklopädisch präsentierte Wissen ein wenig überdosiert erscheint, stört da nur ein wenig. Wer selbst gerne durch Städte flaniert (oder gern mehr flanieren würde) und wer "cross culture" als besonders ertragreiche Perspektive sieht, der sollte sich diesen frischen Text gönnen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Dezember 2012
Ein bisserl viel des Lobs ist es im Nachhinein. „Ein Buch über das Grundgefühl New Yorks“ sollte es sein, der „moderne Flaneur“ im Geiste von Benjamin und anderen, DER Stadtroman des 21. Jahrhunderts usw. Dazu ist Cole als Autor so eine Art Obama der Literatur; Weltbürger (kommt aus Nigeria, studierte in USA, lebt dort als Autor und Psychiater, reist und schaut, geprägt aber auch von Old Europe über die Eltern). Alles richtig, aber trotz der sprachlich schönen Momente dann und wann, den scharfsichtigen Blicken auf die heterogene, Multikulti (ganz unromantisch!) Stadt, den Einblicken in „being a black man“ im salat bowl der Kulturen - es fehlt dem Buch an einer Geschichte, selbst wenn man essayhaft, vergeistigte, mit Unter-, Nebensträngen und Rückblicken versehene Bücher mag. Im Grunde läuft ein junger schwarzer Psychiater ohne erkennbaren Grund, leicht melancholisch aber wach durch New York (und eine Weile auch Brüssel) und denkt so nach: Über sich, seine Familie, das Leben als Schwarzer, seinen Beruf, seine Herkunft und die US Gesellschaft in Form von New York. Und das war‘s dann auch.

Ereignisse finden dramaturgisch seltsam auf den letzten Seiten statt, bevor fast am Schluss das Erlebnis eines Mahler Konzerts geschildert wird, bevor der Autor über die Tatsache räsoniert, dass an der Freiheitsstatue (!) Vögel (die freiesten von allen!) sterben.

Hin und wieder eröffnen sich durch Coles Beschreibungen die verschiedenen historischen und kulturellen Ebenen dieser Stadt, ihre Herkunft und hier Heute - aber diese Schichtungen zeichnen ja nicht nur NY aus, sondern so ziemlich jede Stadt dieser Welt: Viel vorher, viele Einzelschicksale, die allermeisten verloren und vergessen. Irgendwo auf diesem ewigen Zeitstrahl ein einsamer Wolf (der Autor), der darüber nachdenkt wie sowas von sowas kommt...

Man könnte an den Invisible Man von Ellison denken, aber Cole bemüht sich jede Form von schwarzer Emanzipation zu vermeiden, ja fremdelt mit den Urformen schwarzer Kultur in den USA wie Jazz. Er ist selbst ein Fremder und bleibt einer. Seine Freundinnen spielen keine Rolle und auch nicht seine Freunde (die man ein einziges Mal trifft als Leser, die dann aber nur in einen Exkurs über die Geschichte seiner Disziplin (Psychologie) als Stichwortgeber zu dienen). Seine Familie wird erwähnt (sein Vater fast gar nicht), seine Mutter, seine Oma - alle bleiben wie Papercuts flach und fern.

Und dann ist das Buch zu Ende. In Erinnerung bleibt nichts. Kein besonderes Gefühl, jedenfalls keine Sehnsucht oder Neugier auf die Stadt, die er erzählen will, auch keine kleine Geschichte in der Großen, die einen über die Komplexität oder Absurdität dieser Welt nachdenken lässt.
33 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Juli 2015
Ein Roman über das Großstadtgefühl des 21. Jahrhunderts ? Der moderne Flaneur ? Natürlich soll der Text auf der Rückseite des
Buches potentielle Leser neugierig machen, aber ich glaube, wer das Buch nur unter diesem Aspekt betrachtet, verpasst etwas.

Zunächst einmal: ein Roman im Sinne einer durchgehend erzählten und logisch aufgebauten Geschichte ist dies eigentlich nicht.
Die Kapitel sind eher Beschreibungen von Orten, Personen, Gesprächen, teilweise könnten Sie auch gut als Kurzgeschichten
funtionieren.
Beim ersten Lesen war ich schwer beeindruckt von der sprachlichen Eleganz des Autors und der überdurchschnittlichen Bildung
seiner Hauptfigur, aber irgend etwas scheint mir hier nicht zu stimmen.Warum kann ich mich mit diesem Julius nicht identifizieren, warum kommt er mir emotional nicht wirklich nah, obwohl er doch so wunderbar elegant und gebildet erzählen kann ?

Stelle ich mir also einmal vor, nicht Julius ist der Psychiater, sondern ich, und die Kapitel dieses Buches sind das, was er mir während
unserer Sitzungen von sich erzählt. Was fällt mir auf ?

Es gibt in diesem Buch kein einziges Kapitel, in dem nicht Gewalt, Krankheit, Tod oder Fremdheit thematisiert werden. Teilweise ausführlich,
teilweise nur angedeutet (womens bodies - womens lifes - we will not be terrorized) ziehen sich diese Themen durch den ganzen Roman
und bilden einen Kontrast zur sprachlichen Eleganz.

Wie sieht es mit seinen Gefühlen aus ? Gelegentlich behauptet er Gefühle, aber er beschreibt sie nicht so, dass ich wirklich mitfühlen
könnte, und ich glaube nicht, dass sich hier eine Unfähigkeit des Autors offenbart. Könnte es sein, dass dieser Julius eine Person mit
einem massiven emotionalen Problem ist ? Woran ist seine Beziehung zu seiner letzten Freundin gescheitert ? Wie ist seine nahezu
unmenschliche Reaktion auf den Vergewaltigungsvorwurf gegen Ende des Romans zu verstehen ? Sind seine Reaktionen
auf selbst erfahrene Gewalt wirklich so normal ?

Wann, warum und wie hat er sich diese teilweise schon karrikaturhafte Bildung raufgeschafft ? Mal ganz ehrlich, wenn ich behaupte,
der Dirigent eines klassischen Werkes hätte bei seiner Aufführung auch mit den anderen (neun namentlich genannten) Interpreten dieses
Werkes kommunziert, dann setzt das nicht nur voraus, dass ich alle diese Interpretationen kenne, sondern auch, dass ich fähig bin, zu
erkennen, worin denn diese Kommunikation in jedem einzelnen Fall besteht. Oder ist das nur sprachliche Schaumschlägerei ?
Könnte es sein, dass seine Bildung, seine Reflektiertheit (Berufskrankheit der Psychiater ?) ein Schutz ist ? Wogegen ?

Und so könnte man weiterfragen über Julius, den modernen Flaneur...

Viel Spaß beim Lesen.
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am 9. Februar 2016
Es gibt Bücher, in denen tritt der Autor weit hinter das Erzählte zurück. Und dann gibt es Bücher, in denen kaum zwischen Schreibendem und Beschriebenem unterschieden werden kann – „Open City“ ist so eines. Zwischen Teju Cole und seiner Romanfigur Julius drängen sich so viele Parallelen auf, dass mir eine Trennung zwischen beiden beim Lesen schwer fiel. Beide wurden in Afrika geboren und emigrierten mit jungen Jahren in die USA. Beide studierten, wurden westlich geprägt und blieben dabei dennoch ihrer afrikanischen Heimat und Kultur tief verbunden. Cole und Julius sind so die personifizierten Ergebnisse einer globalisierten Welt. Wie hoch der tatsächliche autobiografische Anteil von Cole ist, bleibt indes im Dunkeln.

„Open City“ bewahrt sich diese Ambivalenz auch in anderer Hinsicht. Ein ums andere Mal fragt man sich, was man da eigentlich in der Hand hält. Cole jongliert mit gleich mehreren Genres und verwebt sie zu einem Buch, das man nur schwer als Roman bezeichnen kann. Teilweise liest es sich wie ein Reisebericht, teilweise wie ein Tagebuch. Mehr oder minder zufällig stattfindende Bekanntschaften werden genutzt, um sich an unterschiedlichsten Themen essayistisch abzuarbeiten, sei es die Psychotherapie, Terrorismus, Rassismus und immer wieder die Musik. Dass das nicht aufgesetzt wirkt, zählt mit zum größten Verdienst von Cole. Alles ist glaubhaft in der Figur von Julius verankert und betrifft ihn, fordert ihn heraus, zwingt ihn zur Reflektion. Dabei bezieht er nur in den seltensten Fällen einen festen Standpunkt, den er vertritt oder vorgibt zu vertreten. Ansonsten richtet er sich in der neutralen Rolle eines Beobachters ein, der sich einer Wertung verweigert und die Dinge so sehen will, wie sie sich darstellen und ohne Einfluss auf die auszuüben.

Julius ist mit dieser Haltung kaum greifbar. Durch seine Offenheit und Zurückhaltung einer Meinung fällt eine Identifizierung schwer, da seine Identität nicht klar wird. Er ist der Flaneur, der die Stadt in sich aufnimmt aber eben nur selten preis gibt, welche Rolle er in ihr einnimmt und was die Stadt mit ihm anstellt. Alles von ihm Geäußerte ist intellektuell bedacht und emotionslos vorgetragen, so dass der Mensch dahinter bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt. Dennoch unterstellt man ihm als Leser aufgrund der Klarheit und Vernünftigkeit der Gedanken nur das Beste. Umso mehr überrascht es, dass irgendwann dieses bemüht konstruierte Bild von Julius fällt und ein Mensch zu Tage tritt, den man nicht vermutet hätte und der das bislang Gelesene in einem schalen Licht erscheinen lässt.

Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Julius ist „Open City“ vor allem das Porträt einer Stadtlandschaft. Wenn auch ein großer Teil der Handlung in Brüssel spielt, bleibt New York in dominanter Erinnerung. Cole legt dabei großen Wert auf die Darstellung der zeitlichen Dimension. Kein Heute ist für ihn vorstellbar ohne die allem zugrunde liegende historische Komponente. Ihm gelingt es in wunderbarer Weise, diesen Bogen aus der Vergangenheit zu spannen und eine Ahnung für die gewachsenen Strukturen der Stadt zu schaffen. Immer wieder wird der Geist des Ortes beschworen, um das Heute in ein relativierendes Licht zu setzen, das selbst vor der offenen Wunde von 9/11 nicht halt macht. Dass auch dies so wunderbar authentisch in Julius‘ Spaziergängen durch die Stadt angelegt ist, illustriert das große Können eines Schriftstellers, der vollkommen zu Recht nach diesem Buch gefeiert wurde.

Nach „Open City“ bleibt das Gefühl zurück, etwas gelernt zu haben. Über die Unterschiede der alten zur neuen Welt, den Segnungen und Verwirrungen eines gleichmachenden Kosmopolitismus, den Kräften der Selbsttäuschung und noch so vielem mehr. Cole ist ein unglaublich kluger und brillanter Schriftsteller, der all das behandeln kann ohne ein einziges Mal zu belehren oder gar zu langweilen. Ganz im Gegenteil fühlte ich mich in letzter Zeit selten so herausgefordert und zugleich glänzend unterhalten wie bei diesem Buch. Wer unsere heutige Welt ein wenig besser verstehen will, sollte unbedingt zu „Open City“ greifen.
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am 2. November 2014
Ein junger, farbiger Psychotherapeut spaziert durch New York. Ich hatte selbst das Vergnügen einiger Jahre in NYC und war daher neugierig. Die Eindrücke auf seinen Gängen lösen Reflexionen aus, Erinnerungen, Überlegungen. An die Kindheit in Afrika (der Mann ist gemischtrassig mit weißer Mutter), an einen Besuch in Brüssel auf der Suche nach der Mutter, an die eigene gegenwärtige Situation, die vom Ende einer Beziehung geprägt ist.

Das liest sich ganz gut, also intelligent, lehrreich und interessant, weil es lebendig, d.h. am konkreten Fall vor dem Hintergrund eigener, empirischer Erfahrung geschrieben ist. Allerdings fehlte mir für eine richtig gute Bewertung das Überraschende, Originelle. Vieles ist für einen aufgeklärten Westeuropäer nachvollziehbar oder gar selbstverständlich, vieles von dem Fremden oder Anderen hat man sich so immer vorgestellt oder erlebt, Cole kommt zu keinen neuen Einsichten oder schildert seine Einsichten in herausragender sprachlicher Form. M.a.W. mir wurde langweilig.

Außerdem erwähnenswert: „Open City“ ist m.E. kein Roman. Dafür fehlt eine durchgehende Geschichte samt Entwicklung des Charakters. Stattdessen lesen wir Episodisches, Essayistisches, mit beobachtenden, reportagigen Elementen.

Vor dem Hintergrund meiner Kritikpunkte ist mir nicht ganz klar, warum Teju Cole von der Kritik so gepriesen wird und der „Roman“ Preise gewonnen hat. Ein Buch, das man lesen kann, aber keins, das man gelesen haben muss.
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am 14. Januar 2014
Hier sagt jemand, ohne dass etwas zu passierne scheint, ohne dass eine Handlung um eigentlichen Sinne entwickelt wird, ganz, ganz viel über die Welt, in der wir leben - und das auf eine so grandios sympathische Art, dass es mir die Sprache verschlägt. Bitte lesen.
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am 29. April 2015
Also! Als ich dieses Buch sah,ignoriete ich es gefliessentlich.Ich ging davon aus,das Buch würde viele Klischees enthalten und wehleidig sein.Jedoch überwand ich meine anfänglichen Zweifeln und würde dafür belohnt:ausgewählte Sprache und Redewendungen,der Schriftsteller trifft den Zeitgeist auf den kopf:Abgestumpfheit und Blasiertheit der Mensch,Capitalism kills Love.die Übergänge sind unglaublich fliessend.Ich bin von diesem Buch einfach vom Anfang bis zum Ende unterhaltet worden.Das Buch ist tiefsinnig und total aktuell,warum besteht einfach der Rassissmus immer noch ?Warum kann man der Mensch nicht als ganz ansehen und zu diesselber Gattung angehörend?Wohin mit der Klimawandlung?Warum die wachsende Unverbindlichkeit der Menschen die Gesellschaft so umformt, prägt und zur Grundlage für die zukünftigen Beziehungen wird oder ist?ich glaube,ich hole mir sein zweites Werk:Jeden Tag ist für den Dieb.Ich mag die psychologischen Einsichten,die er seinen Lesern gewährt.Der ist ein Genie!
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am 30. März 2013
ich habe dieses Buch aufgrund einer guten Rezension gelesen. Anfangs war ich sehr begeistert, mit welcher sprachlichen Eleganz der Autor einzelne Situationen beschreibt. Je länger ich las, umso ärgerlicher wurde ich, weil es in diesem Buch nicht einen wirklich roten Faden oder eine Entwicklung gibt. Und allein die Aneinanderreihung von Gedanken in Situationen, distanziert geschildert, befriedigt mich nicht. Obwohl der Protagonist über sich selbst und seine Gedankengänge berichtet, bleibt die Schilderung weit gehend blass. Sicher sind einige wirklich interessante Gedankengänge enthalten, die Sichtweise eines Schwarzen in einer weißen Gesellschaft, dazu lohnt es sich aber nicht, die 265 Seiten zu lesen. Wer genug von den durchaus guten Schilderungen hat, bei denen es nicht wirklich eine Entwicklung gibt, kann das Buch durchaus vorher weglegen, ohne aus meiner Sicht etwas versäumt zu haben. Ein Lob an die gute Übersetzerin!
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am 6. März 2013
Teju Cole, Jg. 1975, wuchs als Sohn eines Nigerianers und einer deutschen Mutter in Nigeria auf und lebt seit dem Studium als Kunsthistoriker, Schriftsteller und Fotograf in New York. Sein Foto ziert in voller Größe die Rückseite des Buches, was auf ausgeprägtes Selbstbewusstsein schließen lässt.
Und dieses Selbstbewusstsein zeigt sich auch in seinem “Roman”, den der Leseteufel eher als Tagebuch eines Flaneurs bezeichnen würde. Cole hält den Leser mit seinen in erlesene Sprache gegossenen Beobachtungen auf seinen Streifzügen durch New York in Atem. Natürlich geht es dabei auch darum, seine Lebensgeschichte in Assoziationen einzubringen. Wahrscheinlich ist das kleine Buch deshalb so erfolgreich, weil von einem “Schwarzen” solch kultivierte, philosophisch tief schürfende Auseinandersetzung mit der Welt nicht erwartet wird. Und mit dieser Diskrepanz spielt der Autor virtuos.
Er schildert die Geschichte der Stadt anhand der Bauwerke, an denen er auf seinen Wanderungen vorbeikommt. Seine Begegnungen mit anderen Menschen sind geprägt von vordergründiger Empathie, aber eigentlich gilt all seine Empathie sich selbst, die anderen berühren ihn nicht wirklich. So heißt Teil 2 des Buches “Ich habe in mir selbst gesucht.” (S. 194). Passender Weise gibt er seinem Protagonisten den Beruf eines Psychiaters, der ja dafür bekannt ist, Empathie zu zeigen, aber nicht zu empfinden oder nur mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne dafür ausgestattet zu sein.

Coles Streifzüge, übrigens auch durch Brüssel, wo er seine Großmutter sucht, aber nicht wirklich finden möchte, könnten jederzeit enden oder auch ewig weitergehen, ein echter Schluss fehlt.
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am 16. Juni 2014
Hier schreibt der Autor aus der Sicht eines Psychiaters. Er kann gut beschreiben, aber das sit schon allles. Der Rote Faden, der einen Roman ausmacht, suchte ich vergebens! Da bist Du an einer spannenden Stelle und schon schweift der Autor gleich ab, kommt mit historischen und autobiographischen Gescichten, die aber echt wild durcheinander gehen. Die vielen Namen, die im Buch vorkommen, kann ch gar nicht mehr zuordnen. Alles wild drucheinander. Ich kann dieses Buch wirklich nicht empfehlen.
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