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am 27. September 2012
Durch die Jahre und Jahrzehnte des Lebens, durch Dicksein, Dünnsein, Naiv und erfahren sein, durch die Prägung der Vergangenheit der Eltern, durch Beziehungen und Phobien lässt Lily Brett, anhand ihres wohl stark autobiographisch geprägten Alter Egos Lola, den Leser an der Lebensreise einer unkonventionellen, Frau teilnehmen.
Eine Frau auf einer unbenannten, kaum bewussten Suche nach sich selbst.

„Lola kannte auch das Gefühl, sich das Recht auf ein eigenes Leben abzusprechen“.

Die Lola des Buches ist Australierin und, zunächst in jüngeren Jahren, Kolummnistin für den Bereich der Rock Musik. Später dann wird sie selber Schriftstellerin und wird ganz andere Seiten von sich zeigen und an sich kennenlernen. Seiten, die durchaus zu tun haben werden mit der Vergangenheit der Eltern im Konzentrationslager. Verbindungen, die aber Lola selbst nie ganz so klar und eindeutig vor Augen stehen.
Ein wenig schon wie einen Filter nimmt sie ihre Umwelt, das Geschehen, ihr eigenes Leben wahr. Und zeigt so auf, wie durch die Prägung in den frühen Jahren das gesamte eigene Leben Eigenarten mit auf den Weg bekommt.

Dies ist das eigentliche Thema des Buches, das es zu entdecken gilt neben den interessanten, (anders als landläufig bekannt dargestellten) und durchaus wahrscheinlich von Brett viel eher realistisch getroffenen kleinen und großen Prominenten der Rockszene, auf die ihr Alter Ego im Buch trifft. Dass Jimi Hendrix ein sanfter und ruhiger Mensch war, dass Cher erst ein wenig auftauen konnte, wenn Sonny den Raum verlassen hatte, dass The Who einander in herzlicher Abneigung kaum verbunden waren, das Mick Jagger ein ganz solider junger Mann war, das alles ist interessant, unprätentiöse gut geschrieben und teilweise ganz anders im Blick, als es das je öffentliche Image zu Zeiten.

Das eigentliche auch an diesen Begegnungen aber ist die Entwicklung der Lola Bensky. Junges, dickes Mädchen, im Kopf ständig mit Kalorienzählen und Diäten beschäftigt und, vor allem, mit dem Herz auf dem rechten, unverfälschten Fleck. Sie lässt sich nicht blenden. Welche Reporterin sonst wäre in der Lage gewesen, einfach Tee bei Mick Jagger mit Paul Mccartney zu trinken eben ohne ein Interview daraus zu machen? Und wahrscheinlich währenddessen mehr daran zu denken, dass sich nicht zuviel Oberschenkelfleisch durch die Netzstrumpfhose drückt.

In abgegrenzten Schnitten führt Brett durch dieses Leben und lässt den Leser emotional hinein, ohne psychologische Erklärungen abzugeben. Wie dann die später erwachsene Frau ihre Beziehung verlässt und warum, wie dann die noch ältere Frau als Ehefrau und Mutter wiederum Mühe hat, die Watte der Emotionen zu durchdringen. Wie sich die dann auch schlanke und ranke gestandene Frau immer noch und weiter im inneren Blick auf sich selbst als dick empfindet.
Und zudem, je mehr sie dem Idealbild der Mutter begonnen hat, äußerlich zu entsprechen (dünn sein und noch mal dünn sein) dann mit innern Phobien zu kämpfen hat.

Eine, die das eigentliche und eigene Leben sucht, die deswegen gerne Portraits schrieb, weil sie es mochte, „aus den Einzelteilen eines Lebens ein Ganzes zusammenzusetzen“.

So, wie Lily Brett ebenfalls im Buch selbst aus den vielen Einzelteilen ein Gesamtbild ihrer Protagonistin hervorkommen zu lassen

Man selbst sein, unverfälscht und dann im Druck, nicht zu gefallen oder sich so zu formen, dass „man gefällt“, dann aber mit sich selber nicht mehr im Reinen zu sein. Ein spannendes Thema, das Lily Brett einfach und sprachkräftig beschreibt und die Interpretationen dann durchaus der angeregten Fantasie des Lesers überlässt.
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am 12. September 2012
Lola Bensky ist Anfang 20, Reporterin für ein australisches Rockmagazin und kennt sie alle, sie hat sie alle interviewt die Mitte der 1960er Jahre einen Namen haben oder deren Stern gerade am Himmel aufgeht: Janis Joplin, Jimi Hendrix, Mick Jagger, Jim Morrison, Brian Jones und viele andere.
Aber es wäre sträflich Lola Bensky auf ihr Dasein als Musikreporterin zu reduzieren. Denn Lola ist viel mehr und an erster Stelle ist die Tochter ihrer Eltern, Auschwitz-Überlebende.

Sie ist durchdrungen von der Vergangenheit ihrer Eltern, sie ist von Kindesbeinen an von Toten umgeben (wie kann ein junger Mensch das alles schultern???)
Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen - Menschen die sie nie kennenlernte und die doch eine unglaublich starke Präsenz auf sie ausüben.
Das wird ein Leben lang so sein, davon wird sie sich nie befreien können.

Lola ist eine zutiefst neurotische Frau, ständig plant sie irgendwelche Diäten, ist mittendrin oder hat gerade abgebrochen. Sie ist die Meisterin im Kalorienzählen.
Ihre Mutter verabscheut dicke Menschen. Sie selbst wog 35 Kilogramm als die Befreier kamen, dick waren nur die Aufseher...und nun hat sie eine dicke Tochter.

Fazit:
So wie Lola die Meisterin im Kalorienzählen ist, so ist Lily Brett die Meisterin darin, das anscheinend Banale in große, anspruchsvolle Unterhaltung umzuwandeln.
Während sie noch ein Interview mit einem Rockstar führt und wir, die Leser, uns entspannt zurücklehnen und uns freuen dass da jemand aus dem Nähkästchen plaudert, konfrontiert sie uns im nächsten Satz mit grausamen Details aus den Vernichtunslagern. Diese Gratwanderung können nicht viele.
Ich habe alle ihre Bücher gelesen und so bewährt ihre "Zutaten" auch sind, es kommt immer wieder ein großartiges "Gericht" zustande.

Unbedingt lesenswert!

P.S Während der Lesepausen habe ich immer wieder mal die Stones und andere der erwähnten Musiker angehört. Ein schöner Nebeneffekt des Buches, man bekommt unglaublich Lust diese "alten" Sachen mal wieder anzuhören.
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TOP 500 REZENSENTam 14. November 2012
Lily Brett, 1946 als Liliahne Breitstein in einem Lager für "Displaced Persons" in Deutschland geboren, schreibt in ihrem neuesten Roman über Lola Bensky, die 1946 in einem Lager für "Displaced Persons" in Deutschland geboren wurde. Dies ist nur eine von zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen der Autorin und ihrer wie immer stark autobiografisch geprägten Hauptfigur.

Lily Brett gehört schon seit Langem zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre unaufgeregte Sprache, ihre Fähigkeit, das Alltägliche mit dem Schrecklichen zu verbinden, ihre manchmal witzigen, dann wieder zutiefst traurigen Familiengeschichten berühren mich stets aufs Neue und tragen wohl zu ihrem anhaltenden Erfolg als Schriftstellerin bei. So verwundert es nicht, dass die Romane der in Australien aufgewachsenen und seit mehr als 20 Jahren in New York lebenden Autorin regelmäßig ihren Weg auf die Bestsellerlisten insbesondere des deutschsprachigen Raumes finden.

Stark geprägt wurde Brett von den nur schwer greifbaren Erlebnissen ihrer jüdischen Eltern Moniek (nannte sich im englischsprachigen Australien zur leichteren Verständigung Max) und Rooshka (Rose) Breitstein (Brett). Beide hatten das Getto von Lódz und das Konzentrationslager von Auschwitz überlebt und waren nach dem 2. Weltkrieg nach Australien emigriert.

Lily, ein Einzelkind (ihr Bruder starb kurz nach der Geburt im polnischen Getto), nimmt Mitte der Sechziger einen Job beim australischen Rockmagazin "Go-Set" (im Roman heißt das fiktive australische Rockmagazin "Rock Out") an und erhält dadurch die Gelegenheit, zahlreiche Musiker und Musikerinnen, die heute längst zu Legenden geworden sind, darunter Jimi Hendrix, Janis Joplin und Mick Jagger, zu interviewen.

Ihre Tätigkeit bei dem Magazin fand schon in früheren Werken Erwähnung, doch so ausführlich wie in "Lola Bensky" hat sie noch nie darüber berichtet. Lolas Sorgen, Probleme und Neurosen sind allgegenwärtig und so beginnt das Buch folgerichtig mit einem Interview, welches Bretts Hauptfigur Lola mit Jimi Hendrix führt. Während sie dem Künstler in seiner überheizten Garderobe gegenübersitzt, konzentriert sie sich auf ihre Körperfülle und die neueste, fehlgeschlagene Diät.

Mit diesem neuen Roman lässt Lily Brett uns wieder tief in ihre Gefühlswelt eintauchen, führt uns von einer Diät unvermittelt zu ihren ermordeten Tanten und Onkeln, Cousinen und Cousins, Großmüttern und Großvätern, nur um gleich im Anschluss zu ihren pedantisch geführten Listen zurückzukehren, die sie zu brauchen scheint, um ein Stückchen Sicherheit und Ruhe in ihr Leben zu bringen.

Die Parallelen zu ihrem eigenen Leben sind unübersehbar, was das Buch und ihre Figuren besonders authentisch macht. Brett hat es mir ermöglicht in die Welt der "wilden Sechziger" einzutauchen, die ich selbst nicht erlebt habe. Die kleinen Bonmots und Anekdoten über die musikalischen Helden dieser Zeit sind in gewisser Weise anders als das, was ich bisher über die bis heute populären Musiker wie Cher, die BeeGees oder die Rolling Stones gelesen habe, einfach weil sie persönliche Erlebnisse darstellen. Mir hat das Buch gut gefallen.
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am 16. September 2012
Lola Bensky ist eine pummelige ("Massiv wie ein Möbelstück" - S. 26) 19 jährige, australische Musikjournalistin, die von ihrer Zeitung in die Musikszene London & New Yorks der 60iger und 70iger Jahre geschickt wird.

Dort verbringt sie ihre Zeit mit der Planung von Diäten (Spitze: die Marsriegeldiät, soviel Schokoriegel zu essen bis man keinen Hunger auf selbige hat - klappte aber (leider) nicht) und den Interviews mit Rockstars.

So z.B. macht ihr der 23jährige Mick Jagger eine Tasse Tee, hat schöne Augen, erzählt ihr, dass man auf sich achten muss, während Lola ihm von der Kohlschwemme im Ghetto von Lodz berichtet und von dem Massendurchfall, der dadurch ausgelöst wurde.
Mit Jimi Hendrix plaudert sie über Mütter und Lockenwickler.
Janis Joplin erzählt ihr (Seite 209) "das Chicks sie anmachen. Andererseits machen mich auch viele Typen an: ich vögle gern."

Auch im neuen Roman geht die Autorin immer wieder auf ihre Familiengeschichte ein. Ihre Eltern, Renia und Edek, schildert sie sehr liebevoll.
Vor allem Edek ist mir persönlich sehr ans Herz gewachsen. Sein Humor, seine spleenige Art das Leben zu meistern finde ich einfach köstlich ("Mir geht es Gold" (Seite 279) ist natürlich von ihm und seine Antwort als 93jährigen auf die Frage: "Wie geht's?")

Lily Brett besitzt einen leichten, humorvollen Stil, der sehr offen und authentisch die Ängste, Neurosen und Gefühle ihrer Protagonistin wiedergibt.
Immer wieder sind in den Text witzige Sätze oder Bonmots eingeflochten, z. B. sagt Cher auf Seite 301: "Das Problem mit manchen Frauen ist, dass sie in Wallung geraten wegen nichts – und dann heiraten sie es auch noch."

Lolas Geschichte endet so wie das Buch anfängt: mit einem Treffen mit Mick Jagger (nur ist Lola nun 63 Jahre alt).
Während viele andere Gesprächspartner nach dem Motto "live hard, die young" sich mit Drogen und Alkohol zugestopft haben und jung verstorben sind, lebt Mick weiter, weil er "auf sich geachtet hat" – wie er im ersten Interview sagte.
Uups, wenn das nicht mal (eine) von Bretts Botschaften ist: "achte auf Dich und Deinen Körper, damit Du länger lebst."
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am 8. August 2013
Lola, neunzehn Jahre alt, ist 1967 in London und New York für ein australisches Musikmagazin unterwegs.
Sie interviewt einen genialen amerikanischen Gitarristen, der noch kein Star ist: Jimmy Hendrix. Dieser ist offen und liebenswürdig und er ist schwarz. Lola wird ihn beim Festival in Monterey wiedersehen. Drei Jahre später wird er tot sein.

Lily Brett lässt ihre Heldin in kunstreicher Verschränkung der Handlung mehr als vierzig Jahre durchleben bis in die Gegenwart in New York.

Die Eltern Renia und Edek überlebten, voneinander getrennt, das Vernichtungslager Auschwitz. Sie fanden sich 1946 wieder in einem deutschen Lager für „Displaced Persons“, wo Lola geboren wird. Die Familie wanderte nach Australien aus. Alle anderen Mitglieder der Familien wurden in den Ghettos und Vernichtungslagern umgebracht.
Das alles ist mit Lily Bretts eigener Biographie fast identisch.

Lolas schlanke und schöne Mutter ist an Auschwitz innerlich zerbrochen.
Für Renia hält die dicke Tochter traumatische Erinnerungen wach, denn im Vernichtungslager waren nur diejenigen wohlgenährt, die zu den Tätern oder ihren Helfern gehörten. Sie führten an Häftlingen tödliche medizinische Experimente durch, ließen sie ausbluten, verhungern und schickten sie ins Gas.
Die Mutter spricht eigentlich nicht darüber.

Lola sucht für sich ihren Weg aus der Sprachlosigkeit der Elterngeneration.
Sie wird Reporterin.
„Lola sammelte gern Informationen über Menschen und trug sie in Listen zusammen. Sie fand das eigenartig tröstlich. Für ihre Familie hatte sie auch Listen. Listen der toten Verwandten ihrer Mutter und ihres Vaters. Diese Listen bedrückten Lola. Lieber fertigte Lola Listen der Diäten an, die sie gerade in Erwägung zog.“

Lola Bensky kommt in die Welt der anbrechenden Popkultur.
Sie trifft auf die Vertreter einer neuen Musikergeneration: Neben Jimi Hendrix spricht sie mit Cat Stevens, Mick Jagger, Brian Jones, Pete Townshend von "The Who" und Jim Morrison, von "The Doors", mif Sonny und Cher, Janis Joplin und Mama Cass von "The Mamas and The Papas".
Wie unter Zwang kommt sie immer auf ihr Jüdischsein und ihr Übergewicht zu sprechen.
Sie fühlt sich nicht sexy sondern fremd, leidet unter ihre ständigen Selbstbeobachtung, zeigt aber auch Selbstironie, Sarkasmus und einen spezifisch jüdischen Witz, der ihre Gesprächspartner überrascht und öffnet.

Gern hätte man als Leser enträtselt, ob es sich um die realen Interviews der Autorin handelt - der Pop-Journalistin Lily Brett - oder um die fiktionalen Eindrücke ihrer Romanheldin.

Jedenfalls erfahren wir viel Intimes über die Pop Idole: Jim Morrison von „The Doors“ hatte eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit, Brian Jones war ständig stoned, Mick Jagger eine bestens organisierte Persönlichkeit.

Lola ist mit 63 eine schlanke, erfolgreiche Schriftstellerin, die Krimis über das sehr private Detektivbüro von Schlomo und Harry schreibt.
Und Mick Jagger steht immer noch auf der Bühne und singt, und singt, und singt…
während andere Musiker schon lange und für immer abgetreten sind, wie Jimmy Hendrix, Janis Joplin und Brian Jones, die mit 27 Jahren starben.

Lily Brett hat das Schweigen der Elterngeneration überwunden und schreibt wunderbare, oft ungeheuer berührende und auch komische Geschichten auf, die auch ihr eigenes Leben und die Traumatas der Kinder der Opfer aufarbeiten.

Und immer ist das Lesen ihrer Bücher ein besonderes Erlebnis!
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am 19. Juli 2015
Lily Brett erzählt, als nunmehr reife Dame, rückblickend aus Ihrem Leben als junge Frau, warmherzig, intelligent, oft skurril-Rezensenten verglichen sie mit Woody Allen, nicht nur wegen des gemeinsamen jüdischen Hintergrundes (sie ist jedoch viel witiger, auch wen das nicht jeder merken sollte.. Als Kind traumatisierter Auschwitz-Überlebender lässt sie uns an einem Leben teilnehmen, das von Anfang an, gelinde gesagt, schwierig war, und zeigt, wie man sich mit Intelligenz, Liebe und Humor trotzdem retten kann...und als Zugabe (und in dieser Tiefe neu bei ihr) erfährt man alles Bedeutsame über die Stars der 60er, die sie als Musikreporterin damals interviewte, ein Who is Who der Rockgeschichte und ein Sittengemälde der Zeit, die sie erlebte.
Es soll Menschen geben, die mit Lily Bretts Humor nichts anfangen können. Mögen diese, wie ein bekannter Jedi zu sagen pflegte, nach Hause gehen und über ihr Leben nachdenken.
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am 4. März 2014
Lilly Brett at its best: jetzt wird das Bild langsam komplett, was unsere werte Autorin in ihren frühen 20ern so umgetrieben hat. Die berühmten Musiker, allen voran Jimi Hendrix wie auch Mick Jagger kommen als liebenswert und zugewandt rüber. Die Spannbreite zwischen ihren Komplexen und der Leichtigkeit, mit der sich Lola Bensky zwischen den ganzen aufsteigenden Sternen der Popkultur bewegt ist mitreißend. Ich warte auf das nächste Buch....
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am 27. Oktober 2013
Manche Passagen in diesem Buch sind großartig: Das Verhältnis von Lola zu ihren Eltern, die das KZ überlebt haben und trotzdem nicht mehr wirklich lebendig sind. Ihre Diäten. Die Momente, wenn das Geplauder über Rockmusik in existentielle Fragen umkippt. Ich hätte wirklich gern gelesen, wie sich diese junge Frau entwickelt, befreit und lernt mit ihrer Last zu leben. Leider bricht das Buch dann ab. Und plötzlich ist die Heldin eine ältere Frau und gestandene Autorin. Manches aus ihrem Leben, wie z.B. der Tod der Mutter, werden dann kurz nacherzählt, aber so richtig dabei ist man nicht mehr. Statt dessen erfährt man in epischer Breite Details ihrer Detektiv-Romane, die mich wirklich kein bisschen interessiert haben. Hatte die Autorin da keine Lust mehr auf ihre Lola? Mit "Chuzpe" kann dieses Buch keinesfalls mithalten, aber wegen der ausgesucht guten Dialoge, der schönen Hauptfigur und der Art, wie das Grauen des KZs immer wieder in den Alltag Lolas und damit in das Bewusstsein der Leserin eindringt, drei Sterne.
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am 30. Oktober 2013
Es ist sehr spannend über die bekannten Rockgrößen der 60er zu lesen und sie aus einer anderen Perspektive zu sehen. Man hat das Gefühl man habe Jimi Hendrix, Mick Jagger, Mama Cass und die anderen gerade wirklich kennen gelernt.
Ich finde es unheimlich geschickt, wie die Geschichte der Eltern und all das Schreckliche, was diese erlebt haben, in den Interviews mit den Stars und den Gesprächen mit ihren Freunden verpackt ist. Beeindruckend fand ich auch, wie sehr man sich selbst in Lola wieder findet und wie tragisch das Leben der Kinder von Überlebenden der Vernichtungslager war bzw. ist, denn darüber macht sich eigentlich keiner Gedanken. Wie Lola mit ihren Gewichtsproblemen umgeht und wie sie von anderen gesehen wird regt einem zum Nachdenken an. Für unzufriedene "Übergewichtige" spiegelt sie die eigenen Gedanken und die anderen denken vielleicht darüber nach wie sie sich Menschen, die nicht ihrem eigenen Schönheitsideal entsprechen, verhalten haben.

Viel Worte und doch bleibt es unbeschreiblich was man empfindet, wenn man es liest. Viel Spaß!
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am 14. Oktober 2014
Was für ein Buch! Ich habe es in die Hand genommen, angefangen zu lesen und erst bei Seite 34 bemerkt, das ich noch stehe - baff und sprachlos, zutiefst traurig und angenehm beschwingt. Darf man das? Lily Brett sagt ja. Im Interview mit Mick Jagger wie nebenbei für den Leser heftige, knappe Erinnerungen der Eltern - Holocaust-Überlebende - zu berichten, schafft Lily Brett genauso wie Zusammenhänge zwischen den Fragen an Jim Morrison während einer Party mit der Last ihrer eigenen Erinnerungen zu verknüpfen. Das ist tiefgründiger als jede Geschichtsdoku, die ich jeh gelesen oder gesehen habe. Danke, liebe Lily, liebe Lola, danke!
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