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am 5. Januar 2008
Jaja, der Schwejk... So oft passiert das ja nicht, dass eine literarische Figur zum Inbegriff eines bestimmten Menschentyps wird, zu Typen wie z.B. Don Quichotte, Odysseus, Faust, Hamlet, die auch außerhalb der Literatur zum Begriff wurden. Und an den Beispielen sieht man's schon, in welch illustre Gesellschaft der brave Josef Schwejk mit vollem Recht eindringt. Dabei ist er eine alles andere als vorbildliche Gestalt, ein Schlemil reinsten Wassers: Gelegenheits-Zuhälter und hauptberuflicher Hundefänger, versiert in der Kunst, Straßenkötern einträgliche, verkaufstaugliche Stammbäume hinzufrisieren.
Schwejk ist aber noch mehr als das, und das erst macht ihn einzigartig: Seine nicht gerade altruistische Klugheit verbirgt sich hinter der Maske des amtlich beglaubigten Trottels, der sich gleich im ersten Kapitel in all seiner nur scheinbar dummen Beredsamkeit präsentiert und der den k.u.k.-Spitzel Bretschneider schwindlig redet, der sich anlässlich der Ermordung des Thronfolgers in den Prager Kaschemmen der Kleinbürger umschaut: Was Schwejk denn vom Franz Ferdinand halte? -- Nun, dessen Tod in Sarajewo erinnere ihn an mehrere Ereignisse um Viehhändler und Waldhüter, nicht schad sei's um die gewesen... und freilich lasse der Ferdinand sich nicht "durch jeden beliebigen Trottel ersetzen"...
Und jetzt schwadroniert Schwejk dem regierungsamtlichen Spitzel beide Ohren ab und andersrum wieder dran. Zwar hilft ihm diese rhetorische Meisterleistung zunächst nichts; er wird des Hochverrats angeklagt und landet nach einigen satirischen Breitseiten auf jedwede Staatsgewalt schließlich im Irrenhaus, das sich wegen Schwejks allzu großer Dummheit für unzuständig erklärt. Aber jetzt geht's erst richtig los: Der "amtlich für einen notorischen Idioten" erklärte lässt sich, "Hurra!" rufend, im Rollstuhl zur Musterung fahren -- ein amtlicher Idiot kann sich das schließlich erlauben...
Und so geht's weiter; Schwejk führt die Dummdreistigkeit nicht nur des k.u.k.-Militärapparats vor, zunächst als Messdiener des selten nüchternen Feldkuraten Katz, dann unter der Kuratel des Oberleutnanten Lukasch, der ihn bezeichnenderweise beim Karteln gewonnen hat... Keiner scheint autoritätsgläubiger als der brave Soldat Schwejk, und eben diese scheinbare Autoritätsgläubigkeit offenbart die Beschränktheit, Dummheit und Menschenverachtung des Militärs und des Kriegs überhaupt vor aller Augen, denn Schwejk verbietet sich als braver Soldat jedes Denken und befolgt jeden Befehl wörtlich, unter unermüdlicher lautstarker Proklamierung patriotischen Unfugs.
Meisterhaft illustriert hat all das der große Josef Lada, dessen Umschlag-Gestaltung bis heute die Vorstellung vom Schwejk prägt.

Antikriegs-Literatur zum Scheckiglachen... Erst Jahrzehnte später schafften Chaplin und Lubitsch im Film vergleichbares, und schon wieder findet man also den Autor Jaroslav Hašek in allerbester Gesellschaft.

Dass "der Schwejk" auch hierzulande (und auch andernorts) ein Begriff ist, liegt an Grete Reiners kongenialer deutscher Übersetzung aus den 1920er Jahren -- möglicherweise ermöglichte sogar erst die Übersetzung in eine weiter verbreitete Sprache den weltweiten Ruhm von Hašeks Meisterwerk. Aber egal -- Übersetzungen bzw. Übersetzer dieses Kalibers fände man gern öfter...

Übrigens: Hierzulande kennt und lobt man ja fast ausschließlich die Verfilmung mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, auch wenn m.E. Heinz Rühmann den Schwejk allzu liebenswürdig und ein wenig zu harmlos, nicht gemein genug darstellt... Wer eine so richtig gemeine, werktreue (und natürlich auch saukomische) Literaturverfilmung kennenlernen will, dem empfehle ich die ungleich gelungeneren tschechischen Verfilmungen "Der brave Soldat Schwejk in Prag" und "Melde gehorsamst - Der brave Soldat Schwejk" mit Rudolf Hrusínský sen. in der Titelrolle. Und wie man an den deutschen Verleih- bzw. DVD-Titeln erkennt, wurden die Originale synchronisiert. Tschechisch-Kenntnisse sind also nicht vonnöten, sondern nur eine ordentliche Portion Humor.
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am 14. Januar 2008
Helmut Qualtinger, dem großen Genie der Sprache, zuzuhören wie er aus dem satirischen Roman von Jaroslav Hasek vorliest, ist ein herrlicher Genuss. Das Buch ist ja um ein Vielfaches tiefgründiger und hintersinniger als die "netten" Verfilmungen mit Heinz Rühmann und Peter Alexander einem nahelegen. Es ist ein Bilderbogen des alten Österreich unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges - und das aus der brillanten Sicht des "amtlich beglaubigten Idioten" Schwejk Josef, der meistens ohne viele Umwege der Wahrheit ins Herz sieht und Dinge sagt, die andere sich nicht mal zu denken trauen. Auch mehr als 70 Jahre nach seinem Erscheinen ist dieses Werk ein Hochgenuss der mitteleuropäischen Literatur - und gelesen vom "Quasi" einfach großartig!
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am 27. April 2005
Jaroslav Haseks roman als geniale qualtinger interpretation gelesen zu bekommen ist ... ja ein genuss. nicht nur das qualtinger die verschiedenen dialekte (böhmisch, alt-wienerisch usw.) meisterhaft zu imitieren versteht - darin ist er ja bekanntlich ein meister - nein, hier ist er zudem noch bestens gelaunt und man merkt wie sehr es qualtinger selbst spaß macht den genial statirisch komischen text des schwejks zu lesen.
5 sterne und mehr.
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am 15. August 1999
„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" gehören zu den größten Satiren der Weltliteratur und das nicht ohne Grund, denn Jaroslav Hasek hat mit diesem Werk eine Satire auf die gesamte Militärmaschinerie (damals der k.k. Monarchie), die seines gleichen sucht. Josef Schwejk ist von Beruf Hundehändler und gehört der untersten Volksschicht an. Des weiteren ist er laut amtlicher Bescheinigung schwachsinnig. Er wird zum Militär eingezogen und kämpft dort „den Kampf des kleinen Mannes". Mit entwaffnender Naivität und unbesiegbarer Blödheit bekundet Schwejk jederzeit überschwenglich seine Loyalität mit dem System und nimmt jeden Befehl buchstäblich. Genau so führt er ihn dann auch aus. Dadurch enthüllt er die gesamte Lächerlichkeit des Militärapparates einschließlich der patriotischen Parolen und wirft die Fragwürdigkeit der unbestrittenen Autorität auf. Schwejk ist heute aufgrund des gelockerten Umgangs in den europäischen Armeen vielleicht nicht mehr ganz so akut, aktuell ist er aber immer noch. Mindestens aber ist diese Satire wunderbar zu lesen und wahrhaft amüsant. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 10. Oktober 2015
phantastisches Buch, wunderbar zu lesen ( als Wienerin, in Kenntnis der österreichischen Geschichte... ), der Charakter des Schweijk, und auch die vielen anderen Figuren - man kann sich das dermaßen gut vorstellen, so lebendig, so nachvollziehbar - vielleicht mit österreichischer Mentalität leichter nachvollziehbar, jedenfalls eine volle Empfehlung.
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am 10. Januar 2013
Hat man das Buch erst mal in Händen, fällt sofort auf, dass es eigenartig verarbeitet ist. Weder Taschenbuch noch "regulär" gebunden. Aber man hat 800 Seiten Zeit sich daran zu gewöhnen und am Ende hat mir diese Art der Verarbeitung sogar besser gefallen. Sie passt sogar besser zum "Schwejk".

Aber nun zum Inhalt. Ich habe etwa 150 Seiten gebraucht, bis ich mich an die Sprache des Schwejk gewöhnt hatte, aber ab dann war es Lesegenuss pur. Die Handlung ist auf diesen ersten Seiten noch etwas sprunghaft (das Anekdotenhafte erinnerte mich eher an de Sades "Justine oder die Leiden der Tugend"), aber das bessert sich mit dem Lauf der Geschichte. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich jemals bei einem Buch so viel und so laut gelacht habe. Hasek gelingt es, die Figuren - nicht nur den Schwejk, sondern auch Wanek, Baloun, Lukaschek, Dub, Biegler, Marek usw. - hervorragend zu beschreiben. Die Situationen in denen sich Schwejk oder der jeweilige Co-Protagonist befindet, sind unbeschreiblich komisch. Und das Beste, man kann sich in die Personen wirklich hineinfühlen.

Am besten das Buch sofort bestellen. Ich würde es am liebsten noch einmal lesen.
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am 13. Mai 2009
"Eine große Zeit erfordert große Menschen", so der Autor Jaroslav Hasek im Vorwort zur Geschichte rund um den gutmütigen, leicht vertrottelt erscheinenden Soldaten des österreichischen Heers im ersten großen Krieg des letzten Jahrhunderts. Dieser erste Band der Erzählung umfasst den Handlungsbogen von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers, von welcher der Protagonist zu Beginn erfährt, bis zum Eintreffen unseres braven Soldaten an der Front. Die Geschichte umfasst ein Kompendium an teils kurios anmutenden aber ständig glaubhaften Geschichten rund um den Zustand des österreichischen Militärs und dessen Protagonisten im ersten Weltkrieg. Gleichsam wird die Kriegsführung als Ausfluß des unkoordinierten Machtstrebens weniger Handelnder mittels sokratischer Methoden, derer sich unser scheinbar einfältiger Schwejk bedient und die er mit kongenialen Erzählungen würzt, kritisiert und in ihrer lächerlichen und schamhaften Weise offenbart. So ist es genau jene angebliche Einfalt unseres Soldaten, welche ihn weitgehend unbeschädigt tief in die hässliche Maschinerie des Kriegswesens blicken lässt. Sich dabei genau in jener Gelassenheit zu üben, die unseren braven Schwejk charakterisiert, ist Zeichen der Überzeugung, der einst Helmut Qualtinger war, als er meinte, dass Toleranz letztlich die Erkenntnis sei, dass man ohnehin nichts ändern könne. Da die Geschichte unvollendet blieb, bleibt uns zu hoffen, dass sich Schwejk mit seinem Kameraden Woditschka "nachm Krieg, um sechs Uhr abend" im Gasthaus "Kelch" treffen konnte. Der Schwejk ist ein Stück Weltliteratur und sei allen empfohlen, die tatsächlich denken ein problematisches Leben zu führen.
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am 24. Oktober 2014
Bin zwar schon über 50, denke jedoch dieses Buch ist zeitlos genial.
Dicke Schwarte in mäßiger Qualität (Einband und Papier).
Aber der Inhalt ist überwältigend gut (hintergründig, entlarvend, urkomisch). Ich werde es, so Gott will, noch öfters lesen - bis es auseinander fällt.
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am 25. Februar 2014
Erstaunlich wie es möglich ist mit Erzählungen und Geschichten die Meinungen und Gedanken von anderen ins rollen zu bringen, zu bilden und zu beeinflussen. In der Erzählung von Jaroslav Hasek über den Soldaten Schwejk der sich selbst unter seinen Schatten stellt, geht es meiner Meinung nach um die Handlungen von Mensch zu Mensch, das jeder einzelne anders ist und auch so behandelt werden möchte. Schwejk schafft es mit allen die er auf seiner Reise trifft gut auszukommen (mehr oder minder) ohne jeglich großem Schrecken. Meiner Meinung nach ein ewig aktuelles literarisches werk und eins der besten werke das ich bisher lesen durfte.
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am 3. November 2015
Wer nur die Filme kennt, erkennt den Tiefgang dieses absoluten Meisterwerks nicht. Ich habe das Buch nun auf meinen Kindle gezogen, nachdem die oft gelesene rororo-Ausgabe zu zerfleddert ist. Dort hat mir die Bebilderung zusätzlich sehr gut gefallen, die hier fehlt. Schöne kostenlose Ausgabe eines Klassikers! Sehr empfehlenswert zu lesen!
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