Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug studentsignup Cloud Drive Photos yuneec Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
11
3,6 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Vordergründig setzt Peter Weiss mit seinem akribisch recherchierten Monumentalwerk den antifaschistischen Widerstandskämpfern aus dem kommunistischen Umfeld, die im Westen meist unbeachtet blieben, ein Denkmal. Wie der Titel des Buches aber schon sagt, geht es ihm dabei vor allem um die Schlüsselrolle der Kultur für einen erfolgreichen Widerstand gegen Barbarei und Unterdrückung. Weiss unterstellt den relativ wenigen, die sich dem NS-Terror zu widersetzen wagten, dass sie die Kraft dazu aus einer entsprechend entwickelten Kultur schöpften. Entsprechend kritisiert er auch den Kommunismus und dessen von oben verordnete Kunstform, den sozialistischen Realismus. Letztendlich gaben die historischen Entwicklungen Peter Weiss Recht. Der "real existierende Sozialismus" zerbrach wenige Jahre nach Erscheinen des letzten Bandes der Romantrilogie nicht zuletzt an seiner doktrinären und kulturellen Starre. Wirkte Weiss’ Werk nach dem Fall der Mauer und dem Ende der Sowjetherrschaft zeitweise anachronistisch, so gewinnt die "Ästhetik des Widerstands" angesichts der Globalisierungsdiskussion wieder an Aktualität - schließlich gibt es nicht wenige Menschen, die auch hier Widerstand für angebracht halten.
0Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2011
Die »Ästhetik des Widerstands« ist ein (schwerge)wichtiger Markstein der bundesdeutschen Literatur. Für manche dürfte die Lektüre allerdings eher den Charakter von Pflichtübung als von Lesegenuss haben. Der wird eventuell durch einige formale oder inhaltliche Eigenheiten des umfangreichen Werkes getrübt. Für einen Roman im traditionellen Sinne ist er phasenweise recht handlungsarm; die äußeren Abläufe geraten immer wieder ins Stocken - was wohl auch die oft zu Immobilität und Untätigkeit verurteilten Emigranten so erlebt haben dürften, die bestenfalls geduldet, häufig aber auch überwacht oder interniert waren - werden aber auch vom Autor bewusst und über lange Strecken unterbrochen durch Reflexionen und Diskurse über ästhetische und politische Fragestellungen; aus der Gegenwartsebene des Romans (1937 bis 1945) weisen häufig historische Rückblicke in die nähere oder fernere Vergangenheit. Nicht jede(r) wird sich zudem die für Weiss zentralen Thesen zu eigen machen wollen: dass Geschichte immer eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, die uns fast ausnahmslos aus der Perspektive der Herrschenden bzw. Sieger erzählt wurden, dass ein wesentliches Manko in der jüngeren Geschichte das Scheitern der sozialistischen Aktionseinheit bzw. der Volksfront war und dass trotz aller Kritik an dogmatischer Verengung und zentralistischer Diktatur die (kommunistische) Partei die einzige Instanz war, die den verstreuten Widerstandskämpfern gegen den Faschismus Halt gegeben hat. Wobei Weiss ja durchaus kein Stalinist ist, sondern die Vision eines freiheitlichen Sozialismus hegt, gerade die Rolle der Kunst bzw. einer weiter gefassten Ästhetik und Kreativität höher bewertet als die reine Linientreue und in der Vielzahl seiner Romanfiguren eine Pluralität von Deutungen und Handlungsweisen Gestalt annehmen lässt.
Mich hat übrigens im Nachhinein fasziniert, dass anscheinend alle diese Figuren historisch belegt sind - nicht nur die großen Namen wie Wehner, Brecht oder Münzenberg sondern auch die kleinen Leute von den bildungshungrigen Jungarbeitern am Beginn bis zu Charlotte Bischoff, die im Gegensatz zum Ich-Erzähler 1941 illegal nach Berlin zurückkehrt und so etwas wie seine Außenreporterin für den Widerstand im Herzen des Hitlerstaats wird. All diesen zum Teil vergessenen, oft diffamierten Gegnern und Opfern des Totalitarismus hat Peter Weiss ein beeindruckendes Denkmal gesetzt und quasi das geleistet, was sein namenlos bleibender Ich-Erzähler sich am Ende des Buches nach dem Heranreifen seiner literarischen Fähigkeiten und der Festigung seiner ästhetischen und politischen Anschauungen vorgenommen hat.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. März 2013
Mit dem beinahe 1200 Seiten umfassenden, monumentalen Werk Die Ästhetik des Widerstands" versucht der Autor Peter Weiss ein subjektiv, aus dem Blickwinkel des kommunistischen Widerstands wahrgenommenes Gesamtgemälde der Epoche des Nationalsozialismus und des Faschismus in Europa zu entwerfen.
Wird einerseits das Scheitern der Volksfront (d.h. die Einheit der sozialistischen und der kommunistischen Bewegung) kritisiert, wird andererseits die These vertreten, der Widerstand und die kommunistische Bewegung allgemein habe einen entscheidenden Teil seiner Kraft im Sich-Aneignen von Kunst und Kultur finden können. Dieses Zusammenspiel von Ästhetik und Politik führt schließlich auch zur Kritik des Realsozialismus, in welcher (ähnlich wie im Machtkampf um politische Posten) das Kunstverständnis von Oben her dirigiert wird.
Auch um den Rhythmus der Erzählung zu verlangsamen und somit einen Eindruck der Ohnmacht und des untätigen Abwartens zu vermitteln, wechselt der Autor erzählende Teile mit ausschweifenden Überlegungen der fiktiven Hauptfigur und Erörterungen zu den Themen ab, welche die Hauptfigur im jeweiligen Moment beschäftigen. Diese teilweise sehr kopflastigen und etwas mühsam zu lesenden Degressionen, welche von der subjektiven Wahrnehmung von Kunstwerken (u.a. das Pergamonfries, Die Freiheit führt das Volk" von Delacroix, Das Floß der Medusa" von Géricault, etc.) bis zu politisch-historischen Analysen (u.a. die jüngere Geschichte der kommunistischen Partei in Schweden, die Kommune von Paris, etc.) reichen sind allerdings ein entscheidendes Element, um einen Gesamteindruck der subjektiven Erfahrungen einer Zeit zu vermitteln.
Die Hauptfigur macht im Roman eine ähnliche Entwicklung durch und findet nicht zuletzt auch durch das Sich-Aneignen von Kultur und Kunst zu einer Art Bewusstseinsfindung im Schreiben. Es lassen sich somit im Buch auch Elemente des Entwicklungsromans ausmachen
Interessant ist mit Sicherheit auch die akribisch recherchierten Begebenheiten und Personen im Roman, der die Fiktive und anonym bleibende Hauptfigur mit zahllosen real existierten Personen zusammenführt, welchen somit bewusst ein literarisches Denkmal gesetzt wird.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2012
Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie.
Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt.
Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für die vor allem marxistische Widerstandsbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch endet mit dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Roman ist dabei ganz und gar unpoetisch. Im Grunde lesen wir über fast 1200 Seiten einen mehr aufzeichnungsartigen Text eines namenlosen Ich. Dieses Ich ist so flach wie das Spektrum dieses "Epos" - und dies ist nicht abwertend gemeint, nicht der Horizont dieser Chronik soll in uns eingehen, sondern die Tiefe der antifaschistischen und antikapitalistischen Widerstandsbewegung in einer gewissen Korrelation. Daher ist die Handlung weniger Ich-bezogen. Vielmehr kommt der Erzähler, der natürlich ein Arbeiter ist, aus Deutschland (eig. Tschechoslowakei), schließt sich der Bewegung im spanischen Bürgerkrieg an und zieht weiter nach Schweden, um von dort aus zu operieren. Dabei ist Weiss/der Erzähler erstaunlich nah an der historischen Realität. Die einzelnen geschichtlich wirksamen Personen und Ereignisse (ohne diese an dieser Stelle aufzuzählen) werden genannt und also in die Epopöe gemeißelt. Das Ich fungiert somit auf den ersten Blick als bloßes Sprachrohr, Beschreibender und Berichtender dieser Handlungen, Personen und Ereignisse (Denkmalsetzungsfunktion). Doch ist diese Reduktion des Erzählers nicht symbolisch, sondern programmatisch. Weiss versucht hier einen Entwurf der Ästhetisierung auf einer subtileren Ebene. Das Ich will nicht Revolutionär sein, es will uns nicht überzeugen, es ist rot und macht keinen Hehl um seinen Hass auf das Bürgertum. Das Ich ist aber intellektuell und will schreiben, sich künstlerisch verwirklichen, die Synthese aus "Arbeit und Kunst": "Wir fragten uns, was das wahre in der Kunst sei, und fanden, es müsse das Material sein, das durch die eignen Sinne und Nerven gegangen sei." Die Weisssche Technik hierbei ist das Suchen nach historischen wie fiktiven (künstlerischen, literarischen) Vergleichen (z.B. Kafkas Schloss als Proletarierroman). Dabei fließen diese Reflexionen in den Raum der "realen" Aufzeichnungen des Ich fließend über. Diese Technik bringt in den Roman partiell forminnovative essayistische Elemente ein, drückt inhaltlich natürlich (nicht zuletzt auch durch seine Länge!) den ständigen, ewigen Prozess der Dialektik zwischen Unterdrückung und Widerstand aus. Weiss monumentalisiert also durch Gehalt wie Gestalt: das Buch sublimiert sich SELBST zu einer gattungsbezogenen Form des ästhetischen Widerstands!!! - Das ist brillant! Und doch sind mir die heraklidischen Referenzen zu dünn. In der Mutterdarstellung erkenne ich keine Alkeme. "Trotzdem [...] gebe ich Herakles noch nicht auf." Sein Weg als "Arbeiter" zeigt sich in der Dialektik die sich inhaltlich durch das ständige Nachvorn und Nachhinten, den Wechsel der Operationsorte (Kommunismus ist nationslos) und der vielen Reaktionäre auszeichnet. Der Roman bedeutet Indifferenz, Verharren, ja, am Ende beinahe Niederlage. Und so geht es dem Ich. Seine Entwicklung ist -wenn überhaupt- künstlersich zu begreifen, doch es entwickelt sich praktisch kaum, es speist seine intellektuelle Kraft aus jener Dialektik. Und darüber konstituiert sich wiederum der Titel: Ein kolossaler "Arbeiterroman", aber sicher kein Gegen-Entwurf zum irischen Odysseus...
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. September 1999
Ich möchte nicht wissen, wie viele Seiten schon größere Geister mit Gedanken zu diesem Buch gefüllt haben. Nimmt man das Buch aus dem Regal, beeindruckt schon das bloße Gewicht. Monolithisch präsentiert sich diese als Entwicklungsgeschichte konzipierte Ästhetik des Widerstands. Das Buch ist eine wahre Fundgrube für den Blick einer Gegenöffentlichkeit auf dieses Jahrhundert. Nicht die Sieger scheinen hier die Geschichte zu schreiben, nein, endlich wird artikuliert, was die Geschichtsbücher verschweigen. Dennoch vermisse ich etwas Elementares in dieser geschlossenen Ästhetik: Die Leichtigkeit und der Humor. Seite um Seite liest man genußvoll wunderschön gesetzte Worte. Der Sprachfluß verzaubert, doch irgendwann fällt einem auf, das da niemand lacht. Alles ist nur Verantwortung und Auseinandersetzung mit dem Dogma. Kann eine solche Ästhetik befriedigen? Nein, denn allein schon der Galgenhumor, also der Witz des Unterdrückten, um seine ausweglose Situation erträglich zu machen, fällt hinaus, ist sogar vielleicht etwas obszönes, eskapistisches und nicht eine legitime Waffe. Die Eröffnungssequenz, die umwerfend schöne Beschreibung des eigentlich häßlichen Pergamonaltars in Berlin, sollte man allerdings dabei haben, wenn man dort einmal ins Museum geht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Juni 2007
Der Roman »Die Ästhetik des Widerstands« könnte auch heißen: Alles was Peter weiß. Denn der Autor steckt alles hinein, was ihm in den Sinn kommt. So erhält diese Geschichte lesender Arbeiter in der Zeit des National-Sozialismus eine thesenhaft-enzyklopädische Struktur.

Aber dieser Marmorblock hat Brüche: Wo Weiß versucht, eine linkssozialistische Geschichtsdeutung zu etablieren, kann nicht umhin, den mörderischen Charakter des Totalitarismus (etwa am Beispiel der Moskauer Prozesse) und die vergeblichen Legitimierungsbemühungen der Intellektuellen als gigantischen Betrug und Selbstbetrug zu entlarven.

So kann man dies Buch neben Solschenizyn's und Koestler's Hauptwerke stellen. Die Risse im Marmor machen gerade seine Größe und Modernität aus.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. November 2014
Das Buch gibt uns Einblick in das Leben des Peter Weiss. Es ist intellektuell anspruchsvoll.
Das Buch sollte lesen, wer Freue am Denken hat
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2001
Ein Roman ohne Handlung, eine Wortwüste, Dialoge, von denen man gleich weiß, daß man sie niemals verstehen wird und dann wieder Berichte von den Opfern der Geschichte die einen aufwühlen. Hier wurde den Opfern der Klassenkämpfe (und Faschismus und Zweiter Weltkrieg sind für Weiß extreme Formen des Klassenkampfes) ein Denkmal gesetzt, nicht um es stumm zu bewundern, sondern um sich nach ihrem Vorbild zu engagieren.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Mai 2012
eigentlich war es von vornherein klar, aber über 20 jahre nach dem endgültigen untergang des kommunismus ist es nun endgültig unmöglich geworden, sinnvolle erkenntnisse aus der lektüre dieses wälzers zu gewinnen. ich habe mich dem versuch unterzogen, und wenn ich überhaupt ein gutes haar an dem schinken lasse, dann sind es die in die elende bleiwüste eingestreuten kunst-rezeptionen, die zumindest überdenkenswert genannt werden können. der rest ist voll mit hilflosen erklärungsversuchen über das völlige versagen und andauernde unvermögen irgendwelcher kommunisten. immer wieder beschönigende ausflüchte über stalins regime und das völlige fehlen klarer wertung sorgen dafür, daß das machwerk die zeit nicht überdauern konnte sondern spätestens 1989 ins walhalla der unnützen bücher einging.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Februar 2002
Ästehtik des Widerstands kan læses som endnu et storslået værk inden for yvendes århundredes moderne roman-projekter. Læs den og oplev fryden ved at se historiens gang fra et nyt perspektiv.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden