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Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen
12
Der blaue Himmel: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 14. November 2005
Die Mongolei ist kalt. Im Winter fällt das Thermometer leicht auf 40 Grad unter Null; die Sommer dagegen sind kurz, heiß, schnell wieder vorbei. Und die Mongolei ist leer; riesige Landstriche, fast ohne eine Menschenseele.
Dieses Buch ist zwar über die Mongolei. Aber es ist alles andere als leer und es ist erst recht nicht kalt. Es geht um einen Nomadenjungen, der bei seinen Eltern in einem Zelt auf dem Altai aufwächst. Es geht um Natur, um Landschaft, um das Leben mit Tieren, den Jahreszeiten und wie die Menschen sich daran anpassen. Und es geht um die Liebe - ob zu einem Hirtenhund oder zu einer alten Frau, die die Familie aufnimmt und von allen bald nur noch Großmutter genannt wird -, es geht um Abschiednehmen, es geht um den Tod.
Galsan Tschinag - selbst als Nomade in der Mongolei geboren - hat diesen stark autobiographischen Roman vollständig auf Deutsch geschrieben, also nicht seiner Muttersprache. Und das merkt man manchmal. Die Sprache ist mitunter sperrig und holprig - und versprüht dadurch doch gerade denselben Reiz wie die Landschaft, die Menschen und die Gefühle, die der Roman äußerst lebendig auf die gerade mal 180 Seiten zaubert. Hier lohnt es wirklich, jedes einzelne Wort zu lesen. Ein warmes Buch für kalte Winterabende - und zum Nachdenken darüber, ob unser von Technologie geprägtes Leben wirklich der Weisheit letzter Schluss ist ...
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am 15. Juli 2006
Ein tuwinischer Junge aus der Mongolei erzählt. Eines Tages kommt eine alte Frau vorbeigeritten und zwischen dem Kind und ihr entwickelt sich eine enge Beziehung. „Meine Großmutter“ nennt der Bub bald die alte Frau. Noch sind die alten Strukturen der Nomaden intakt, noch verläuft das Leben in den gewohnten Bahnen, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben. Doch es ist die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und bald tauchen die ersten Anzeichen der Moderne auf. Ein Schietscheng, ein Auto beobachten die Kinder. Ein Lehrer kommt und holt die älteren in die Schule. Dort feiert man nicht das mongolische Neujahrsfest Schagaa, sondern Väterchen Frost, denn die Mongolei ist eines der „Bruderländer“ der Sowjetunion.

Aber in den Jurten dreht sich immer noch alles um das Vieh und das Wetter. Der Junge hütet mit seinem Hund jeden Tag die kleine Herde der letztgeborenen Schafe. Poetisch und doch sehr realistisch schildert der Autor diese Welt, die Träume des Jungen, der einmal ein großer Viehzüchter mit tausend Tieren werden möchte, aber im Moment nur eine kleine Herde beaufsichtigt. Die ersten Bonbons, die die Geschwister aus der Schule mitbringen, der Adler, der vertrieben werden muss, die Kälte, die unerwartet im Frühjahr einbricht und jeden Tag mehr Opfer unter den Schafen fordert. Und die Familie, Tanten und Onkel und natürlich „seine“ Großmutter, auf die der Bub so stolz ist.

Ein langsames Buch, das uns eine fremde Welt näher bringt, erzählt von einem Jungen, der seine Träume, Hoffnungen und Beobachtungen schildert. Und am Schluss taucht der Traum und der Hund wieder auf, um ...

Das Buch kann man gleich noch einmal lesen, ist man am Ende angekommen. Denn was uns der Autor erzählt, ist so dicht, dass man alles gar nicht beim ersten Mal wahrnehmen kann.

(C) Hans Peter Roentgen
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. März 2004
Wie fern sind wir von Naturerlebnissen und einfachem Leben, wie unnatürlich leben wir, technisiert und oft in mitmenschlicher Verarmung! Auch dies ging mir bei der Lektüre des Romans aus dem Umfeld des mongolischen Nomadenlebens auf. Dieser Roman zeigt kein ursprüngliches Paradies, sondern einen harten Kampf ums Überleben mit ganz einfachen Mitteln und in bescheidenster Umgebung.
Keine Klinik oder Arzt sind in der Nähe, wenn sich ein Kind verbrüht; Zähne werden selbst gezogen. Mensch und Tier sind dem Kampf mit den Naturgewalten brutalst ausgesetzt und leben aufs engste beieinander. Tod gehört zum Alltag, und das Thema Abschiednehmen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman - alles aus der Sicht eines noch nicht schulpflichtigen Jungen.
Nach dem Kinofilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel", der wohl ein paar Jahre später, aber im gleichen Umfeld spielt, war das eine sehr bereichernde Lektüre, weil sie so manches aus dem Film für mich erklärte, wieder aufleben ließ und vertiefte.
Beeindruckend war auch die Darstellung der menschlichen Beziehungen, das Nebeneinander der Generationen: jeder findet Gehör, ob Erwachsener oder Kind, jeder kann seine Tageserlebnisse abends erzählen und wird angehört. Der Autor versteht es, tiefe Gefühle sprachlich zu vermitteln und nachempfindbar werden zu lassen.
Ein Ausflug in eine fremde Welt, der lohnenswert ist, für jeden, der sich darauf einlassen mag und Interesse und Neugierde mitbringt, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.
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am 23. November 2009
Ich habe in diesem Sommer 3 Wochen in der Mongolei verbracht. Wir sind mit Zelten unterwegs gewesen und haben auch in Jurten übernachtet. Dieses Buch vermittelt mir das Gefühl dieses Landes, mit ausführlichen Beschreibungen und viel Zeit. Es gibt mir einen Einblick in die Denkweise der Menschen, die in dieser unglaublichen Weite leben und weckt den Wunsch, noch mehr aus dieser anderen Welt zu erfahren.
Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich als Leser darauf einlässt, nimmt er gefangen.
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am 20. März 2004
Dieses Buch überragt alle anderen Bücher Galsan Tschinags, weil es ein frühes Werk ist. Die Sprache ist einfach, oft kantig, steinig, voller Stimmung des Altai. Es zeugt von der archaischen Wucht der Bergnomaden im Altai.
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am 15. August 2011
Galsan Tschinag ist der wohl bekannteste mongolische Autor in Deutschland. Da er von 1962 bis 1968 in Leipzig Germanistik studierte, schreibt er eine Vielzahl seiner Werke auf Deutsch.
So auch den Roman »Der blaue Himmel«, in den er eigene Kindheitserfahrungen mit einfließen ließ. Darin schildert er das Leben eines Jungen in der mongolischen Steppe: Wie dieser, gemeinsam mit seinem über alles geliebten Hund, die Schafe hütet; die Wechsel der Jahreszeiten; das Zerbrechen der traditionellen Strukturen; das Beisammensein mit seiner Familie. Über vielen Aspekten der Geschichte schwebt dabei ein leichter Hauch des Todes, der in den Gefahren des alltäglichen Überlebenskampfes liegt ...

Wenngleich ich mich auf eine sehr stille und langsame Geschichte eingestellt hatte, konnte mich der Roman letztendlich nicht gänzlich überzeugen; schlimmer noch: obwohl das Büchlein sehr schmal ist, kam es mir zum Ende hin doch sehr lang vor. Das dürfte vor allem daran gelegen haben, dass es keinen Plot im eigentlichen Sinne und somit keinen stringenten Handlungsablauf gibt. Vielmehr beschreibt der Autor einzelne und häufig beliebige Ausschnitte aus dem Leben seines Protagonisten ... gut möglich, dass das einige nicht stört, mich selbst hat es (bei diesem Roman) auf Dauer aber ermüdet.

Der Sprachstil ist dazu etwas gewöhnungsbedürftig. Mal trifft man auf viele sehr einfache und kurze Sätze; darauf folgen lange Schachtelsätze, die allerdings gut lesbar bleiben. Die Sprache pendelt zwischen schlicht, ungewöhnlich und poetisierend; bei den poetisierten Passagen tauchen nicht selten grammatikalische Strukturen auf, die, wenn vielleicht auch korrekt, so doch zumindest fragwürdig erscheinen. Der Stil mag sicherlich einigen gefallen, meinen Geschmack traf er jedoch nicht.

Somit konnten mich weder die Geschichte noch die Sprache des Buches wirklich begeistern. Allerdings möchte ich gar nicht leugnen, dass es in seinen Schilderungen an der einen oder anderen Stelle ein doch recht dichtes und authentisches Bild vom Steppenleben der Nomaden vermittelt (das wird auch dadurch verstärkt, das viele mongolische Wörter benutzt werden - im Anhang gibt es als Verständnishilfe ein vierseitiges Glossar). Vieles bleibt fremd und zuweilen auch befremdlich, aber diese Eigenheiten zu schildern, gelingt dem Autor gut und eindringlich.

Wer sich für das Leben in der mongolischen Steppe interessiert und an das Buch eher als Informationsquelle, weniger als Roman herangeht, könnte durchaus Gefallen an »Der blaue Himmel« haben.
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am 6. Dezember 2005
Das Buch erzählt vom Leben eines mongolischen Nomadenjungen, der auf traditionelle Weise in einem Jurtendorf aufwächst, mit vielen Familienmitgliedern und Tieren.
Seine Tage verbringt er mit Schafehüten und all den anderen Tätigkeiten, die dort so anfallen - und natürlich mit seinem über alles geliebten Hund Arsylang.
Zeitlos wirkt diese Lebensweise, doch irgendwann dringt die Realität in die Erzählung ein: der Kommunismus ist auch hierher vorgerückt, die Kinder werden zwangsweise in die Schule geschickt, Teile der Verwandtschaft ziehen in organisierte Dörfer.
Ein durchaus interessanter Einblick in eine Kultur, von der ich sehrwenig wusste, gespickt mit (beinahe zu) vielen Originalausdrücken (ich wusste gar nicht, dass die mongolische Sprache Umlaute kennt und großzügigst verwendet!) Teilweise war mir die Geschichte aber ein wenig zu "unübersichtlich", ab und an habe ich mir mit der Zuordnung der Geschehnisse ein wenig schwergetan.
Sehr gut gefallen haben mir die Passagen über die Großmutter des Jungen und die enge Beziehung zu seinem Hund.
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am 2. März 2013
Was für eine rührende Prosa. Kreative Wortschöpfungen als berührende Beschreibung. Die kindliche Seele lächelt dem Leser ständig zu. Absolutes Kleinod!
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am 5. Januar 2000
ein tolles buch für lange (truebe) leseabende. sinnlich geschrieben mit interessanten einblicken in mongolisch-mystische weisheiten. für jeden europaeer empfehlenswert. weisheiten fuer ein inspiriertes leben.
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am 2. Juli 2007
Dies ist die Geschichte eines jungen Tuwini, der in der mongolischen Steppe in einer relativ traditionellen Nomadengesellschaft aufwächst. Er ist der Jüngste von drei Geschwistern und sein Leben ist angefüllt von seiner Familie, den Schafen und seinem Hund Arsylang.

Der Roman ist in erster Linie eine Geschichte der Beobachtung dieses gesellschaftlichen Zwiespalts, der die Familie des Jungen immer mehr von den anderen Leuten in der Gruppe isoliert. Als ' nachdem er durch die Schule seine Geschwister verloren hat ' auch noch seine Großmutter stirbt, wird der Kleine immer unruhiger und unsicherer, was das weitere Leben angeht ' auch weil er ahnt, dass auch er bald aus seiner gewohnten Lebensumgebung gerissen werden wird um die Schule zu besuchen.

Dieses Buch ist ' auf Grund der Gestalt des Ich-Erzählers ' sehr einfach in seiner Sprache und es tauchen auch oft überflüssige Erklärungen von Motivationen und Ideen auf. Interessant ist es, das nomadische Leben der Tuwini zu betrachten, allerdings dürften die meisten Westeuropäer froh sein, dass dies nicht ein Leben ist, das sie selber führen müssen. Wenn man das Buch ein wenig boshaft beschreiben möchte, dann ist es 'Heidi auf tuwinisch' und lässt darum auch einen zweiten Teil erwarten, der die Erfahrungen des Jungen in der Schule und in der Stadt beschreibt.
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