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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
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am 30. März 2001
Thomas Bernhard war einer der größten Literaten Österreichs-und einer, der am wenigsten verstanden wurde. "Heldenplatz" ist eines seiner umstrittensten Werke. Das Stück spielt in Wien Ende der 80-er Jahre und beginnt mit einem endlos erscheinendem Dialog zwischen der Haushälterin und der jungen Bediensteten des jüdischen Professor Schuster, der sich vor einigen Tagen das Leben genommen hat. Der Hauptteil des Dramas beginnt allerdings erst im zweiten Akt. Der Bruder des Toten sitzt nach der Beerdigung auf einer Parkbank und hält seinen beiden Nichten einen "Vortrag" über Politik, Gesellschaft, Antisemitismus und die Niedertracht der Menschen im allgemeinen. Obwohl drei Personen auftreten ist der Leser oder Zuschauer dazu geneigt, den zweiten Akt für einen einzigen Monolog zu halten. Zusammengefaßt würde ich sagen: Dieses Stück ist eines der kritischsten und treffendsten Werke, das ich jemals in die Hände bekommen habe. Allerdings ist es zeitweise anstrengend zu lesen und schwer verständlich, wenn man wenig oder garnichts über die Politik der 80-er Jahre in Österreich weiß. Aber Bernhard hat damit anscheinend einen wunden Punkt der Österreicher getroffen, andernfalls hätte er nicht soviel Haß geerntet.
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am 9. Mai 2016
Thomas Bernhard war ein Querdenker. Ein Mensch, der die Welt verstand, doch die Welt verstand ihn nicht. Tragisch-komischer Gedanke.
Heldenplatz ist ein gewaltiges Buch. Dich Charaktere sind zwar etwas platt und esoterisch, doch ihre Gedanken und Wortspiele sind so konfiguriert, dass sie eine Ebene erschaffen, die Gefühle freilassen und dem Leser jedes einzelne einfangen lassen.

Zugegeben klingen die Dialoge wie Monologe und die Monologe wie Gedanken von Bernhard selbst. Als spräche aus jeder Person Thomas Bernhard.
Nicht zu vergessen ist die Geschichte. Der Inhalt ist düster und infernalisch. Als prägendes Ereignis greift Bernhard jenes aus dem Jahre 38`. Als die Österreichische Bevölkerung, frenetisch HItler am Heldenplatz begrüßte und ihn empfing wie einen Gott.
Dieses laute Schreien der Menge, hörte die Frau des verstorbenen Professors immer wieder, wenn sie in der Wohnung in Wien am Heldenplatz residierten. Sie hielt es nicht mehr aus. Konnte es nicht mehr hören. Als sie schließlich beschließen nach Oxford umzuziehen, springt der Professor aus dem Fenster und begeht Selbstmord.
Über dieses Ereignis und dieses Verhalten diskutieren nun alle nahestehenden Mitmenschen des Professors und es entstehen Dialoge, die eine Welt des Prof. darstellen, die kaum Wertvorstellungen manifestierte. Wie auch? Die Welt war eine Scheibe, die alles zermalmte und keine eigenen Gedanken zuließ.
Deprimierend, zerstörend, vergebungslos, Bernhard.
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am 26. März 2006
„Heldenplatz" von Thomas Bernhard ist ein Drama, das in drei große Szenen gegliedert ist. Die erste beschäftigt sich mit der Vorgeschichte, wie Hitler seine Rede am Heldenplatz hielt und wie es zum Tod von Josef Schuster kam. Dass dieser nach der Rede Hitlers am Heldenplatz vor dem Nationalsozialismus nach England floh und als er wieder kam, sah er, dass nationalsozialistisches Gedankengut zwar verboten war, aber die Menschen mehr den je pro-faschistische Ambitionen hegten, und er sich demzufolge umbrachte.
Das gesamte Stück wird immer mit dem Heldenplatz - deshalb auch der Name - in Verbindung gebracht. So fand die Uraufführung auch im Burgtheater statt, wo man einen direkten Blick auf den Heldenplatz hat. Alle Szenen handeln in der Nähe des Heldenplatzes, u.a. in einer Wohnung direkt am Heldenplatz oder in einem Park neben dem Heldenplatz
In der zweiten Szene hält der Bruder Robert Schuster einen Vortrag zu seinen Nichten auf einer Parkbank. Hier erzählt er zuerst was für ein Mensch sein Bruder war, kommt aber schnell zu dem größeren Teil, wo er mit der politischen, kirchlichen und sozialen Situation Österreichs abrechnet. Dieser offenbare Dialog gestaltet sich aber eher eintönig und wird zu einem Monolog von Robert Schuster, der nur durch kurze Anmerkungen seiner Nichten noch mehr in seiner Meinung bestärkt wird.
Die dritte Szene wird eine Diskussion zwischen Robert und einer Gruppe mehrerer Leute. Robert kritisiert nur noch mehr die österreichische Politik. Er zeiht über Zeitungen, die sich zwar unabhängig nennen, aber dennoch Partei beziehen, her. Leicht kristallisiert sich heraus, dass Bernhard, auch wenn er noch so unpolitisch war, zwar über alle Parteien herzieht, die Christlich-Sozialen aber am ehesten befürwortet.
Das gesamte Stück kritisiert alle Parteien Österreichs, angefangen vom Nationalsozialismus, über die Sozialdemokratie bis hin zur Freiheitlichen Politik, lässt Bernhard kein Haar an den Verantwortlichen. Ebenso greift er alle Bundesländer Österreichs an. Über wirklich jede Problematik, sei es jetzt kirchlich, politisch, historisch oder auch soziologisch, gibt Bernhard über die Aussage Roberts seine heikle Meinung ab. Klar sehe ich auch, dass Robert, der in manchen Passagen einen regelrechten Monolog führt, durch Phrasen, wie "darüber gibt es doch gar nichts zu diskutieren", "da kann man sagen, was man will" u. ä. jeden möglichen Einwand ausschließt. „Heldenplatz" gibt zwar extreme Kritik an Österreich ab, zeigt aber keine Besserungsvorschläge.
Charakteristisch sind häufige Wortwiederholungen, die oft das verdeutlichen sollen, was die Kernaussage des Buches ausmachen - Österreich ist schlecht.
Bernhard erregte mit seinem Werk viel negatives Aufsehen. Er provozierte vor allem in Österreich immer wieder heftige Kritik. Viele seiner Aufführungen werden von publikumswirksamen Skandalen überschattet, die Politik, Boulevardpresse und Kunstbetrieb gleichermaßen in Atem hielten. Politische Größen, wie Franz Vranitzky und Bruno Kreisky sprachen sich gegen das Stück aus. Besonders aber war er der FPÖ ein Dorn im Auge und Jörg Haider verlangte sogar eine Ausbürgerung Bernhards. Oft wurden Bernhards Aufführungen von protestierenden Aktionen überschattet. Zuletzt brachte Bernhard noch mit seinem Testament einen Skandal hervor. In diesem verfügte er allgemeines Aufführungs- und Publikationsverbot eines jeglichen seiner Werke innerhalb der Grenzen Österreichs.
Mir schneit Bernhard als unverstandener Kritiker der österreichischen Kultur und verstehe die Protestaktionen und Boykottierungen gegen seine Werke und seiner Person als Verletzung gegen das Menschenrecht der Presse- und Meinungsfreiheit. Dieses Buch ist allemal lesenwert und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen. Ich sehe aber in dem Buch einen einzigen Monolog gegen das System, wo es keine anderen Meinungen im Buch gibt und das finde ich extrem schade.
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HALL OF FAMEam 14. August 2006
Mit "Heldenplatz" unternahm Thomas Bernhard 1988, kurz vor seinem Tod, einen letzten Frontalangriff auf seine österreichischen Landsleute. Bernhard, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit, schrieb das Theaterstück anlässlich des 100. Geburtstags des Wiener Burgtheaters und des 50. Jahrestags von Österreichs "Anschluss" an Nazi-Deutschland. "Heldenplatz" spielt nach dem Selbstmord eines alten jüdischen Professors in Wien. Hausangestellte und Familie blicken auf dessen Verbitterung zurück und ereifern sich dabei in wütenden Schimpftiraden über den Judenhass der Wiener, die Stumpfsinnigkeit der Österreicher, die Verderbtheit der Politik und die Niederträchtigkeit des Menschen im Allgemeinen. Die Witwe des Verstorbenen hört im Wahn noch immer die Volksmassen schreien, die 1938 auf dem Wiener Heldenplatz Adolf Hitler begeistert willkommen hießen. Der wortmächtige Übertreibungskünstler Bernhard verzichtet auf einen klassischen Konflikt und macht den brillant aufbrausenden Text selbst zum eigentlichen dramatischen Zentrum seines Werks. Im Jahr der Premiere löste das Stück einen landesweiten Skandal aus. Die Wucht des Textes ist nach wie vor beeindruckend - heute allerdings lassen sich auch seine komischen Qualitäten genießen.
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am 23. März 2006
Das Drama „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard handelt vom Juden Josef Schuster, einem Mathematikprofessor. Allerdings hat er sich bevor das Stück überhaupt begonnen hat, aus dem Fenster seiner Wohnung in Wien gestürzt. Seine Person jedoch bestimmt das ganze Stück. Nach seinem Selbstmord trifft die Familie aufeinander und spricht über ihn.
Das Stück spielt in der Nachkriegszeit Wiens, 1988, genau 50 Jahre nach dem Anschluss Ã-sterreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich. Die Personen im Stück gehören der gehoberen Gesellschaft Wiens an.
Thomas Bernhard versucht mit seinem Stück sein Bild von der damals gegenwärtigen politischen Situation Ã-sterreichs provozierend darzustellen â€" was ihm auch gelang. Noch nie hat es in Ã-sterreich ein derart provokatives Buch gegeben, welches für so viele Diskussionen und Streitigkeiten angeregt hat.
Die Provokation ist ein zentrales Thema und wird auch als Stilmittel eingesetzt, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu erlangen, und ihn zur Empörung treiben. Die Ã-sterreicher werden als Egozentriker, Fanatiker und Nationalsozialisten dargestellt.
Bernhard schreibt ein gesellschaftskritisches Werk, welches einen Spiegel für uns darstellen soll, dies ist ihm gut gelungen, sichtbar in dem enormen Rummel um dieses Stück bei der Uraufführung.
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am 10. September 2004
In Bernhards Stück "Heldenplatz" passiert eigentlich nicht viel, es beklagen Verwandte eines an dem österreichischen Nazi-moral-denken gescheiterten Intellektuellen dessen Tod. Auf den ersten Blick eigentlich nur eine stumpfe Wiederholung von Bernhard-typischen Anachronismen. Wenn man aber Bernhard und dieses Stück durchschaut hat, wird man reich belont und gleichzeitig vom Autor selbst in die Schranken gewiesen. Der vermeindliche Klatsch und Tratsch ist eigentlich eine Erläuterung der Gründe des Todes, nämlich floh er vor den Nazis nach England und kam zurück nach Österreich und sah, dass sich die pro-faschistische Attitüde der Österreicher sogar verschlimmert hat nachdem das dritte Reich endlich ein Ende fand, das wollte der jüdische Arzt nicht länger über sich ergehen lassen, er brachte sich um.
Dieses Stück ist nicht wegen der Sprache so provokant, sondern wegen dem extrem anti-österreichischen Haltung Bernhards, welche ja auch gerechtfertigt ist. Der Anlass für Bernhard dieses Stück zu schreiben war die Annexion Österreichs 1938, genauer das 50-jährige "Jubiläum" der Rede Hitlers auf dem Wiener Heldenplatz, wo er den Österreichern auf Wunsch ein Bedenkjahr lies, obwohl eigentlich klar war, dass die Österreicher Hitlers Plan voll und ganz zustimmen werden. In diesem Stück, 50 Jahre danach, arbeitet Bernhard gekonnt diese Problematik auf, um den Österreichern zu zeigen, was noch für Faschisten in ihnen stecken, diesmal soger wählten die Österreicher freiwillig diese Attitüde und trieben einen Arzt, dessen Familie ebenso vom Neofaschismus geschädigt ist, in den Selbstmord. Bernhard gibt hier auf nihilistische Weise keine Anstöße für eine Besserung der Zustände, er zeigt nur, was er sieht. Und diese Tristesse lässt er gekonnt in kalten Räumen spielen, ironischerweise in einem Zimmer über dem Heldenplatz... Doch wir münzen dieses Stück fälschlicherweise nur auf Österreich, er kritisiert hier alle Länder, die sich nicht gegen den Faschismus aufgelehnt haben. O-ton Karl Jaspers/Nürnberger Prozesse: "Es ist unsere Schuld, dass wir noch am leben sind..."
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TOP 500 REZENSENTam 5. August 2005
Ob Bernhard Prosa schreibt oder ein Stück, immer stehen sein Plädoyer gegen den Nationalsozialismus, seine Angriffe gegen sein ungeliebtes Heimatland Österreich mit im Mittelpunkt. Ganz besonders im "Heldenplatz", dem wohl umstrittendsten, dem bekämpftesten Werk von Thomas Bernhard.
Eine einzige Attacke ist dieses Stück und man kann, auch beinahe 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung die Verärgerung spüren oder ahnen, die es in Österreich ausgelöst hat. Lange nicht so schwer zu lesen wie seine Prosa, weil kürzer, weniger gebetsmühlenhafte Wiederholung. Bernhards Alter Ego scheint der Bruder des durch Selbstmord gestorbenen Professors Josef Schuster zu sein, Professor Robert Schuster.

Drei Szenen hat das Stück. Im ersten wird die Vorgeschichte erzählt. Im zweiten rechnet Professor Schuster in einem nur durch kurze Anmerkungen unterbrochenen Monolog ab. Im dritten stellt er sich mit seinen Aussagen einer Reihe von weiteren Figuren. Ohne große Gegenrede, ohne einen Widersacher. Das macht das Stück zwar nicht langweilig, aber reichlich einseitig. Eine weitere Abrechnung Bernhards eben.

Lesenswert allemal, aber ohne die Faszination der Prosa Bernhards. Mir bleiben "Holzfällen" und "Auslöschung" lieber.
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TOP 500 REZENSENTam 28. Dezember 2014
Thomas Bernhard arbeitete sich sein Leben lang laut grantelnd an seiner österreichischen Heimat ab. Die Dosis wurde stetig erhöht. "Heldenplatz" von 1988 kurz vor Bernhards Tode war wohl der größte Eklat.

In seinem Kammerspiel um den "Anschluss" 1938 und Antisemitismus damals wie 1988 gibt es wenig Handlung. Diese ist nur Vorwand für sprachmächtige, lange, sich wiederholende Tiraden. Bernhard-Leser kennen das, doch hier zieht Th.B. alle Register gegen Schwarze, Rote, eigentlich fast alle. Das ist Publikumsbeschimpfung am Burgtheater, dass es schmerzt, denn auch Österreich hatte und hat ein Problem mit Faschismus und Mief, dem sich die herrschende Klasse nie ganz stellen wollte.

Nur Vorsicht, Bernhard färbt auf den eigenen Sprachstil ab, und selbst so vom Leder zu ziehen ist außerhalb vom Stammtisch nicht allgemein sozialtauglich.
Vier Sterne.
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am 28. September 2007
Über die Skandale, die sich um Thomas Bernhards Werk ranken, vergiß man allzu leicht, was für eine wunderbare Sprache, dieser Autor besaß, wie er es verstand, die Abgründe seiner Figuren in ihren Schrullen zu spiegeln. Heldenplatz kommt einem wie ein letztes Aufbegehren vor, in der er seiner Heimat die Stirn bieten wollte. So fragil das Leben Thomas Bernhards auch erscheinen mag, so unnachsichtig sprangen ihm seine Figuren auf der Bühne zur Seite. Die breite Palette von Haß, Gleichgültigkeit und Verblendungen bietet auch dieses Stück. Österreichs Anschluß prägte Bernhards Einstellung zu seinem Land. Die Auswirkungen sah er nie als überwunden an. Das Lachen bleibt einem bei diesem großen Komödianten im Hals stecken. Selbst der Haß zeigt seine lächerlichen Fratzen, wenn er glaubt unter sich zu sein.
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am 25. März 2006
Heldenplatz
Aufbau
Das Stück besteht aus drei Szenen in chronologisch fortlaufender Form. Die erste und die dritte Szene spielen in Professor Schusters Wohnung. Es gibt nur selten Schauplatzwechsel und man weiß nur das, was die Personen preisgeben. Die zweite Szene spielt im Volksgarten. Das ganze Stück läuft auf einen Höhepunkt hinaus, was durch die immer lauter werdenden Rufe unterstützt wird. Es ist nach dem Schema eines offenen Dramas geschrieben. Wichtiges Element sind die häufigen Gedankensprünge der Protagonisten, die die Verunsicherung nach dem Selbstmord des geachteten Professors verdeutlichen. Seine Erregungen, seine innere Wut, die Ausdruck immer wieder erlittener Verletzungen und Enttäuschungen des jungen Bernhard, kommen in den Monologen seiner Theaterfiguren und den Gedanken seiner Ich-Erzähler in den Prosatexten oft zum Vorschein. Bernhard schreibt vor allem über Einzelgänger, Selbstmörder, Kranke, angeblich Verrückte, Philosophen usw. Die menschliche Existenz ist für ihn sehr eng mit dem Leiden und dem Tod verbunden.
Inhaltsangabe:
In dem Stück geht es um eine jüdische Familie, die während des Zweiten Weltkrieges aus Österreich vertrieben wurde. Nach dem Krieg kehrt sie aus Oxford nach Wien zurück, hält den wachsenden Antisemitismus und Rechtsradikalismus aber nicht mehr aus. Bevor man sich für ein abermaliges Exil entscheidet, stürzt sich das Familienoberhaupt aus dem Fenster über dem Heldenplatz - knapp 50 Jahre nachdem Hitler dort seine Rede zum Anschluss Österreichs an das Dritte Reich hielt.
Erste Szene
Die erste Szene spielt in der Wohnung des Professors, eine Wohnung in der Wiener Innenstadt mit Blick auf Heldenplatz. Am Anfang steht ein Zwiegespräch zwischen Herta und Frau Zittel. Frau Zittel ist die alteingesessene Haushälterin im Hause Schuster und Herta ein junges Hausmädchen. Es wird zunächst die tragische Geschichte des Professors erzählt. Die Frau des Professors soll nach Neuhaus hinziehen, da sie in Wien unter Halluzinationen leidet. Sie hört immer noch die Massen vom Heldenplatz schreien, die 1938 beim Einzug Hitlers auf den Heldenplatz schrien. Während die Geschichte erzählt wird kann man auch die Grundzüge des Charakters Schusters erkennen. Er ist ein Geistesmensch gewesen, der davon überzeugt gewesen ist, dass Österreich noch immer tief mit dem Nationalsozialismus verbunden ist und der katholische Stumpfsinn die Menschen regiert. Der Professor ist ein schwieriger und autoritärer Mensch gewesen.
Zweite Szene
Im Volksgarten treffen nach der Beerdigung die nahsten Verwandten des Verstorbenen aufeinander. Anna und Olga, die Töchter des Professors, klären warum der Professor nicht nach Oxford gekonnt hat und warum es ihm unmöglich gewesen ist in dieser Welt zu existieren.
Die Unterschiede zwischen Professor Robert, der Bruder von Josef, und Professor Josef werden beschrieben. Professor Robert will sein Leben genießen und setzt deshalb Scheuklappen auf, obwohl er sieht, was auf der Welt und in seiner Umgebung geschieht.
Dritte Szene
Die dritte Szene spielt erneut im Speisezimmer mit Blick auf den Heldenplatz. Alle Gäste der Beerdigung, neben der Familie des Professors noch zwei jüdische Professorenehepaare treffen zusammen. Die Missstände in Wien werden angeprangert und verurteilt. Zum ersten Mal tritt die Frau des Professors auf. Sie beginnt wieder von draußen das „Sieg Heil"-Geschrei der Massen zu hören, das vor fünfzig Jahren am Heldenplatz ertönte. Das Stück endet damit, dass Frau Schuster mit dem Gesicht voraus auf die Tischplatte fällt.
Das Buch ist sehr einfach zu lesen. Auch finde ich gut, dass Thomas Bernhard den Mut hatte Leute, die es hassen kritisiert zu werden, zu kritisieren. Dies ist ihm sehr gut gelungen.
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