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am 19. Februar 2016
Die Liebe vermag die Liebenden bekanntlich sprachlos zu machen, sodass der von Roland Barthes beabsichtigte Versuch, gerade jene Sprache zu entziffern, die von den Liebessubjekten ausgeht, scheinbar paradox daherkommt. Barthes geht es hier weniger um das dialogische Verhältnis zweier Liebende, als vielmehr um den inneren Monolog, welchen Liebende mit sich selber führen. Um jenes imaginäre Meer von Sprachanwandlungen, die den Liebenden regelrecht überschwemmen können und vor welchem zu fliehen, wie aus einem gedanklichen Käfig, fast unmöglich ist. Aufgrund der fehlenden Kohärenz, die diesen Sprachsystemen zugrunde liegt, sei sie eine fragmentarische Ausdrucksform, die aus lauter Satzbruchstücken besteht. Sie kann kein harmonisches Ganzes ausbilden, da der Liebende durch die vielen unterschiedlichen Zustände, in die ihn seine Liebe bringt, auch entsprechend viele Figuren bilde, so Barthes.

So facettenreich das Liebesgefühl sich zu äußern vermag, so unterschiedlich stellt sich auch die jeweilige Sprachfigur dar. Roland Barthes will den Begriff der Figur nicht als etwas statisches, sondern vielmehr als einen dynamischen Prozess, einen Dis-cursus, bei dem sich das Subjekt gedanklich ständig bewege, verstanden wissen. Eine Figur unterscheidet sich von einer anderen durch die jeweils verschiedenen, charakteristischen Zeichensysteme, die sie auszeichnen. Für die Beschreibung bedient sich Barthes verschiedener Wissensbereiche, wie der Literatur, aus der er bevorzugt Goethe herausgreift, der Psychoanalyse mit Freud und Lacan, der Philosophie, aber auch der Mystik, um die verschiedensten Zugänge zu vereinen. Alphabetisch präsentiert uns Barthes nun all die Figuren aus denen sich das liebende Subjekt konstituieren lässt.

In Fragmente einer Sprache der Liebe zeigt uns Barthes jedoch nicht nur jene typischen allbekannten Liebesäüßerungen, sondern entwirft auch eine Art Liebesmetaphysik, die aufzeigt wie Liebende in einer Hülle aus Wahrheit eingeschlossen werden können. So erfahren wir im Abschnitt "Wahrheit", der starke Einflüsse von Jean Paul Sarte erkennen lässt, wie ein gegenseitiges Anerkennen dazu führt, dass einzig das liebende Subjekt dazu fähig ist, den anderen in seiner Wahrheit zu erkennen. Die Legitimation der eigenen Person wirkt dadurch scheinbar entäußert. Das eigene Sein muss der Andere immer wieder erschaffen, um die Wahrheit der Liebe kontinuierlich existieren zu lassen. Auf diese Weise leben die Liebenden in einer eingeschlossenen Blase, die von den Liebenden als objektiv angesehen wird und von der Welt als eine bloße Illusion.
"Nicht die Wahrheit ist wahr", schreibt Barthes, sondern "es ist die Beziehung zur Illusion, die wahr wird". Liebe macht daher eigentlich nicht blind, sondern verleiht eine absolute Weitsichtigkeit.

Ein wunderbares Buch, dass sich nur schwer klassifizieren lässt. Es vereint Poetisches mit Prosaischem, bedient sich semiotischer und sprachphilosophischer Werkzeuge und schweift gerne mal in mythische Theorien ab. Hier liegt ein Liebesdiskurs vor, der sicher nicht zu einer Entzauberung der Liebe beiträgt, sondern sie nur umso bedeutender erscheinen lässt.
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am 26. April 2017
Der Schlüssel zu Erleuchtung jeglicher Mechanismen und Muster! Wahnsinn. Ich liebe dieses Buch!
Es ist wohl philosophisch als und poetisch. Die Figuren sind epische Meisterwerke der Metaphorik <3
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am 9. November 2016
Der in den 50ger und 60ger Jahren in Frankreich geschätzte und weit über sein Heimatland hinaus populäre Verfasser der „Mythen des Alltags“ legt 1977 mit seinen „Fragmente einer Sprache der Liebe“ eine Etüde über die Liebe vor. Der Philosoph und Semiotiker schickt seinem Buch die Diagnose voraus „dass der Diskurs der Liebe heute von extremer Einsamkeit ist“. Den Gründen dafür geht er nicht weiter nach. Aber er schafft Abhilfe. Achtzig Figuren oder Erscheinungsformen von Liebe benennt er stichwortmäßig und führt sie assoziativ aus. Als Grundlage dient ihm das Alphabet. Von A wie Abhängigkeit, F wie Fehler, O wie obszön, U wie unbegreiflich zu Z wie Zärtlichkeit und Zugrundegehen. Auf über 200 Seiten breitet er nun Assoziationen zu den selbstgewählten Aspekten oder Fragmenten der Liebe aus. Die sind essayistisch-poetisch, ein bis drei Seiten umfassend, oft in durchnummerierte Abschnitte unterteilt und auf dem leeren Außenrand der jeweiligen Seite mit dem Autor, Philosoph oder wem sonst bezeichnet, auf den der Text sich bezieht. Die Bezüge sind zahlreich und gelehrt. Es ist ihm nicht zu verdenken, dass er hier das Imperium seiner Bildung aufrichtet. Schließlich ist er Philosoph, Literaturwissenschaftler, Semiotiker und Franzose. Auf den letzten fünf Seiten sind die Kronzeugen seiner Ausführungen unter „Tabula gratulatoria“ gelistet. Es dürften um die hundert, vielleicht eher hunderundfünfzig sein. Goethes „Werther“, Platons „Phaidros“, Baudelaire, Gide, Ronsard, Novalis, Johannis vom Kreuz, aber auch aktuellere aus dem Lieblingsquartier französischer, moderner Philosophen, der Psychoanalyse. Also Freud, natürlich Lacan, Bettelheim, Winnicott, C.G.Jung. Und Schriftsteller en masse – Musil, Michelet, Madame de Sévigné, de Sade, Stendhal, Balzac, Diderot usw. Auch auf Zen-Buddhismus und Tao wird zugegriffen, manchmal etymologisch gegraben.
Die – man könnte auch sagen – Meditationen über Aspekte der Liebe und des Verliebtseins sind vielfach sehr geistreich, amüsant und verblüffend. Natürlich kann es sehr viel Vergnügen bereiten, wenn in einer durchaus alltagspsychologisch und plausibel geschilderten Facette des Verliebtseins ein oder auch gleich drei ganz unerwartete kontextuale Zeichen oder Mythen dechiffriert werden. Wenn Hintersinn und Nebenbedeutung herausgearbeitet werden. So etwa wenn unter dem zweiten Punkt zum vierten Stichwort „Anbetungswürdig“ auf die platonische Ganzheits- und Vollkommenheitsidee verwiesen wird, die der Verliebte im Objekt seiner Liebe selbstverständlich realisiert sieht. Zu wem wir in Liebe entbrannt sind, den nehmen wir zwangsläufig als Ganzes, als Harmonisches, Stimmiges wahr, das wir gerade an uns selbst oft schmerzlich vermissen. Alles ist rund und mit sich selbst in Übereinstimmung. Ganz „lässt sich nicht inventarisieren, ohne dass man es verkleinert, fasst keine bestimmte Eigenschaft“. Jede Eigenheit, eine besondere Art der Bewegung, des Blickes, wird nicht um ihrer selbst willen bewundert und geliebt, sondern ist in geheimnisvoller, magischer Weise mit dem Ganzen der Person verbunden und verweist auf sie.
Anderes wirkt elaboriert und ein wenig bildungsbeflissen, etwa wenn er im Nachdenken über W.Jensens „Gradiva“ ( und Freuds Fehlinterpretation ) das Spiel von Gewährung und Frustration, Zuwendung und Abwendung in Momenten der Liebe mit dem bedauernswerten Schicksal des Kardinals Balue assoziiert, den Richelieu in einen Käfig sperren ließ, in dem er weder stehen noch ausgestreckt liegen konnte.

Viel Anregung und Inspiration, aber auch Frustrierendes und Überzogenes, von dem man nicht ausschließen mag, dass einem die Trauben einfach zu hoch hängen.
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am 19. Juli 2006
Das vorliegende Buch von Roland Barthes ist nichts weniger als eine Beschreibung der Liebe. Um dieses große Gefühl verstehen zu können, muss es in seine Bestandteile - wie Eifersucht, Glück und Trauer - zerlegt werden. Diese Bestandteile, im Buch "Figuren" genannt, werden dann jeweils von einem Ich-Erzähler beschrieben, erläutert und interpretiert (oft anhand anderer Autoren bzw. Philosophen, am meisten durch Goethes "Werther"). Dabei sind die einzelnen Figuren wahllos nach dem Alphabet angeordnet (das Buch ist also wie ein Lexikon aufgebaut), so dass der einzige Zusammenhang zwischen ihnen der Leser selbst ist, der die Figuren auf sich und seine persönliche Biographie bezieht und somit zwischen den verschiedenen Lexikaartikeln ein Ganzes schafft.

Das Buch ist äußerst tiefsinnig, aber durchaus unterhaltend geschrieben, wobei die Wortwahl und Satzstellung ein durchaus hohes philosophisches Niveau erreichen.

Wer sich also für die Liebe und ihr Wesen interessiert kommt an diesem Buch nicht vorbei - selten bekommt man dieses Gefühl so ausführlich erläutert wie hier; Standardwerk!
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am 30. März 2011
Die Liebe als Lexikon. Die Vermittlung der Gefühle läuft über Texte - aus der Literatur (Werther, Proust), Psychoanalyse (Freud, Lacan), Philosophie (Nietzsche, Bataille). Dem Chaos der Gefühlsschwankungen begegnet Barthes mit einer enzyklopädischen Ordnung. Das Buch fragmentiert alphabetarisch den endlosen Diskurs über die Liebe, zerlegt ihn in 80 handliche Essays. Ein Nachschlagewerk, in das man bei jedem Stichwort einsteigen kann: Abwesenheit, Erwartung, Hautlos, Klatsch, Magie, Selbstmord . . . Eine Lektüre, die sich auf kein Vorher und kein Nachher stützt. Wie bei dem verhandelten Gefühl selbst zählt allein der Moment, der Augenblick, das Stichwort, bei dem man gerade ist, oder bei dem man sich aufhalten (lassen) will. Obwohl das Buch größtenteils aus Zitaten und deren Diskussion besteht, transportieren sowohl die Einsicht als auch Stil des Autors die authentische Kraft, die dem sujet a priori innewohnt.
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am 23. November 2001
Roland Barthes entwirft hier aus 80 alphabetisch greihten Begriffen eine Sprache der Liebe, eine Art Topik des Liebeslebens. Es sind Fragmente von "Abhängigkeit" bis "Zugrundegehen", die er mit außergewöhnlich poetischem Sprachvermögen konstruiert, um das Phänomen Liebe zu rekonstruieren, um zu schauen, nach welchen Prinzipien es funktioniert. Seine "Philosophie der Liebe" stützt sich auf die Lektüre Goethes "Die Leiden des jungen Werther" und gewinnt mit so unterschiedlichen Autoren wie Nietzsche, Plato und Tao Te King eine Vielschichtigkeit, die der Komplexität der Liebe entspricht. Ein großes Werk!
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am 6. April 2009
Ein Meisterwerk seiner Art. Barthes seziert den Zustand des Liebesgefühls und bringt ihn anschaulich zum Ausdruck. Anhand klassischer Werke der Literatur, gemischt mit eigenen Beobachtungen, hangelt er sich eine Gliederung der Stadien des Glücks und Schmerzes dieses Phänomens entlang. Am besten empfiehlt man ihn mit seinen eigenen Worten:
"Wie war der Himmel blau"
Der Liebeswettstreit scheint also in drei Etappen vor sich zu gehen: zu Anfang, urplötzlich, die Inbesitznahme (ich bin von einem Bild hingerissen); darauf eine Folge von Begegnungen...:das ist die Süße des Anfangs, die eigentliche Zeit der Idylle.
...die Fortsetzung ist die lange Schleifspur der Leiden, Verletzungen, Ängste, Nöte, Ressentiments, Verzweiflungen, Peinlichkeiten, und Fallen, deren Beute ich werde, wenn ich fortan unablässig unter der Drohung eines Verlustes lebe...

All diese Hochs und Tiefs werden so detailliert durchexerziert, dass man verblüfft ist über diese Exaktheit seiner Beobachtungsgabe.
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am 18. August 2014
Es ist unfassbar, wie viel Wahrheit in diesem Buch steckt. Man ist versucht beim Lesen ständig "Genau!" und "Stimmt!" zu rufen. Trifft die Sache auf den Punkt und ist gut geschrieben. Jeder Mensch wird sich wiedererkennen!
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am 7. Juli 2014
Dieses Buch von Roland Barthes habe ich wie kein anderes gelesen und lese es weiter. Es wandert dreifach, in deutscher, englischer und französischer Sprache von meinem Bücherregal neben mein Bett und zurück – sie kommen und gehen, alle drei, das liegt auch an der einzigartigen strukturalistischen Komposition des Buches, das man von vorn nach hinten lesen kann, aber nicht muss, die Fragmente sind alphabetisch gereiht und so steht der Text im Englischen und Deutschen auch in einer anderen Reihenfolge als im französischen Original. Es ist ein Buch für jene die nicht zu sehr zwischen Fühlen und Wissen unterscheiden – für die Fühlen und Denken ein symbiotischer Vorgang ist. »...die Stimme des Unheilbar-Liebenden.«
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am 4. Juli 2016
Ich bin so glücklich über diese erweiterte Fassung der originalen "Fragmente". Sie ist eine wirkliche Bereicherung. Ich muss dieses Buch immer wieder lesen. Es ist so brillant und so einfühlsam, dass es mir immer in gewisser Hinsicht wieder den Glauben an die Menschheit wieder herstellt.
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