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Kundenrezensionen

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am 3. Oktober 2012
Mit dem Pascal-Zitat "Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern" aus der Pensée 206 setzt Bernhards 1967 erschienener Roman ein. Aus der Perspektive des Sohnes eines Arztes, der in der bedrückenden Stumpfheit der österreichischen Provinz Krankenbesuche macht, schildert Bernhard episodisch Zustände des Leidens, des Verfalls und der Ausweglosigkeit. Zentrale Themen von "Verstörung" sind die Schrecknisse und Abgründigkeiten der menschlichen Existenz, das Morbide, die seelische Entwurzelung, die Geisteskrankheit und um sich greifende Todessehnsucht. Der Roman gipfelt in dem über hundert Seiten langen radikalen Monolog des bereits dem Wahnsinn verfallenen Fürsten Saurau, der sein Leben und dessen Absurditäten reflektiert. "Verstörung" ähnelt inhaltlich und stilistisch insoweit stark Bernhards 1963 veröffentlichtem Debütroman "Frost". Was Bernhard in "Verstörung" aufbietet, ist wegen der düsteren Thematik und der anspruchsvollen Sprache nicht leicht zu lesen und teilweise schwer verdaulich, aber kunstvoll arrangiert und daher sehr lesenswert. Auch technisch ist Bernhard gegenüber seinem Erstling deutlich gereift. Wer bereits andere Romane von Thomas Bernhard gelesen hat und mochte, wird auch von "Verstörung" angetan sein. Für diejenigen, die sich mit Bernhard bislang noch nicht beschäftigt haben, ist der Roman ein guter Einstieg.
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am 2. Oktober 2014
... der zweite Teil ist eventuell ein wenig zu langatmig, dennoch: Ich schätze Thomas Bernhard als Schriftsteller sehr. Er verbreitet in diesem Werk (wie auch in vielen seiner anderen) einen Pessimismus, dem man sich bei genauer Betrachtung der Welt gerne anschließt.
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Es wird oft behauptet, dass ein Schriftsteller im Grunde immer dasselbe Buch schreibt. Wohl für keinen anderen Autor trifft das mehr zu als auf den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard. Thomas Bernhards Prosa ist gekennzeichnet durch eine abgründige Negativität, die in Form ständiger Selbstumkreisungen, Wiederholungen und Umlagerungen Themen wie Krankheit und Verfall, das Leiden an der Wirklichkeit schildert. Man kann die Prosa von Bernhard als radikal und rebellisch bezeichnen, die sogar bis zur Verachtung und Aggressivität gegen die Umwelt gehen kann. Die Österreicher fühlten sich durch seine Schriften, die gegen die Alltagsdummheit seiner Landsleute rebellierte, deshalb otf provoziert und attackiert. Der Roman "Verstörung", der zweite Roman von Bernhard, enthält all diese Elemente. Ein Landarzt aus der Steiermark nimmt seinen erwachsenen Sohn, der sein Wochenende bei seinem Vater verbringt, auf eine kleine Odyssee durch die steiermarkischen Provinzen. Bei den Visitenbesuchen seines Vaters ist der Ich-Erzähler konfrontiert mit kranken und sterbenden Menschen, hinter deren Krankheiten und körperlichen und psychischen Verfallsprozessen, sich unvorstellbares Leid, Familientragödien, Verfinsterungen und Gewalttaten dämonischen Außmasses verbergen. Der Landarzt bewegt sich fortwährend in einer kranken Welt, unter kranken Menschen, "auch wenn diese Welt vorgebe, vortäusche, eine gesunde zu sein, sei sie doch immer eine kranke." Das Landleben sei schlimmer als das Stadtleben, die Verbrechen auf dem Land brutaler und gewalttätiger als in der Stadt. Auf diesen Krankenbesuchen, die ein wenig an Gogols Landreise in seinem unvollendeten Roman "Die toten Seelen" erinnern, erfahren wir von einem Totschlag in einem Gasthaus in Gardenberg, machen Bekanntschaft mit einem Herr Bloch in Stiwoll, der in seiner "grauenhaften Privathölle unter der Gleinalpe" die Welt betrachtet, hören die tragische Familiengeschichte der im Sterben liegenden Lehrerswitwe Eberhöl, besuchen einen Industriellen, der sich in sein Jagdhaus eingekerkert hat und sind hautnah bei einem großangelegten, gespenstischen Vogelmord in der Fochlermühle in der Schlucht. Die Episode mit dem kollektiven Vogelmord ist in ihrer Intensität und Grauenhaftigkeit wohl die beste im ganzen Roman. Hier spürt man am deutlichsten das verstörende und gespenstische Klima in diesen österreichischen Provinzen. Der Ich-Erzähler ist dem Verwesungsgeruch der bereits getöteten Vögel ausgesetzt und erlebt wie die noch lebenden Vögel im Käfig, deren Besitzer kurz zuvor gestorben ist, in ihrem ganzen Verhalten total verstört sind. Im zweiten Teil des Romans sind wir beim letzten Besuch des Dorfarztes bei dem Fürsten Saurau, der auf der Burg Hochgobernitz lebt, anwesend. Der Fürst hält in seinem Monolog eine Hass- und Wuttirade auf das Leben, auf seine Besitztümer, auf das politische und geistige Klima seines Landes und auf sein Adelsgeschlecht. Überall wittert der Fürst einen Verfall, einen Verwesungsgeruch gigantischen Ausmaßes. Man merkt sehr schnell, dass der Fürst in seinem mäandernden, sich wiederholenden Monolog nahe am Wahnsinn ist. Ich fand den zweiten Teil dennoch ein wenig schwächer als den ersten Teil, weil der Monolog hohe Konzentration verlangt und sich in seiner Wortwahl häufig wiederholt. Dennoch war ich mit dem Roman insgesamt zufrieden. Man spürt, hier schreibt ein Schriftsteller vom Format.
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am 19. September 2010
Das Buch ist wirklich sehr deprimierend geschrieben, aber zugleich sehr gut! Ganz ehrlich stellt es die Welt als eine Ruine dar und zwar in ihrer vollen Vergänglichkeit. Es ist nicht die Art von Büchern, die ich persönlich gerne lese, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Es ist mir zu negativ verfasst, ich war nach dem Lesen immer ein bisschen betrübt. Aber das ist eben das Ziel, was erreicht werden sollte. Jedoch denke ich, dass viele Leute das Buch gut finden würden. Wer kein Freund von langen, sehr langen, Monologen ist, sollte es jedoch lieber nicht lesen.
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am 17. August 2012
die besten bücher von bernhard sind "kalkwerk" und "verstörung", als er noch hart drauf war, und nicht die beim bildungsbürgertum so beliebten stücke aus seiner everybody's-darling-zeit und auch nicht die späten romane, die zum teil sehr lustig (holzfällen, wittgensteins neffe) sind, aber nicht die härte von "kalkwerk" und "verstörung" haben.
(übrigens: meine bibliothek-suhrkamp-ausgabe enthält eine aufschlussreiche auflagen-information: dreizehntes und vierzehntes tausend 1979, erste auflage 1967. ein nachdruck von ZWEITAUSEND stück!!! hat offenbar ganz schön viele jahre gedauert, bis thomas bernhard über einen insider-kreis hinaus bekannt wurde.)
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am 15. September 2015
sein Sarkasmus, seine Abscheu gegen die Menschen und was sie mit ihm, dem Autor, als Kind und später gemacht haben, kann vom geübten Leser wie eine Folie immer wieder gesehen werden. Er benutzt hierfür stellvertretend Staffetten, Marionetten, oder sucht sich Menschen heraus, die er formt, die aber immer ein Stück von ihm in sich tragen. Sein Leid kommt nie zu kurz auch wenn er es sarkastisch beschreibt. Das Geschickte an ihm sind seine, uns in die tiefen ,genialen Abgründe seines Schreibens und Feilens an der Sprache, in die er den Leser hineinzieht, wie in einen Strudel. Wer ein Bernhardfan ist, wird ein Abhängiger,gar ein Süchtiger, die den Leser dann zu Bernhard und seiner Prosa hinzieht. Ist es sein Sarkasmus, seine Abscheu und die Tristheit, die er präsentiert? Der Leser weiß es nicht, die Sprache nimmt ihn hier mit auf die Reise des Landarztes und dem Grauen ,welchem er hier begegnet.Seine Ausbrüche sind nicht weit weg geholt, man müsste meinen , Bernhard hat Ärzte gut gekannt und sie durchschaut in ihrer Gehässigkeit. Seine Enttäuschung ist natürlich groß,war er doch auch ein Opfer und ein Gequälter- aber die Lust am Vergänglichen des Fürsten, seine Schadenfreude an der Dummheit der andern, ist immer wieder mit Begeisterung zu lesen.
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am 11. September 2002
Was will uns der Autor mit diesem Werk wohl sagen? Kaum ein Leser wird sich nach der Lektüre von "Verstörung" seiner Antwort sicher sein. Geht es um einen bemitleidenswerten Adeligen, der dem Wahnsinn verfallen ist oder handelt es sich um eine Persiflage von Wahnsinn und Verzweiflung - im meisten Fall bleibt der Leser irritiert und verstört (sic!) zurück. Dennoch: Suchen wir nicht manchmal Bücher, über die sich noch tage- und wochenlang nachher grübeln lässt und die stark in uns weiterwirken? Ist die Lektüre dieses Buches auch nicht einfach, so konfrontiert es den Leser im zweiten Teil dafür mit einem der komplexesten und dichtesten Monologe der modernen deutschen Literatur. Und wenn auch die Themen des Buches eher düster sind, so hat der berühmte Fürstenmonolog bei genauerem Hinsehen auch seine witzigen und skurillen Momente. Kaum jemand, der über Seite 50 hinauskommt, wird sich jedenfalls einer gewissen Wirkung des Buches entziehen können.
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am 10. September 2002
Ein Buch wohl, welches den Nicht-Thomas Bernhard-Kenner sehr erschreckenkann.Endlose Sätze, Wiederholungen und im zweiten Teil ein beinahe unaufhörlicher Monolog der Hauptifigur, der bei all seiner Komplexität wohl seinesgleichen in der deutschen Literatur sucht. Der Verfall eines bemitleidenswerten Menschen in den Wahnsinn oder das Vorführen eines gefährlichen Narren - worum es dem Autor wirklich geht bleibt offen. Aber suchen wir nicht oft auch Bücher, die uns irritieren, die uns auch Tage oder Wochen nach der Lektüre noch sehr intensiv grübeln lassen? Auf jeden Fall nichts für Leute, die sicher vom Autor durch eine spannende Handlung geführt werden wollen, aber ideal für "Kampfleser", die nicht gleich aufgeben. Denn sie werden im zweiten Teil einen der dichtesten und intensivsten Monologe der modernen deutschen Literatur erleben können, der zwischen Psychose und (un)freiwilliger Sprachkomik hin und her schwenkt und im Gegensatz zu herkömmlichen Büchern gerade den aufmerksamen Leser verstört (siehe Buchtitel) zurück lässt. Auf jeden Fall ist die Rezeption dieses Werkes ein spannendes Experiment!
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am 4. Juni 2008
Die "Verstörung" ist Bernhards zweiter Roman nach "Frost", und auch hier ist er immer noch merklich auf der Suche nach seinem eigenen Stil. Auch im zweiten Roman stößt der Leser auf etwas, was in Thomas Bernhards Büchern eigentlich sonst nie auftaucht: Eine Geschichte.
Im ersten Teil des Romans folgt der namenlose Ich-Erzähler seinem Vater, einem Landarzt auf verschiedene Visiten im Österreichischen Hinterland: Es wird schnell klar, dass die körperlichen Leiden der Patienten eigentlich ihr kleinstes Problem sein müssten, und man müsste lange Suchen um in der Literaturgeschichte einen Romantitel zu finden, der die Wirkung des Werkes treffender zusammenfasst: Ein zuckerkranker Schriftsteller lebt im Wald, bedient und umsorgt von seiner Halbschwester, die er offensichtlich unterdrückt und kurzhält; als ihm das natürliche Getümmel im Wald die Konzentration zum Arbeiten raubt, lässt er kurzerhand alle Hirsche in kilometerweitem Umkreis abschießen; ein ehemaliger Lehrer, der sich als Junge im Wald verlief, wird dieses Trauma auch als Erwachsner nicht los: Er beginnt Mordszenen zu zeichnen und magert zum Skelett ab; ein geistig beschränkter Knecht tötet die Ziervögel eines kranken Großgrundbesitzers.
Im Zweiten Teil kommen die beiden schliesslich zum Fürsten, der auf dem Berg über dem Landstreich alleine in einer Burg wohnt: Er entpuppt sich als der schwerste pathologische Fall an diesem Arbeitstag und hier setzt auch endlich Bernhards typische Technik des uneingeschränkten, ewig kreisenden Monologes ein, denn der Adlige macht den Arzt (der einzige Mensch, den er regelmäßig empfängt) zum Zuhörer seiner kranken, wahnwitzigen Ansichten: Wer mit Thomas Bernhards Werk bereits einigermaßen vertraut ist, weiss was ihn erwartet.

Demzufolge brauche ich auch zumindest auf den zweiten Teil nicht einzugehen - nachdem ich ein paar Mal den Faden verloren hatte, habe ich die letzte Hälfte des Romans nur durchgeblättert, und sporadisch ein paar Zeilen aufgeschnappt: Es ist die für Bernhard typische, auswechselbare Litanei ohne Ziel oder Gehalt und auch ohne Punkt oder Absatz.
Der erste (für Bernhard so untypische) Teil liest sich eigentlich recht gut, Bernhard bedient sich einer sachlichen, präzisen Sprache, so dass man sich beim Lesen streckenweise nicht ganz wohl fühlt. Trotzdem habe ich von der "Verstörung" nicht sonderlich viel zurückbehalten, und verglichen mit der sprachlichen und inhaltlichen Radikalität der großen Werke Bernhards (und damit meine ich die "Korrektur", "Auslöschung", "Holzfällen" oder den "Untergeher") verströmt dieser Roman das Aroma eines Gruselheftchens.

Mit der "Verstörung" lernte ich Bernhard kennen, und damals war ich begeistert. Er traf die Einstellung eines eher unangenehmen Lebensabschnitts, und ich verschlang einen Roman nach dem anderen – bis mir irgendwann auffiel, dass ich ebenso in der Lage wäre meine alltäglichen Wehwehchen frei von der Leber weg aufs Papier zu meißeln, und damit nicht besser oder schlechter zu schreiben, als der Große Meister selbst; und gerade seinen frühen Werken lässt sich der Vorwurf nicht ersparen, dass sie den Leser weder inhaltlich, noch stilistisch, noch aussagetechnisch bereichern. Thomas Bernhard hat brillante Romane geschrieben - die „Verstörung“ gehört nicht dazu. Ich habe fast alles von ihm gelesen und mittlerweile sehe ich Bernhard etwas kritischer; irgendwann gingen mir seine unergiebigen Reflexionen und sein Pessimismus nur noch auf die Nerven, und ich bin so reif geworden, Probleme zu lösen, anstatt in Selbstmitleid zu baden: Ob Bernhard selbst allerdings jemals diese Stufe erreichte, wage ich zu bezweifeln.
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am 6. August 2003
Ich empfand die Verstörung sehr deutlich zweigeteilt. Im ersten Teil war jeder Buchstabe zu genießen. Die Ermordung der Vögel ist vielleicht eine der besten Literaturstellen überhaupt...
Der zweite, längere Teil fällt im Gegensatz dazu stark ab.
Vielleicht hat mich das Buch auch einfach "verstört" zurückgelassen...
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