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am 22. Februar 2011
Rayuela (Himmel und Hölle) von Julio Cortázar ist meiner Meinung nach ein phantastisches Werk, das ich allerdings nicht jedem empfehlen würde.

Ich habe lange (ganze 10 Minuten) überlegt, wie ich meinen eigenen Eindruck schildern könnte, ohne ins Nacherzählen oder Interpretieren zu verfallen. Habe mich letztendlich dazu entschlossen, es ganz einfach zu machen.

Wenn ihr interessiert seid an Literatur, die die bestehenden formalen und inhaltlichen Konventionen abändert und teilweise bricht....

Wenn ihr bereit seid einen Schauer von Ansichten, Perspektiven, philosophischen Theorien, literarischen Theorien, musikalischen Theorien über euch ergehen zu lassen...

Wenn es euch nichts ausmacht in jedem Kapitel mindestens (hehe) einen Namen eines Philosophen, Musikers, Schriftstellers, Künstlers zu entdecken, von dem ihr noch nie etwas gehört habt...

Wenn ihr zugleich nichts gegen spannende Charaktere und eine interessante Handlung einzuwenden habt...

Dann kann ich euch Rayuela empfehlen.

Zum Abschluss möchte ich noch die Bücher anführen, an die ich beim Lesen denken musste: Shakespears "Hamlet", Austers '"New York Trilogy", Murakamis '"Mr. Aufziehvogel", Elliots "The Waste Land", Beckett "Waiting for Godot"

(Wobei dazu muss man sagen, dass Auster und Murakami lange nach Cortázar ihre Werke verfassten. Nichtsdestotrotz würde ich die Leser, die "New York Trilogy" gemocht haben und nun nach einem Werk suchen, das noch einen Schritt weitergeht, auf "Rayuela" verweisen.)
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am 7. Oktober 2011
Rayuela... Seit über 30 Jahren mein Lebensbuch, wenn es so etwas gibt, und, ja, auch ich habe versucht (und versuche noch) "die Maga" zu finden, "die Maga" zu sein... Dabei ist das Buch, wenn ich richtig gelesen habe, wohl erst in den 80ern in Deutschland erschienen. Ich habe die polnische Ausgabe gelesen, die gibt es nämlich schon seit 1968, in der kongenialen Übersetzung von Zofia Chadzynska.

Rayuela, das ist eines von Borges' Labyrinthen, angesiedelt zwischen Paris und Buenos Aires, zwischen Intellekt und Emotion, Ordnung und Chaos, Gestern und Morgen, ewig auf der Suche nach dem Zentrum, von dem niemand, nicht einmal Horacio Oliveira, weiß, ob es überhaupt existiert, und noch weniger, WAS dieses Zentrum, dieses metaphysische Avalon, überhaupt ist. Nur die Uruguayerin Lucía, die alle "die Maga" nennen, die mit einem Säugling auf dem Arm einfach den nächstbesten Dampfer nach Europa bestiegen hat, auf der Suche nach der "Welt" und der "Bildung", nach Paris gekommen ist, um Gesang zu studieren, die chaotische Schöne, die instinktiv und unreflektiert im Jetzt lebt, wie eine der Katzen in den Pariser Hinterhöfen, mit denen sie ständige Zwiesprache hält, die Person, die "nicht denken kann" und damit die hoch vergeistigten Mitglieder des "Clubs der Schlange" regelmäßig zur Verzweiflung treibt - sie braucht nicht zu suchen, weil sie das Zentrum ist, mitten im Auge des Labyrinths, ohne davon zu wissen.
Rayuela ist ein Buch über die unerträgliche Spannung zwischen Wissen und Sein.
Oliveira weiß und gäbe sein Leben, um zu sein. Die Maga ist und gäbe viel - doch nicht ihr Leben -, um zu wissen. "Aber Liebe, solch ein Wort..." Oliveiras und Magas Liebe ist die Liebe zwischen Himmel und Erde, die unerfüllbare Sehnsucht, weil irgendein Wasser immer viel zu tief ist, auch und gerade das der metaphysischen Flüsse.
Rayuela ist ein außergewöhnlicher Roman, eine Geschichte, die eigentlich viele Geschichten ist, die ganz persönliche Geschichte jedes Lesers, und jede wird anders sein. Die neue Generation der Schriftsteller am Beginn der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wünschte sich einen "Leser-Komplizen", wollte die Trennung zwischen dem produzierenden Schriftsteller und dem konsumierenden Leser überwinden. Cortázar ist das gelungen, auch wenn sicherlich viele Leser dieses Buch nach wie vor "von vorn nach hinten" lesen werden, aber immerhin, die Möglichkeit besteht, dass sich mehr und mehr auf dieses "Hopscotch", das Hüpfspiel "Himmel und Hölle", was Rayuela bedeutet, einlassen, bis jeder seine eigene Geschichte findet. Und ganz nebenbei hat Cortázar hier bereits vor 50 Jahren den Prototypen der Verlinkung "erfunden".
Für mich ist Rayuela ein Meilenstein der Weltliteratur.

Und jetzt die Enttäuschung. Soeben habe ich das Buch zum ersten Mal in der deutschen Übersetzung gelesen. Sie reicht an die polnische nicht heran, und da ich schon andere Cortázar-Übersetzungen gelesen habe, gehe ich davon aus, dass sie auch ans spanische Original nicht heranreicht. Fritz Rudolf Fries' Sprache erscheint mir im Kontrast zum lockeren und sehr "coolen" Stil des intellektuellen Bohémien, wie ich ihn von Cortázar kenne, streckenweise unerträglich bieder, steif und ungelenk. Ich bin selbst Literaturübersetzerin, ohne akademische Meriten zwar, aber mit einem empfindlichen Sprachgefühl, und wenn ich solche Sätze lese, wie: "Nie habe ich dich mitgenommen, um von Madame Léonie deinen Handteller anschauen zu lassen...", dann hole ich mir an diesem Ausdruck regelmäßig eine geistige Beule. Welche Handleserin, bitte, "schaut einen Handteller" an? Wer benutzt denn so ein Wort? Im Original steht da auch nur "la mano" - die Hand -, und natürlich liest Madame Léonie aus der Hand oder schaut sie sich von mir aus an, dabei käme wohl keiner auf die Idee, es könnte sich um den Handrücken handeln.
Das war nur ein Beispiel, das ganze Buch macht mir auf Deutsch keinen rechten Spaß, aber so ist es eben manchmal, wenn man ein Buch in mehreren Sprachen liest.
Ich würde mir wünschen, dass Suhrkamp den Roman neu übersetzen ließe, und da hätte ich gleich auch einen persönlichen Übersetzer-Geheimtipp: Gisbert Haefs. Ich habe seine Übersetzung von Cortázars "El diario de Andrés Fava" gelesen und war schlichtweg begeistert!

Trotzdem fünf Sterne, denn weniger wäre eine Beleidigung für den Roman.
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am 9. Juli 2001
Angeregt durch die Erzählungen (z.B. im Band "Bestiarium", Suhrkamp Taschenbuch) von Cortázar freute ich mich schon richtig auf den über 600 Seiten dicken Roman RAYUELA. Auch hier erwartet uns Neues. Es ist ein Roman, den man nicht chronologisch lesen muss. Kapitel können übersprungen werden. Die Texte sind sehr unterschiedlich, Facetten eines Mosaiks. Es gibt keine einheitliche Erzählperspektive. Der Untertitel des Romans HIMMEL UND HÖLLE bezieht sich auf das bekannte Hüpf-Spiel. So springt der Leser entweder nach den Angaben des Autors durchs Buch oder geht der Reihe nach vor. Erreicht wird damit die Komplexität des Geschehens, der vielen unterschiedlichen Blickwinkel der Personen darzustellen. Die Hauptschauplätze sind, nahe an Cortázars Biographie, Paris und Buenos Aires. Oliveira, die Hauptperson, bewegt sich zusammen mit seiner Geliebten in den Intellektuellenkreisen in Paris, diskutiert mit Freunden, hört Jazz, kann sich durch seine abgehobene Art niemals ganz auf seine Geliebte einlassen, obwohl er sie bewundert,... versucht in Argentinien seine verlorene Geliebte in der Freundin seines Freundes wiederzufinden. Das Spannende spielt sich im Kopf Oliveiras ab. Immer wieder eröffnen sich ungeahnte Welten im Alltäglichen durch dessen Wahrnehmungsweise.
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am 9. Juli 2001
Angeregt durch die Erzählungen (z.B. im Band "Bestiarium", Suhrkamp Taschenbuch) von Cortázar freute ich mich schon richtig auf den über 600 Seiten dicken Roman RAYUELA. Auch hier erwartet uns Neues. Es ist ein Roman, den man nicht chronologisch lesen muss. Kapitel können übersprungen werden. Die Texte sind sehr unterschiedlich, Facetten eines Mosaiks. Es gibt keine einheitliche Erzählperspektive. Der Untertitel des Romans HIMMEL UND HÖLLE bezieht sich auf das bekannte Hüpf-Spiel. So springt der Leser entweder nach den Angaben des Autors durchs Buch oder geht der Reihe nach vor. Erreicht wird damit die Komplexität des Geschehens, der vielen unterschiedlichen Blickwinkel der Personen darzustellen. Die Hauptschauplätze sind, nahe an Cortázars Biographie, Paris und Buenos Aires. Oliveira, die Hauptperson, bewegt sich zusammen mit seiner Geliebten in den Intellektuellenkreisen in Paris, diskutiert mit Freunden, hört Jazz, kann sich durch seine abgehobene Art niemals ganz auf seine Geliebte einlassen, obwohl er sie bewundert,... versucht in Argentinien seine verlorene Geliebte in der Freundin seines Freundes wiederzufinden. Das Spannende spielt sich im Kopf Oliveiras ab. Immer wieder eröffnen sich ungeahnte Welten im Alltäglichen durch dessen Wahrnehmungsweise.
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am 7. Juli 2013
Mit Rayuela hat Julio Cortazar praktisch die gesamte mitel- und südamerikanische Literatur bis zum heutigen Tag, bis hin zum Genie Roberto Bolano, beeinflusst. Wenige verdienen es, mit James Joyce in einem Atemzug genannt zu werden, und Cortazar ist mit Sicherheit einer von ihnen.

Ein Roman, der dem Leser den Atem verschlägt, der ihn tanzen lässt zwischen den Seiten (man kann das Buch von vorn bis hinten lesen oder sprunghaft, wie der Autor es nahe legte), tanzen lässt von Paris nach Buenos Aires, zwischen Lieblosigkeit und Liebe, Härte und Gefühl, Immanenz und Transzendenz, ein Roman, der weinen und lachen macht.

Ein polyglotter Globetrotter war Cortazar, ein Prosa-Rimbaud des 20. Jahrhunderts. Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, dem fehlt etwas für's Leben.

5 dicke Sterne.
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Rayuela ist so etwas wie ein sprachlicher Abenteuerspielplatz. Julio Cortázar stellte mit seinem Roman 1963 die Konventionen des Lesens und die Konventionen des Lebens gleichzeitig infrage. Wie beim Himmel-und-Hölle-Spiel, auf das sich der Buchtitel bezieht, wird man als Leser aufgefordert, bei der Lektüre hin- und herzuspringen - und vollzieht so jene Suche nach, an der Cortázars Hauptfigur Oliveira mehr und mehr zu verzweifeln droht. Der Argentinier Oliveira lebt als intellektueller Bohemien in Paris und ist dem geheimen Muster der Wirklichkeit auf der Spur - das seine Geliebte, die Maga, instinktiv schon zu kennen scheint, während Oliveira mit seinen Freunden nur immer darum herumdebattiert. Rayuela ist anspruchsvoll, mitunter anstrengend, vor allem aber aufregend in seiner kaleidoskopartigen Originalität. Cortázar verschränkt theoretische Überlegungen und karnevaleske Begebenheiten, erschütternde Szenen und funkelnde Dialoge, alles mithilfe einer Sprache, die überbordend, subtil und überaus erfindungsreich ist. Das tiefe Unbehagen am Alltagstrott der Zivilisation, das Cortázars Buch befeuert, entspringt zwar eindeutig einer Welt, der die Rebellion von 1968 noch bevorsteht. An literarischer Intensität hat Rayuela allerdings bis heute nichts eingebüßt.
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am 22. April 2013
Ein Meisterwerk der Literatur. Sendung hat ein wennig gedauert aber war rechtzeitig da. Kann ich nur weiterempfehlen.
M f G
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