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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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4,8 von 5 Sternen
Der Krieg am Ende der Welt. Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 4. Februar 2000
"Der Krieg am Ende der Welt" - In seinem unverwechselbaren, ebenso prägnanten wie eleganten Stil erzählt Vargas Llosa die authentische Geschichte eines heute längst vergessenen Konflikts aus dem Brasilien der vorletzten Jahrhundertwende. Verelendete Tagelöhner, entlaufene Sklaven, gewissenlose Halsabschneider strömen ins karge, trockene Hügelland von Bahia, einer rückständigen und bitterarmen Provinz im Nordosten. Sie scharen sich, auf Erlösung hoffend, um einen wundertätigen Wanderprediger und Propheten, der das Ende der Welt und die Befreiung der Unterdrückten beschwört, und den gottverlassenen Flecken Canudos zum Standort des Neuen Jerusalems erklärt. Die Großgrundbesitzer bangen um ihre Pfründe, abgehalfterte Monarchisten wittern Morgenluft, die Zentralgewalt der jungen Republik im fernen Rio fürchtet ein Komplott: Intrigen werden gesponnen und Soldaten in Marsch gesetzt. Ein verirrter Anarchist aus Europa wähnt sich am Beginn einer proletarischen Revolution, und ein kurzsichtiger Schmierenjournalist von der Küste wird vom Sensationsreporter eines kurzen Feldzugs gegen Aufrührer zum Berichterstatter eines eskalierenden Bürgerkriegs, schließlich zum Augenzeugen eines apokalyptischen Schlachtens weitab aller Zivilisation und Zivilisiertheit. Vargas Llosas Schilderung ist hart, bunt, plastisch, seine Sprache wie immer brillant in ihrer Prägnanz und Eleganz. Er schafft es wieder einmal, Brücken in die magische Welt naiven Volksglaubens und abergläubischer Frömmigkeit der einfachen Bevölkerung Südamerikas zu bauen, die dem aufgeklärten und vermeintlich zivilisierten Stadtmenschen so unbegreiflich und doch so plausibel erscheint. Übrigens orientiert sich Varags Llosa an den autobiographischen Aufzeichnungen des erwähnten Journalisten, Euclides da Cunha mit Namen, die dieser unter dem Titel "Os sertoes" veröffentlichte und die heute noch zur klassischen Nationalliteratur Brasiliens zählen.
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am 17. Dezember 2009
Realhistorischer Hintergrund des Romans ist die Ende des 19. Jahrhunderts im Norden Brasilien erfolgte Gründung einer Art Freistaat durch einen religiösen Fanatiker und Endzeitprediger, genannt "Der Ratgeber". Der von diesem und seinen Anhängern gegründete "Freistaat" (nicht viel mehr als ein beständig wachsendes Dorf namens Canudos) stand dem Roman zufolge in fundamentaler Opposition zur jungen Republik, welche ihn im Gegenzug ebenso unversöhnlich angefeindete und schließlich in einer (zum Teil sehr brutal geschilderten) Militäraktion zerschlug. Diesen historischen Kontext nutzt Llosa in seinem stilistisch dem realistischen Roman des 19. Jahrhunderts verwandtem Werk zum Portrait der brasilianischen Gesellschaft um 1900, wobei das Spektrum der Akteure vom Adel, übers Bildungsbürgertum und Militär bis hin zu den verarmten und verwahrlosten Unterschichten reicht.

Die Stimmung des Romans lässt sich vielleicht dahingehend zusammenfassen, dass man als Leser sehr schnell ein Gefühl dafür entwickelt, dass am Ende des Romans zwar freilich nicht das Ende der Welt, wohl aber der gewaltsame Tod der allermeisten Protagonisten eintreten wird. Der ideologische Alleingültigkeitsanspruch sowohl der ideengebenden religiösen Fanatiker (mitsamt ihrem naiven, abergläubischen, äußerst gewaltbereiten Mitläufern), als auch der Verfechter der (vermeintlich fortschrittlichen) Republik, ist schlechterdings zu stark. Zusätzlich eskalierend wirkt der Versuch der politischen Eliten der Region, sowohl liberaler als auch konservativer Couleur, die sich um den "Ratgeber" manifestierende Bewegung für eigene Zwecke zu instrumentalisieren: Die republikanische Partei etwa versucht angesichts der (zum Teil aggressiven) Modernisierungsängste der Aufständischen eine von England initiierte, antirepublikanische Verschwörung zu konstruieren.

Der schließlich alles entscheidende Kampf um Canudos wird im letzten Teil des Romans rückblickend aus der Perspektive eines Journalisten und zahlreicher Soldaten geschildert. Hieraus geht die gerade zur Mitte des Romans erhebliche Spannung des Romans nicht ganz unbeschadet hervor. Wohl ist der Ausgang des Konflikts im Wesentlichen vorhersehbar (das Ungleichgewicht der Kräfte zwischen professionellem Militär und weltanschaulich hochdisziplinierten, aber schlecht ausgerüsteten und versorgten Aufständischen ist schlicht zu offensichtlich), aber die Umstellung auf retrospektive Darstellung unmittelbar vor dem Kulminationspunkt der Auseinandersetzung, zumal in ihrer sprachlich nüchternen Form, wirkte auf mich in gewisser Weise entdramatisierend, weshalb sich beim Lesen zum Ende hin die eine oder andere unnötige Länge ergab.

Noch ein Tipp: Leser ohne ein sehr sehr gutes Namensgedächtnis sollten von der ersten Seite ab eine Namensliste erstellen. Andernfalls kann der Überblick über die Protagonisten schnell verloren gehen.
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am 8. Dezember 2003
Wenn es ein paar Bücher gibt, die man gelesen haben MUSS, bevor man diese Welt verläßt, dann gehört dieses ganz bestimmt dazu. Warum? Weil es gleichzeitig das brutalste, blutigste, grausamste und intensivste, durchdringenste, erhellenste von Menschen geschaffene Werk ist. Verstehen Sie mich nicht falsch - es handelt sich nicht um ein 08/15 Splattergeschichte, in dem mit Organen geschmückte Monster harmlose hübsche Blondinen in ihre Einzelteile hacken. Der Schrecken dieses Buches beruht auf der Sprache und auf dem Stil. Llosa schreibt unglaublich intenstiv. Obwohl die Sprache bei weitem nicht so schön gestaltet ist wie in seinen anderen Werken, ist sie viel eindringlicher, einfacher, nahezu primitiver. Llosa braucht nicht in detailreichen Ausführungen eine Schlacht oder ein Geschehen zu beschreiben. Nein - er erwähnt es nur, die Ausmalung überläßt er der Phantasie des Lesers. Leichtfüßig springt er von Schandtat zu Schantat, von Schlacht zu Schlacht, vom Blutbad bis zur unglaublichstens Unmenschlichkeit. Brutalste Schlachtpläne oder Geschehnisse (das Aussetzen von Fleischfressenden Ameisen in dem gegnerischen Krankenlazarett) werden nur so nebenbei erwähnt, die Auswirkungen der Phantasie überlassen. Die ununterbrochene Aneinanderreihung von Gewalt wirkt teilweise ermüdend, abstumpfend - jedoch versteht es Llosa meisterhaft den Leser immer wieder durch neue Stichflammen aufzuscheuchen.
Dabei erschafft er eine Welt, in der Liebe nur in seiner grotesken Form, Ideale nur in Worten und hohlen Taten, Religion nur in Fanatismus und Menschlichkeit gar nicht existieren kann. Dieses Buch zeigt dem Leser eine Welt, in der die Menschheit in jeglicher Form versagt hat.
Der Leser ist irritiert. Es ist eine Welt in dem es keine Helden gibt, kein Gut, keine Seite zu der man ohne Zweifel halten kann. Alle Parteien hätten den Untergang mehr als verdient. Jedoch gibt es in Llosas Welt keine Gerechtigkeit, so dass nicht jene dominieren, deren Herzen rein ist. Denn es gibt keine reinen Herzens. Selbst die Kinder haben Blut an den Fingern! So bleibt der Leser ein passiver Zuschauer, der die Szenerie mal aus diesen mal aus jenen Augen beobachtend von einem Blutbad zum nächsten treibt.
Erschütternd wirkte auf mich die "Neuigkeit", dass dieses Buch mehr oder weniger so in dieser Form eine Tatsachenschilderung ist. All jene Sachen so oder so ähnlich sind tatsächlich passiert! Die Menschheit hat versagt! Und das macht dieses Buch zum besten Anti-kriegsbuch aller Zeiten!
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am 7. September 1999
Von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd ist dieses voluminöse Meisterwerk von Mario Vargas Llosa nur wärmstens jedem nicht allzu empfindsamen Zeitgenossen zu empfehlen. Zur Zeit der Jahrhundertwende spielt dieser Roman in den Irrungen und Wirrungen der jungen Republik Brasilien. Nicht nur eine Geschichte wird erzählt, sondern der Autor verfolgt den Weg gleich mehrerer Hauptpersonen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ohne die Übersicht zu verlieren gelingt es ihm dabei, ein spannungsgeladenes Beziehungsgeflecht zwischen Akteuren und Schauplätzen zu knüpfen. Nicht nur der Konflikt zwischen arm und reich macht die Dynamik dieses Romans aus, sondern auch die Spannungen zwischen der alten europäischen Welt und der neuen brasiliansichen Republik sowie das Wechselspiel zwischen Politik und Religion treiben die Handlung voran. Wer vor den teilweise recht plastischen Schilderungen körperlichen Leids (und auch körperlicher Lust) und Einblicken in die schärzesten Abgründe der menschlichen Seele nicht zurückscheut, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 7. September 1999
Von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd ist dieses voluminöse Meisterwerk von Mario Vargas Llosa nur wärmstens jedem nicht allzu empfindsamen Zeitgenossen zu empfehlen. Zur Zeit der Jahrhundertwende spielt dieser Roman in den Irrungen und Wirrungen der jungen Republik Brasilien. Nicht nur eine Geschichte wird erzählt, sondern der Autor verfolgt den Weg gleich mehrerer Hauptpersonen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ohne die Übersicht zu verlieren gelingt es ihm dabei, ein spannungsgeladenes Beziehungsgeflecht zwischen Akteuren und Schauplätzen zu knüpfen. Nicht nur der Konflikt zwischen arm und reich macht die Dynamik dieses Romans aus, sondern auch die Spannungen zwischen der alten europäischen Welt und der neuen brasiliansichen Republik sowie das Wechselspiel zwischen Politik und Religion treiben die Handlung voran. Wer vor den teilweise recht plastischen Schilderungen körperlichen Leids (und auch körperlicher Lust) und Einblicken in die schärzesten Abgründe der menschlichen Seele nicht zurückscheut, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 8. März 2012
Ok, die ersten knapp 200 Seiten sind sicherlich etwas, naja, sagen wir "zäh". Ich brauchte sogar mehrere Tage dafür und war ehrlich gesagt kurz vor der Aufgabe.

Jetzt bin ich aber absolut froh, dass ich "durchgehalten" habe, denn Ausdauer wird bei diesem grandiosen Werk von Mario Vargas Llosa belohnt. Das Schicksal des Ratgebers und der tapferen Männer, Frauen und Kinder von Canudos lässt wohl keinen Leser kalt. Die letzten 500 Seiten habe ich daher regelrecht verschlungen.

Als besonders brutal würde ich "Der Krieg am Ende der Welt" übrigens nicht bezeichnen. Vor 21 Jahren, das Buch wurde 1981 veröffentlicht, hätte ich sicher anders geurteilt. In der heutigen Zeit aber ist man doch einiges gewohnt und es schockiert einem auch so schnell nichts mehr.

Unbedingt lesen!
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am 28. September 2016
Der Krieg wird hier ad absurdum geführt. Ebenso die Helden, wenn es welche zu entdecken gibt. Worin steckt die Sinnhaftigkeit eines Krieges? und die Rechtfertigung versinkt im Schlamm. Nutzen verliert bald an Bedeutung, übertüncht von Grausamkeit und Hochmut. Gefangen in Arroganz und dem Wahren verwehrt. Die Menschlichkeit wird zu Grabe getragen und dann stellt sich die Frage, was bleibt.
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am 1. Juli 2000
Vargas Llosa scheint sich in allen Schattierungen der brasilianischen Gesellschaft auszukennen: Korrupte Politiker, fanatische Militärs, post-monarchistische Viehbarone, religiöse Querelen, Spurensucher und Wanderzirkus, Machos und phrenologische Anarchisten, Zwerge, Irre und Banditen treiben im Strom der Flüchtlinge einer Dürrekatastrophe auf eine blutige Katastrophe zu. Kompliziert und vielschichtig, aber grandios und grauenhaft zugleich, bedenkt man den wahren Hintergrund dieser Tragödie im Brasilien des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
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am 18. Januar 2014
Das Buch behandelt in Romanform den realen Krieg von Canudos. Es liest sich recht gut, wobei sich der Autor meist der Form der Rückblende bedient.

Für mich persönlich sind die Kriegshandlungen zu ausführlich dargestellt. Hätte mir eher gewünscht, dass sich MVL mehr darauf konzentriert, die verschiedenen Personen zu zeichnen. Im über 700 Seiten stark Buch gibt es nämlich eine Reihe von Personen, die auch schon mal den Namen wechseln und da eben, wie bereits erwähnt, verstärkt Rückblenden verwendet werden, kann es durchaus sein, dass man leicht den Überblick verliert.

Einen richtigen Protagonisten konnte ich nicht ausmachen - am ehesten vielleicht der Kurzsichtige -, was dem Buch meiner Meinung nach eine gewisse Objektivität verleiht, aber auch dazu führt, dass man nicht wirklich mit jemandem mitfiebert, worunter die Spannung leidet. Deswegen auch ein Stern Abzug.
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am 7. Mai 2010
Ein hervorragendes Buch. Vargas Llosa führt einem sodirekt vor Augen, und macht begreiflich wie und weshalb Kriege entstehen. Wie Grausamkeit und Gier einzelner ein ganzes Land ins Unglück stürzen kann.

Für mich gehört dieses Buch zur Weltliteratur und sollte unbedingt gelesenwerden.

RHg
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