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TOP 500 REZENSENTam 15. Oktober 2016
Hermann Hesse versucht in „Klingsors letzter Sommer“ vielleicht das Unmögliche: das erzählende Festhalten unmittelbarer Glücksmomente, der Ekstase, der überschwänglichen Freude am Leben und der Gier nach Verschwendung und glänzendem Lebensrausch. Er lässt die Hauptfigur, den Maler Klingsor, von dem es heißt, dass er schon in seiner Jugend so lebte als ob eine Kerze an beiden Enden brennen würde, einen heißen, glücklichen und künstlerisch produktiven Sommer in Italien verleben.

Hesse beschreibt hier auch ein Lebensgefühl, in welchem das Ungebunden-sein und der Genuss des Hier und Jetzt, des Augenblicks und der Einklang mit der Natur allein wichtig sind. Und wie nebenbei malt er die warme Atmosphäre des Südens und das lebendige Pochen eines heißen Sommers aus.
In diesem Lebensgefühl ist alles schön, alles heilig, alles unendlich gut, was geliebt wird. Hier ist die Vergänglichkeit des Lebens kein Grund zur Trauer. Nein, man lebt und liebt und darin ist die Welt, wie sie ist, schön und gut.

Es geht in dieser Novelle aber nicht um den Genuss als Konsumgut, sondern um das Verhältnis der Sinnlichkeit zum Geist und zur Kultur. Auf der einen Seite steht die Sinnlichkeit, die das Vorrecht für sich behauptet: so viele tausend Dinge warten, so viel tausend Becher stehen eingeschenkt. „Kein Ding auf der Erde, das man nicht hätte malen müssen! Keine Frau in der Welt, die man nicht hätte lieben müssen!“ Was ist schon die Kunst, wenn man das Mädchen auf dem Schoß hat, das einem gerade gefällt, und die Suppe im Teller, nach der heute der Sinn steht? Kunst ist da nur ein müder Abklatsch der sinnenfrohen Wirklichkeit, ja ein teuer bezahlter Ersatz fürs versäumte Leben.

Dagegen steht jedoch die Ansicht Klingsors, dass man das Sinnliche überschätzt. In der Kunst wird eine Welt erschaffen, die ein unbestreitbares Eigenrecht hat. Das Sinnliche ist um „kein Haar mehr wert als der Geist, so wenig wie umgekehrt.“ Sinnlichkeit oder Geist? Dies ist keine Alternative, für die man sich entscheiden müsste, denn die Hauptsache ist, dass man liebt, brennt, ergriffen ist „einerlei, ob du Mönch auf dem Berg Athos bist oder Lebemann in Paris.“

Zum Ende des Sommers verdichten sich bei Klingsor die Todesgedanken, das Wissen um die eigene Endlichkeit. Vielleicht ist das Wissen um die eigene Vergänglichkeit der Grund, sich nicht mit der Sinnlichkeit zufrieden geben zu können.
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Der Maler Klingsor hat nur noch kurze Zeit zu leben. Die verbleibende Zeit, den letzten Sommer, will er daher so intensiv wie möglich gestalten. Durch Trinkgelage und Frauenbekanntschaften will er das Leben noch einmal bis zur Neige auszukosten. Klingsor arbeitet unermüdlich, nimmt Farben und Stimmungen auf, trifft sich mit Freunden, liebt die Frauen. Noch einmal erlebt er Momente des Rausches, ja der Ekstase. Erinnerungen an die Kindheit kommen auf. Schließlich fasst er den Entschluss, das Bild seines Lebens zu malen - ein Selbstbildnis mit vielen Gesichtern. Es ist Klingsors letztes Werk.

„Klingsors letzter Sommer“ trägt starke autobiografische Züge. Hermann Hesse schrieb die Erzählung im Sommer 1919 im Schweizer Tessin, seiner neuen Wahlheimat, und sie spiegelt seinen damaligen Seelenzustand wider, der von Lebensfreude, aber auch von Verzweiflung und Todessehnsucht gekennzeichnet war. Dieser „vollsten, üppigsten, fleißigsten und glühendsten Zeit“ setzte er mit „Klingsors letzter Sommer“ ein literarisches Denkmal. Der Inselband bringt diese Erzählung mit zahlreichen farbigen Bildern von Hermann Hesse selbst. Ein wahres Schmuckstück.
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am 16. Oktober 2003
... und damit ist allein schon das Buch gemeint. Es ist die Geschichte eines Malers, eines intensiven und rastlosen Lebens oder vielmehr zeigt es den letzten leidenschaftlichen mit aller Intensität schaffenden Weg des Künstlers, eingebettet ins sowieso leidenschaftlich-mediterane Italien.

Hesse malt mit seinen Worten ein wunderbares Bild; es gelingt es ihm, das Selbstbildnis, das der Maler am Ende malt, so intensiv in allen Farben und Gedanken zu zeichnen, dass es in der eigenen Mitte zum Bildnis wird; nicht für einen selbst malbar in ein Gedankenbild - aber am Ende doch sichtbar für den Geist.

Gezeichnet voll Emotion, zeigt Hesse ein Bildnis mit bittersüßer und doch leicht herber Melancholie... sodass Trauer, Verzweiflung und Tod zugleich brennen mit Lebendigkeit, Liebe, Sucht, Lust und Leben.

So wie die Geschichte, so ist auch das Werk Hesses als Solches. Es ist eines der schönsten und leidenschaftlichesten Werke dieser Art, die solch ein Bild ins Gedächtnis brennen kann, so bitter und so schön!

Man könnte das Buch noch hundertmal lesen, so wird es doch nie langweilig oder an Leidenschaft mangeln.

Leider ein viel zu wenig bedachtes Werk Hesses, dass ja in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Teil von Hesses Werk "Siddharta", dem gleichhoch geschätzen Werk entstanden ist.

Auch zu empfehlen für Freunde Italiens und Nicht-Hesse-Kenner oder Freunde...
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am 21. Februar 2005
Klinsors letzter Sommer ist ein Buch voller sprachlicher Schönheit, voller Poesie.
Hesse malt für den Leser Bilder aus leuchtenden Farben. Er zeigt uns die Gefühle des Malers Klinsor aber auch des Mannes Klinsor. Er malt Bilder von Landschaften. Aber nicht mit Stiften oder Pinseln. Sondern mit Worten.
Hesse läßt den Leser spüren wie viel die Malerei für Klinsor bedeutet, und wie sehr er das Leben liebt, und es genießt.
Ein Buch das man liest, das einen mitzieht. Einfach wunderschön.
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am 28. Juli 2014
Schwülstig, überzogen, exzessiv könnte man diese kurze Erzählung nennen, aber auch farbenprächtig, lebendig, kraftvoll, überbordend. Ich neige zu zweitem. Zugegeben, der Schreibstil hat mich zunächst befremdet. Und doch konnte ich mich auf die bilderreiche Art des Formulierens einlassen und mich von ihr mitreißen lassen.

Der Maler Klingsor durchlebt seinen letzten Sommer. Wie im Rausch nimmt er die Farben und Gerüche der Landschaft wahr. Er arbeitet, trifft sich mit Freunden, liebt die Frauen, gibt sich dem Alkohol hin und wirft sich wieder in die Arbeit. Er lässt nichts aus, saugt alle Eindrücke trunken und überwältigt in sich auf und bringt sie zu Papier. Doch bei aller Farbgewalt gelingt es ihm nicht, die sich aufdrängenden Gedanken an den Tod zu bezwingen. Beim Wein, beim Tanz, im Gespräch und beim Sinnieren begegnet er ihm. Klingsor versucht ihn zu bannen, mit Farben nach ihm zu schießen, sich in einem letzten alles umfassenden Portrait, in das er wie ein Besessener seine Lebenserfahrungen, Empfindungen und Vorstellungen einarbeitet, gegen ihn aufzulehnen. Und doch wird er in die Knie gezwungen. Die Kraft geht ihm aus. Er hinterlässt einen letzten Briefe an einen Freund und lässt sich von dem einholen, den er am meisten fürchtete.

Die Erzählung ist exaltiert, das ist wohl wahr. Als expressionistisch wird sie auch beschrieben, vergleichbar einer Malerei. Ich hatte einen derartigen Text ehrlich gesagt bislang nicht gelesen und war fasziniert, wie viel Kraft Worte erzielen konnten, wie sinnlich Farbeindrücke in Sprache wiedergegeben werden konnten, bis mir beim Lesen die schier Augen brannten. Für mich war das Lesen ein mitreißendes Erlebnis, das bis zuletzt einen Beigeschmack des Eigentümlichen oder Fremdartigen behielt. Gerade dieser aber bewegte mich zur Auseinandersetzung mit dem Neuen oder Unbekannten.
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am 29. Juni 2008
»Klingsors letzter Sommer« hebt sich, verfasst im Stil des deutschen Expressionismus, deutlich von Hesses sonstigen Schaffen ab. Leider nicht nur im positiven Sinne.

Das Buch handelt von dem Maler Klingsor, der den Zenit seines Schaffen erreicht hat, und in dessen Leben fragmentarische Einblicke gewährt werden. Die dabei auftretenden Charaktere, aber vor allem die Natur und Landschaften werden dabei mit allen Begrifflichkeiten der expressionistischen bis impressionistischen Sprachpalette nachgezeichnet, und versetzen den Leser ein einen farbenprächtigen Rausch. Die Bilder die Hesse in »Klingsors letzter Sommer«v mit seiner Sprache zeichnet, brachten ihm so zahlreiche Vergleiche mit der Malerei Vincent van Goghs ein.

Leider lassen es all die expressionistischen Bilderflüsse ein wenig des Tiefgangs ermangeln, welchen man von Hesse sonst gewohnt ist und für den man ihn bewundert.

Für Kenner von Hesse birgt »Klingsors letzter Sommer« eine interessante Facette in Hesses Gesamtwerk. Hesse-Neulinge könnten leicht einen falschen Eindruck von dessen Werk erhalten.

Für Kenner von Hesser und Freunde von Malerei.
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am 23. Oktober 2008
Das Buch hat mich nicht auf Grund seiner Handlung fasziniert, sondern auf Grund der Sprache. Wundervoll deutlich hat Hesse in diesem Buch mediterrane Landschaften gezeichnet und ich hätte schwören können, den Duft der Blumen atmen zu können, die dort im letzten Sommer erblühten.
Es ist kein Buch der großen Handlungen, aber mit Sicherheit der Gefühle und Farben für den Leser ... gezeichnet durch Klingsor.
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am 14. Dezember 2012
Bevor Hesse im Dezember des Jahres 1919 mit seinem "Siddhartha" begann, schrieb er neben der Novelle "Klein und Wagner" die expressionistische Erzählung "Klingsors letzter Sommer". In allen drei Werken wird das große, selbe Thema des Suchens und Findens des wahren Sinnes des Seins jenseits des Ichs und dessen falschen Vorstellungen durchlebt, wenn auch in jedem der Dreie etwas anders. Lässt Hesse seine erste Figur, den Maler "Klingsor", als dessen letztes Werk ein Portrait seines eigenen leidvollen Unterganges erstellen, begeht der Protagonist des zweiten Buchers, "Klein", gar Suicid; einzig der des dritten, nämlich "Siddhartha", gelingt der Weg aus allen Weltverstrickungen der Angsthölle des Ichs hinaus bis zu 'r Erlösung der Seele.
In dieser Erzählung "Klingsors letzter Sommer" wird vordergründig der Italienaufenthalt eines sinnesfreudigen deutschen Malers in dessen Krise der zeitlichen Mitte des Daseins thematisiert. Hintergründig aber erzählt Hesse die Unmöglichkeit, durch Sinnesgenüsse und sinnlich festhaltende Kunst das bleibende Glück oder gar Erlösung zu finden. Aber die Problematik der Kluft zwischen Ich und Seele bleibt im Worte uneröffnet, obwohl die Gleichheit der Ausgangssituation mit "Klein und Wagner" wie auch mit "Siddhartha" unleugbar vorliegt: das Verlassen der grauen und geistarmen Enge des vertrauten Heimatortes, um in der Fremde die Freiheit, die Liebe und das große innere Glück zu finden.
Anders als in "Klein und Wagner" wird statt einer Einsicht in das Loslassenmüssen der vergänglichen Gestaltungen hier der Untergang des Festhaltebegehrenden gezeigt, der alle Dinge durch ihr Malen und Abbilden auf Leinwand zu greifen und zu haben versucht. Zwar wird eingestanden, dass in allen Erscheinungen "Gott" anwesend sei, jedoch wird kein qualitativer Sprung aus den geistlosen Begriffen des weltlichen Ichs, also keine Vergebung des Ichs und keine Freiwerdung der reinen Seele deutlich. Trotz der beeindruckenden expressionistischen Sprachgestaltung dieser Erzählung bleibt sie inhaltlich weit hinter dem Atem beraubenden Tiefgang ihrer literarischen "Schwester", nämlich der Novelle "Klein und Wagner" zurück. Trotzdem unbedingt als erstes den "Klingsor" lesen und erst danach "Klein" und schließlich "Siddhartha"!
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am 1. Oktober 2014
... aber in diesem Buch klingt er mir zu mitleidig und selbstgefällig. Schnell merkt man, als er dieses Buch schrieb, er steckte tief in einer Existenzkrise. Dennoch: die Bilder seiner Worte sind gewaltig und schön, ich konnte bei dem lesen förmlich die Natur, die er durchquerte riechen.
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am 18. November 2012
Wunderbar, ein "typischer Hesse": hochpoetisch, subtil, romantisch, melancholisch, impressionistisch und die Kunst feiernd.
Der Autor versteht es auch hier, in dieser recht kurzen Erzählung, Eindrücke, Gefühle und Gedanken zu einem literarischen Gesamtkunstwerk zu verbinden und den Leser zu verzaubern. Ich muss zugeben, dass ich eine ausgemachte Hesse-Liebhaberin bin (abgesehen von wenigen Ausnahmen wie "Narziss und Goldmund" oder "Peter Camenzind") und meine Beurteilung daher subjektiv gefärbt ist - aber wer ist das nicht?
Fazit: Für alle, die eine poetische Einführung in Hermann Hesses Werk suchen, ist "Klingsors letzter Sommer" ideal!
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