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am 27. Juni 2016
Wow. Das Buch hat mich wirklich geflasht und meine Sichtweise auf viele Dinge verändert. Es war wie die rote Pille aus "Matrix". Einmal gelesen und verstanden, kann man nie wieder zurück! Aufgrund der Aufarbeitung traumatischer Kindheitserfahrungen habe ich zunächst mit Susan Forwards "Vergiftete Kindheit" und Hirigoyens "Masken der Niedertracht" angefangen, die ebenfalls sehr empfehlenswert sind. Alice Miller war sozusagen die Dritte. Und bei ihr bin ich dann wirklich stehen geblieben. Ihre Feststellungen sind brillant und argumentativ bestens begründet. Das Buch (bestehend aus 3 Aufsätzen) liest sich schnell und reißt einen förmlich mit. Auf jeder Seite kam ich nicht umhin etwas zu unterstreichen. So viele wichtige Aussagen und Beobachtungen, die einem zu denken geben. Wie können wir nur so blind durchs Leben gehen, fragt man sich am Ende des Buches. Wie anders wäre die Welt, wenn wir Alice Millers Feststellungen in die Tat umsetzen würden?! Gleich nach dieser Lektüre habe ich mir "Am Anfang war Erziehung" und "Der gemiedene Schlüssel" durchgelesen. Ebenfalls ohne Einschränkung empfehlenswert! Die Frau verdient den Friedensnobelpreis!
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am 15. Februar 2013
"Das vordringlichste Ziel der Neufassung des Dramas ist es, den Lesern die Tatsache bewusst zu machen, dass es unmöglich ist, wirkliche therapeutische Hilfe anzunehmen oder zu geben, solange die persönliche, emotionale Konfrontation mit der eigenen Geschichte gemieden wird." (S. 220)

Alle paar Jahre besucht mich Alice Miller und erinnert mich an etwas sehr Wichtiges. Sie erinnert mich daran, dass es nicht genügt, intellektuell nachzuvollziehen, was mir in der Kindheit widerfahren ist. Sie reicht mir den Schlüssel, der mir zu einer körperlich erlebten, tiefen Erfahrung verhilft, damit ich Mitgefühl mit mir habe, weil ich einsehe, warum ich so bin wie ich bin und es schaffe, auch meine Eltern so zu sehen, wie sie tatsächlich sind. Sie schreibt darüber, dass Kinder den Zugang zu den eigenen Gefühlen verlieren und ihre Lebendigkeit einbüßen, weil sie von den Eltern als brave, nette, anpassungsfähige Wesen erzogen werden. Warum? Weil die Eltern selber auf diese Weise erzogen wurden. Sehr oft ist zumindest ein Elternteil selbst sehr bedürftig und verhält sich wie ein emotional verarmter Mensch, der versucht, die als Kind unerfüllt gebliebenen Wünsche und Bedürfnisse (z.B. Wut ausdrücken, Sich Gehör verschaffen, Respektiert werden) nun mithilfe der eigenen Kinder zu befriedigen. Dadurch wächst die nächste Generation emotional zurechtgestutzer Menschen heran. Oh, und welch Geschrei sich da erhebt unter den Menschen, wie empört sie sind über diese Frau, die dieses Thema direkt anzusprechen wagt! "Unerhört! Wir tun doch wirklich alles für unser Kind. Für unser Kind nur das Beste!" Das sagen in der Regel genau jene Eltern, die sich von ihren Kindern Achtung, Verständnis, Dankbarkeit erwarten und von ihnen verlangen, als Autorität ernstgenommen zu werden ("weil ich es sage!"). Oft genug entwickeln Kinder, die sich um ihre Eltern (und Geschwister) kümmern und sorgen, im Laufe ihres Lebens ein einzigartiges Gespür, was die Bedürfnisse anderer betrifft. Sie ergreifen als Heranwachsende bzw. Erwachsene dann oft therapeutische, helfende Berufe. Und sie tun dies, ohne jemals mit dem tiefen Schmerz in Berührung gekommen zu sein oder überhaupt zu ahnen, dass es diesen Schmerz gibt - denn dann müssten sie sich mit der unterdrückten Kinderseele auseinandersetzen - und sie müssten mitunter akzeptieren, dass es in Wahrheit genau der ignorierte Schmerz ist, der dadurch, dass er nicht (an)erkannt wird, so vielfältiges Leiden verursacht und zu dem grausamen Verhalten auf unserer Welt beiträgt, das sich in Diktatoren, Mördern, Drogensüchtigen sowie anderen Flüchtigen (nämlich vor der eigenen Geschichte) manifestiert. Vergessen wir nicht: Selbstverleugnung (Depression) und Selbstüberschätzung (Grandiosität) sind zwei Seiten einer Medaille und weisen darauf hin, dass wir den "tiefen Schmerz über den Selbstverlust, der aus der Verleugnung der Realität resultiert" (S. 105), nicht wahrhaben wollen.

Wer viel von dieser Autorin gelesen hat und nun etwas betrübt zurückbleibt, dem sei Eckhart Tolle empfohlen. Zur Erweiterung, zur Ergänzung, zum Ausgleich.
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am 15. November 2016
hab mir nach einem interview des sohnes was anderes darunter vorgestellt. aber egal. so was kann man immer mal brauchen. etwas schwer zu lesen. aber es gibt ja noch die langen winterabende
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am 7. Oktober 2017
Dieses Buch war nach seinem Erscheinen 1979 ein absoluter Renner, fast eine Bibel, und ein Lese-muss für die therapeutische und Helferszene. Sicherlich hat es viel Einsicht und eine wichtige Entwicklung in die psychotherapeutische Szene gebracht. Problematisch ist allerdings das Ausmaß, in dem es glorifiziert und fast als Allheilmittel verstanden wurde. Nicht weniger lesenswert und noch erschütternder ist allerdings das Buch des Sohnes von Alice Miller, 2014 erschienen, mit dem Titel "Das wahre Drama des begabten Kindes", das ein sehr beklemmendes Licht auf die Person der Autorin wirft und sehr nachdenklich macht im Hinblick auf die Diskrepanz zwischen Erkenntnis, Schreiben und Leben. Auf jeden Fall desillusioniert es total im Hinblick auf die Phantasie, Frau Miller habe in ihrem Leben das verkörpert, was sie propagiert hatte. Und die tragische Erkenntnis: sie konnte es nicht....
Diese abgründige Geschichte lässt sich eigentlich nicht mit der üblichen Sternchen-Bewertung fassen...
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am 15. Dezember 2002
Im Rahmen einer Ausbildung die ich im Sommer 2002 begann (Priv.Akademie Psych. Bildung, PAPB),stand dieses kleine Büchlein auf der "Muß-Literatur-Liste"
für die Ausbildung - Zum Glück möchte ich inzwischen sagen.
Mehr als hilfreich empfand ich die einfühlsame und doch realen
Berichte und die Ausführungen der Autorin. Das so unscheinbar
wirkende Büchlein, hatte eine sehr große Wirkung auf mich.
Es brachte mich auch das eine und andere Mal zum weinen und
hat bei mir auch zur weiteren Aufarbeitung von Kindheitser-
fahrungen geführt, die zwar vom "Intellekt" her schon bekannt waren, jedoch mit Hilfe des Büchleins auch emotional aufgearbeitet werden konnten.
Ich halte dieses Werk nicht nur als "muß" für jeden Menschen der mit anderen Menschen beratend bzw. therapeutisch arbeitet, sondern eigentlich auch für alle, die gerne ein Kind zur Welt bringen möchten.
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am 5. August 2017
Das Buch hat mir sehr viele neue Erkenntnisse über mich selbst geliefert. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, der sich für das Thema Selbstfindung interessiert. Zwar ist das Buch etwas kompliziert geschrieben und enthält viele Fachbegriffe, wenn man sich genügend Zeit dafür nimmt, ist es auch für Leute verständlich, die keine Erfahrungen im Bereich der Psychologie haben.
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am 17. April 1999
Wer auf der Suche nach sich selbst ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es ist sehr verständlich geschrieben und gab mir das Gefühl in meiner Not verstanden worden zu sein. Das Buch gibt auch viel persönliches Erleben der Autorin wieder und ist daher nicht immer objektiv; aber vieleicht ist es gerade diese Subjektivität, welche das Buch so einmalig macht.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2010
Beim Drama des begabten Kindes (oder kurz "Drama") handelt es sich um das erste Buch von Miller. Im Original erschien es 1979. 1994 erschien die hier vorliegende überarbeitete Neuauflage (Vorsicht: Meine Rezension erscheint hier zu beiden Büchern).

Ich ging erst an das Buch, nachdem ich mich ausführlich in aktuellere Literatur zum Thema vertieft hatte. Sehr überrascht war ich davon, wie weit Alice Miller damals bereits dachte. Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Dissoziation wurden als Diagnosen erst 1980 ins Klassifikationssystem psychischer Erkrankungen aufgenommen. Brauchbare und erklärende Literatur dazu erschien gerade in Deutschland erst nach jahrelanger Verzögerung. Dachte ich, bis ich die letzten Tage das vorliegende Buch las... Auch weit vorher erschienen bereits wertvoller Ansätze, die nur lange Zeit "vergessen" wurden (z. B. werden die Ansätze von Pierre Janet gerade erst in den letzten Jahren wieder entdeckt und in neuen Konzepten verarbeitet).

Zwischen den Zeilen fühlt man die Euphorie von Frau Miller. Eine Eigenart, die den Menschen eigen ist, die fühlen, dass sie ihrer Zeit voraus sind. Dadurch entsteht auch eine sehr gute Lesbarkeit. Überlegungen werden mit guten Beispielen veranschaulicht.

Es ist besonders verständlich. Ich verstehe jetzt sehr viele Vorgänge, die ich zuvor in Fachbüchern noch nicht in ihrer Gänze verstehen konnte. Etwa welche Auswirkung das Abspalten von Emotionen hat. Oder wie frühere Beziehungsmuster in der Gegenwart erneut aufgesucht werden. Oder das auch (oder gerade?) ausgeblendete Erinnerungen dennoch zu Symptomen führen. Zur Erklärung noch nicht verstandener theoretischer Konzepte kam, dass ich auf Facetten der Problematik aufmerksam wurde, die ich bisher noch garnicht kannte.

Einzig kritisch gelesen sollten die Stellen, die sich auf bestehende Therapien und Therapiemodelle beziehen. Zur Entstehungszeit des Buchs und besonders zur Kindheit von Frau Millers Klienten galt Gewalt gegen Kinder als weit legitimer als heute. Effektive Therapiemodelle gab es bis dahin garnicht oder sie waren absolut nicht verbreitet. Mit der Verbreitung von EMDR, Ego-State-Therapie und Imaginationstechniken hat sich gerade seit der Jahrtausendwende sehr viel auf dem Gebiet getan. Die geäußerten Mängel an Therapien bzw. Therapeuten sind dabei auch nicht mehr in dem Maße vorhanden wie früher.

In anderen Rezensionen geäußerte Kritik, das Werk sei nicht mehr aktuell oder nur noch von "historischem Wert", kann ich nicht nachvollziehen. Dabei kann ich nur vermuten, die betreffenden Kritiker haben von der Materie schlichtweg wenig Ahnung.
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am 4. Oktober 2008
Wenn ein Buch, im Sinne Franz Kafkas, wie eine Axt sein sollte, um das gefrorene Meer in uns selbst aufzubrechen, dann würde Ich Hermann Hesses »Steppenwolf« wie kaum ein anderes Buch zu jenen Büchern zählen, die wie eine solche Axt sind. Alice Millers Buch hingegen ist im Vergleich wie eine Panzerfaust für das gefrorene Meer.

Es handelt sich bei »Das Drama des begabten Kindes« um eine Art psychoanalytisches Traktat, anstatt um ein »Drama« im eigentlichen Sinn. Dies soll den potentiellen Leser nicht abschrecken. Denn anders als bei vielen wissenschaftlichen Büchern gelingt es Miller, viele schwierige Zusammenhänge mit Verzicht auf zu »schwere« Sprache und durch sehr anschauliche Beispiele, verständlich zu machen. Der Gewinner ist hierbei wirklich der Leser, welcher durch dieses Buch wirklich bereichert wird und ein völlig neues Selbstverständnis erlangen kann.

Ich habe dieses Buch binnen eineinhalb Tagen verschlungen und mir im Anschluss gleich zwei weitere Bücher dieser brillanten Frau bestellt. Ich kann »Das Drama des begabten Kindes« jedem feinen und/oder sensiblen und/oder kreativen Menschen nur dringlichst ans Herz legen, denn es ist für uns gemacht.
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am 26. Juni 2009
Ich habe dieses Buch begleitend zu einer Psychotherapie gelesen und es hat förmlich zu einerm Ausbruch von Persönlichkeitsteilen geführt, die seit Jahren verschüttet und verschlossen waren. Es war, als ob eine Jugend, die nicht existiert hat (verbannt war, idealisiert war) plötzlich wieder ins Leben zurückkehrt. Nach der Lektüre dieses Buches habe ich meine persönlichen innerfamiliären Beziehungen grundlegend verändert, mit Märchen und Vertuschungen aufgehört und die Sache so gesehen, wie sie wirklich war: ein einziger großer Mist.
Das entscheidende ist aber nicht die Entdeckung von Mist, sondern dass unter dem Mist eine authentische Persönlichkeit schlummert. Alles andere war unauthentisches Rollenspiel, ein dressiertes Kind mit 40. Unecht und das war mir im Grunde immer auch klar, aber ich dachte, das sei halt so. Alice Miller hat mir geholfen, den verschütteten Zugang zu mir selbst zurückzufinden. Seitdem werde ich endlich - ich selbst.
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