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am 20. März 2010
Das Buch enthält sechzehn Rezensionen zu nicht existenten Büchern!

Für alle, die jetzt noch weiter lesen: es ist eine brillante Idee, die kongenial umgesetzt wurde.

Es gelingt Lem auf diese Weise, sechzehn Texte zu verfassen, von dem jeder auf seine Art gelungen ist und zum Nachdenken bringt.

Bemerkenswert dabei ist einmal mehr bei Lem das breite Spektrum der Themen, das zwar sein zentrales Lebensthema - die begrenzte Erkenntnisfähigkeit des Menschen im Kontrast zu seinem Anthropozentrismus - variiert, diesem aber immer neue Facetten abgewinnt.

So enthält das Buch z.B. einen durch groteske Überspitzung ausgeführten Seitenhieb gegen den selbstverliebten Literaturbetrieb ("Gigamesh"), ein lesenswertes Gedankenexperiment über die Auslöschung des Sexualtriebs ("Sexplosion"), einen Text über die wahnhaften Folgen von Zwang und Gruppendynamik ("Gruppenführer Louis XVI."), etwas zu den "Verrenkungen" der Psyche im Angesicht von Leid und Schande ("Der Idiot") und eine absurd-konsequente Betrachtung der Wahrscheinlichkeitsrechnung ("De Impossibilitate Vitae; De Impossibilitate Prognoscendi").

Und das Beste daran: Diese Rezensionen sind in der deutlich Regel amüsanter, als diese Stichworte ahnen lassen ohne dabei jemals albern zu sein.

Einige Ideen sind dem Lem-Leser aus anderen Zusammenhängen bekannt; so meine ich eine deutliche Analogie der Rezension zu "Being Inc." mit den "Memoiren, gefunden in der Badewanne" (s.u.) zu erkennen.

Für mich ist Lem ein Phänomen: Wo viele Menschen vielleicht einmal in Ihrem Leben eine geniale oder zumindest originelle Idee für einen Text (sei es Roman, wissenschaftliche Arbeit, Drehbuch etc.) haben, da hat Lem Dutzende. So viele, dass er es sich leisten kann eine Sammlung von sechzehn Rezensionen über nicht geschriebene Bücher zu verfassen, bei der nicht eine nicht-lesenswert oder trivial wäre.

Jedes seiner Werke, das ich bisher gelesen habe - von den "komischen" um Ijon Tichy, die nicht zuletzt der Zensur im Polen des Kalten Kriegs geschuldet waren, über die Essays und Aufsätze bis zu den in doppelter Bedeutung phantastischen "ernsten" Romanen wie z.B. "Solaris", "Die Stimme des Herrn" ,"Eden" oder "Der Unbesiegbare" - enthält einen so bemerkenswerten Reichtum interessanter Gedankenspiele und tiefer Einsichten über die Natur des Menschen, dass ich mir regelmäßig wie ein Ignorant vorkomme, weil ich mir solche Einsichten nicht selbst erarbeitet habe.

Naturgemäß bestehen deutliche, durch die Textgattung bedingte Unterschiede im Niveau der Schriften: ein eher philosophisches Traktat wie "Also sprach Golem" liest sich deutlich schwerer als ein kurzweiliger - wenngleich ebenfalls tiefsinniger - Roman wie "Der futurologische Kongress".

Auch ist sechzehn Rezensionen über nicht geschriebene Bücher zu schreiben sicherlich nicht bestsellertauglich und das Lesen bereitet eine gewisse Mühe und intellektuelle Anstrengung. Dennoch lohnt es sich, dieses Buch in die Hand zu nehmen, selbst wenn die inzwischen fast vierzig Jahre, die seit seiner Entstehung vergangen sind (!), an einigen Stellen merklich sind und die gelesene Übersetzung von Klaus Staemmler einige unglückliche oder veraltete Formulierungen enthält.

Insgesamt sind die vier Sterne dieser Bewertung daher auch keine Abwertung, sondern der "Essay-Form" und der Abstufung gegenüber den (o.g.) brillanten Romanen Lems geschuldet.

Für alle, die von Büchern (zumindest gelegentlich) auch intellektuell gefordert werden wollen, selbst wenn man dafür ab und zu einen Satz mehrmals lesen muss, ist "Die vollkommene Leere" eine absolute Leseempfehlung.

Hat man gemerkt, dass ich ein Lem-Fan bin?
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am 20. August 2016
Stanislaw Lem gehört sicher zu den bedeutendsten und meist gelesenen SF- Autoren des 20. Jahrhunderts, er studierte Medizin, konnte aber wegen seiner Ablehnung des Lyssenkoismus, nie als Arzt praktizieren, er widmete sich früh der Literatur. Lem machte sich mit seinen Roman, Novellen und Erzählungen schnell einen Namen als SF- Visionär, dessen Geschichten von wissenschaftlichen Phantasien, skurrilen Einfällen, philosophischer Gedanken, Wortspielen und – Erfindungen nur so strotzen. Dabei war Lem stets vielseitig interessiert, die Bücherregale in seinem Arbeitszimmer reichen bis zur Decke, sind vollgestopft mit Werken über Technik, Philosophie, Biologie, Physik, Logik u.v.a.m., auf den waagerechten freien Flächen stapeln sich wissenschaftlichen Zeitschriften und Magazine zu ebenso vielen Themen. Deswegen mag es Lem auch nicht auf das SF- Fach reduziert zu werden, nach seinen Besteller Romane 'Solaris' und 'Eden' hat er auch Werke wie 'Summa technologiae' zu den Grenzen der Technologie verfasst; seine Bücher wurden in über 50 Sprachen übersetzt.

Das vorliegende Buch, das in einer deutschen Ausgabe auch unter dem Titel 'Das absolute Vakuum' erschienen ist, bezeichnet sich als Sammlung von Rezensionen nicht existierender Bücher. Das Mittel der (fiktiven) Rezensionen erlaubt es dem Autor, aus dem reichhaltigen Fundus seiner Einfälle, einige ungewöhnliche Ideen sozusagen pur umzusetzen, ohne der Notwendigkeit, sie in eine Rahmenhandlung einzubauen. Augenzwinkernd befasst sich die erste Rezension mit einem Werk 'Die vollkommene Leere' von einem gewissen Stanislaw Lem, und erinnert an Parallelen bei Jorge L. Borges.

Unmöglich, das gesamte Lem'sche Phantasie- Feuerwerk auch nur annähernd zusammen zu fassen, deswegen hier nur einige Bemerkung zur letzten, vielleicht einfallsreichsten Geschichte, in der es um nichts weniger, als um die Entstehung des Universums, geht – einer neuen Kosmogonie. Den Rahmen bieten eine (fiktive) Nobelpreisrede von Alfred Testa, die eine Hommage an seinen genialen, aber verkannten Vordenker Aristides Acheropoulos ist. Acheropoulos beschäftigte sich mit dem Rätsel des Silentium Universi, trotzdem man das All seit geraumer Zeit radioastronomische abhört, gibt es keinerlei Anzeichen für die Existenz außerirdischen Zivilisationen. Das Universum ist mindesten 12 Milliarden Jahre alt, während das Sonnensystem erst seit rund 5 Milliarden Jahren existiert, die Sonne ist also wenigsten ein Stern der zweiten Generation, somit gab es genug Zeit, dass sich Milliarden Jahre alte Zivilisationen entwickelt konnten, aber die schweigen – scheinbar – so Acheropoulos: denn solch fortgeschrittenen Zivilisationen machen sich nicht durch Technik bemerkbar, sondern durch die Physik selbst, sie sind in der Lage die Naturgesetze zu beeinflussen, ihre Wirkung ist also nicht vom 'Hintergrund' des Kosmos unterscheidbar. Diese Super- Zivilisationen haben das Problem, dass sie die Existenz anderer solcher Kulturen einkalkulieren müssen, ohne mit ihnen in Kontakt treten zu können, welche Veränderungen sind da am sinnvollsten: allmähliche, um von vornherein Konflikte zu vermeiden und Maßnahmen zur Stabilisierung des Status Quo, d.h. zur Vereinheitlichung der Physik. D.h. Acheropoulos betrachtet den Kosmos als den Play Ground für eine Anzahl von Super- Spielern, deren Züge in Veränderungen der Gesetze der Physik besehen. Da sie auf Stabilität bedacht sind, haben sie die Richtung der Zeit fixiert, damit ihre Modifikationen nicht nachträglich unterlaufen werden können, sie haben eine kosmische Geschwindigkeitsbarriere (die Lichtgeschwinfigkeit) eingeführt, damit die Bildung von Koalitionen unmöglich oder zumindest sinnlos wird. Da die Spieler sich nicht abstimmen können, verfolgen verschiedene Parteien abweichende Strategien, das ist auch der Grund, weswegen die Physik aktuell noch nicht einheitlich und ausgeglichen ist, weswegen Relativitätstheorie und Quantenmechanik (noch) nicht vereinbar sind, und die Physik bisher vergeblich nach der Weltformel suchen...

Hier agiert Stanislaw Lem in kreativer Hochform, mit spielerischer Leichtigkeit jongliert er mit realen wissenschaftlichen Ideen und Vermutungen, mischt sie mit Phantasie und Einfallsreichtum und setzt sie skurril und zum Teil bizarr zu seinen Geschichten zusammen, dabei bleibt er seiner eigenen – wenn auch konstruierten – Logik stets treu – Ausflüchte zu einem deus ex machina sind nicht zugelassen. Wenn notwendig, adaptiert Lem den wissenschaftlichen Stil mit Leichtigkeit und mischt ihn mit feinem Humor und Ironie: Testa findet Acheropoulos Kosmogonie in einer gekürzten Übersetzung als SF- Ausgabe (!). All das macht gerade die Einzigartigkeit von Lems Geschichten aus.
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am 11. Januar 2000
Ein Buch voller Rezensionen von Büchern, die es nicht gibt: so etwas Abgefahrenes haben wohl nur wenige Schreiber produziert. Und das Beste daran: Jede einzelne Rezension ist genial, vielfach kommt man aus dem Lachen nicht heraus. Eingeleitet wird das Ganze übrigens von der Rezension von "Die vollkommene Leere" von S.Lem, in der ein gewisser S.Lem das Buch zerreisst ... Meine persönlichen Lieblinge sind "Gigamesh" (in dem der "Höhepunkt literarischen Schaffens" besprochen wird, ein einziger Seitenhieb auf James Joyce) und die Autorezension. Viel Spaß beim Lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 10. Oktober 2010
Eine geniale Idee - Rezensionen schreiben über Bücher, die überhaupt nicht existieren. Ein im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaftes Lesevergnügen. Jorge Luis Borges und andere berühmte Autoren hatten auch schon ähnliches ausprobiert. Lems höchst amüsante Anthologie hat übrigens inzwischen weitere Nachahmer gefunden - so z.B. Bernd Wahlbrinck, der in "Nicht zu Fassen" 36 Rezensionen nicht existierender Bücher und das jeweilige imaginäre Buchcover vorstellt. Wikipedia bietet unter dem Eintrag "Imaginäre Bücher" eine gute Übersicht über diese Art von Literatur.
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