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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
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am 13. März 2001
Wenn die Ameisen ein bisschen schlauer wären, würden sie vielleicht rausfinden wollen, um was genau es sich bei einem nach einem "Picknick am Wegesrand" auf dem Ameisenhaufen liegengelassenen Zigarettenstummel handelt, sie würden aber den wahren Zweck dessen nicht einmal im Traum erraten können. Wenn der Stummel gar noch ein wenig glüht, wäre die weitere Verwirrung aufgrund der lebensgefährlichen Lage garantiert. Eine tödliche Falle? Eine "unnütze" Laune der Natur? Ein tödliches Geschenk einer unbekannten Macht? Eine Ankündigung auf irgendetwas...?! Ein möglicher Vergleich zur Situation in dieser Geschichte, der mir in dieser Form ständig vorschwebte, als ich das Buch las. Auch Lem benutzte dieses Bild in seinem höchst interessanten - wenn auch nicht wirklich gänzlich makellosen Nachwort. Wie gewohnt beschreiben die Strugatzkis auch hier die Geschehnisse aus der Perspektive von Menschen, die logischerweise bestens vertraut sind mit der uns fiktiven Umgebung, was ein Ausbleiben einer einführenden Beschreibung des Szenarios ausschliesst und man sich erst nach einigen Seiten Puzzle-artig ein Bild der nicht ganz einfachen Lage machen kann. Die Geschichte deckt eine Zeitspanne von ca. 15 Jahren ab, in welchen sich die Ansichten, Eindrücke und Theorien über die seltsamen "Zonen" mächtig wandeln. Dieses absolut empfehlenswerte Buch stellt tatsächlich "ein wunderbares Gedankenexperiment auf dem Gebiet der experimentiellen Geschichtsforschung" dar, wie dies Lem verwirrenderweise, aber treffend betitelt.
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am 12. Januar 2013
"Picknick am Wegesrand" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. In Original-Sprache. Ich war so froh, das in Deutsch zu finden, damit mein Schatz und meine deutschsprachige Freunde auch das lesen können.

Die Enttäuschung war riesig. Enorm. Beim Blättern nach meinen Lieblings-Ausdrücken musste ich mich nur aufregen. Es gibt keinen einzigen humorvollen Spruch, den die Übersetzerin, Frau Aljonna Möckel nicht platt gemacht hat. Viel mehr, sie verzerrt auch den Sinn der Aussagen, als ob sie entweder diese gar nicht verstanden hat, oder die Sprache, in die sie das Buch übersetzt nicht wirklich kann. Wie kann man "Stalker" als "Schatzgräber" übersetzen? Ein Stalker ist ein Jäger, und es geht um den Jagt. Da hätte sie "Stalker" lieber so gelassen! Wenn dieses Wort so im russischen Original steht, und die Russen verstehen das problemlos, würden die Deutschsprachige es um so leichter verstehen.

Im Netz fand ich Kritiken, wo man zweifelte, ob Frau Möckel in deutsche Umgangssprache mächtig ist - ich bezweifele, ob sie Russisch kann. Oder hat sie das Buch zwischendurch übersetzt, ohne sich anzustrengen, den Text aufmerksam zu lesen, und der Inhalt ging ihr am Sinn vorbei. Sonst - wie kann man erklären, dass sie im Schluss-Satz das Wort "обиженый" nicht als "frustriert", was sinngemäß wäre, oder zumindest als "beleidigt" - was wortwörtlich wäre, sondern als "erniedrigt" übersetzt, was in keinem Sinne dem Satz passt. Ich sehe keine andere Ursache dafür, als dass die Frau Möckel das Wort "обиженый" als "униженый" gelesen hat. Sehr schwach für eine Übersetzerin, insbesondere wenn es das letzte Satz im Buch ist.

Von Kauf dieses Buchs würde ich abraten - lieber entweder zu Englische Übersetzung greifen, oder abwarten, bis dieses Buch in einer bessere Übersetzung rauskommt. Ich hoffe auf das letzte - hey, Übersetzer, wo seid ihr?
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am 2. Mai 2010
Was wäre wenn... eine der zentralen Fragen der SF, deren Antwort sich in diesem Buch auf gänzlich ungewöhnliche Weise genähert wird. In seiner Nabelschau, stellt sich der Mensch immer vor er wäre so wichtig, dass ihn "Außerirdische" besuchen könnten. Was aber wenn sie ihn gar nicht wahrnähmen und ihr intergalaktisches Picknick zufällig auf dem blauen Planeten feiern würden, ungeachtet der "Ameisen" am Wegesrand, die sich noch Jahrzehnte lange mit dem himmlischen Müll beschäftigen könnten, ohne ihn auch nur ansatzweise zu verstehen.
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am 9. Dezember 2004
Dass das Buch ein Meisterwerk ist, wurde schon oft gesagt. Nur leider erwarten viele Menschen etwas von dem Buch, was es nicht liefert: Billige Action und vorhersehbare Handlung. Wer eine konventionelle Auseinandersetzung über Mensch-Alien Kontakt sucht, sollte bei Star Trek bleiben! In dem Buch hier geht es überhaupt nicht um die Außerirdischen, die sind unwichtig und es könnte sogar sein, dass es gar keine gegeben hat! Deren Besuch wird nur vermutet, nur eine mögliche Theorie, die das Entstehen der "Zonen" erklären soll. Es geht aber in diesem Buch um Menschen, wie sie mit der Zone umgehen, denn die meisten von denen interessieren sich für all die höheren Fragen nach der Entstehung und Sinn nicht. Sie sind viel mehr damit beschäftigt, einen möglichtst großen materiellen Nutzen für sich zu ergattern. Es ist ein philosophisches Buch, es gibt nicht "den einen" Handlungsstrang, Erzählpersonen und Blickwinkel wechseln, es gibt riesige Zeitsprünge... Definitiv keine leichte Kost für Menschen, die Tiefgründiges nicht gewohnt sind. Es sollte auch nicht von den Menschen gelesen werden, die jede Kritik am Kapitalismus als sowjetische Propaganda abstempeln. Man findet beim besten Willen keine echte Propaganda in dem Buch, es wird nur der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und das, was man zu sehen bekommt, ist mehr als hässlich...
Eins meiner Lieblingsbücher!
P.S.: Man hört immer wieder: "Das Buch ist gut, die Verfilmug nicht!" Dazu ist zu sagen: Der Film "Stalker" von Tarkovskij ist keine Verfilmung des Buches! Es werden nur ein paar Motive benutzt. Und man sollte schon vorher wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen Tarkovskij-Film anschauen will! Die Filme von ihm dienen nicht der Unterhaltung, es sind Gedankenspiele mit sehr wenig Handlung, mit dem Massengeschmack absolut inkompatibel!
Das selbe gilt auch für "Solaris" ....
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am 5. September 2002
Wohl beides und auch keines. Bei diesem Werk geht es um menschliche Werte in einer unmenschlichen, kaputten Welt. Das klingt wie schon 100 mal gelesen. Aber bei den Strugazkis ist alles ein wenig anders als bei anderen. Ihnen gelingt es meisterlich, die humanistische Botschaft in einer fesselnden Handlung unterzubringen. Die Story ist folgende: Ausserirdische hinterlassen auf der Erde einen Müllhaufen, ähnlich wie wir nach einem Picknick im Walde und haben damit ein kreuzgefährliches Terrain geschaffen. Glücksritter dringen nun immer wieder in diese Todeszone ein, um Geld und Glück verheissende Trophäen herauszuholen. Tödliche Unfälle und Gendeffekte werden in Kauf genommen. Selbst reiche Touristen führt man durch die Horrorszenarien.
Ein SF-Standard-Werk der Extraklasse - Verwiesen sei auch auf die russische Verfilmung "Stalker", welche den philosophischen Aspekt noch stärker zum tragen bringt.
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am 12. April 2013
Wer schon immer wissen wollte, woher die Macher des Spiels "S.T.A.L.K.E.R. - Shadow Of Chernobyl" die merkwürdigen Spitznamen für ihre Charaktere und Artefakte haben, wird in diesem ausgesprochen düsteren Roman aus dem Jahr 1971 fündig. Auf allzu viele Gemeinsamkeiten zwischen Buch und Spiel sollte man dennoch nicht hoffen - weder Ursache noch Ort der "Zone" sind identisch und die erzählte Geschichte weist nur in den Grundzügen rudimentäre Ähnlichkeiten auf.

"Picknick am Wegesrand" ist eine auf den ersten Blick merkwürdig wirkende Mischung aus Fiktion und Philosophie. Die Einordnung des Gelesenen fällt relativ schwer - die Gebrüder Strugatzki haben sehr viele Möglichkeiten zur Interpretation offen gelassen. Die vordergründige Handlung ist eine Art Science Fiction-Geschichte, wobei Fans von "Techno-Babble" vergeblich auf derartige Ausführungen warten. Es gibt zwar Ansätze von pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen über die "Zonen", im Endeffekt überwiegt aber eine philosophische Sichtweise. Die Absicht dahinter ist wohl, den Leser in eine Situation zu bringen, in der es ihm ähnlich geht, wie den Protagonisten. Es gibt keinen "allwissenden Erzähler", es gibt nur die sehr eingeschränkte Sicht der Charaktere, die sich letztlich in hilflosen Erklärungsversuchen über etwas gänzlich Unverständliches verlieren.

Im Prinzip ähnelt die Geschichte - wie auch von Stanislaw Lem selbst angemerkt - dem zehn Jahre vor "Picknick am Wegesrand" erschienen Roman "Solaris". Auch hier stehen die Menschen der unfassbaren Fremdartigkeit außerirdischen Lebens völlig unbeholfen gegenüber. Der Unterschied liegt im Detail: "Solaris" ist ein fremder Planet, das "Picknick" findet auf der Erde statt, ist dem Leser also wesentlich näher. Die Ansiedelung der "Zone" an und in einer normalen (mutmaßlich britischen) Stadt macht es möglich, dass sich theoretisch jedermann als "Stalker" versuchen kann. Dass die Artefakte und der Einfluss der "Zone" nicht nur innerhalb, sondern auch weit weg spürbar sind, ohne auch nur ansatzweise erklärbar zu sein, ist ein weiterer Punkt, der diesen düsteren Roman so intensiv macht.

Auszusetzen gibt es an "Picknick am Wegesrand" eigentlich nichts. Lediglich der abrupte Schluss, der nicht einmal Ansätze einer Aufklärung bereit hält, könnte bei einigen Lesern zu Kritik führen. Zwar ist das Ende durchaus konsequent - aber den einen oder anderen wirklichen Schlusssatz hätte man sich dann doch gewünscht. Andererseits führt gerade dieses Finale dazu, dass man sich tage- oder sogar wochenlang nach der Lektüre immer noch mit "Picknick am Wegesrand" auseinandersetzt. Abschließend noch ein genereller Hinweis zur Sprache: Die - ich verallgemeinere - "Ost-Science-Fiction" ist insgesamt nicht ganz so leicht lesbar, wie die westliche Literatur. Das merkt man auch in diesem Roman, der sich einer zeitweise eher umständlichen Sprache bedient. Wieviel davon auf das Konto der Übersetzung geht, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis - bedenken sollte man es vor dem Kauf jedenfalls.
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am 15. Mai 2003
Die Strugatzkies zählen zu den profiliertesten Autoren des Science Fiction. Sie verzichten (weitgehend) völlig auf die billige Effekthascherei, die in diesem Genre leider verbreitet ist. Sie überraschen immer wieder mit einer originellen Grundidee für ihre Bücher - allerdings erscheinen mir einige ihrer Werke auch etwas langatmig oder philosophisch überfrachtet.
Nicht so "Picknick am Wegesrand", welches obendrein zu meinen persönlichen Lieblingsbüchern zählt. Wieder ist die Grundidee unkonventionell: Es wird nicht die Ankunft oder das Zusammentreffen mit Außerirdischen auf der Erde thematisiert, sondern die Situation nach deren Abreise.
Das Buch kombiniert Spannung, Philosophie und Mystik absolut genial. Wie schwer ist es, ein orignielles Lied mit dem Reim "Herz" - "Schmerz" hinzukriegen? Den Strugatzkies ist es gelungen: Die hinlänglich bemühten Klischees des SF-Genres von einer "kaputten Welt", "rätselhaften Vorgängen" und der "letzten Hoffnung" (in Form der "Goldenen Kugel") werden in "Picknick am Wegesrand" in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Und dies ist über weite Strecken noch sehr spannend geschrieben.
Das ist auch ein Kennzeichen eines guten Buches: Es stellt mehr Fragen als es beantwortet. Und so bleibt "Picknick am Wegesrand" über weite Strecken ein Rätsel - über den Schluß hinaus...
P.S: Der Film "Stalker" mit dem Buch als Grundlage ist meines Erachtens nach kongenial, allerdings wesentlich philosophischer, symbolhafter und "langsamer" angelegt.
Tipp Nr. 1: Erst das Buch lesen, dann den Film anschauen.
Tipp Nr. 2: "Die gierigen Dinge des Jahrhunderts" von den Strugatzkies lesen. Es ist ähnlich, wenn auch ein wenig schwächer als "Picknick am Wegesrand".
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am 9. Dezember 2004
Dass das Buch ein Meisterwerk ist, wurde schon oft gesagt. Nur leider erwarten viele Menschen etwas von dem Buch, was es nicht liefert: Billige Action und vorhersehbare Handlung. Wer eine konventionelle Auseinandersetzung über Mensch-Alien Kontakt sucht, sollte bei Star Trek bleiben! Deren Besuch wird nur vermutet, nur eine mögliche Theorie, die das Entstehen der "Zonen" erklären soll. Es geht aber in diesem Buch um Menschen, wie sie mit der Zone umgehen, denn die meisten von denen interessieren sich für all die höheren Fragen nach der Entstehung und Sinn nicht. Sie sind viel mehr damit beschäftigt, einen möglichtst großen materiellen Nutzen für sich zu ergattern. Es ist ein philosophisches Buch, es gibt nicht "den einen" Handlungsstrang, Erzählpersonen und Blickwinkel wechseln, es gibt riesige Zeitsprünge... Definitiv keine leichte Kost für Menschen, die Tiefgründiges nicht gewohnt sind. Es sollte auch nicht von den Menschen gelesen werden, die jede Kritik am Kapitalismus als sowjetische Propaganda abstempeln. Man findet beim besten Willen keine echte Propaganda in dem Buch, es wird nur der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten und das, was man zu sehen bekommt, ist mehr als hässlich...
Eins meiner Lieblingsbücher!
P.S.: Man hört immer wieder: "Das Buch ist gut, die Verfilmug nicht!" Dazu ist zu sagen: Der Film "Stalker" von Tarkovskij ist keine Verfilmung des Buches! Es werden nur ein paar Motive benutzt. Und man sollte schon vorher wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen Tarkovskij-Film anschauen will! Die Filme von ihm dienen nicht der Unterhaltung, es sind Gedankenspiele mit sehr wenig Handlung, mit dem Massengeschmack absolut inkompatibel!
Das selbe gilt auch für "Solaris" ....
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am 11. Februar 2008
...Handlung.

Wenn ich könnte würde ich diesem Buch 10/5 Sterne geben, so gut hat es mir gefallen, und das obwohl ich eigentlich ein absoluter Lesemuffel bin.

Auf das Buch kam ich über das PC-Spiel S.T.A.L.K.E.R., das, ganz im Gegensatz zum Buch, meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Dieses Buch ist mal kein typischer Sci-Fi Roman, wie ihn vielleicht manche erwarten. Damit meine ich, dass es keine Space Orks, keine zotteligen Monster von komisch klingenden fiktiven Planeten, keine sowieso niemals umsetzbare Gerätschaften wie Laserschwerter und auch sonst keine Anleihen aus dem Fantasybereich gibt, sondern es sich hier wirklich um richtige SCIENCE-fiction handelt.

Das Buch ist durch und durch authentisch und glaubwürdig. Die Charaktere wirken echt und ihre Handlungen nachvollziehbar. Und diese zwei Punkte zusammen mit der packenden, sprunghafte Handlung und den gelegentlichen philosophischen Einwürfen, machen dieses Buch äußerst mitreißend und anspruchsvoll. Es wird hier ein Szenario sondergleichen geschaffen und der Umgang der Menschheit mit den neuen Gegebenheiten in Gedanken simuliert dargestellt, wie ich es sonst noch nicht erlebt habe.

Wer einen echten "Science" und "Fiction" Roman lesen will, wird mit diesem hier ziemlich sicher eine Freude haben. Ich jedenfalls hatte Freude daran, habe das Buch seither ~3 mal gelesen.
Das Nachwort von Stanislaw Lem ist auch sehr gut und gelungen, wenn auch etwas zäh zum Lesen, wenn man, so wie ich, alles daran nachvollziehen und eigens beurteilen will.

5/5 Sterne von mir, da nicht mehr möglich sind.
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am 24. April 2008
Wenn es ein Buch erreicht, dass der große russische Regisseur Andrej Tarkovsky eine Verfilmung dreht, ist dies schon ein Indiz dafür, dass man es mit einem der einflussreichsten modernen SF-Erzählungen zu tun hat. Tarkovskys Film 'Stalker', an dem sich später auch ein PC-Spiel orientierte und den groben Handlungsstrang einer größeren Öffentlichkeit bekannt machte, basiert auf der Erzählung 'Picknick am Wegesrand' der Brüder Strugatzki.

Was genau passiert ist, weiß niemand so genau. Einige Orte auf der Erde wurden kontaminiert, es wird allgemein angenommen, dass kosmische Besucher zu Gast auf unserem Planeten waren, denn sie haben allerlei unbekanntes Gerät zurückgelassen, das die Verbreitung eines Abenteurer- und Schwarzmarkthandels begünstigt. Die Z o n e ist ein Ort voller tödlicher Gefahren und Fallen und nur ein Bruchteil der Schatzsucher kehrt wie der Held Roderick Schuchart unbeschadet zurück. Das verseuchte und höchstgefährliche Gebiet übt eine ungeahnte Anziehungskraft auf die Menschen aus.

Die Erzählung entwickelt schon auf den ersten Seiten eine sehr dichte Atmosphäre. Die Expeditionen in die Z o n e haben die Strugatzkis mit einer Fülle an tödlichen Details festgehalten, zu denen zum Teil aberwitzige Todesfallen wie die Fliegenklatsche, ein Ort extremer Gravitation und die Hexensülze gehören, eine Verdichtung von ätzenden Gasen, die die körperliche Struktur langsam aber unerbittlich auflöst. Besonders produktiv waren die Autoren bei der Wortschöpfung. Für jedes physikalische Phänomen und jeden Gegenstand, der auf der Erde unbekannt war, wurde neue Bezeichnungen entworfen, die dem Leser beim Kopfkino unter die Arme greift.
Der Titel 'Picknick am Wegesrand' wird auch erst im Laufe der Handlung sinngebend. So wie die Herkunft und der Grund des außerirdischen Besuchs im Unklaren bleiben, so gewinnt man den Eindruck, die Besucher seien eher zufällig gelandet und hätten die Gerätschaften gleich Abfällen bei einem Picknick zurückgelassen. Die ironische Note ist unverkennbar, werden Menschen hier doch auf das Niveau von Ameisen gestellt ;)

Fazit
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'Picknick am Wegesrand' ist die wichtigste und einflussreichste Erzählung der russischen SF-Autoren Strugatzki. Sie entwerfen ein glaubwürdiges, beklemmendes, hintersinniges und sehr dichtes Szenario einer Landung kosmischer Besucher und ihrer Folgen. Man weiß eigentlich nur, dass man nichts weiß und so können die Todesraten der ehemaligen Bewohner der Z o n e im Exil nur Indiz, aber nie Beweis genug für die Thesen der Wissenschaftler sein. Leider flaut der Roman später etwas ab, als die Person Roderick Schuchart in den Vordergrund rückt und die Expeditionen einen geringeren Platz einnehmen. Dennoch ist das Buch sehr zu empfehlen und wer es mochte, sollte sich auch an Tarkovskys bildgewaltige Umsetzung 'Stalker' wagen.
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