Fashion Sale Hier klicken reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

  • Malina
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
20
4,2 von 5 Sternen
5 Sterne
15
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
4
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Es ist unverkennbar Ingeborg Bachmann selbst, die sich am Anfang des Buches vorstellt: "Augen br., Haare bl., geboren in Klagenfurt..", und es ist unverkennbar ihre Persönlichkeit: charmant, emotional, spontan, generös und dem Lebendigen zugewandt. Aber auch radikal, gefährdet, zu Depressionen und selbstzerstörerischen Handlungen neigend. Die Frau erfindet sich einen männlichen Gesprächspartner mit Namen Malina. Im Laufe des Buches begreift man, dass diese Person Teil ihrer selbst ist, er verkörpert so etwas wie den rationalen, realitätszugewandten Anteil ihrer selbst.

Der spielt anfangs keine besondere Rolle. Vielmehr füllt ein gewisser Ivan, ein freundlicher, warmherziger Ungar mit zwei kleinen Kindern, ihr Leben zunächst ganz aus. Die Frau, die sich im Laufe ihres Lebens schon mit Misstrauen und Gleichgültigkeit gegen seelische Verletzungen gepanzert hat, aber rastlos und nervös geworden ist, kann auf einmal wieder wie früher sein, sie kann wieder lachen. Allerdings muss sie das Negative, Dunkle in sich unten halten. Sie kann sich zwar bei Ivan einmal ausweinen, aber sie kann nicht mit ihm reden. Sie kann sich kindlich in seinen Schutz begeben, aber um den Preis, dass sie ihren erwachsenen, rationalen Anteil nicht entfaltet.

Als Ivan getrennt von ihr Ferien macht und sie allein in Wien bleibt, gewinnen ihre Ängste die Überhand. Jetzt, im zweiten Kapitel mit dem ominösen Titel "Der dritte Mann", geht es um ihren Vater, der sie in einer qualvollen Serie von Albträumen erneut heimsucht: Er vergewaltigt und erniedrigt sie als Kind und Jugendliche auf die schlimmste Weise, er bringt sie in einer Gaskammer um - (der Vater von Ingeborg Bachmann war Mitglied der NSDAP). Aber sie kann darüber mit Malina sprechen. Am Ende begreift sie: "Er ist nicht mein Vater. Er ist mein Mörder"(207). Und sie erkennt auch, dass es für sie den ersehnten Frieden mit Ivan nicht geben kann: "Es ist immer Krieg" (207).

Das letzte Kapitel heißt: "Von letzten Dingen". Zunächst präsentiert sich die Frau gefasst, sie scheint ihre Verzweiflung im Griff zu haben. Malina ist jetzt ihr ständiger Begleiter, sie plaudert mit ihm über dies und jenes. Mit trockenem Witz ironisiert sie die "Krankheit der Männer", die nur Unglück über die Frauen bringt, aber mehr und mehr gewinnt ihre Verzweiflung die Oberhand. Malina fordert sie auf, sich von Ivan endgültig zu trennen, ihn zu "töten"...

Man erinnert sich an die sehr schwierige Beziehung Ingeborg Bachmanns zu Max Frisch, die hier wohl das Vorbild abgibt, an ihre Tablettensucht und nachfolgenden Krankenhausaufenthalte - was alles schließlich zwei Jahre nach der Veröffentlichung von "Malina" zu ihrem frühen Tod führte.

Bei aller Tragik ist von einem schönen, leichten, schwebenden Stil zu sprechen. Die Sprecherin hält die Zumutungen der Moderne, der Medien, der Werbung, der Konventionen mit diesem persönlichen, distanzierten, vieldeutigen, oft ironisch-satirischen Stil auf Distanz. Sie macht das Glück mit Ivan in den Schilderungen ihres Zusammenseins, in den Veränderungen in ihrem Sprachgebrauch, in ständigen Reflexionen über die Gefährdungen dieses Glücks nachvollziehbar, strapaziert dann den Leser (für mein Gefühl zu sehr!) mit den nicht enden wollenden Albträumen über ihren Vater und macht im letzten Teil in den Gesprächen mit Malina das Ringen um ihr seelisches Gleichgewicht ebenso nachvollziehbar. Ingeborg Bachmann konnte das Glück nicht halten, aber die Lektüre ist - mit Ausnahme der Träume im Mittelteil - ein reiner Glücksfall!
(Die Seitenzahlen beziehen sich auf die SZ-Ausgabe)
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2003
Es ist ein erstaunliches Ich, ganz anders als man es sonst in Erzählungen gewohnt ist.Im ersten Moment erscheint es ausgeliefert, abhängig von seiner Liebe. Je mehr man liest, umso deutlicher wird es, daß es sich der Welt, gerade so wie sie sich ihm erscheint bemächtigt. Auch der Kampf mit schlechten Erinnerungen wird meines erachtens gewonnen, wenn auch mit Verlusten. "Es wird nämlich so enden, daß ich über alles verfügen kann", sagt zum Schluß das Ich. Es werden verschiedene Anteile erprobt, gelebt, im Briefeschreiben ist es eine "Unbekannte", die vielleicht irgendwann gelebt werden möchte. "Nicht eine Formel hat die Sonne und die anderen Sterne bewegt, ich allein habe sie, solange Ivan näher war, zu bewegen vermocht, nicht nur für mich, nicht nur für ihn, auch für die anderen..." Man erkennt sich darin wieder, wie Welterlebnis von unseren Befindlichkeiten abhängig ist und wir verschonen auch die anderen nicht. Manchmal muß man auch einen Teil von sich zum Verschwinden bringen, um sich weiterentwickeln zu können.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2012
"Malina" ist kein Buch, in dem man kurz vor dem zu Bett gehen noch schnell ein paar Seiten liest. Es ist sehr komplex und mit Andeutungen und Querverweisen der unterschiedlichesten Art versehen. Durch den Kommentar wird einem bei dieser Ausgabe das Lesen sehr erleichtert. Da die Kommentare teilweise gleich neben dem Text angebracht sind ist es nicht nötig jedes Mal nach ganz hinten zu blättern. Bachmann hat eine unglaubliche Art zu Schreiben. Man fragt sich wie ein Mensch so etwas zu stande bringen kann. Die Atmosphäre in dem Buch spiegelt genau die Stimmung der Ich-Erzählerin wider und lässt keinen Leser kalt. Einmal angefangen ist es schwierig sich der Thematik zu entziehen. Ich will vom Inhalt nicht zu viel verraten, nur so viel: Die Ich-Erzählerin ist eine Frau, die durch ihren Lebenslauf so geprägt wurde, dass einige Erlebnisse ihr ganzes weiteres Leben bestimmen. Es lässt sie nicht mehr los und "regiert" ihren Alltag. Interessant für alle, die in die Psyche und das Innere von Menschen eintauchen wollen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juli 2010
Malina, der einzige Roman, der Ingeborg Bachmann, ist eine gelungene Prosa, in zum Teil langen Sätzen, die verschachtelt sind und zu Anfang des Lesens, gewöhnungsbedürftig ist. Die ersten duzend Seiten, erzeugen einen langweiligen Eindruck beim Leser, was sich aber in der Mitte des Romans allmählich ändert und in einem dramatischen Ende fokussiert. In dem Roman, gibt es zwei Figuren, ihre beiden Freunde, Ivan und nur der in der Schizophrenie existierende "Malina". Ingeborg Bachmann, schreibt mit ihrem Roman, gegen das damalige und auch heute noch existierende Patrichiat an. Die Titelfigur "Malina" und der Ivan, treiben die weibliche Hauptfigur in den Wahnsinn und schließlich in den Tod. Ich muss feststellen, das der Roman "Malina", so wie ihn Ingeborg Bachmann konstruiert hat, ein Meisterwerk nennen darf, an dem sich viele Schriftsteller werden messen lassen müssen.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2005
Ingeborg Bachmann's Werk "Malina" ist wie kaum ein anderes Buch palimpsetisch geschrieben: Der ganze Text ist verschlüsselt, nahezu jeder Satz enthält eine eigene, versteckte Botschaft.
vor allem Gedanken aus C.G.Jungs Psychologie kommen immer wieder vor. So spielen zum Beispiel die Zahlen eine große Rolle, um nur einen ganz winzig kleinen Teil zu nennen: Die Dreizahl - Triade - liegt dem utopischen Modell zugrunde, das für den Roman strukturbildend ist: Die Ichfigur will sich, wie sie im Dialog mit Malina bekennt, wieder an das Paradies ante erinnern, an die Schönbergsche Märchenzeit. Der Dreischritt führt weiter über das "Heute" in ein Paradies post, das es freilich für die Ichfigur nicht geben wird, außer im Märchen von der Prinzessin von Kagran (in den Roman eingebaut und das Ende vorwegnehmend!). Die Dreizahl der Kapitelstruktur wird allerdings erweitert durch den Vorspann, den vierten Teil. Vom vierten Mörder (neben den Figuren Ivan und Malina, die an sich "Animus-Figuren" C.G. Jungs sind) ist die Rede, von der Jungschen Kategorie der "Quaternität des Bösen". Zu einem fünften Teil gelangt man, wenn man das Exposé hinzuzählt.Die Fünfzahl ist verbunden mit dem Pentagramm: "In der Ordnungszahl der Elemente ist aber nicht nur die Vierheit, sondern mit Einschluß des Topos "Mitte" auch die Fünfzahl enthalten[...].Sie ist auch das Kreuz mit dem Schnittpunkt und der "Quinteszenz". Die fünf Kapitel sind also signifikant im Hinblick auf die Aussage des Romans selbst.Wenn die Fünfzahl symbolisch für das Kreuz Jesu, Christus aber tiefenpsychologisch für das "Selbst" steht, so liegt in dieser Fünfzahl die palimpsestische Botschaft des Werkes: Das Selbst lässt sich nach Jung nur herstellen in der Vereinigung aller seiner Teilaspekte.Die zersplitterte Ichfigur des Romans sieht in der Vereinigung aller ihrer Teilaspekte eine Utopie ihres Selbst, die ihr aber von ihrer Zeit, dem "Heute", und ihrer Gesellschaft, dem "allergrößte(n) Mordschauplatz", verweigert und vorenthalten wird. Ivan ist das deformierte Schöne, Malina ist die deformierte Vernunft, beide zusammen sind sie positive und negative Animus-Figuren im Sinne Jungs und beide können als Persönlichkeiten der Ich-Figur angesehen werden.
Ein beeindruckendes Buch, anspruchsvoll und wahnsinnig tiefsinnig - kaum mit einem anderen Buch vergleichbar.
Ingeborg Bachmann - eine Jahundertkünstlerin.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. November 1999
wir sollten uns hier nicht täuschen, malina ist nichtder roman, für den er gehalten wird. es ist wahrscheinlich einer der ausgangspunkte, von denen aus das 20Jh. bewertet werden kann, eine bewertung, die einen einsturz verursachen würde, wenn die konsequenzen vollständig realisiert werden. was man in der hand hält ist die asche aus jenem feuer, welches diese epoche angefacht hat um ihre entmenschlichung zu vollenden, kann man noch darauf hoffen, das die Asche nicht zu glühen aufgehört hat und ein anderes feuer von ihr ausgehen kann, eine reinigende flamme, oderwerden die erstickenden wände überhand nehmen. denken Sie mal über Ihre Todesart nach. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juni 2001
ivan, malina und ich. das ich ohne identitaet ist wohl der schluessel zum werk. ein repressierte weibliche identitaet. zerbrochen an der unfreiheit ihres handelns, an ihrer totalen abhaengigkeit. abhaengig vom unerreichbaren ivan und dominiert vom starken malina. oder sind doch alle drei nur eins? malina als die 'vernunft' zu deuten ist wie uns die rezeptionsgeschichte des werkes zeigt ein zumeist maennlicher zug. malina ist jedoch viel mehr als der maennliche, rationalisierte teil der ich-erzaehlerin zu sehen. gebrochen an konvention. und ivan? lesen!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. März 2006
Malina unterteilt sich in drei Kapitel, die jeweils einen eigenen Titel besitzen. Im 1. Kapitel "Glücklich mit Ivan" wird das Leben der weiblichen Ich-Erzählerin beschrieben, die zwischen zwei Männern steht: auf der einen Seite ist Malina, mit dem sie zusammen wohnt, auf der anderen Seite Ivan, welcher für die Protagonistin den "idealen" Mann darstellt (und das, obwohl ihre Liebe nie erwidert wird und Ivan zumindest aus der Perspektive des Lesers scheinbar keine besonders herausragenden Eigenschaften besitzt, geschweige denn liebenswerte). Die Liebe zu Ivan beginnt das Handeln und Denken der Ich-Erzählerin immer häufiger zu dominieren. Im 2. Kapitel "Der dritte Mann" werden Traumsequenzen aufgeführt, in denen das "Männliche" Gewalt, Brutalität und Herrschaft verkörpert. Diesem machtvollen männlichen Prinzip hat die Ich-Erzählerin nichts entgegenzusetzen. Im 3. Kapitel "Von den letzten Dingen" versucht sie ihre Probleme im Dialog mit Malina zu überwinden (...)
Leider kann ich die Begeisterung für diesen "Roman" nicht teilen. Meiner Meinung nach gibt es keinen zusammenhängenden Handlungsverlauf, der Roman gleicht einem Scherbenhaufen: Fetzen und Fragmente, Briefe, wirre Traumsequenzen und kurze Handlungs-/Dialogsequenzen wechseln einander ab. Es wird keine Spannung erzeugt, keine Identifikationsmöglichkeit angeboten und der Tenor des gesamten Romans ist und bleibt bedrückend, düster und "verrückt." Aus meiner Perspektive ist hier ein Stern schon zu viel.
33 Kommentare| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2012
Der zeitliche Abstand zur Gruppe 47 wird immer größer. Auch zu dem besonderen Milieu, welches die literarische Szene im Nachkriegsdeutschland bestimmte. Diese Generation von Dichtern hatte ja immer das besondere Bewußtsein, das richtige nämlich: Links, gegen Faschismus, gegen die Restauration der Adenauer-Ära etc.. Heute kann man viele dieser Dichter anders betrachten. So auch Ingeborg Bachmann. Für mich ist dieser Roman nur das Dokument einer kaputten Frau. Psychisch kaputte Menschen sind zu bedauern und es ist ihnen zu helfen - aber das macht sie noch lange nicht zu großen Dichterinnen. "Malina" steht in der lange Tradition der Deutschen Innerlichkeit. Eine typisch deutsche Sache. Man vergleiche mal was Carson McCullers in der ungefähr gleichen Epoche für tolle Literatur produzierte, Philip K. Dick wäre ein weiteres Beispiel. Visionäre Literatur über wichtige Themen. Der Roman "Malina" ist einfach nur langweilige deutsche Innerlichkeit und mehr nicht. Nicht ganz so schlimm wie Bachmanns banale Gedichte, aber doch auch schon schwer zu lesen. Dennoch habe ich mich bei der Lektüre ein wenig amüsiert, weil ich Bachmanns übersteigerten Weltschmerz so erheiternd finden. Es ist eine wirklich interessante Frage, was von der deutschen Nachkriegsliteratur der BRD von 1949 bis 1989 übrig bleiben wird. Ich denke aber, Bachmanns Werk wird nicht dazu gehören. Verbeamtete Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen werden solchen Gemütsschrott mögen. Dieser Roman ist das Zeugnis für eine völlig verwirrte Frau, die lebensunfähig war.
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Januar 2014
Frau Bachmann und mir war es nicht möglich, eine gemeinsame Basis zu finden. Vielleicht gelingt dies bei einem anderen Werk...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

12,99 €
9,99 €