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Kundenrezensionen

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am 15. Juni 2012
"Biedermann und die Brandstifter" hatte ich in meiner Jugend gelesen und auf der Bühne gesehen.
Ich denke, es ist weiterhin aktuell und sollte wieder gelesen werden !!!
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HALL OF FAMEam 30. Juni 2005
Max Frisch führt in "Mein Name sei Gantenbein" die Brüchigkeit menschlicher Identität vor. Das geht so weit, dass er seine Personen im Roman immer wieder neu erfindet. Der Erzähler selbst tritt in das Geschehen ein, überlegt sich, welche Rolle er annehmen will, und spielt mit der Identität der anderen Personen. Erzählung und Erzähler, Geschichte und Wirklichkeit, wahres und falsches Ich fließen auf verwirrende Art ineinander. Nur die Hauptperson, Gantenbein, bekommt über die Zeit ein greifbares, verfestigtes Ich. Gantenbein tut so, als sei er blind, und freundet sich immer mehr mit dieser Rolle an. Denn plötzlich ändern sich alle seine sozialen Beziehungen: Hinter seiner Blindenbrille kann er die Menschen beobachten, ohne dass sie sich beobachtet fühlen. Sie mögen ihn, weil sie seinen urteilenden Blick nicht zu fürchten haben, und fangen an, sich zu enttarnen. Das Spiel mit den Identitäten ermöglicht es Frisch, einen entlarvenden Blick auf die moderne Gesellschaft zu werfen. Die Menschen versuchen, sich selbst und ihre Geschichte als sinnvolles Kontinuum zu erleben und zu erzählen. Beim Erzählen aber, so die Kernaussage, erfindet sich der Mensch erst, mag die wahre Realität auch ganz anders aussehen als die erfundene. Frischs Roman ist - heute mehr denn je - eine faszinierende Lektüre.
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am 12. August 2002
Frisch setzt sich in diesem Roman vermutlich stärker und deutlicher als zuvor mit dem Problem der Identitätsfindung auseinander: indem das erzählende Ich verschiedene Situationen als einer der drei Protagonisten ,,durchspielt", sucht es nach seiner eigenen Identität. Dabei findet es besonders Gefallen an Gantenbein, deshalb der Titel. Gantenbein ist in der Lage seine Rolle zu wechseln, sein Spiel mit der Gesellschaft hat Erfolg. Svoboda wird nie richtig angenommen, er ist von vornherein der Verlierer. Enderlin kann seine Rolle nicht verändern. Enderlin endet in der Vorausschau eines alltäglichen Ehelebens, eines Lebens, in dem alles voraussehbar ist, indem der Erzähler erstarren würde.
Der Roman bietet eine unendliche Fülle von Randgeschichten, die das Wichtigste sind. Eine eigentliche "Story" gibt es ja nicht zu suchen, da das erzählende "Ich" keine Geschichte, sondern nur eine Erfahrung hat. Ein Teil von ihnen offenbart Witz bis hin zu hintergründigem Humor, andere sind voller Irrationalität, manche voller Lebensphilosophie oder leben von Frischs Thesen, die durchaus nicht ohne Widerspruch bleiben müssen. Er erfindet durch sein "Erzähler - Ich" viele Wirklichkeiten, viele mögliche Begebenheiten, und ebenso erfindet er mehrere mögliche Rollen für das "Ich" sowie für die Partnerin.
Was hinter der Blinden - Rolle des Gantenbein steckt, wird im Roman deutlich ausgesprochen. Man wird ihm eine Welt vorstellen, wie sie in der Zeitung steht, und indem Gantenbein tut, als glaube er's, wird er Karriere machen. Mangel an Fähigkeit braucht ihn nicht zu kümmern; was die Welt braucht, sind Leute wie Gantenbein, die nie sagen, was sie sehen, und seine Vorgesetzten werden ihn schätzen. Hier wird hinter der speziellen Intention des Blind - Spielens eine scharfe Zeitkritik sichtbar, welche die vielen, tatsächlich lebenden "Gantenbeins" aufs Korn nimmt.
4 Sterne für das Meisterwerk und auch nur weil es Anfangs doch schwer war sich in diese "Nicht-Story" hineinzulesen.
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am 19. August 2001
Ein Protagonist ohne Identität - Max Frisch gelingt mit "Gantenbein" ein Drahtseilakt in Prosa. Lebensrollen werden wie ein Skatspiel gemischt und über die dreihundert Buchseiten verteilt. Der Leser darf puzzlen und tut es nur zu gern, denn Frisch bestückt sein Werk mit einer Sprache, die seinem Nachnam Ehre macht. Schwermut ist der Tenor des Romans, für leichte Stunden am Strand gehört er deshalb verboten. Mit schwerem Rotwein unter herbstlichem Himmel sehr zu empfehlen.
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am 10. September 2007
Max Frisch ist auch in seinem Roman Mein Name sei Gantenbein der Suche nach der eigenen Verwirklichung nachgegangen. Er bewegt sich dabei im Privaten. Anders als Saramago, der in Der Stadt der Blinden die sozialpolitischen Auswirkungen in den Mittelpunkt rückt, ist Frisch eher an der persönlichen Betrachtung interessiert, wobei die Entstehungszeit in den Sechziger berücksichtigt werden muß. Vor der Politisierung durch die 68. Wie in Stiller rückt Frisch den Menschen ins Blickfeld, stellt ihn blind, beobachtet die Reaktionen andere auf ihn und durchlebt im Verlauf der Handlung mehrerer Rollen, die wie im Mosaik ein Bild ergeben sollen. Eine Art Experiment, das aus der heutigen Sicht eher von literaturhistorischer Bedeutung ist, in den Sechzigern jedoch den bemerkenswerten Ansatz des Verspielten besaß.
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TOP 500 REZENSENTam 9. September 2008
Frisch mag bekannter sein durch sein konventionelleres "Biedermann und die Brandstifter". In "Mein Name sei Gantenbein" spielt er hingegen virtuos mit Rollen und Personen auf der Meta-Ebene.
Ist ein imaginiertes Leben denkbar - ist der Mensch gar Meister seiner selbst, frei entscheidender Erzähler seines Lebens? Gewisse Lifestyle-Bücher mögen es in teils amerikanischer Manier einfach behaupten; Max Frisch macht die Probe aufs Exempel. Gantenbein ist nur eine der Identitäten des Autors. Blind ist er scheinbar, um die anderen besser zu beobachten. Die Handlung verdient den Namen kaum; komplex geht es zu, doch zieht Frisch den Leser immer mehr in den Bann.

Lesen und genießen, das Nachdenken kommt automatisch.
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am 31. Oktober 2014
Für ein gebrauchtes Buch war der Zustand gut!
Äußerlich ,wie auch im Textteil keine Beschädigungen,Bemerkungen oder Flecke.
Sehr schnelle Abwickelung und Zusendung.
Immer wieder !
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am 11. Januar 2000
Die Kernsituation des Romans ist: ein Mann liebt eine Frau, die ihn verlassen hat. Er will mitteilen, was er erfahren hat, indem er Geschichten sucht, die sein Erlebnis verhüllen, und zugleich verdeutlichen würden. Das eigentliche Erlebnis bleibt jedoch unsagbar, wie es bereits in Frischs Don Juan auch heißt: "Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." Genauso wie im Stiller, einem früheren Roman des Autors, wird die Unmöglichkeit beschrieben, die menschliche Persönlichkeit direkt zu erfassen.
Im Roman gibt es keine Figuren oder Helden - es handelt sich nur um fiktive Rollen. Das Ich-Erzähler nimmt verschiedene Rollen an, also probiert Geschichten wie Kleider an. Es gibt drei Hauptrollen: Felix Enderlin, Theo Gantenbein und Frantisek Svoboda. Alle drei sind "Entwürfe zu einem Ich" und ihre Summe macht die Erfahrung des Ich-Erzählers sichtbar. Das Ich selbst kristallisiert sich nicht in einer romanhaften Gestalt, es bleibt stets ein Buch-Ich, ein Stütze für die Geschichten Die drei Rollen werden durch die Schauspielerin Lila verbunden: sie ist mit Svoboda verheiratet, Enderlin verführt sie; Gantenbein ist ihr zweiter Gatte. Gantenbein ist die "Lieblingsrolle" des Buch-Ich: es fällt ihm leichter, sich den anderen mitzuteilen, wenn er sich hinter Gantenbeins dunkler Brille versteckt. Als G. ist es nahe daran, Glück zu finden.
Allerdings steht der Weg, den G. gewählt hat, um seiner Isolation zu entfliehen, von Anfang an im Widerspruch mit dem Ziel: denn er sucht die Isolation zu überwinden, indem er sich selbst isoliert. Er möchte kraft eines Geheimnisses (Blindenrolle) frei zu werden zu einem eigenen, erfüllten Leben. Aber gerade seine dunkle Brille ist das Hindernis zwischen ihm und dem wirklichen, gegenwärtigen Leben. Nur das Flucht ins Leben ist perfekt, dafür spricht auch der letzte Satz: "Leben gefällt mir." Alle, die darüber anders denken, sollten den Roman unbedingt lesen. Ferner ist das Buch empfehlenswert für diejenigen, die die Problematik des Alterns beschäftigt, da es ein wichtiges Motiv dieses Werkes ist: der Roman fängt an und endet mit dem Tod. Der Prolog gibt gleich die Grundstimmung ein: das Bewußtsein der Vergänglichkeit des menschlichen Daseins bleibt immer evident trotz Glück und Enttäuschung, Liebe und Eifersucht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 15. September 1999
"Mein Name sei Gantenbein" ist genauso außergewöhnlich wie genial. Genau genommen wäre jede Äußerung über dieses Werk von Max Frisch bereits sein Tod, denn alles Ausgesprochene würde seine Wirklichkeit einschränken. Dem menschlichen Bedürfnis, alle Dinge, Situationen und Gefühle benennen und erklären zu wollen, wirkt es durch seine Form selbst in effektivster Weise entgegen. Der Leser ertappt sich selbst, wie er versucht, die einzelnen Episoden zusammenzufügen und ihnen inhaltlich und chronologisch einen Sinn zu geben. Wenn man will, kann man auf diese Weise das Buch ziemlich schnell zufrieden zur Seite legen mit dem Ergebnis: "Nichts Besonderes. Ein Mann ist von seiner Frau verlassen worden und spielt gerade das "Was wäre gewesen, wenn..."-Spielchen." Gantenbein bietet für alle, die sich gerne von Schubladen und Normen lösen wollen, eine faszinierende Chance, einmal nicht über die Vernunft zu einer Aussage zu kommen, die 300 Seiten auf einen einzigen Satz reduziert. Wer sich lediglich auf ein emotionales Verstehen und Wirken lassen einläßt, der vergrößert nicht nur seine eigene Welt um ein Vielfaches, sondern er wird Max Frisch auch bis in alle Ewigkeit dafür dankbar sein, daß er so etwas Wunderbares und Einzigartiges geschaffen hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 21. Juli 1999
In „Mein Name sei Gantenbein" probiert Max Frisch, so scheint es, verschiedene Biografien wie Anzüge an. Gantenbein, der eines Tages im Schaufenster eines Optikers eine Blindenbrille entdeckt, kauft sie und spielt fortan den Blinden. Dieser Kniff gestattet ihm eine völlig neue „Sicht" auf die Dinge, bringt aber auch viele Probleme mit sich. So kommt es, daß die Biografie an einigen Stellen abbricht und von vorn beginnt oder kurz vor einer heiklen Situation wieder einsetzt. Menschen, die sich in Gantenbeins Beisein völlig unbeobachtet vorkommen, enthüllen ihr wahres Ego, und andererseits gestattet sich Gantenbein gern ein offenes Wort über üble Kriecher, von denen er ja nicht wissen kann, daß sie gerade neben ihm stehen...
Bei all dem wird immer klarer, daß alles nur Gedankenspiel ist und dem einzigen Zweck dient, den wahren Menschen von seiner Zurückhaltung, Falschheit und Befangenheit zu lösen. Das Gleichnis vom Patienten, der ein Attest über verbleibende Lebenserwartung mit Erschrecken liest, als sein eigenes zu erkennen glaubt und daraufhin sein Leben völlig umkrempelt, weil der Arzt sich nicht traut, ihn zu fragen, ob er es gelesen habe, weil er fürchtet, ihn mit solchen Gedanken nur unnötig zu verunsichern, ist nur ein interessanter Spielzug des Buches, der zwischenmenschliche Beziehungen und Verhältnisse schonungslos offenlegt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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