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am 10. Mai 2017
besteht einfach darin, dass sich eine unglaubliche Anzahl an Wissenschaftlern daran gemacht haben, dieses Büchlein zu kommentieren. Da werden Sachen rein interpretiert von denen ich mir nicht sicher bin, ob Goethe tatsächlich an derartige Kommentare gedacht hatte als er den Werther geschrieben hatte. Da wird auch recht viel negative Kritik laut, mitunter recht derbe (ich meine von Leuten mit IQ, die Proleten kommentiere ich nicht).
Die Bandbreite ist groß. Von Begeisterung bis totaler Ablehnung und das von Leuten aus vermeintlich gebildeten Kreisen. Dabei ist die Geschichte eigentlich recht einfach. Sicher gespickt mit dem einen oder anderen gesellschaftskritischen Ansatz, mit schönen Beschreibungen der Natur aber aus heutiger Sicht eine fast alltägliche Story wenn man von dem Ende einmal absieht.

Wie dem auch sei, Kritiki hin oder her, eines fällt bei all den Kritiken auf. Keiner hat es gewagt die "Wortkunst" Goethes in Zweifel zu ziehen und das ganz gleich, wie der jeweilige Kritiker zum Inhalt steht. Und das mit gutem Recht. Das Lesen alleine ist schon genüßlich. Es ist immer spannend. Die erklärenden Anhänge sind auch hilfreich.

Ich bin zwar auch kein Typ der sich wegen nem Weib ne Kugel "vor" den schießen würde (wo kommen wir da hin oder?), aber mir gefällt die einfühlsame Geschichte und die Art, wie das Büchlein geschrieben ist.
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am 18. Mai 2017
...eine der schönsten, leidenschaftlichsten Geschichten, die je geschrieben wurde. Absolutes Must Read. Vor allem in dieser Version: dezentes Design, gute Schriftgröße, robust gebunden. Perfekt!
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am 10. Juli 2017
Das Buch musste ich aufgrund der Schule kaufen und lesen. Der Preis ist unschlagbar und der Inhalt ist zwar nicht für jedermann aber ist okay. :-D
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am 19. April 2013
verwöhnt von der Liefrung praktisch über nacht, fällt es schon negativ aus, wenn ein Produkt erst 4 Tage später eintrifft
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am 11. März 2007
Im Jahre 1774 erschien unter dem Titel "Die Leiden des jungen Werthers" der wohl prägendste Text des Sturm und Drang. Eine ganze Generation entdeckte in diesem recht knappen Briefroman das elementare Lebensgefühl der Hemmung angestrebter Persönlichkeitsentwicklung. Und noch weit mehr als das, denn der Jugendroman Goethes ist eine ausgesprochen große Liebestragödie. Schon bald nach Veröffentlichung grassierte das "Werther-Fieber": Der Text wurde kopiert und parodiert, vielfach illustriert, der Schreibstil der Briefe adaptiert und manch sensible Gemüter verwechselten gar die ästhetische Schönheit der Texte Werthers mit ethischer Schönheit und ahmten den großen Liebesmelancholiker bis in die letzte Konsequenz hinein nach.

Keiner wusste besser als Goethe selbst, wovon er da eigentlich schrieb. Zwei Jahre zuvor, also 1772, hatte es ihm, als er in Funktion eines Praktikanten am Reichskammergericht in Wetzlar arbeitete, die junge Charlotte Buff angetan. Der einzige Haken an der Sache: Charlotte war bereits einem gewissen Johann Christian Kestner versprochen. Goethe wusste seiner Leidenschaft letztlich nur mit Flucht von dort zu begegnen. Wenige Wochen später beging dann in Wetzlar der hochintelligente, sensible, feinsinnige, aber verkannte Gesandschaftssekretär Carl Wilhelm Jerusalem Selbstmord durch Pistolenschuss. Kestner selbst hatte ihm die Pistolen nach dessen Bitte, sie würden zum Zweck einer Reise benötigt, zur Verfügung gestellt. Goethe wusste, wie es in einer melancholischen Seele ausschaut und ahnte, zu welchen Taten eine solche Verfasstheit führen kann.

In der Ausgabe von 1775 stellte Goethe dem Text einen Vierzeiler voran, der das Liebesgefühl in seinem Roman in der Tat bestens pointiert:

Jeder Jüngling sehnt sich so zu lieben,

Jedes Mädchen so geliebt zu sein,

Ach, der heiligste von unsern Trieben,

Warum quillt aus ihm die grimme Pein.

Im Zentrum der Handlung steht das Verhältnis von Werther zu Lotte, einer bürgerlichen jungen Frau. Dass beide eine starke Seelenverwandtschaft miteinander verbindet, wird deutlich, wenn sie in den Gewitterregen blicken und ihnen dabei dasselbe Klopstock-Gedicht in den Sinn kommt. Doch Lotte hält, der bürgerlichen Konvention gemäß, instinktiv an ihrem versprochenen und späteren Mann Albert fest. Werthers Gefühlsüberschwang, der stets mit der Hoffnung verbunden ist, es ginge irgendwie doch noch mit Lotte, kollidiert mit der Aussichtslosigkeit einer Verwirklichung seiner Sehnsüchte.

Er muss erkennen: "Ich habe so viel, und die Empfindung an ihr verschlingt alles; ich habe so viel, und ohne sie wird mir alles zu nichts."

Goethe trifft psychologisch die Liebe mit all ihren hellen und dunklen Farbenspielen sehr gut. Dem Leser offenbart sich ein tiefer Einblick in die Gefühlswelt dieses jungen Mannes, der mit seiner Persönlichkeit an der Umwelt scheitert.

Aus heutiger Sicht mag manches, was im "Werther" geschrieben steht, überhöht, unter Umständen gar verkitscht anmuten. Man darf jedoch nicht vergessen, dass zur Entstehungszeit des Textes, Innerlichkeit und echter Ausdruck von Gefühlen als hochmodern galten. Die Empfindsamkeit hatte dem Menschenbild der Moderne, der Aufklärung, die Qualität des Fühlens als grundlegende Eigenschaft hinzu geschrieben. Im Sturm und Drang wurden die Entfesselung des Gefühlsüberschwangs und die Persönlichkeitsentfaltung zu starken Triebkräften - jedoch nur literarisch. Den Zwiespalt zwischen Gefühl und Gesellschaft thematisiert Goethe in seinem Werther, wenn er ihn schreiben lässt:

"Lieber Wilhelm, ich habe allerlei nachgedacht, über die Begier des Menschen, sich auszubreiten, neue Entdeckungen zu machen, herumzuschweifen; und dann wieder über den inneren Trieb, sich der Einschränkung willig zu ergeben, in dem Gleise der Gewohnheit so hinzufahren und sich weder um rechts noch um links zu bekümmern."

Liebe, Liebe und nochmals Liebe in vielen Facetten, Entfaltung und Eingesperrtsein, das sind die Themen im "Werther". Von Goethes Romanen sticht dieser gewiss hervor, da in ihm das aus England bekannte Genre des Briefromans in ein modernes Gewand gekleidet ist, das die Handlung zugleich gut trägt. Die Ästhetik der Sprache ist enorm hoch. Viele Sätze und Passagen passen bestens in Zitaten- und Aphorismensammlungen zum Thema Liebe - und es überrascht nicht, dass sie dort auch zu finden sind. Dieser Roman ist ein Klassiker der Weltliteratur - einer, der des Lesens mehr als wert ist.
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2010
Wie Goethe schon als kleines Vorwort schrieb, kann ich ihm als Leserin nur zustimmen: Man kann in diesem Briefroman einfach nicht umhin mit dem jungen Werther mitzuleiden. Er glaubt Lotte zu lieben, obwohl sie Albert gehört und sich später mit ihm verheiratet. Er läuft ihr dauernd hinterher, versucht sie zu betören und an sich zu nehmen, doch sie kann und will es nicht. Heute würde man sagen, Werther wäre ein Stalker, doch damals gab es den Begriff noch nicht. Ich habe mit der Figur wirklich mitgelitten, als seine Liebe nicht erwidert wurde. Auch wenn es eine Liebe war, die er sich nur eingebildet hat, er hat alles mögliche in Bewegung gesetzt um Lotte zu erobern... bis er merkte, dass er keine Chance mehr hat, unerwünscht ist und sie nichts mehr von ihm wissen will sobald sie mit Albert verheiratet ist; da bringt er sich dann um!

Ein Stück Weltliteratur in Form eines Briefromans aus Goethes Feder entstanden und aufgenommen in die Liste von "Das Buch der 1000 Bücher".

Ich habe es freiwillig gelesen und ein Jahr später in der Schule bearbeitet, es mag für junge Leute so wirken als ob es langweilig geschrieben wäre, doch man muss sich schlichtweg an den Stil Goethes gewöhnen, genauso wie an den Stil von Jane Austen beispielsweise. Es ist nur eine Frage der Übung, des Wissensdurstes und der Liebe zum Lesen.

Von dem her kann ich auch Jugendlichen dieses Buch empfehlen, es ist immerhin so geschrieben, dass ich persönlich während des Lesens tiefste Empathie entwickelt habe.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 21. November 2004
Als das Werk vor über 200 Jahren erschien löste es eine Welle der Entrüstung aus, aber auch eine der Begeisterung.
Die "Alten" hätten es wohl am liebsten verboten, die "Jungen" verschlungen die Leiden des jungen Werther.
Warum? Sie konnten sich mit Werther identifizieren, sie konnten seinen jugendlichen Drang und seine Leidenschaft mitfühlen.
Dieses Werk aus Goethes Sturm und Drangzeit begeistert auch heute noch, denn an der Emotionalität der Jugend hat sich nichts geändert. Darum kann man gerade Jugendlichen und Heranwachsenden empfehlen sich den Werther zu Gemüte zu führen.
Dieses in Briefform verfasste Werk zeigt Geothe in der ersten Phase seines Schaffens und die ist auf jeden Fall nicht schlechter als seine "klassische".
Urteil: Sollte man unbedingt gelesen haben!!!
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 30. Juli 2008
Als Johann Wolfgang von Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther" 1774 im Zeichen des Sturm und Drang erschien, polarisierte er die Nation.
Während sich die jüngere Generation mit der Absage an die moralisierende Aufklärungskultur identifizierte und ein regelrechtes Werther-Fieber ausbrach, übten Kirche und Bürgertum heftige Kritik an Goethes Roman, der dem Genietypus des Sturm und Drang entspricht. Die Kirche warf ihm vor, den Freitod zu verherrlichen und für den Tod junger Selbstmörder verantwortlich zu sein, die sich auf Werthers Beispiel beriefen. Es kam zu Verkaufsverboten, wie sie etwa von der Stadt Leipzig ausgeführt wurden. In einer Zeit, in der sich überwiegend junge Autoren aus dem Mittel- und Kleinbürgertum gegen die soziale Determiniertheit des Individuums und seiner Gefühle richteten, avancierte der Werther" jedoch trotz einer Gegenbewegung zum Bestseller und brachte seinem Autor europäische Berühmtheit ein.
Der monoperspektivische Briefroman, in dem Goethe seine unglückliche Liebe zu Charlotte Buff verarbeitet, gibt uns einen chronologischen Einblick in die letzten 1 œ Jahre des Protagonisten. Das Werk ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil, der den Zeitraum von Mai-September 1771 umfasst, enthält Briefe Werthers an seinen Freund Wilhelm. Der Ich-Erzähler, der davon träumt Künstler zu werden und seine Heimatstadt beruflich frustriert verlassen hat, berichtet von den Menschen und seinem neuen Leben auf dem Land. Er sucht die Nähe zu der Natur, die für ihn ein Refugium vor der Stadt repräsentiert. Auf einem Ball verliebt sich Werther leidenschaftlich in Lotte. Doch Lotte ist bereits vergeben. Auf das berufliche Unglück folgt nun das private. Lottes Verlobter Albert befindet sich auf einer Geschäftsreise und Werther trifft die junge Frau häufiger. Als Albert von seiner Reise wiederkehrt, freunden sich die beiden Männer zunächst an. Doch Werther wird bewusst, dass seine Liebe aussichtslos ist. Der zweite Teil des Romans (Oktober 1771-Dezember 1772) enthält neben Werthers Briefen den Bericht eines fiktiven Herausgebers, der die letzten beiden Wochen in Werthers Leben mit dem Ziel der Katharsis schildert. Der Protagonist kehrt in seine Heimatstadt zurück, in der er eine neue Anstellung erhalten hat. Doch schon bald sucht er wieder die Nähe zu Lotte, da er sie vermisst. Als sich Lotte und Werther näher kommen, bittet sie ihn jedoch, Abstand zu ihr zu halten. Werther ist zutiefst verzweifelt. Er erschießt sich an seinem Schreibtisch mit der Pistole Alberts.

Das Werther"-Hörbuch aus dem HörGut!-Verlagsprogramm wird von dem renommierten Musik- und Schauspieltalent Marek Harloff gelesen, der durch eine Vielzahl von Fernseh- und Kinoproduktionen einem breiten Publikum bekannt sein dürfte und mit seiner Band TempEau die Charts eroberte. Der Lesung liegt die zweite Werther"-Fassung aus dem Jahre 1787 zugrunde. Harloff, zu dessen Markenzeichen seine einfühlsame Stimme zählt, ist prädestiniert für diese Lesung. Mit Sensibilität und Tiefgang empfindet er gleichsam Werthers Euphorie und tiefsten Schmerz.
Das vorliegende Hörbuch umfasst vier CD's und ist schon alleine aufgrund des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses zu empfehlen. Neben der ungekürzten Lesung enthält es außerdem eine gesprochene Biografie Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832) sowie den Gesamttext inklusive Worterklärungen als computerlesbare PDF-Datei. Marek Harloffs Authentizität und der Taschengeldpreis lassen die Produktion zur momentan besten und günstigsten Werther"-Lesung werden. Besonders für alle Schüler und Studenten, die sich mit der monologischen Form des Werther" abmühen, wird die charismatische Lesung eine große Erleichterung sein.
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am 20. Mai 2013
„Die Leiden des jungen Werther“ wurde 1774 von J.W. Goethe verfasst und ist ein Werk, welches die literarische Epoche des 'Sturm und Drang' repräsentiert. Eine Lektüre, die man einfach gelesen haben muss. Zwar braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich in dem ungewohnten Schreibstil dieser Epoche zurechtfindet, doch fühlt man sich, wenn man sich darauf einlässt, mit Werther verbunden. Werther besitzt eine komplexe Gefühlswelt. Er ist sehr emotional, sodass die meisten Leser schnell genug von seiner Art haben, wie er seine Probleme angeht. Doch schaut man genau hin, sieht man, dass es vielen in der heutigen Zeit genau so geht. Liebeskummer, Suizidgedanken und anders sein, als alle anderen, sind Themen, welche uns alle beschäftigen. In diesem Werk werden all diese Dinge miteinander verbunden und zum Teil auch übertrieben, doch trotzdem fühlt und leidet man mit Werther mit. Durch die unvollendeten und durcheinander geworfenen Sätze, welche für diese literarische Epoche typisch sind, wird derText lebendig und persönlich, sodass die Gedanken- und Gefühlswelt offensichtlicher wird. Nicht zuletzt wirft der Text auch Fragen auf, wie zum Beispiel 'Ist Suizid wirklich die beste Lösung auf ein Problem?' Denn man wird wider Erwarten mit aktuellen Themen konfrontiert.
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am 25. März 2016
Das Buch habe ich genauso wie "Die neuen Leiden des jungen w" gelesen. Meine Schlussfolgerung anbei:

(Im Folgenden gehe ich davon aus, dass der Inhalt von Goethes Werk mehr oder minder bekannt ist und fange mit "Die neuen Leiden des jungen w" an)

Es fängt relativ unspektakulär mit zwei Todesanzeigen an, die auf einen Herrn Edgar Wibeau lauten, der unerwartet verstarb. Man erkennt recht schnell, dass das Buch hauptsächlich aus der Erzählperspektive der verstorbenen Hauptfigur geschrieben ist, deren Vater nun unterwegs bei Menschen ist, die seinen Sohn gekannt haben, um mehr über ihn zu erfahren. (Kontakt zum Vater war nicht oder nur bedingt zu Lebzeiten aktiv). Aus diesem Grund sind immer zwischen den stellungbeziehenden Textpassagen von Edgar selbst die Korrespondenzen von seinem Vater mit anderen Personen aufgelistet. Edgar ist 17 Jahre alt und wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, ist ein sehr guter Schüler. In seiner Lehrzeit folgt ein Streit mit seinem Lehrmeister, welcher zur Folge hat, dass er mit seinem Freund Willi die Stadt Mittenberg verlässt und nach Berlin zieht. Willi wird das allerdings zu viel und er verlässt Berlin nach kurzer Zeit.

Was auffallend ist: Werther verschickt Briefe , Edgar verschickt Tonbänder an seinen Freund Willi, füllt diese mit Zitaten von Werther, die seine Situation am besten beschreiben. Da er 17 ist und auch dementsprechend wenig Geld hat, zieht Edgar in eine unbewohnte Gartenlaube neben einem Kindergarten. Von dort aus lernt er Charlie kennen, eine Erzieherin, in die er sich verliebt. Edgar sah sich immer schon als verkannter Künstler, dachte über eine Kunstschule nach. Deshalb war Charlie des Öfteren bei ihm - er malte sie - wie sie fand, nicht sehr professionell. Wie dem auch sei, ähnlich wie bei Werther kommt der Verlobte ins Spiel - Dieter. Um nicht als Arbeitsloser dazustehen, nimmt Edgar einen Job als Anstreicher an. Ähnlich wie bei Werther finden Treffen des Verliebten mit dem verlobten Pärchen statt. Als eines Tages Dieter - Soldat - keine Zeit für einen Ausflug hat, verabschieden sich Edgar und Charlie alleine von ihm. Charlie ist voller Groll auf Dieter und es kommt zum Kuss zwischen ihr und Edgar. Diesen bricht Charlie jedoch abrupt ab, genauso wie sie die Treffen abbricht. Ganz anders als Werther käme Edgar damit klar und würde sich nicht umbringen. Jedoch verlangt sein Temperament von ihm, dass er, um seinem Arbeitgeber zu imponieren, ein nebelloses Farbspritzgerät entwickelt. Beim ersten Test, ob das Gerät funktioniert, bekommt Edgar einen Stromschlag und stirbt.

Man kann zu Goethes Werk folgende Parallelen ziehen: beide lieben eine unerreichbare Frau, besuchen diese auch nach dem Eintreffen des Verlobten weiterhin, bauen sogar ein distanziert-freundschaftliches Verhältnis zum Verlobten auf. Beide verständigen sich per Post, sei es nun mit Briefen oder per Tonband und sind gesellschaftskritisch - Edgar gegen die Regierung und Werther gegen die Adels- und Ständegesellschaft - eventuell auch deswegen, weil beide keinen hohen gesellschaftlichen Stellenwert haben. Der Tod ist wohl das grundlegend gleiche in beiden Büchern - Werther und Edgar sterben - jedoch nicht beide aus freiem Willen.

Man kann folgendes Schlusswort finden, um zu belegen, dass "Die neuen Leiden des jungen w" ein durchaus gelungenerer, sprachlich wertvollerer und vor allem realistischerer verschriftlichter Gedankengang ist.
Werther möchte ohne Lotte nicht leben - möchte sterben wenn er sie nicht haben kann.
Edgar dagegen ist realistisch - das Leben geht weiter, er findet sich mit der Situation zurecht

Dass Werther einen Freitod stirbt und aus Verzweiflung lange seinen Suizid plant wirkt auf den heutigen Leser eher verstörend. Als Schullektüre schlichtweg nicht empfehlenswert. Die neuen Leiden des jungen w sind locker geschrieben, man kann sich - anders als bei Goethes Werk - in die erzählende Figur hineinversetzen und mit dieser fühlen. Unfälle gibt es immer und wird es immer geben - Edgar ist also nicht gestorben, weil er es unbedingt wollte. Insofern eine gelungene Erzählung aus dem echten Leben.
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