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am 11. Januar 2016
"Das Ich, die Welt und Gott"(S.145) von nichts mehr und von nichts weniger handeln Maiers Poetikvorlesungen. Es sind seine Confessiones. Andreas Maier erzählt, erzählt und erzählt und es wird mir nicht langweilig zuzuhören, bzw. zu lesen. Gern wäre ich bei den Vorlesungen dabei gewesen, um das Ich einmal zu hören. Es sind keine wissenschaftlichen Vorlesungen über Poetik, das ist auch gar nicht Maiers Anspruch. Er macht einfach das, was er erkannt hat, er erzählt das, was ihn bewegt, was sowieso andauernd in seinem Kopf ist. Es ist ein radikaler Ansatz und das, was ihn über einen reinen Subjektivismus erhebt, ist sein existentieller Zugang zur Literatur, gepaart mit einem messerscharfen Verstand, einer Chuzpe und Selbstironie sondergleichen. Maier steht quer zum Literaturbetrieb, jedenfalls stellt er sich so dar, weil er sich gegenüber jeder Gruppe verweigert. Manchmal ist er elitär, geradezu arrogant, dann wieder ist er im besten Sinne solitär und legt ein Bekenntnis nach dem anderen ab. Hier und nicht in seinem autobiographischen Roman Haus erzählt er frei von der Leber weg wie er Gott und die Welt wahrnimmt. Gerade im Gewand der Vorlesungen gelingt es ihm an alter Studienstätte ohne Anstrengung aus seinem Leben zu erzählen und es fließen Sätze aus seiner Feder, die noch lange nachhallen, wie: "Die Literatur ist nämlich ein Hilfsmittel, um ein Ich sichtbar zu machen."(S.27). "Die Literatur stellt immer die einfachsten Fragen,... . All diese einfachen und einfachsten Fragen werden von der Literatur übrigens nie beantwortet, sondern immer nur gestellt, darin ähnelt die Literatur insgesamt Jesus Christus, der auch nie Antworten hatte, mindestens nie Antworten auf die Fragen nach dem Leben unter den Menschen, nur Antworten auf die Frage nach dem Leben vor Gott."(31) Was für ein Vergleich! Aber man täusche sich nicht, was scheinbar eklektisch daherkommt ist hart erarbeitet, denn Maier scheut das Exzessive (Arbeiten) nicht, sein Handwerk hat er erlernt und durchlitten. Bei Maier paaren sich auf eindrückliche Weise ein geschärfter Intellekt und eine verkrümmte (hochsensible) Seele. Das war schon immer ein guter Humus für außergewöhnliche Literatur und einen eigenständigen Zugang zu Kultur und Glaube.
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am 9. November 2006
Der in Friedberg in Hessen geborene und dort auch aufgewachsene Schriftsteller Andreas Maier hat nach der Veröffentlichung von bisher drei Romanen im Juni 2006 die Frankfurter Poetikvorlesungen gehalten. Unter dem provokant-einfachen Titel „Ich“, dem Mittelteil des Wortes „nichts“. Legt Maier ein beredtes und auch beeindruckendes Zeugnis ab über die Quellen seines Schreibens, die er in seiner Biographie verortet.

Er schreibt von den Schwierigkeiten des Suchens nach einer Form bis hin zu der Gewissheit, daß sich alles von selbst einstellt, wenn man aufhört danach zu suchen.

Er berichtet von seinen literarischen und persönlichen Vorbildern, von Dostojewski, Lukrez und vor allen Dingen von Thomas Mann, aber auch vom Friedberger Autor Wolf Schmidt, Schöpfer der „Familie Hesselbach“, eine Serie, die in den siebziger Jahren im Hessischen Fernsehen lief und die ihn bei seinen Romanen inspiriert hat wegen der absoluten Aneinandervorbeikommunikation der dort auftretenden Personen.

Ganz besonders aber hat es ihm der Autor des Matthäusevangeliums angetan:

„Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, daß wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren ,wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht , was das ist. Die Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun.“

Und dann paraphrasiert er die Geschichte vom reichen Jüngling und wagt eine Übertragung auf die Literatur:

„Ich wüsste nichts anderes, als daß Literatur den Zweck hat ( meine Literatur, die ich lese und die ich schreibe), die Wahrheit zu sagen, nicht explizit, sondern anders. Auch wenn die explizite Wahrheit vielleicht im Schweigen liegt und vielleicht sogar darin, daß ich immer nur erkenne, daß sie so niemand richtig sagen kann, und vor allem ich nicht. Die Wahrheit ist, daß wir falsch sind und richtig sein könnten und falsch allein kraft unseres eigenen Entschlusses, oder nennen wir es meinetwegen auch Trägheit, sind,. Die Wahrheit ist, daß wir uns alle als moralische Wesen darstellen, aber faul sind, roh, verschlagen und brutal noch in den unbeachtetsten Momenten. Aber alles das lässt sich in der Literatur kaum sagen, das kann ich Ihnen sagen.“

Und doch versucht Andreas Maier es, immer wieder, auf eine Weise, die quer steht zum Literaturbetrieb, über den er einige aufschlußreiche Anekdoten erzählt.

Auf seinen nächsten, den dann vierten Roman bin ich schon jetzt sehr gespannt.
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am 17. August 2007
Ich muss gleich gestehen, ich kenne die Texte anderer Poetikvorlesungen (noch) nicht. Aber was Andreas Maier hier ueber seinen Werdegang und seine Arbeitsweise verraet habe ich mit grossem Interesse gelesen.
Maier beschreibt seinen Zugang zur Literatur, der eng mit der Entwicklung der eigenen Persoenlichkeit, eben des ICHs, verknuepft ist. Interessant finde ich die Offenheit, die so weit geht, dass er mehrfach aus Gespraechen zitiert, die Psychologen bzw. Psychiater aus therapeutischen Gruenden mit ihm gefuehrt haben. Der Werdegang Schule/Uni(Philosophie)/Lehrer(wohl nur kurzzeitig) wird eingeflochten in die Auseinandersetzung mit fuer ihn wesentlichen Vorgaengern, wie etwa Fjodor Dostojewski. Mit Genuss und Gewinn habe ich seine Ausfuehrungen ueber diesen verehrten Autor gelesen.
Andreas Maier geht es in seinem Werk immer auch um die "grossen" Themen. Hier zeigt sich das in seiner ziemlich radikalen Interpretation (eigentlich ein Bekenntnis) des Matthaeusevangeliums.
Ich stimme ihm im Uebrigen zu, dass ein Vergleich seines Schaffens mit dem Werk von Thomas Bernhard doch etwas willkuerlich erscheint.
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am 23. November 2007
Obwohl "Poetikvorlesung" alles andere als persönlich klingt, ist dieses Buch persönlich, intim, fast schon zu intim, fand ich manchmal, befremdend in dieser Intimität, sehr extrem und voller Emotionen und diese konfrontieren den Leser so stark und unmittelbar mit dem ihm fremden, privaten Leid des Autors an der Welt, mit seinem "Anders-Sein" bzw. "sich-anders-fühlen" (und einer Mischung aus Verzweiflung und Genugtuung ob dieses "Anders-Sein"s) und dann auch mit sich, dem Lesenden, selbst (sofern er/sie bereit ist, die Vorwürfe, anzunehmen, die Andreas Maier an die Gesellschaft, wie sie ist, und an gewisse Gesetzmäßigkeiten, die sicher die meisten als gegeben hinnehmen, richtet).
Andreas Maier hat mit 32 Jahren kennengelernt, was er im vierten Teil seiner Poetikvorlesung (deren andere Teile "Verweigerung" und "Form" heißen) unter dem Titel "der Betrieb" darlegt. Mit "der Betrieb" meint er den Literaturbetrieb, innerhalb dessen der Lektor "seinen" Autor als "Rennpferd" im Stall sieht, als einen, der was bringen muss: Performance (auf Lesereisen) und Verkaufszahlen. Die Regeln, nach denen die Leute sich in diesem Betrieb, in dem Menschen in Gruppen agieren ("vergruppt" nennt Maier das und stellt fest, dass man vergruppt nicht zu Gott komme -- dies ist eine der wunderbaren Formulierungen, von denen es im Buch nicht wenige gibt; aber diese ist die prägnanteste) verhalten, sind Andreas Maier -- so beschreibt er es -- ebenso fremd wie die der ersten Gruppe, auf die er im Alter von drei gestoßen ist: eine Gruppe von Kindern im Kindergarten. Mit diesem Zusammentreffen fing das Leid an dieser Welt an, der Rückzug von den Menschen, die Verweigerung.
Es ist bewundernswert, wie kompromisslos Andreas Maier seinen Weg ging/geht, ohne dass er selbst dies wahrscheinlich je als Kompromisslosigkeit bezeichnen würde, denn für ihn scheint es der einzige mögliche Weg zu sein, diese Gruppen von Menschen zu fliehen, die er überall und ständig wiedertrifft Selbst an der Uni. Da waren es die, die im Zentrum standen (um den jeweiligen Dozenten herum) und doch nicht wirklich was lernen und verstehen wollen, sondern sich zufrieden gaben mit der Möglichkeit zur Selbstdarstellung, indem sie nichts weiter beherrschten als einen Jargon oder Diskurs, der sie eindeutig als Teil einer bestimmten Gruppe auswies.
In diesem Buch steckt viel Bitternis, aber ich finde diese Bitternis begründet. Nur im letzten Teil wird der Autor leider ein bisschen persönlich abrechnend (mit einem Verlag, einem Lektor), so dass zum Schluss bei mir das ungute Gefühl aufkam, einer, dem Unrecht geschehen ist, wolle in diesem Rahmen endlich zurechtrücken, klarstellen, zurückschlagen. Auch hier wird das Leid sehr deutlich; er ist verletzt worden, ganz offensichtlich, von diesen Leuten, und dennoch ist dieser Teil sehr unterhaltsam geschrieben, aber er hat nicht mehr die "Reinheit" der ersten Teile, wenn es um Auslöser fürs Schreiben, das Suchen und Nicht-Finden einer Form und sehr einfach und doch ganz komplizierte "Gleichungen" geht

(z.B.: "Sie steigen in Berkersheim in Ihr Auto, kommen hierher, suchen sich einen Parkplatz, gehen in den Hörsaal und hören Andreas Maier. Diese Handlung ist falsch, schon allein wegen der Autofahrt. Jeder weiß, daß der Privatverkehr auf eine hinausausgezögerte Katastrophe zusteuert. Diese müßte verhindert, nicht aber Maier angehört werden. Da Sie, meine Damen und Herren, aber gern und bereitwillig vor sich selbst und der dunklen Seite in Ihnen kapitulieren, sagen Sie sich: Herrje, daran kann man doch nichts ändern, also fahre ich hin und höre Maier. Damit haben Sie den Beweis erbracht, daß Sie wissen, daß es falsch ist, was sie tun. Kurz gesagt, Sie suchen eine Abendunterhaltung und vernichten dafür die Welt, Sie schädigen alle Menschen, als zählten diese nicht, aber Ihre Abendunterhaltung.")

Wie in diesem Beispiel bedient Andreas Maier sich durchgehend einer wunderbaren Sprache; klar, keine Schnörkel, keine Manieriertheit. Er geht den kürzesten Weg, um zu sagen, was er sagen will, und gerade diese Direktheit (in der diese ungebrochene Emotionalität steckt) hat mich sehr berührt. Für Maier ist alles im Grunde ganz einfach; man braucht keine komplizierten Theorien, um zu begreifen, was gut (nicht moralisch, weil man sich damit schon wieder auf eine Metaebene gibt -- dabei weiß man es doch unmittelbar/menschlich) und was schlecht ist.

Das Buch ist sicher interessant für Schreibende, weil es deutlich macht, dass es beim Schreiben im Grunde nur ums Schreiben geht (nicht ums Veröffentlichen, nicht mal ums Fertigstellen eines Textes, sondern um die Unermüdlichkeit, weil man genau das WILL: Schreiben).

Aber auch jeder, der sich fremd fühlt in dieser Welt, der sich wundert über die Gesetzmäßigkeiten, nach denen Menschen völlig selbstverständlich zu handeln und miteinander umzugehen und zu kommunizieren scheinen, jeder, der diese Regeln einfach nicht versteht, wird sich hier vielleicht zum Teil wiedererkennen.
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am 20. Juli 2010
"Ich" das ist der Mittelteil des Wortes "Nichts"'Mit diesem wunderbaren Statement bitterer Erkenntnis, die doch die Wahrheit ist, konfrontiert uns Maier ' und führt uns in die Welt bedruckten Papiers, die für ihn lebendiger, verständlicher ist, als die, in der er zu überleben sucht, inmitten Fremder, die das Falsche tun. Und wundert sich. Das Buch ist eine Suche nach der Wahrheit (wie alle seine Bücher ein Schrei nach der Wahrheit sind, nach der verlorengegangenen Wahrheit), die doch niemand bereit ist zu leben. Oder die niemand leben kann? Selbst er nicht? De facto ist es unmöglich, ein "wahres" Leben zu leben, ein Leben, das niemandem schadet. Esse ich Fleisch, töte ich Lebewesen, fahre ich Auto, zerstöre ich unseren Planeten. "Ich" schreit das Problem der Blindheit heraus, dies anzuerkennen. Vielleicht ist das Buch keine Suche nach der Wahrheit, sondern eher eine Suche nach den Gründen für diese Blindheit ' oder ihrem Sinn. Und manchmal macht es den Eindruck, als versuche Andreas Maier nicht mal mehr zu überleben, sei aber inzwischen zu resigniert etwas gegen sein Vorhandensein inmitten dieser seltsamen Ansammlung Gesellschaftsnormaler zu unternehmen ' ist auch besser so, denn, Oh Mann, bleib bloß am Leben, hat dieses Buch gut getan. "Ich" das ist noch mittiger der Mittelteil des Wortes "Licht". Mir drängt sich der Verdacht auf, der Autor habe ein Asperger-Syndrom, eiere durch diese Normalo-Welt, ohne eine Chance, die "Anderen" als Ichs erkennen zu können ' außer als blatthafte Schemen in Büchern. Denn die gäben ihm eine Chance eben jene Gestalten wahrzunehmen, wie er schreibt. Dieses "Ich" jedenfalls ist grandios. Für mich.
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am 29. November 2012
Die Position ist aus Frankfurt hinlänglich bekannt: Moralische Selbsterhöhung durch eine Haltung des Protests und der Verweigerung. Maier, allein unter den Menschen, geht den Weg der Tradition, des Gottesglaubens, selbstgewählter Verschrobenheit (alle Welt wundert sich über seine Kamelhaarstrickjacke) und höherer Naivität. Ausgang seiner exzeptionellen Stellung: Schon die Verweigerung des Kindergartens. Sein Psychologe wundert sich zu Recht, warum Maier dann überhaupt Bücher schreibt. Maier: Das einzige Ventil, das er sich erlaubt, und der Zugang zu seinen echten Mitmenschen: Thomas Mann, Dostojewski usw. Das Buch ist eine extrem personnahe Lehrstunde dessen, was andere als Paranoia bezeichnen könnten. Denn Maier: Jede Existenz mache sich schuldig, das Autofahren als Gipfel, denn Grund aller Zerstörung. Wie immer man zu den Sachpunkten dieser Einstellung stehen mag, die Beschreibung für mich als Leser ist großartig.
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