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Dieser Band ist in der Edition Suhrkamp im Jahr 2001 erschienen. In diesem Jahr folgte auf das schreckliche Fanal des 11. September die Rede von Jürgen Habermas in der Frankfurter Paulskirche über Glauben und Wissen. Wie durch ein Zufall waren eben dies die Worte Jacques Derridas (1926-2004), die er auf der Insel Capri 1994 gebrauchte: "'Glaube und Wissen' - die beiden Quellen der Religion an den Grenzen der bloßen Vernunft". Wie so oft schlägt Derridas Dekonstruktion hier Brücken. Diese Brücke gilt dem deutschen Philosophen Immanuel Kant, dessen Schrift "die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" zu Unrecht ein wenig in den Schatten der Kant Rezeption geraten ist. Doch Derridas Vortrag ist auch keine leichte Kost. Daher sei zu empfehlen, die Lektüre mit Gianni Vattimos (geb. 1936) Text zu beginnen, dessen Überschrift bewusst eine Hauptthese Derridas aufgreift, der auch in anderen Zusammenhängen immer von der Spur oder, wie es hier heißt der "Spur der Spur" gesprochen hat. Die Hauptthese Vattimos ist, dass die Wiederkehr der Religion in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zusammenfällt mit dem Ereignis der Krise des naturwissenschaftlich-technischen Weltbilds. Die weiteren Aufsätze widmen sich der Religion in phänomenologischer Hinsicht. Der Spanier Eugenio Trías (geb.1942) widmet sich der Frage des Symbolischen in der Religion. Aldo Giorgio Gargani (1933-2009) lehrte Philosophie in Pisa und beschäftigt sich mit der religiösen Erfahrung. Vincenco Vitiello nimmt aus den Schriften Nietzsches das Bild der Wüste auf und schildert die religiöse und philosophische Wirkungsgeschichte dieses Bildes. Damit zeigt er zugleich auf, dass die Verwendung und die Deutung der Metaphern unsrer Sprache ein gemeinsames Thema von Religion und Philosophie ist. Maricio Ferraris stellt die Frage und verdeutlicht sie an vielfältiger Lektüre, ob nicht doch das Thema des "Sinns des Seins" die Thematik ist, die von der Religion her aufgegeben ist, und zwar im Sinne Heideggers als des "Seins in der Welt". Am Ende des Bändchens gibt Hans-Georg Gadamer (1900-2002) einen Rückblick auf diese Tagung, an der er als einziger deutscher Teilnehmer im hohen Alter von 94 Jahren teilgenommen hat. Es ist schön, dass in diesem kleinen Aufsatz ein Art von reflektierendem Bericht gegeben wird. Vattimo wird davor gewarnt beim Positivismus Schlegel zu landen, wobei er die Auseinandersetzung mit Hegel wohl zu Unrecht als abgeschlossen betrachtet. Derrida dagegen, der sich mit Kant befasst, findet Gadamers Respekt, der auch würdigt, inwiefern sich Derrida auf Platons Begriff der Chora bezieht und diesen mit dem "Unbestimmten" bezeichnet. Unausgesprochen steht somit in diesem Heft nicht nur die Frage der Religion im Raum, sondern auch die Dekonstruktion, die sich nicht selbst zum Thema macht, sondern sich eines Themas bemächtigt und daran abarbeitet. Die Religion sollte schon allein darum wiedergekehrt sein, um die Wirkungsweise der Dekonstruktion aufweisen zu dürfen!
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Eins vorweg, die Anschaffung dieses Bandes rechtfertig allein der Text von
Jacques Derrida "Glauben und Wissen. Die zwei Quellen der "Religion" in den
Grenzen der blossen Vernunft". Der Band wurde zuerst 1996 in Frankreich
veröffentlicht und liefert die "Papers", die wohl nach einem Seminar auf
Capri (28.2.-1.3.1994) mit Gianni Vattimo, Hans-Georg Gadamer, Aldo Gargani,
Eugenio Trias und Vincenzo Vitiello verfasst wurden.

Leser, die mit der altbekannten Säkularisierungs-Logik (Schmitt/Blumenberg) bzw.
Emanzipationslogik der Aufklärung angesichts der Rückkehr des Religionen (waren sie jemals
verschwunden ?)nicht mehr zufrieden zu stellen sind, liegen hier goldrichtig.

Kann die Logik der Säkularisierung überhaupt noch gelten? Ist sie nicht doch ein christliches
Konzept? Ist dann nicht die Ära der Säkularisierung weiterhin christlich ? Ist es dann
nicht unendlich viel schwerer ein nicht-christliches Denken der Vernunft bzw. Verantwortung
auf den Weg zu bringen? Was bedeutet das für die Konzeptionen von Hegel, Heidegger, Freud und
Levinas ? Kann sich die Religion wirklich von der Technik unterscheiden, oder gilt hier
auch eine ursprüngliche Technizität?

In diesen Fragerichtungen entfaltet Derrida hier auf engstem Raum eine andere Logik der Moderne,
die eine gemeinsame Wurzel von Vernunft und Religion ins Auge fasst. Es ist eine
anspruchsvolle Lektüre, die sich sowohl mit den Einsichten der Psychoanalyse,
dem nicht onto-theologischen Gottesdenken von Martin Heidegger und seiner ursprünglichen
Wiederholung des Christentum in "SZ", Levinas Denken des Anderen, Hegels spekulativem Karfreitag
, Derridas eigenem Quasi-Messianismus der Chôra (cf. u.a. Spectres de Marx (auch 1994),
Kants berühmten Text "Die Religion in den Grenzen der blossen Vernunft" (1794), dem dort
so prominenten Problem des "radikal Bösen" und schließlich dem Begriff der Autoimmunität
beschäftigt, der spätestens ab "Voyous/Schurken" eine grosse Rolle in Derridas Theorie
der Moderne spielte.

Fazit: Ein wichtiger Text, der viele Fäden des politischen Derrida
miteinander verspinnt und die etwas kryptische Logik der Autoimmunität
besser verstehen hilft. Aber auch Leser, die sich für Heideggers
letzten Gott oder Levinas Opposition von Saint und Sacre oder
für Freud interessieren, können hier zuschlagen. Der Text liegt auch
in der Nähe von Jean-Luc Nancys Projekt einer "Dekonstruktion des
Christentums". Der Leser sollte sich aber nicht zu viel von diesem Band
insgesamt erwarten, denn die restlichen Texte sind eher schwach, deshalb vergebe
ich auch nur drei Sterne, obwohl der Text von Derrida allein schon 5 Sterne wert wäre.
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