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am 10. August 1999
Die Zeit zwischen der Revolution von 1848/49 und der Bismarckschen Reichsgründung gehört nicht unbedingt zu den Lieblingskindern der deutschen Historiographie, als eigene Epoche ist die Zeit der Restauration und der Neuen Ära bisher noch nicht definiert worden. Genau das aber geschieht bei der von Siemann vorgelegten Monographie. Er zeigt in aller Deutlichkeit die Janusgesichtigkeit dieses merkwürdigen Zeitalters auf. Dem industriellen "Take-off" steht politische Unterdrückung gegenüber. Dabei zeigt Siemann, dass die Restaurationsepoche in ihren Methoden weitaus flexibler war als die Ära des Vormärz. War man früher der Ansicht, die Pressefreiheit sei nach der Revolution erhalten geblieben und damit eine ihrer wesentlichen Errungenschaften, so weist Siemann nach, mit welchen subtilen Mitteln, die weitaus moderner und effektiver waren als die Schere des alten Zensors, jetzt vorgegangen wurde. Die Wiederentdeckung des Polizeivereins zur Unterdrückung der freiheitlichen Bestrebungen in Deutschland unter Führung des Berliner Polizeipräsidenten Hinckeldey gehört sicherlich zu den Glanzstücken dieses Buches. Daneben gelingt Siemann aber auch eine sehr detaillierte Beschreibung einer sich rasch wandelnden Gesellschaft, er beschreibt, wie die Industrialisierung erst jetzt unumkehrbar wurde und wie die neue Gesellschaft Mentalitäten und Einstellungen zu verändern begann, wie die erste Konjunkturkrise des industriellen Zeitalters im Jahr 1857 die deutsche Wirtschaft erschütterte. Siemann schließt seine Darstellung mit dem Ende der Restaurationsepoche und dem Beginn der Neuen Ära, also dem erneuten Durchbruch klassisch liberaler Politik in Baden und Preußen, die schließlich im Heeres- und Verfassungskonflikt unmittelbar in die Geschichte einmünden sollte, die von der Persönlichkeit Bismarcks geprägt ist. Siemann becshreibt in seinem Buch weithin eine Terra incognita der deutschen Geschichte, eine oft und gern übergangene Periode, in der gleichwohl doch fundamentale Weichenstellungen für die Zukunft erfolgten. Dabei gelingt es ihm, die wohl für lange Zeit maßgebliche Darstellung vorzulegen - sie ist nicht nur für den fachwissenschaftlichen Leser von hohem Interesse, sondern auch für ein Publikum, das sich allgemein über diese wichtige Formationsperiode informieren möchte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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