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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
14
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (edition suhrkamp)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:5,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 30. November 2017
Ein absoluter Klassiker, der momentan aktueller ist denn je. Durch den V-Effekt kann sich der Zuschauer/Leser kritisch mit dem Thema Machtergreifung auseinandersetzen oder einfach nur die Gansterstory genießen.
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am 5. Januar 2016
Dieses Buch hat mich echt überzeugt. Obwohl ich es in der Schule als Pflichtlektüre lesen sollte, hat mir das Lesen vom Gangster Arturo Ui und dessen Aufstieg im Blumenkohl-Milieu zum Schmunzeln gebracht. Die ganzen Parallelitäten zur Wirklichkeit (besonders die Namen der Personen!) sind so gut ausgewählt, dass Brecht jedem Leser verdeutlichen konnte, welche Person im Nationalsozialismus welche im Buch widerspiegelt.
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am 11. März 2014
wunderbarer Brechttext !!!!
Auch heute noch aktuell in unserer Zeit, man schaue sich nur um in dieser Welt voller Arturo Ui's
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am 3. Mai 2017
... im theaterkurs.

benotung war gut und dieses buch hat zumindest dazu beigetragen.
sehr schnelle lieferung...
läuft bei uns *daumenhoch*
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am 7. Dezember 2012
egtl kann ich gar nicht meckern. alles top, nur am rand war ein blauer strich erkennbar. sonst nix. top für das geld.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Dezember 2012
Was in Deutschland abging vor und nach 1933, dazu gibt es viele Sachbücher und manche Belletristik. Bert Brecht schrieb 1941 dieses Theaterstück (später nur leicht überarbeitet). Der Titel sagt es: der Aufstieg war "aufhaltsam". Die Analyse des Aufstiegs folgt den historischen Fakten, dabei eher den linken Faschismustheorien. Dass etwa bürgerlich-konservative "Eliten" eine Machtüber_gabe machten, ist mittlerweile aber auch Mehrheitsmeinung. Die NSDAP hatte niemals eine eigene parlamentarische Mehrheit. Brechts für mich zuweilen etwas zeigefingrige Deutung ergänzt, ersetzt aber keineswegs eine historische Betrachtung.

Brecht verlegt jedenfalls alles nach Chicago, der damaligen Symbolstadt für das turbokapitalistische Gangsterwesen (vgl. Brechts Johanna der Schlachthöfe oder Hergés Tim in Amerika. Arturo ist ein einfacher brutaler Gangster in der Welt von Gemüsekartellen. Anspielungen hagelt es geradezu - wer die damalige Geschichte zufällig kennen sollte, einschließlich etwas der Hitler-Biografie, der hat doppelte Lesefreude.

Die Suhrkamp-Ausgabe ist schlicht, dabei farblich auf einen regenbogenfarbenen Regalinhalt hin angelegt; man sollte sie sanft behandeln, denn der Buchrücken ist nicht der stärkste. - "Arturo Ui" ist eins der witzigeren Brecht-Stücke, man mag auch über Hitler kurz lachen. Es wirft einen verfremdenden Blick auf die Hitler-Zeit: viereinhalb bis fünf Sterne.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 20. März 2010
Dieses Parabelstück Brechts wurde erst drei Jahre nach dessen Tod uraufgeführt. Brecht dachte, die Menschen seien für dieses Drama noch nicht bereit und bedenkt man, dass 1958 das Ende des 2. Weltkrieges erst dreizehn Jahre zurücklag, hatte er wahrscheinlich Recht.
,,Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui'' zeigt auf beispielhafte Weise den Aufstieg Hitlers und der Nationalsozialisten bis zum Jahr 1938. Doch da es sich um ein Parabelstück handelt, wird die Handlung von Berlin ins Gangstermilieu Chicagos verlegt. Aus Hitler wird Arturo Ui, Hindenburg wird zu Dogsborough, Göring wird zu Giri und Goebbels zu Givola.
Da dieses Stück ein episches Stück ist, arbeitet Brecht ganz bewusst mit Verfremdungseffekten, um dem Leser eine objektive Sicht auf das Geschehen zu ermöglichen und eine Identifikation mit den Figuren zu verhindern. So lässt er alle Figuren beispielsweise in jambischen Blankversen sprechen, wie im klassischen Theater. Zuweilen wird man einigen Eigenarten der Hauptcharaktere gewahr und so ernst das Thema auch sein mag, so konnte ich mich eines Schmunzelns nicht immer erwehren. Im Nachhinein hat mir die Lektüre geholfen, die Ursachen der Möglichkeit des Aufstiegs Hitlers besser nachzuvollziehen. Da Brechts Werke allgemein gesellschaftskritische Züge haben, bleibt dieses auch hier nicht aus. Gilt jedoch seine Hauptkritik dem Handeln oder Nichthandeln der Hauptfiguren, so uretilt er auch die damalige Gesellschaft im Epilog des Stückes ab: Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert/ Und handelt, statt zu reden noch und noch.
Ich denke, dass jeder dieses Parabelstück Brechts gelesen haben sollte, da es zur Problematik Nationalsozialismus gehört, über die, so tragisch diese Ereignisse waren, jeder Deutsche Bescheid wissen sollte, und wunderbar zum Verständnis derselben beiträgt
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 21. Oktober 2010
Das,was dieses Stück wirklich ausmacht, sind die Parallelen, die Brecht geschürt hat, um die schlimmen Taten bzw. schrecklichen Personen des Naziregimes indirekt vorzuführen...gleich der Prolog haut hier ordentlich rein: so wird beispielsweise der Propagandaminister Goebbels vorgeführt, indem er als ein behinderter (Goebbels selbst hatte ja auch einen Klumppfuß) Blumenverkäufer bezeichnet wird, der einem "einen Esel als Gaul" verkauft-somit spielt Brecht auf die Lügen der Nazipropaganda an. Ich könnte endlos viele Beispiele bringen, wen oder was Brecht "bloßstellt"- von Göhrings Sammelleidenschaft (in Wirklichkeit Orden,in dem Stück Hüte) bis hin zum Osthilfeskandal durch Hindenburg (im Stück der Dockshilfeskandal).
Die "Enthüllung durch Verhüllung" ist Brecht auf faszinierende Weise gelungen, weshalb das Lesen so unheimlich viel Spaß macht!Immerwieder sind mir Fragen durch den Kopf geschossen wie "Meint Brecht damit vielleicht...". Das Buch regt zur Recherche an,man möchte jedesmal herausfinden,ob eine bestimmte Andeutung eventuell so ähnlich damals stattgefunden hat!
Dieses Stück ist mehr als empfehlenswert und meiner Meinung nach muss man es gelesen haben! Brecht ist es perfekt gelungen,den schrecklichen Aufstieg Hitlers in das Gangstermillieu zu übertragen und das Stück ebenfalls mit der ein oder anderen Mahnung zu spicken (Epilog).
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 31. März 2001
Brechts Parabel auf den Aufstieg des Nationalsozialismus gibt Hitler und seine Gehilfen durch schonungslose „Entdämonisierung" der Lächerlichkeit preis. So spielt die Handlung beispielsweise im Ganovenmillieu Chicagos, und Gegenstand der Machtergreifung ist nicht etwa die Politik, sondern der „Grünzeughandel" der Stadt. Durch Erpressung des Stadtrats Dogsborough („Hundenburg") und Beseitigung seiner Gegner gelangt Arturo Ui (Hitler) schließlich an die Spitze des Gemüsekartells. Auch die weiteren Geschehnisse der Handlung lassen sich eindeutig und chronologisch den historischen Ereignissen in Deutschland zuordnen. Durch die Schutzgeldzahlungen, die die lokalen Gemüsehändler an Ui entrichten müssen, wird zudem Hitler's Nazi-Regime auf die Ebene einer gewöhnlichen Verbrecherbande herabgesetzt Wie bei Brecht nicht anders zu erwarten, wird nicht im klassischen Stil gezielt auf ein Ende hin gearbeitet, sondern jede Szene stellt für sich eine eigene Einheit dar. So kann Brecht auch in diesem Werk soziologische Elemente und die ihnen zugrundeliegende Verhältnisse enthüllen und den Leser zu einer Stellungnahme drängen.
Ein Muss für Anhänger des epischen Theaters und auch für Laien durchwegs lesenswert.
17 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. Mai 2007
Darf man über Hitler lachen?

Erst kürzlich ist diese Frage wieder gestellt worden, als der Regisseur Dani Levy seine Hitler-Parodie "Mein Führer" (mit Helge Schneider in der Hauptrolle) veröffentlichte. Und auch Charlie Chaplins "Der große Diktator" hatte Jahrzehnte zuvor dieselbe Frage aufgeworfen. Dabei hat Bertolt Brecht ebendiese 1941 bereits mit einem parodistischen Parabelstück auf den Aufstieg Adolf Hitlers beantwortet: "Die großen politischen Verbrecher müssen durchaus preisgegeben werden, und vorzüglich der Lächerlichkeit."

"Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", den Brecht in der Emigration in Finnland verfasste, schildert die Machtergreifung Adolf Hitlers, dessen Wirkungsbereich in die Gangsterszene Chicagos verlegt und dessen Herzensanliegen nicht die Weltherrschaft der arischen Rasse, sondern der Grünzeughandel der Stadt ist.

Arturo Ui, Gangster, vegetiert anfangs phlegmatisch vor sich hin, sein Ego leidet am mangelnden Respekt, der ihm als Ganoven entgegengebracht wird. Da kommt ein Korruptionsskandal des sonst so integren Stadtrats Dogsborough (=Reichspräsident Hindenburg) gerade recht, den Ui gnadenlos nutzt, um den altehrwürdigen Politiker gegen Ende dessen Schaffenszeit zu erpressen und sich selbst an die Spitze des Gemüsekartells zu stellen. Als plötzlich ein Speicher eines Grünzeughändlers in Flammen steht (cf. Reichstagsbrand) beschwört Ui den Dämon von Chaos, Bedrohung und Unsicherheit herauf, der die Gemüsehändler der Stadt bedrohe, um sich freilich im selben Atemzug noch als Retter der Schutzlosen zu empfehlen, dessen Mannen für ein kleines Schutzgeld Protektion offerieren. Für die Brandstiftung letztlich wird ein unter Drogen gesetzter Arbeitsloser, der genauso schuldig war wie Nachbars Katze, von korrupten Richtern zu 15 Jahren Haft verurteilt - und Uis Schergen, die man zur Tatzeit noch mit Petroleumkannen in der Hand gesehen hatte, können fröhlich pfeifend aus dem Gerichtssaal spazieren.

Sodann wird bestochen und gedroht und gemordet - auch in den eigenen Reihen: Ernesto Roma (=Hitler-Vertrauter Röhm) wird - Hitler verdächtigt ihn der Intrige und des Verrats - "präventiv" ermordet). Doch nicht genug an Einfluss: Nach der Machtergreifung in Chicago strebt Ui - vom kapitalistischen Geist getragen - die Expansion des Karfioltrusts auf die Nachbarstadt Cicero (=Österreich) an.

Nachdem der einflussreiche, Ui-kritische Zeitungsverleger Ignatius Dullfeet (=Österreichs Kanzler Engelbert Dollfuß) beseitigt ist, wirbt Ui in vollstem Zynismus noch am Tag der Beisetzung bei Mrs. Dullfeet, nun Witwe, um Unterstützung und Sympathie für die seinen, die Mörder ihres Mannes - unter Androhung von Zwang willigt sie sardonisch und resignierend ein. Eine "freie" Wahl nach der Annexion unter den Gemüsehändlern der Stadt ergibt beinahe 100 % Zustimmung für Ui, der rhetorisch fragt: "Wer ist für mich? Und wie ich nebenbei erwähnen will: Wer da nicht für mich ist, ist gegen mich und wird für diese Haltung die Folgen selbst sich zuzuschreiben haben. Jetzt könnt ihr wählen!"

Dass Ui bzw. Hitler seinen politischen Aufstieg vornehmlich dem schussbereiten Browning in der Hand verdankte, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er teils subtil, teils brutal die vorherrschenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse konsequent ausnutzte, um an die Macht zu gelangen. Bertolt Brecht leitet daraus die potentielle Gefahr einer Wiederholung der nationalsozialistischen Machtergreifung in der heutigen Gesellschaft ab, die ich persönlich auch aufgrund der kapitalismuskritischen Färbung dieser Aussage des bekennenden Sozialisten Brecht für überzogen und ungerechtfertigt halte.

Dennoch ist Bertolt Brecht mit "Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" ein gesellschaftskritisches, humorvolles und überaus bedeutsames Stück gelungen: Die "Entdämonisierung" der nationalsozialistischen Verbrecher lässt diese gleich doppelt lächerlich erscheinen, indem sie Brecht 1) in das Gangstermilieu Chicagos transferiert und die Machterlangung sich auf das städtische Grünzeugkartell bezieht und 2) diese kleinkriminellen Kreaturen aus der Bronx zudem noch in den glatten Jamben des deutschen klassischen Dramas parlieren lässt - mit dem Ziel freilich, die Andacht und Bewunderung, die große Verbrecher der Menschheitsgeschichte durch die Extravaganz ihrer Pläne und Ziele, die sich der Vorstellungskraft des Menschen entziehen, bei Kleinbürgern oft hervorrufen, zu eliminieren: "Dieser Respekt vor den Tötern muss zerstört werden.", schreibt Brecht in seinen Bemerkungen zum Stück. Denn "so wenig das Misslingen seiner Unternehmungen Hitler zu einem Dummkopf stempelt, so wenig stempelt ihn der Umfang dieser Unternehmungen zu einem großen Mann."
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