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Es gibt nur wenige Sachbücher, die nach fünfzig Jahren noch aktuell und kaufenswert sind. Roland Barthes' "Mythen des Alltags" ist eines davon. Aus Angst, das Kleinod nicht mehr zurück zu bekommen, habe ich mein Exemplar nicht oder nur gegen ein Depot in Millionenhöhe ausgeliehen. Jetzt habe ich zwar den Status eines Exklusivverwalters verloren, dafür hat die Soziologen- und Semiotikerwelt ein wichtiges Buch wieder gewonnen. Was ist denn so toll an diesen 150 Seiten? Aus heutiger Sicht vor allem die Beispiele. Keiner hat klüger und unterhaltender über Einsteins Gehirn, blutige Steaks oder Strip-tease geschrieben als der verstorbene Roland Barthes. Und nur wenige haben so viel dazu beigetragen, dass der Alltag ins Blickfeld der Soziologen geriet, wie Roland Barthes. Jedes seiner Beispiele ist ein kleines Kunstwerk. Das Erstaunliche ist aber, dass auch vieles von seiner Theorie noch Gültigkeit hat. Klar, entwickelte sich auch die Semiotik weiter. Klar, trägt die Neurologie zur Wahrnehmung von Symbolen Neues bei. Doch ersetzt man einige Begriffe und reichert seine Thesen mit Zeigemässem an, so sind auch die 65 Seiten Theorie noch immer erhellender als vieles, das seine Berufskollegen in den letzten Jahrzehnten ausgeheckt haben. Ein Klassiker, der sogar weit weniger kostet als Barthes' berühmt gewordenes Steak.
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am 10. September 1999
Unser Leben steckt voller Mythen: Ereignisse und Bilder, Namen und Handlungen, die wir mit einer über ihren eigentlichen Bestand weit hinausgehenden Bedeutung aufgeladen haben. Barthes interessiert sich dabei nicht so sehr dafür, warum wir das tun (etwas aus religiösem Hunger in säkularen Zeiten), sondern eher dafür, wie das abläuft. Dazu hat er zunächst die Objekte solcher Mythen untersucht - das Spektrum reicht von einem Bericht über einen Auftritt des Wanderpredigers Billy Graham bis hin zu einem Kapitel über den neuen Citroen. Nach diesen semiologischen Fingerübungen versucht Barthes dann, aus ihnen eine Theorie zu destillieren. Mythos als Form der Kommunikation, die Sprache ergänzt, übertreibt und aufhebt. Die gleichzeitig dazu beiträgt, Kommunikation zu entpolitisieren und durch ihre Verwendung bestimmte politische oder ideologische Zustände zu verfestigen. Und zu deren Entzifferung es bestimmter Fähigkeiten und eines gesellschaftlichen Konsenses bedarf. Insgesamt ein sehr interessantes Buch und auch ein Klassiker des Post-Strukturalismus und der postmodernen Theorie. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 28. Dezember 2014
...über mittlerweile alles was mich umgibt, und durch diese Lektüre bin ich insgesamt ein deutlich kritischerer Mensch geworden.

Roland Barthes befasst sich mit sämtlichen Lügen, Mythen und Konzepten, die den Alltag im Kapitalismus/ in der westlichen Welt bestimmen und entlarvt diese, indem er ihren Aufbau und (psychologische) Wirkung auf das Individuum und eine Gesellschaft für den Leser deutlich macht. Dazu in einer sehr präzisen Sprache. Allerdings manchmal in etwas verklausulierter Form - man sollte daher seine Sinne bei dem Buch haben.

Ich habe etwas für mein Leben gelernt und daher gebe ich volle 5 Sterne (trotz des Wermutstropfens, dass mir nun die für einen relativ jungen Menschen typische Leichtigkeit noch mehr abhanden gekommen ist)!
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am 4. September 2002
Roland Barthes beschäftigt sich mit Dingen, die vielen anderen Wissenschaftlern entgehen, weil sie als Trivial angesehen werden. Doch sie sind für unsere Gesellschaft alles andere als Nebensächlich. So geshen hat Barthes bereits in den 50ern eine Reihe von Kulurwissenschaftlichen Essays veröffentlicht, die sich allesamt gut lesen und sehr zu empfehlen sind. Ob es den Citroen DS (Déesse) geht oder um das universell verwendbare Plastik. Barthes hebt Alltäglichkeiten auf ein philosophisches Niveau - und das auf sehr niveauvolle Weise.
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am 3. Dezember 2008
"Dass eine Literatur lebt in unseren Tagen, zeigt sich darin, dass sie Probleme zur Debatte stellt. So stellt z.B. George Sand das Verhältnis der beiden Geschlechter zur Debatte, Byron und Feuerbach die Religion, Proudhon und Stuart Mill das Eigentum, Turgenjew, Spielhagen und Emile Augier die gesellschaftlichen Verhältnisse. Dass eine Literatur nichts zur Debatte stellt, ist gleichbedeutend mit dem voranschreitenden Verlust jeglichen Sinns". So Georg Brandes (1842-1927) in seiner Vorlesung über die "Hauptströmungen in der Literatur des 19. Jahrhunderts". "Schreiben heißt also die Welt enthüllen und sie zugleich der Hingabe des Lesers als eine Aufgabe stellen." (Jean-Paul Sartre, (1905-1980) in: Was ist Literatur?)

Doch was macht Roland Barthes (1915-1980)zur Erhaltung jeglichen Sinns? Seine Texte und kleinen Essays aus den Jahren 1954-1956 kommen aus der zunächst unbedeutenden Wirklichkeit des Alltags. Sie erscheinen wie Anekdoten, erhalten über die vielfältigen Assoziationen eine neue Nuance und in ihrer Spitzfindigkeit verfolgen sie die Metamorphose zur Ironie. "Ich verlange den Widerspruch meiner Zeit voll zu leben, die aus einem Sarkasmus die Bedingung für die Wahrheit machen kann." So Barthes klares Statement für ein Schreiben, welches das Alltägliche durch Ironie als Mythos, welcher nur Aussage ist, entlarvt. Anlass dieser Reflexion über die Mythen im Alltag war insbesondere ein Gefühl der Ungeduld, wie er sagt. Ungeduld "angesichts der Natürlichkeit der Wirklichkeit", die nur verliehen wurde, aber dennoch "nicht minder geschichtlich ist".

So weiß er von den Universalitäten der menschlichen Gesten zu reden, von Geburt, Tod, Arbeit, Wissen und Spiel und vom immer gleichen Verhalten egal wo, eine Familie der Menschen, wie der Titel einer Ausstellung hieß, ein babelisiertes Bild von der Welt. Wiederholung von allem lehrt wörtlich eben nichts und so scheint die Unveränderbarkeit der Welt die Bürgschaft einer Weisheit und einer Lyrik.

Kunst und Theater als Fluchtversuch, Einsteins Gehirn als Mythos des formulierten Wissens, sein Kopf als Stahltresor für das Universum. Tautologien und Intelligenz, aus welcher der Krieg im Sinne des gesunden Menschenverstandes wächst. Über Kritk am Verstand, über Vorbehalte gegenüber Bildung als terroristische Position, über Philosophie, die den Leser erklärt. All diese Dinge, die im Alltag unvereinbar sind, werden geschildert unter dem Himmel eines Sarkasmus, einer aufklärerischen Reise der Taten, die aus dem Unbewussten erwachsen. Die genauso zu betrachten sind, wie ein Beefsteak in kompositorischer Eintracht mit Pommes frites. Jules Vernes Nautilus und die im Text liegende Kosmogonie zeigt die menschliche Absicht der Aneignung während mit Rimbauds Trunkenem Schiff eine Ich-Identifikation erstarkt, die dann zur Poetik der Erforschung führen kann.

Die mythologische Umdichtung von Geschichte in Natur muss offengelegt werden, Totalität, Kontinuität und natürlich Unüberwindbarkeit der Darstellung und des Denken in der Literatur und deren Wiederholung als Mythos muss aufgeweicht werden im Zufälligen und in der Lust am Schreiben. Barthes bezieht feste Standpunkte, und doch packt man ihn nicht. Auf der Flucht vor der Fixierung oder Vereinnahmung durch eine Ideologie gilt für Barthes die Faszination: Theater, Sprache, Diskurs, Mythos - dann Semiologie und den Mythos als semiologischen System - und das rein Textuelle; wie in ein Bergwerk dringt er in den Text, vorbei an der Bedeutung der Worte, hin zum Signifikanten. Man denke an einen Rosenstrauß: Ich lasse ihn meine Leidenschaft bedeuten. Verleidenschaftlichte Rosen als Geschenk, so ist Barthes und doch weiß er um die begriffliche Herkunft aus Leidenschaft und Rosen.

Mit Sprache umgehen wie mit einer Plastik, so scheint sein Ansinnen. Eine Plastik nicht als Substanz zu betrachten, sondern als Idee und fortan erkennt man sie in ihrer endlosen Umwandlung und doch als sichtbar gemachte Allgegenwart. Sprache wie Plastik als Spur einer Bewegung, darüber zu wissen, ist die Haut der Sprache, ihre Berührung verselbständigt sie in Staunen, Träumen angesichts der wunderbaren Assoziationen und Verbindungen "zwischen der Einzahl des Ursprungs und der Mehrzahl der Wirkungen".

Barthes zu lesen macht Spaß, man spürt, dass seine Mythen als erzählerische Verknüpfung von Ereignissen es auf das Gewöhnliche und nicht auf das Seltene abgesehen haben. Die Welt erscheint selbst im Alltag von der interessanten Seite. Die Theorie am Ende des Buches ist nach wie vor eine gültige. Der Mythos ist formatierter Sinn, wird zum Dieb der primären Sprache und schafft Zeichen und deren Bedeutung. Die Mythologie wird zur Zustimmung der sich schaffenden Welt. Brecht nannte es Einverständnis, eigentlich noch treffender, denn dort ist Verstehen des Wirklichen und Mitwisserschaft mit ihm gegeben. In diesem Sinne sollte man Barthes lesen.
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am 22. Juni 2003
Ich mag (und kann) den "Mythen des Alltags" gar nicht inhaltlich widersprechen. Nur: Barthes Mythen stammen aus dem Frankreich der Fünfzigerjahre, meine sind das hier schon lange nicht mehr. Entweder ich habe schlicht nicht gewusst, von welchen französischen Personen der Autor schreibt, oder seine Gedankengänge kommen mir vor wie schon lange ins allgemeine Gedankengut übergegangen. Auch die ganz offene Verteidigung der Intellektuellen erscheint mir eher überflüssig. Ich war jedenfalls ziemlich enttäuscht von dem - immer wieder hochgelobten - Buch, würde mir eine aktuelle "Neuauflage" (von wem auch immer) jedoch wünschen.
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am 30. Juli 2010
Das ist wirklich ein der Bucher, dass jeder sollte einmal in dem Leben lesen! Der Schlussel zu unserem Alltag.
Roland Barthes untersucht in seinem Buch die auffalligste Elemente der franzosische Gesellschaft seiner Epoche, und dabei enthullt ihre eigentliche Meinung aus ihren ideologischen Schild. Eine wunderbare Analyse der Semiotik von Mythen und Ideologien.
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