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am 8. Januar 2004
Drei der obersten Götter gehen auf eine Reise durch Sezuan mit dem Ziel einen guten Menschen ausfindig zu machen. Ihre Favoritin ist Shen Te, eine Prostituierte, die ihnen Unterkunft gewährte. Als kleines Dankbarkeitsgeschenk erhält sie ein wenig Geld mit dem sie einen Laden eröffnet. Mit dem Erwirtschafteten will sie auch anderen Armen helfen, um vor den Göttern als guter Mensch dazustehen. Leider erweist sich die Aufgabe schwieriger als erwartet und so muss Shen Te zu außergewöhnlichen Mitteln greifen um ihren Laden und die anderen Armen zu retten. Brecht wirft die Frage auf, ob es wirklich möglich ist durch die Befolgung der Gebote, ein guter Mensch zu sein, ohne dass man am Ende als armer Lump dasteht. Ob ein luxuriöses Leben gleichzusetzen ist mit einem schlechten Lebensstil und ob ein Gottesfurcht gleichzeitig Armut bedeutet. Herrlich ist es auch zu erleben, wie schlecht die Götter mit der Kontraproduktivität ihrer Gebote zurechtkommen. Ein Theaterstück, das amüsiert und zum Denken anregt.
Besonders erwähnenswert wäre noch die exzellente Ausgabe die Suhrkamp in ihrer Reihe Basisbibliothek geschaffen hat. Text und Kommentar sind klug und verständlich. Fremdwörter werden sofort erklärt und Zusammenhänge aufgezeigt.
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am 27. März 2002
Bertolt Brecht, Der gute Mensch von Sezuan (1943)
Bertolt Brechts Theaterstück „Der gute Mensch von Sezuan“ ist in wesentlichen Teilen in den Jahren 1938-40 entstanden. Gleich zu Anfang des Buches erscheinen drei Götter auf der Erde. In der Prostituierten Shen Te meinen sie den von ihnen gesuchten guten Menschen gefunden zu haben. Für ihre Gutmütigkeit belohnen sie die Götter mit einer Summe Geld, womit sie sich einen kleinen Tabakladen kauft. Doch für die herzensgute Shen Te entstehen nun erst recht Probleme. Da sie niemandem eine Bitte abschlagen kann und jetzt die Möglichkeit hat, zu helfen, fühlt sie sich auch dazu verpflichtet. Doch wo so grosse Armut herrscht, hilft die Güte eines Einzelnen nicht viel. Als sie nicht einmal mehr ihre Ladenmiete bezahlen kann, sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich in ihren angeblichen Vetter Shui Ta zu verwandeln. Seine Aufgabe ist es, durch Härte und einen gewissen Egoismus Shen Te aus aussichtslosen Situationen, in die sie sich durch ihre Gutmütigkeit gebracht hat, zu befreien.

Die Geschichte erfährt einen Wendepunkt, als Shen Te erfährt, dass sie vom Flieger Sun ein Kind erwartet. Von nun an möchte sie auch gut zu sich selbst sein, vor allem ihres Kindes wegen. Sie muss aufhören, selbstlos zu sein. Deshalb muss Shui Ta ein weiteres Mal erscheinen und den armen Leuten mitteilen, dass sie in Zukunft nur etwas von Shen Te bekommen, wenn sie für sie arbeiten. Alle verdächtigen Shui Ta, Shen Te etwas angetan zu haben. Sie bringen ihn vor Gericht, vor welchem er sich als Shen Te zu erkennen gibt. Die drei Götter, die als Richter agieren, entschuldigen Shen Tes Handeln als Missverständnis, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass es in der von ihnen geschaffenen Welt nicht möglich ist, gut zu anderen und gleichzeitig zu sich selbst zu sein. Der Schluss des Stückes wird wider Erwarten vom Autor offen gelassen, der Zuschauer gar explizit aufgefordert, eine Lösung zu suchen.
Immer wieder zeigt sich, dass die Götter gar nicht an einer Verbesserung der sozialen Missstände interessiert sind, diese gar nicht wahrnehmen und deshalb nicht eingreifen. Die Bedeutung eines Gottes wird somit relativiert. Trotz aller schlechten Erfahrungen und obwohl sie gemerkt haben, dass ihre Gebote tödlich sind, dass die Welt in einem miserablen Zustand, ja sogar unbewohnbar ist, wollen die Götter immer noch nicht eingreifen. Sie zeigen hiermit, dass ihnen das Wohl der Menschen letztlich gleichgültig ist und sie aus egoistischem Interesse handeln.
Die Ursache für die hier aufgezeigte Problematik ist, dass das kapitalistische Denken nur die Versorgung des Einzelnen, nicht aber das Wohlergehen des Kollektivs einschliesst und dass die Besitzenden die Besitzlosen durch Missbrauch christlicher Normen noch besser ausbeuten können. Erst die Fähigkeit zur moralischen Rücksichtslosigkeit ermöglicht Shui Ta, seine Mitmenschen zu missbrauchen und auszunutzen, indem er sie als billige Arbeitskräfte in seiner Fabrik einstellt. Doch Shui Ta ist nur ein kleiner Teil des machthungrigen Systems, in welchem Menschlichkeit, wie sie die Götter fordern, nur noch als Mittel zum Zweck dient.
„Der gute Mensch von Sezuan“ hat uns auf diese heute noch aktuelle Problematik aufmerksam gemacht. Uns erscheint es beinahe unmöglich, für dieses Problem eine Lösung zu finden, obwohl dessen Ursachen bekannt sind. Wir erachten es als unbedingt notwendig, dass der Mensch auch seine eigenen Bedürfnisse achtet, um sich selbst zu schützen und seine Existenz zu sichern.
Dieses Parabelstück ist insofern empfehlenswert, als dass es einfach und verständlich geschrieben ist und trotzdem vieles in uns zu bewirken vermag. Während der Lektüre fühlten wir uns in die Handlung miteinbezogen, litten und freuten uns mit den Figuren. Da das Stück aber in erster Linie für das Theater konzipiert wurde und deshalb viele Regieanweisungen und Anmerkungen des Autors enthält, wurde unser Lesefluss manchmal gebremst. Doch es enthält viele Gedankenansätze, aus welchen wir auch etwas für uns selbst lernen können. Denn Sezuan ist überall auf der Welt ...
Sarah Job & Gianina Toller
Bündner Kantonsschule, Chur
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Der gute Mensch von Sezuan entstand in den Jahren 1938 - 1940. Das Stück wurde als Parabel vorgestellt und 1943 im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Die erste geschriebene Fassung erschien 1953. Die Daten von Entstehung, Aufführung und letztendlicher Publikation verdeutlichen die widrigen Umstände. Der II. Weltkrieg und das Dasein als Exilant erschwerten alles. Bertolt Brecht ließ sich dennoch nicht davon abbringen, ein bis heute virulentes Thema zu erörtern, sondern das in Jahrzehnten gereifte Konzept des epischen Theaters in seiner Komplexität auf die Bühne zu bringen.

Vom Verfremdungseffekt bis hin zu der immer wieder deutlich werdenden Botschaft, dass das ferne chinesische Sezuan stellvertretend stünde für alle Verhältnisse, in denen Ausbeutung und die dazu gehörenden Besitzverhältnisse menschliches Verhalten prädestinieren. Jeder Akt und jede Szene des Stückes stehen für sich selbst und die einzelnen Module sind Bestandteil eines Ganzen. Anhand von Regieanweisungen, Requisiten und schauspielerischen Gesten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um ein Lehrstück handelt, das das Thema diskursiv einkreisen soll und vor allem verhindert, die Zuschauer in das Reich der Illusion entfliehen zu lassen.

Der gute Mensch von Sezuan ist die Prostituierte Shen Te, die durch die unerwartete Gabe von Göttern, die hinunter ins Irdische gekommen sind, um nach einem guten Menschen zu suchen, zu einem kleinen Auskommen kommt. Sie verstrickt sich immer wieder in prekäre Situationen, solange sie als guter Mensch handelt. Ihr Mitgefühl, ihr Altruismus und ihre Solidarität lassen sie immer wieder an den harten Mechanismen der wirtschaftlichen Gesetze scheitern. Jede gute Tat rächt sich an der gänzlich anderen Logik des Kapitalismus. Indem Shen Te gut handelt, untergräbt sie die Wurzeln der eigenen Existenz.

Das alter ego Shen Tes ist Shui Ta, ihr den anderen handelnden Personen vorgespielter Vetter, der, sobald sie entschwindet, das wirtschaftliche Chaos, das sie angerichtet hat, mit der eisernen Logik des Geschäftsmannes wieder in Ordnung bringt. Während Shen Te bei den Bedürftigen zu einem Mythos wird, bringt Shui Ta diese gegen sich auf. Und sobald Shui Ta wieder verschwindet, erscheint der gute Mensch Shen Te.

Die Götter, die weiter auf der Erde herumirren und zusehends von dem Chaos ramponiert daher kommen, werden zusehends zu einem Zeugnis ihrer eigenen Überforderung. Sie verstehen die Welt, an deren Bonität sie glauben wollen, nicht mehr und sind mehr und mehr lädiert wie enerviert.

Der Widerspruch von Shen Te und Shui Ta wird zum Schluss des Stückes aufgelöst, indem sich herausstellt, dass es sich um ein und die selbe Person handelt. Diese Erkenntnis bezieht sich auf die agierenden Personen auf der Bühne, aber nicht auf das Publikum, weil dieses in die Doppelexistenz längst eingeweiht ist. Und die Götter, die von der Gravität der wirtschaftlichen Mechanismen überfordert sind, entfliehen, einen faulen Kompromiss suggerierend, überfordert in die himmlischen Sphären zurück.

Der gute Mensch von Sezuan ist, analog zur Heiligen Johanna der Schlachthöfe, eine dezidierte Religionskritik. Im letzteren Stück wird die Instrumentalisierung des Charity durch die Herrschenden thematisiert, im guten Menschen von Sezuan die Überforderung der Religion bei der Erklärung der kapitalistischen Produktionsweise. Letztere wird auch zum zentralen Thema bei der Erklärung der Dialektik von Gutmenschentum und Ruin. Der gute Mensch kann in den Verhältnissen, so wie sie sind, wirtschaftlich nicht existieren. Und folgt er der wirtschaftlichen Logik, so kann er nicht mehr gut sein. Der gute Mensch von Sezuan bringt diese Aporie auf den Punkt.
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am 30. November 2004
Genau diese Frage wirft der Autor Bertolt Brecht in diesem Theaterstück auf. Drei Götter reisen ins ferne Sezuan, um einen durch und durch guten Menschen zu finden. Nach langem Suchen stoßen sie auf die Prostituierte Shen Te, die mehr an ihre Mitmenschen als an sich selbst denkt. Um Shen Te zu unterstützen, lassen die Götter ihr Geld zukommen, mit der sie einen kleinen Tabakladen kauft. Immer noch möchte sie den Ärmsten helfen und kommt dabei in arge finanzielle Probleme. Zudem erhält sie von den Menschen keine Dankbarkeit, nein, sie wird sogar noch ausgenutzt. Aus dieser ausweglosen Situation heraus kreiert Shen Te die fiktive Person Shui Ta, der das genaue Gegenteil von ihr darstellt. Er ist ein richtiger Kapitalist, er interessiert sich primär für seine eigenen Interessen und nutzt die Menschen zu seinem Vorteil aus. Doch er hat Erfolg und so kommt Shen Te zunehmend in den Konflikt zwischen ihren beiden Hälften.
Aus dieser Personkonstellation heraus entwickelt sich dann ein interessantes Stück, das ein Beispiel für Brechts "episches Theater" darstellt. Die Sprache ist relativ einfach gehalten, so dass man das Stück gut durchlesen kann. Alles in allem also Stoff, der zum Denken anregt. 4 Punkte deshalb von mir.
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am 15. März 2013
"Bosheit ist bloß eine Art Ungeschicklichkeit." Wer das Stück liest kann das fast glauben.
"Ich habe immer gehört, wenn man liebt, geht man auf Wolken, aber das Schöne ist, daß man auf der Erde geht, dem Asphalt. Ich sage euch, die Häusermassen sind in der Frühe wie Schutthaufen, in denen Lichter angezündet werden, wenn der Himmel schon rosa und noch durchsichtig, weil ohne Staub ist."
In einer ärmlichen, traurigen Welt finden die Götter einen guten Mensch und nehmen ihn zum Beweis dass es nicht an der Welt liegen kann, dass die Menschen schlecht sind. Wenn ein guter Mensch zu finden ist, muss es möglich sein!
Die Arme wird von den Göttern großzügig für ein Nachtlager bezahlt und verspricht nun, da sie durch ihre Armut nicht mehr gezwungen ist, sich zu prostituieren, ein besserer Mensch zu sein. Und so gibt sie jedem der sie bittet Unterschlupf und Nahrung und ruiniert sich beinahe selbst.
"Keinen verderben zu lassen, aich nicht sich selber
Jeden mit Glück zu erfüllen, auch sich, das ist gut."
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am 9. Oktober 2002
Es gibt ein Problem auf der Welt: Niemand kann es sich leisten, auf Dauer ein guter Mensch zu sein. Man würde zugrunde gehen. Egoismus ist eine Überlebensfrage. Um dies zu widerlegen, wird in diesem Drama einen guter Mensch gesucht. Brecht zeigt diesen guten Menschen nun mit brillanter Ironie in einer gespaltenen, schizophrenen Rolle, einer Doppelrolle: Shen Te, die nicht Nein sagen kann, die den Armen und Notleidenden zu helfen versucht, sieht sich ausgenutzt und vom Scheitern bedroht. Deshalb verkleidet sie sich als Shui Ta. Dieser Shui Ta, der "Vetter", trifft die harten Entscheidungen, vertritt das eigene Interesse, sichert die Existenz. Es stehen sich also gegenüber: Großzügigkeit, Naivität, Mitgefühl, Sensibilität, Solidarität bis zur Selbstverleugnung, und auf der anderen Seite Egoismus, rationales Denken, Abgrenzung, realistische Distanzierung ohne soziale Schuldgefühle. Brecht zeigt, wie der materielle Erfolg von der letzteren Einstellung, also von einer gewissen Kälte abhängt, und wie aus materiellem Erfolg unternehmerisches Denken bis an die Grenze der Ausbeutung entsteht. Nicht Gut und Böse stehen sich also gegenüber, sondern Solidarität und Brutalität. Die stärkste Szene: Ein hungerndes Kind fischt im Mülleimer - Shen Te hält das Kind ins Publikum und klagt an: So gehen die Menschen mit den Kindern der Menschheit, also mit sich selbst um. Am Ende sagt Brecht, er sehe selbst betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen. Betroffenheit ist die Konsequenz des Stückes - weil der Konflikt zwischen Solidarität und mitleidlosem Eigeninteresse in einer materiell unsicheren Welt unauflösbar ist. Klarer und schärfer als seinen anderen Dramen formuliert Brecht hier den Zweifel an der Möglichkeit humaner Verhältnisse. Es gibt für die Menschheit keinen einfachen Weg zu einer Welt des sozialen Miteinanders.
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am 9. Dezember 2013
Diese kommentierten Ausgaben sind besonders praktisch. Sie enthalten nicht nur das Stück, sondern auch viele Dokumente, die man im Oberstufenunterricht einsetzen kann, neben Worterklärungen, die man ansonsten ja in den Erläuterungen nachschlagen musste. Hier ist alles in einem Band enthalten, auch biografisches
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am 5. Juli 2008
Denkt man an Brecht, spricht man über Brecht, so ist es vor allem seine Lyrik, an die man sich erinnert, die seine literarische Größe ausmacht - Brecht, der "Jahrhundertlyriker", "der" Dichter des 20. Jahrhunderts. Zurecht wird er als großer Lyriker, zurecht gar - trotz Benn und Rilke - als größter des vergangenen Jahrhunderts gefeiert. Über Brechts dramatisches Werk allerdings wissen nur einige Wenige Bescheid - und wenn doch, so ist es vor allem die "Dreigroschenoper", die den meisten geläufig ist. Der Rest sei ja sowieso "sozialistische Propaganda", sowieso "ideologisch verbrämt" - und schon hat man sich die Legitimation geschaffen, Brechts dramatisches Werk nicht kennen zu müssen - anachronistisch sei es, von der Geschichte längst wiederlegt.
Zweifelslos gibt es solche Stücke in Brechts Werk, zweifelslos gibt es einige Dramen, die heute enttäuschen und längst verstaubt sind. Trotzdem gilt die Behauptung, Brecht propagiere nur kommunistische Maximen, nicht als Argument, um die literarische Qualität seiner Stücke zu schmälern. Denn nicht das Theater hat Brecht für den Sozialismus instrumentalisiert, sondern vielmehr den Sozialismus für das Theater; er benutzt ihn als Thema, um sich dramatisch entfalten zu können.
Und einige seiner Stücke sind heute noch so lesenswert wird in jener Zeit, als sie geschrieben wurden, vor allem zwei sind hier zu nennen: "Das Leben des Galilei" und "Der gute Mensch von Sezuan".
"Der gute Mensch..." beispielsweise thematisiert den zeitlosen Konflikt zwischen Individualismus und Kollektivismus, Egoismus und Altruismus, zwischen Selbst- und Nächstenliebe, stellt die Frage, wie weit man sich für andere einsetzen kann, ohne sich selbst dabei zu vergessen; wie weit man sein eigenes Wohl in den Mittelpunkt seines Handelns stellen kann, ohne dabei das Wohl der Gesellschaft zu missachten. Dss Stück stellt die Frage, ob man ein guter Mensch sein kann, ohne dass einem Hilfsbereitschaft und Guthertigkeit letztlich zum Verhängnis werden. Davon ausgehend zeigt Brecht zudem den Kontrast zwischen Schein und Sein, zeigt die Ambivalenz, die Zwiespältigkeit, die jeden Menschen ausmacht.
Dies alles fügt Brecht zusammen zu einer Parabel, die auch heute, obwohl mögliche Antworten auf die gestellten Fragen natürlich nicht in kommunistischen Thesen zu finden sind, vor allem eines nicht ist: anachronistisch.
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am 10. April 2015
Ich musste das Buch für die Schule lesen und es war besser als ich gedacht hätte. Die Handlung ist gut verständlich und sogar spannend. Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an, ob es in unserer Welt überhaupt gute Menschen geben kann.
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am 27. September 2012
Das Stück, eine Parabel, zeigt am Einzelfall des Mädchens Shen Te das allgemeine Gesetz dieser Welt auf, daß es unmöglich ist, "gut zu sein und doch zu leben". Drei Götter durchwandern die Welt auf der Suche nach einem guten Menschen. Sie wollen das Gerücht Lügen strafen, wonach die wirtschaftlichen Bedingungen auf Erden zu unerträglich seien, als daß die Menschen die Gebote der Götter zu befolgen vermöchten."Der gute Mensch von Sezuan" wurde in den Jahren 1938 bis 1940 in der Emigration geschrieben und am 4.2.1943 in Zürich uraufgeführt. Das Stück, eine Parabel, zeigt am Einzelfall des Mädchens Shen Te das allgemeine Gesetz dieser Welt auf, daß es unmöglich ist, "gut zu sein und doch zu leben". Drei Götter durchwandern die Welt auf der Suche nach einem guten Menschen. Sie wollen das Gerücht Lügen strafen, wonach die wirtschaftlichen Bedingungen auf Erden zu unerträglich seien, als daß Menschen die Gebote der Götter zu befolgen vermöchten.

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht, Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, wo er sich die nächsten fünf Jahre aufhielt. Außer Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war. Der Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? aus dem Jahr 1931 ist in der Filmedition Suhrkamp erschienen.
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