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am 1. Januar 2005
Wer neben Brecht einen zweiten Vertreter des epischen Theaters nennen muss, ist zunächst sprachlos. Sagt man ihm dann Peter Weiss herrscht momentan Stille. Tatsächlich ist das Oeuvre Weiss' etwas in Vergessenheit geraten.
Weiss ist einer der wichtigsten, interessantesten und kreativsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit.
Sein beeindruckendes, überwältigendes Dokumentarstück "Die Ermittlung" ist die ehrlichste, erschreckendste und beste literarische Verarbeitung des Terrors der Nationalsozialisten. Absolute Pflichtlektüre.
Doch sein wichtigstes Werk ist "Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats ..." (der gesamte Titel ist wesentlich länger). Ein grandioses, wirksames Theaterstück und eines der wichtigsten Dokumente der 68-er Generation.
Im Irrenhaus Charenton, in dem der Schriftsteller de Sade als Patient sitzt, wird eben jenes Theaterstück aufgeführt, das die Ermordung Marats, einem Führer der französischen Revolution, darstellt. In Szene setzen wird dies eben der Marquis de Sade.
Kernaussage ist die Umstrukturierung der Gesellschaft zu einem gerechten , sprich sozialistischen Staat. Auch stehen sich zwei gänzlich konträre Konzepte gegenüber: Marat, der der Gesellschaft sein Wohl aufzwingen will und Sade, der nur in der Loslösung des Einzelnen aus der Gesellschaft das Heil sieht.
Die Dialoge (allesamt in einer sich reimenden, jambischen, schankhaften Kunstsprache gedichtet) über die Zukunft der Gesellschaft gehören zu den interessantesten und spannendsten des modernen Theaters.
Die teils grotesken, absurden doch dann wieder todernsten Szenen müssen auf der Bühne derart intensiv wirken, dass einem dieses Stück nicht egal sein kann.
Ein absolutes Muss, für alle, die sich für Theater interessieren. Doch auch für jene, denen dieser großartige Schriftsteller (sonst noch ausgezeichnet: "Der Abschied von den Eltern", "Ästhetik des Widerstands") bisher entgangen ist.
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am 1. August 2009
Ermordet wird Marat von Corday, die "geschult an der ekstatischen Versunkenheit ihres Klosterlebens [...], Jean d`Arc und der biblischen Judith gedenkend, [...] sich selbst zu einer Heiligen [macht].'

Eine Heilige ersticht den Heiligen der Revolution. Das ist das Ende eines Stückes, das gegeben wird durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton. Eine Gruppe die - historisch verbürgt - von de Sade geleitet wurde: Das Theater im 'Irrenhaus', das nicht Menschen mit psychischer Beeinträchtigung beherbergte, sondern solche, die Napoleons Regime verschwinden lassen wollte.
Irrenhausatmosphäre, Verfremdungseffekte, Wahnsinn ' Hochspannung

de Sade wohnt dem Mord an Marat bei und resümiert:

"einerseits der Drang mit Beilen und Messern
die Welt zu verändern und zu verbessern
andererseits das individuelle System
kraft seiner eigenen Gedanken unterzugehn
So sehn Sie mich in der gegenwärtigen Lage
immer noch vor einer offenen Frage"

Das Theater im Theater, das Spiel im Spiel, das Peter Weiss in seinem Stück ausstellt, führt vom Mitleiden zum Mitdenken.
Nachdenken über die Frage, wie eine gerechte Gesellschaft entstehen kann.

Die Mörderin Marats sieht auf den vom Terror geschüttelten Straßen von Paris Kinder mit Spielzeugguillotinen spielen und fragt sich:

"Was sind dies für Kinder
die wissen
mit solchem Spielzeug kunstfertig umzugehn
und wer spricht die Urteile
wer spricht die Urteile"

Mara hält dagegen:

'Es zeigte sich mir dass es galt
das Gesetz zu brechen mit Gewalt
und jene zu stürzen die dick und breit
dasitzen in geheuchelter Sicherheit'

Nachdenken also über die Frage einer gerechten Gesellschaft. Peter Weiss Stück lohnt sich zu lesen, weil es keine fertigen Antworten gibt, sondern um Fragen kreist, die den Menschen auch heute angehen.
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In Peter Weiss' Stück trifft die berüchtigtste Figur der Französischen Revolution auf die schillerndste. Mit den fiktiven Gesprächen zwischen dem Marquis de Sade und Jean Paul Marat wurde eine der Kernfragen der 68er-Generation vorweggenommen: Muss man auf dem Weg zu individueller Freiheit zuerst die äußeren Umstände ändern? Oder gilt es, unabhängig von den politischen Verhältnissen die Gefängnisse des Innern" zu sprengen? In Marat/Sade ist Marats Position am Ende knapp überlegen. Allerdings bleibt die Frage, ob die soziale Revolution auch mit Gewalt erkämpft werden darf, unbeantwortet. Durch seine Offenheit lässt das Stück zahlreiche Interpretationen zu. Fruchtbare Denkanstöße bietet es nicht nur für die Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution oder mit den Erfahrungen der 68er, sondern auch für die Bewertung aktueller Entwicklungen - sei es des islamistischen Terrors oder der Demokratiebewegung in Nordafrika.
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De Sade führt im Irrenhaus Marats Tötung auf, ein Stück im Stück. Dies gibt dem Autor Peter Weiss (Ästhetik des Widerstands) die Möglichkeit, über Gewalt und Widerstand zu sinnieren und den Protagonisten Marat und Sade Pathos bzw. Zynismus in den Mund zu legen.

Marat / Sade entstand bis 1964, also noch kurz vor der großen Welle der Studentenproteste, doch bereits in unruhiger Zeit. 1966 kriegte das Stück den US-Theaterpreis Tony Award. Es ist schon etwas betont intellektuell: ständig wird man aus dem Mitverfolgen herausgeholt, die Sprache wirkt teils künstlich, es war vielleicht auch dadurch anregend. So umgehauen hat es mich gleichwohl nicht; ob ich es je ein zweites Mal lesen werde, wage ich zu bezweifeln. Drei bis vier Sterne.
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am 11. Mai 2011
P. Weiss mag ja einer "der großen" sein aber ich muss ehrlich gestehen, das ich mit diesem Werk etwas zu kämpfen hatte und das bei nur 115 Seiten. Da ich es aber für die Uni lesen musste bin ich auch nicht drumherum gekommen.

Zusammenfassend:
Aufgebaut ist das Werk wie die meisten Suhrkamp Erscheinungen als "Theaterstück" - man hat die einzelnen Dialoge der Personen, sowie deren Handlung im Buch genau im Buch stehen. Der Stil mit dem das ganze verpackt ist, ist gewöhungsbedürftigt. Fakt ist das ich über andere Internetquellen mehr über die Personen erfahren habe als beim Lesen des Stückes. Von daher würde ich jedem der das liest ersteinmal eine kleine Recherchestunde nahelegen, indem man sich über die frz. Revolution und deren Nachwirkungen (politisch, historisch, gesellschaftliche Theorien wie Realismus, Liberalismus und die Gesellschaftsstukturen an sich - etc.) kurz einliest: sprich von 1789 bis zu Napoleon Bonaparte!

Auch die Kommentare und Beschreibungen am Schluss bieten mehr Informationen über die Figuren im Stück und deren Rolle zu dieser Zeit als im eigtl. Stück selber!

Fazit:
Wer sich das Buch so zulegen möchte um etwas für seine Bildung zu tun, der sollte sich das Werk ersteinmal im Laden, bei Freunden etc. ansehen bevor er es kauft - allen anderen die es vielleicht lesen müssen sollten die Tipps oben berücksichtigen und sich in Sachen "Geschichte" etwas einlesen.
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am 7. November 2013
Diese Ausgabe ist mir seit langem bekannt; Daher gab es natürlich keine Überraschungen. Das Buch sollte lediglich ein Geschenk sein
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am 4. November 2008
Mein Deutsch-LK-Lehrer präsentierte uns dieses Werk in Auschnitten, bevor wir es ganz lasen. Schon nach wenigen Seiten war ich fasziniert von der Schreibweise und der extrem guten Darstellung der Begebenheiten!!!!
Super!!!!
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am 8. Februar 2010
ständige Erläuterungen - selbst zu den bekanntesten und einfachsten Wörtern - sind überflüssig und stören mit der Zeit
ein langwieriges, spannungsloses und nicht sehr packendes Buch
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am 8. September 2001
Nach diesem Stueck ist man hellwach und erschuettert..Man sieht sich an tiefe Zweifeln ausgesetzt ueber die Moeglichkeit ueberhaupt zu aendern, ja fast wuerde man glauben, ein solcher Wuensch waere grad ein Abzeichen der Unvernunft...
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