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Kundenrezensionen

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am 20. April 2017
Mussten wir von der schule bestellen, hab ich aber letztlich sowieso gelesen. Genau das wonach es aussieht. Reclam ist halt top
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am 8. März 2016
Das Buch war leicht vergilbt und hat abeknickte Ecken. In dem Buch 📖 gab es zudem Stellen, welche viel Schrift von dem Vorbesitzer beinhaltete und Markierungen mit einem Marker. Das Buch war als sehr gut vermarktet worden.
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am 22. Juli 2016
Als heute morgen das Buch "In der Sache J. Robert Oppenheimer" mit der Post ankam dachte ich es wäre ein Scherz. Ich habe das Buch am 12.01.2016 für den Deutschunterricht bestellt und heute, am 22.07.2016 - 7 Monate und 10 Tage später, kam das Buch an. Schönen Dank auch, die Klausur darüber ist längst geschrieben und ich musste mir die Lektüre anderweitig bestellen. Schlechter Service !!
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Der Physiker J. Robert Oppenheimer ist als "Vater der Atombombe" international bekannt. Zusammen mit anderen Physikern entwickelte er diese ab 1942 in Los Alamos. Die A- als auch die H-Bombe wurde jeweils auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Obwohl Oppenheimer den USA mit seinen Atombomben zur Aufrüstung verhilft, plagen ihn mit der Zeit moralische Skrupel. Als er sich entschließt, das Aufrüsten durch Atombomben zwischen der Sowjetunion und den USA zu kontrollieren, stellt man ihn als "Verräter des Landes" vor ein spezielles Gericht. Ein weiterer Aspekt, der gegen ihn spricht, ist seine kommunistische Vergangenheit. Vor den Mitgliedern des Sicherheitsausschusses, muss er sich rechtfertigen...

Obwohl das Stück das dokumentarische Theater repräsentiert, muss man vorweg erwähnen, dass Kipphardt einige Veränderungen vorgenommen hat, sodass das Stück von den wirklichen Ereignissen 1954 zum Teile abweicht. Beispielsweise wurden 40 Zeugen vernommen, im Stück muss man sich aber nur mit 6 Zeugen begnügen. Kipphardt wollte keine Abschrift von dem 3000-seitigen Protokoll der Verhandlungen erstellen, sondern ein Theaterstück mit Sinntreue, da die Worttreue den Rahmen für ein Theaterstück eindeutig gesprengt hätte. Andere Abweichungen, sind z.B., dass das Schlussplädoyer im Original von Oppenheimers Anwalt Garrison und nicht wie im Stück von seinem Anwalt Marks verlesen wurde, oder, dass Oppenheimer das im Stück so relevante Schlusswort nicht in Wirklichkeit ausgesprochen hat.

Hauptsächlich geht es in Kipphardts Stück aber um Fragen der Ethik, der Wissenschaft und der eigenen Rechte und Pflichten. Obwohl Oppenheimer die Bombe baut, die USA damit unterstützt, plagen ihn die Zweifel am Atombombenprojekt. Er hat das Ziel "Hiroshima" und "Nagasaki" für den Abwurf nicht ausgesucht, sondern erstellte mit anderen Pyhsikern eine Liste von Orten auf der Welt, die für eine Detonation geeignet erschienen, Orte an denen aber auch Menschen wohnen sollten mit Holzhütten, um die Wucht der Explosion messbar und deutlich zu machen. Darf man als Physiker weiter an einer Atombombe basteln, obwohl diese in falsche Hände geraten und somit Tausende Menschen- und Tierleben zerstören kann? Muss man seine Pflicht als Physiker weiterhin erfüllen, indem man neue wissenschaftliche Erkenntnisse schließt, die verheerende Folgen bei falscher Handhabung auslösen könnten? Darf man sich als Physiker dagegen auflehnen, indem man den Bau und die Planung von Atombomben verlangsamt, ja sogar stoppt? Ist man nicht seinem Lande verpflichtet, wenn man über wichtige Informationen verfügt, die nur wenige Menschen auf der Welt kennen? Das Stück wirft viele Fragen auf, auch gibt es diese Fragen an den Leser weiter. Physiker machen nur ihren Beruf, und wenn sie eben etwas entdecken, das gefährliche Auswirkungen hat, dürfen sie es der Welt nicht vorenthalten, aber sie müssen versuchen, dass dieses "Etwas" nicht in falsche Hände gerät, sofern es ihnen möglich ist, dies zu bestimmen. Verantwortlich gemacht werden sollten also eindeutig Machthaber oder Politiker, die bewusst Atombomben einsetzen um die Natur zu zerstören, anstatt Atomenergie in Kernenergie für nützliche, alltägliche Zwecke umzuwandeln und zu gebrauchen. Es ist also im Stück und war auch in der Realität Oppenheimers freiwillige Entscheidung nicht mehr am Bau von Atombomben mitzuwirken, sondern künftig nur noch in Lehre und Forschung zu fungieren.

Fazit: Lesenswertes Theaterstück, durch das man auch mal eine andere Form von Theater (das dokumentarische) entdecken kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 21. Mai 2013
Die unselige McCarthy-Ära anfangs der 50er Jahre und ihre Hysterie, die in nahezu jedem einen Kommunisten und Verräter sah, wird hier unter Verwendung der Originalprotokolle der Anhörung Oppenheimers - immerhin der <Vater der Atombombe> - in der Auswahl Kipphardts, der auch in den Zwischentexten kommentiert, fassbar und verständlich dargeboten.
Die Fragen, die hier diskutiert werden, sind an sich zeitlos: Welche Verantwortung hat ein Wissenschaftler für sein Tun? Wem schuldet er (mehr) Solidarität: seinen Verwandten, Freunden usw. oder seinem Staat? Darf er sich völlig heraushalten aus der Politik und so tun, als ginge ihn das nichts an? - (Vgl. auch: >Die Physiker> oder >Galileo Galilei>)
Wenn man dann andere Namen kennt, die damals vor diesem Ausschuss verantworten mussten, wie Brecht, Chaplin, Mann u.andere, andererseits die Spionagetätigkeit (beider Seiten) bedenkt und den Kalten Krieg mit einbezieht, so zeigt sich erst vder gesamte brisante Zeithintergrund. Oppenheimer hat übrigens nach anfänglichem Unbehagen an der einen oder anderen Stelle seinen Frieden mit dem historischen Drama gemacht und keinen Widerspruch gegen bein Aufführung in den USA eingelegt.
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Februar 2014
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung. Sie ist durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet. Umgangssprachlich wird „schizophren“ gelegentlich synonym zu „widersprüchlich“, „ambivalent“, „inkonsequent“ oder „absurd“ verwendet. Das vorliegende Buch von Heinar Kipphardt ist eine Meisterstunde schizophrener Wirklichkeit.

Schuld und Sühne: "Wir Wissenschaftler sind in diesen Jahren an den Rand der Vermessenheit geraten. Wir haben die Sünde kennengelernt." (S.16) Das war der Entwurf, Bau und Einsatz der Atombombe. "Hat Los Alamos die Physik in eine militärische Disziplin verwandelt?" (S.26) Das ist eine Frage, die sich die Chemie spätestens nach dem Ersten Weltkrieg und den dort angelegten Giftgasfeldzügen gestellt hat. "Es ist nicht die Schuld der Physiker, dass gegenwärtig aus genialen Ideen immer Bomben werden." (S.89) Das ist der Versuch, die Ursache ohne ihre Folgen zu betrachten. "Wir haben die Arbeit des Teufels getan, und wir kehren nun zu unseren wirklichen Aufgaben zurück." (S.148) Das ist der Versuch, sich von der Vergangenheit zu befreien. Jedoch bewegt sich Wissenschaft und Wissenschaftlicher seit jeher in diesem Spannungsfeld zwischen Erkenntnisfortschritt und daraus folgendem, moralischem Rückschritt.

Abbitte und Ablass: "Wenn wir unsere Freiheit erfolgreich verteidigen wollen, so müssen wir bereit sein, auf gewisse Freiheiten zu verzichten." (S.65) "Wir sind in unserer Geschichte an einem Punkt angelangt, wo wir erkennen müssen, dass unsere Freiheit ihre Preis hat, und es ist die geschichtliche Notwendigkeit, die es uns nicht erlaubt, irgendeinen Menschen, und wäre es der verdienstvollste, einen Rabatt darauf zu gewähren." (S.137) "Soll der moderne Staat der totale Überwachungsstaat sein?" (S.34) Diese schizophrene Beziehung zwischen Staat und Staatsbürgern ist kein Ergebnis unserer Zeit. Es ist vielmehr ein notwendiger Ablasshandel. Es ist die Abbitte, die eine entgrenzte Wissenschaft leisten muss.

"Aber man muss Verhaltensweisen aus ihrer Zeit begreifen." (S.74) Ist es wirklich eine Frage der historischen Perspektive, ob die Atombombe gut und die Wasserstoffbombe schlecht ist? Ob die Entwicklung einer Waffe gut und nur der Einsatz schlecht ist? In diesem Buch finden sich auch etwa 60 Jahre nach den Geschehnissen noch immer unbeantwortete Fragen. Lesenswert!
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am 21. September 2015
Zu Zeiten des dräuenden Atomtods und der Aufarbeitung respektive Abrechnung mit der McCarthy-Ära war das Stück brisant, beliebt und ein Lehrstück: Kritik an der Sinnhaftigkeit der nuklearen Abschreckungsdoktrin, der Lauterkeit der Amerikaner und ihrer Demokratie und der Atomforschung als Wesensbestandteil des Militärisch-Industriellen Komplexes.
Ein par Jahrzehnte weiter, die Welt ist keineswegs friedlicher noch vernünftiger geworden, spielt dieses Stück keine bedeutende Rolle mehr an den Bühnen und in den Bücherregalen. Der Systemgegensatz als Rüstungsursache scheint bereinigt (trotz erneut aufziehender dunkler Wolke aus Richtung Moskau) und neue Feinde und Unsicherheiten (Islam) mögen heute auf den ersten Blick nichts mit der Abschreckungsgedanken von einst zu tun zu haben.
Gleichwohl bleibt das Stück aus vielerlei Gründen aktuell. Die Kernwaffenarsenale sind nach wie vor gut gefüllt und nun auf das eine und andere Land mehr verteilt. Die tumben Atombomben der 1950er bis 80er Jahre sind nun »intelligenten« Waffensystemen nuklearer Provenienz gewichen. Und nach wie vor basteln genügend Physiker unter der Leitung von Technokraten in Politik und Industrie an Massenvernichtungsinstrumenten. Und »Sicherheit« ist nach wie vor Thema und »Unthema« zugleich. Ja, die allgegenwärtige »Sicherheitsproblematik« bestimmt den Alltag der Politik in den westlichen Ländern, und auf dem Altar der »Sicherheit« drohen Freiheit, Liberalität und Demokratie geopfert zu werden. So klingt der Satz von Oppenheimer (S. 34) heute noch so aktuell wie vor vielen, vielen Jahren: »Ich weiß. Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.«
Das Stück, basierend auf den originalen (gekürzten) Vernehmungsprotokollen des Untersuchungsausschusses von 1954 sollte die politische Zuverlässigkeit des Physikers und Atombombenentwicklers Oppenheimer prüfen, ob dieser zukünftig an der Atomforschung der USA mitwirken könne. Vor allem die Oppenheimer gegenüber »kritischen Zeugen«, allen voran Edward Teller, sorgten für den Vertrauensentzug der US-Regierung gegenüber Oppenheimer (auch wenn er später rehabilitiert wurde) und für seine Demissionierung von allen Projekten atomarer Forschung.
Zweifellos macht das Stück deutlich: Oppenheimer ist ein freundlicher Zeitgenosse, ein kluger Kopf, ein Intellektueller mit einer Schwäche für linkes Gedankengut von Freiheit und Gleichheit, ein netter Kerl, umgänglich und freundlich, hilfsbereit und verbindlich, gelegentlich recht witzig. Teller, vielleicht der Hauptzeuge der »Anklage«, dagegen: ein kühler Denker, kalter Krieger, autistisches Genie mit Gehabe und Hang zur Selbstüberschätzung, politisch einfach gestrickt aber wirkungsvoll, immer auf seine Vorteile aus, ein Denunziant.
Kipphard gelingt es mühelos, dass das Publikum sich schnell mit dem sympathischen Oppenheimer solidarisiert und den Kotzbrocken Teller ablehnt. Aber Vorsicht. Hier wird das Publikum emotional genasführt und läst sich einnehmen. Oppenheimer ist und bleibt der Vater der Atombombe, der seinen Impetus zunächst aus einem quasi apolitischen Antinazismus erleiten mochte und dennoch die japanischen Abwurfziele auskundschaftete. Es war ihm klar, was er tat, und er tat um der Möglichkeit wegen das zu schaffen, was wissenschaftlich machbar und denkbar war. Eine törichte Einstellung? Ja, gewiss auch das. Aber vor allem eine selbstvergessene und egozentrische. Der kühle Teller hingegen, Vater der Wasserstoffbombe, war aus keinem anderen Holz geschnitzt. Nur, Teller machte sich nichts vor: Besser wir (die Amerikaner) als die anderen (die Russen). Das ist zwar eine schlichte Einstellung, aber immerhin die berechenbarere. Letztlich bleiben beide Kinder ihrer Forschung, Gefangene ihrer eigenen Wissenschaftshybris und Werkzeuge einer zwangslogischen und inhuman Militärpolitik.

Ein wichtiges Buch und leicht lesbares Stück, das von seiner Bedeutung auch heute nichts eingebüsst hat. Unbedingt lesen!
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am 21. September 2015
Zu Zeiten des dräuenden Atomtods und der Aufarbeitung respektive Abrechnung mit der McCarthy-Ära war das Stück brisant, beliebt und ein Lehrstück: Kritik an der Sinnhaftigkeit der nuklearen Abschreckungsdoktrin, der Lauterkeit der Amerikaner und ihrer Demokratie und der Atomforschung als Wesensbestandteil des Militärisch-Industriellen Komplexes.
Ein par Jahrzehnte weiter, die Welt ist keineswegs friedlicher noch vernünftiger geworden, spielt dieses Stück keine bedeutende Rolle mehr an den Bühnen und in den Bücherregalen. Der Systemgegensatz als Rüstungsursache scheint bereinigt (trotz erneut aufziehender dunkler Wolke aus Richtung Moskau) und neue Feinde und Unsicherheiten (Islam) mögen heute auf den ersten Blick nichts mit der Abschreckungsgedanken von einst zu tun zu haben.
Gleichwohl bleibt das Stück aus vielerlei Gründen aktuell. Die Kernwaffenarsenale sind nach wie vor gut gefüllt und nun auf das eine und andere Land mehr verteilt. Die tumben Atombomben der 1950er bis 80er Jahre sind nun »intelligenten« Waffensystemen nuklearer Provenienz gewichen. Und nach wie vor basteln genügend Physiker unter der Leitung von Technokraten in Politik und Industrie an Massenvernichtungsinstrumenten. Und »Sicherheit« ist nach wie vor Thema und »Unthema« zugleich. Ja, die allgegenwärtige »Sicherheitsproblematik« bestimmt den Alltag der Politik in den westlichen Ländern, und auf dem Altar der »Sicherheit« drohen Freiheit, Liberalität und Demokratie geopfert zu werden. So klingt der Satz von Oppenheimer (S. 34) heute noch so aktuell wie vor vielen, vielen Jahren: »Ich weiß. Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.«
Das Stück, basierend auf den originalen (gekürzten) Vernehmungsprotokollen des Untersuchungsausschusses von 1954 sollte die politische Zuverlässigkeit des Physikers und Atombombenentwicklers Oppenheimer prüfen, ob dieser zukünftig an der Atomforschung der USA mitwirken könne. Vor allem die Oppenheimer gegenüber »kritischen Zeugen«, allen voran Edward Teller, sorgten für den Vertrauensentzug der US-Regierung gegenüber Oppenheimer (auch wenn er später rehabilitiert wurde) und für seine Demissionierung von allen Projekten atomarer Forschung.
Zweifellos macht das Stück deutlich: Oppenheimer ist ein freundlicher Zeitgenosse, ein kluger Kopf, ein Intellektueller mit einer Schwäche für linkes Gedankengut von Freiheit und Gleichheit, ein netter Kerl, umgänglich und freundlich, hilfsbereit und verbindlich, gelegentlich recht witzig. Teller, vielleicht der Hauptzeuge der »Anklage«, dagegen: ein kühler Denker, kalter Krieger, autistisches Genie mit Gehabe und Hang zur Selbstüberschätzung, politisch einfach gestrickt aber wirkungsvoll, immer auf seine Vorteile aus, ein Denunziant.
Kipphard gelingt es mühelos, dass das Publikum sich schnell mit dem sympathischen Oppenheimer solidarisiert und den Kotzbrocken Teller ablehnt. Aber Vorsicht. Hier wird das Publikum emotional genasführt und läst sich einnehmen. Oppenheimer ist und bleibt der Vater der Atombombe, der seinen Impetus zunächst aus einem quasi apolitischen Antinazismus erleiten mochte und dennoch die japanischen Abwurfziele auskundschaftete. Es war ihm klar, was er tat, und er tat um der Möglichkeit wegen das zu schaffen, was wissenschaftlich machbar und denkbar war. Eine törichte Einstellung? Ja, gewiss auch das. Aber vor allem eine selbstvergessene und egozentrische. Der kühle Teller hingegen, Vater der Wasserstoffbombe, war aus keinem anderen Holz geschnitzt. Nur, Teller machte sich nichts vor: Besser wir (die Amerikaner) als die anderen (die Russen). Das ist zwar eine schlichte Einstellung, aber immerhin die berechenbarere. Letztlich bleiben beide Kinder ihrer Forschung, Gefangene ihrer eigenen Wissenschaftshybris und Werkzeuge einer zwangslogischen und inhuman Militärpolitik.

Ein wichtiges Buch und leicht lesbares Stück, das von seiner Bedeutung auch heute nichts eingebüsst hat. Unbedingt lesen!
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am 15. Juni 2001
Grundlage von Kipphardts Drama sind die Originalprotokolle des Ausschusses der Atomenergiekommission, der dem Erfinder der Atombombe, J. Robert Oppenheimer, 1954 die Sicherheitsgarantie entzog. Kipphardt gelang es -auch durch Umformulierungen- die zentralen Gesichtspunkte dieses historischen Prozesses auf eine -sowohl inhaltlich als auch erzähltechnisch- hervorragende Art und Weise herauszuarbeiten. Es sind die -jetzt wie damals- hochaktuellen Fragen nach Gefahren und Möglichkeiten der Atomenergie, nach der Rolle der Wissenschaft und der Wissenschaftler in der Gesellschaft, nach dem schwierigen Abwägen nationaler und internationaler Bedürfnisse, deren nähere Beleuchtung alleine dieses Werk sehr lesenswert machen. Im Zentrum aber steht die durchaus tragische Figur Oppenheimers, der Opfer der Kommunistenhysterie der McCarthy-Zeit wurde. Dadurch, daß Kipphardt die Zeugenaussagen so arrangiert, daß jeweils ein Zeuge "für" Oppenheimer den vorangegangenen Zeugen "gegen" Oppenheimer widerlegt, gelingt Kipphardt trotz aller objektiven Sinntreue bei der Widergabe der Aussagen ein Plädoyer für Oppenheimer, welches aus unserer heutigen Sicht mit Sicherheit die richtige Einstellung zu dem Verfahren darstellt. Ich halte das Werk als Ganzes für eines der bedeutendsten Werke der deutschen Nachkriegsliteratur.
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am 28. Oktober 2006
Kipphardts Theaterstück dokumentiert in hoher sprachlicher Klarheit und Einfachheit die an sich politisch motivierte Gesinnungsuntersuchung gegen den Physiker J. Robert Oppenheimer, auf deren Hintergrund die Frage nach der ethischen Verantwortung, den Skrupeln und dem Realisierungswahn technischer Machbarkeiten bei der Herstellung der Atombombe von Hiroshima und Nagasaki zum Thema wird. Frage an Dr. Bethe: „Welche Wirkung hatte Hiroshima auf die Physiker in Los Alamos?“ Dr. Bethe: „Wir hatten einige Jahre unter harten militärischen Bedingungen gearbeitet, und niemand von uns hatte die Folgen wirklich bedacht. Hiroshima konfrontierte uns mit diesen Folgen, und niemand konnte fernerhin an diesen Waffen arbeiten ohne zu bedenken, dass sie auch verwendet würden.“ Frage an Dr. Bethe: „Gingen Sie später nach Los Alamos zurück?“ Dr. Bethe: „Ja. Als der Krieg in Korea ausgebrochen war. Ich arbeitete dort, bis wir die (Wasserstoffbombe) getestet hatten.“ Frage: „Hatten Sie in dieser Zeit moralische Skrupel, an der Wasserstoffbombe zu arbeiten?“ Dr. Bethe: „Sehr starke. Ich habe sie noch. Ich habe geholfen sie zu machen, und ich weiß nicht, ob es nicht ganz falsch war, das zu tun. (…) Ich ging in der Hoffnung, dass sie sich als nicht herstellbar erweisen möge.“(S. 114f). Es ist eine Diskussion und bleibt eine, die uns noch heute in Atem hält, die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaftler und den ethischen Skrupeln der Menschheit gegenüber sich selbst und ihrem Jahrhunderte währenden Projekt der Aufklärung, die auf tödliche oder heilsame Art und Weise die Antwort geben muss und wird: was Wissenschaft erforschen darf oder muss und was technisch für den Fortschritt nutzbar gemacht werden soll - ja, was Fortschritt überhaupt ist. Dazu Dr. Teller: „Ich meine, dass Entdeckungen weder gut noch böse sind, weder moralisch noch unmoralisch, sondern nur tatsächlich. Man kann sie gebrauchen oder missbrauchen. Den Verbrennungsmotor wie die Atomenergie. In schmerzhaften Entwicklungen haben es die Menschen schließlich immer gelernt, sie zu gebrauchen.“ (S. 108). Und wir stellen uns heute die aus dieser Ansicht sich ergebende Frage, die vielleicht nur eine vernichtende Antwort kennt: Gilt das auch angesichts der Gefahren der Schmutzigen Bombe in Terroristenhand oder den neuen, militärisch aufstrebenden Nuklearstaaten, also in Zusammenhang mit Ländern, in denen die Bevölkerung in politischer Unfreiheit, religiöser Intoleranz und Armut lebt? Dr. Teller dazu: „Wenn wir vor dem temporären Aspekt der Entdeckungen, ihrer Zerstörungskraft, zurückschrecken, (…) werden wir auf halbem Wege stecken bleiben und in den Schwierigkeiten versinken, die unsere Entdeckungen in die Welt gebracht haben.“ Und weiter: „(…) ich hoffe aber, es kommt die Zeit, da man in mir einen Friedenstreiber sehen wird, da der übergroße Schrecken unserer Vernichtungswaffen den Krieg als klassisches Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele definitiv disqualifiziert haben wird.“ Evans entgegnet ihm: „Im Erlebensfalle, Dr. Teller, wie es im Versicherungsgeschäft heißt. Wir sollten doch vielleicht bedenken, dass die Menschheit im Falle, dass Ihre Prognose nicht stimmt, keine Korrekturmöglichkeit hat. Das ist neu.“ (S. 110f). Also ein Buch, das nichts von seiner erschreckenden Aktualität eingebüßt hat!
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