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am 12. November 2016
Der viel zitierte und hochgelobte Aufsatz – etwas über 70 Seiten – ist 1936 in der Zeitschrift für Sozialforschung erschienen. Benjamins literatur- und kunsttheoretische Schriften wie seine soziologisch-kulturwissenschaftlichen und philosophischen Arbeiten hatten zu Lebzeiten wenig Resonanz. Seinen Lebensunterhalt bestritt er teilweise durch Übersetzungen französischer Literatur, etwa Baudelaire und Marcel Proust. Eine akademische Karriere schien unerreichbar. Er promovierte mit Auszeichnung, seine Habilitationsarbeit aber „Ursprung des deutschen Trauerspiels“ wurde abgelehnt. So blieb er freier Schriftsteller. Erst nach dem Krieg in den 70ger und 80ger Jahren ( Benjamin hatte 1940 auf der Flucht in Spanien Selbstmord begangen) geriet der Theoretiker und Philosoph Benjamin durch die engagierte editorische Arbeit seiner früheren Freunde und Kollegen Theodor W. Adorno und Gershom Scholem wieder ins Bewusstsein all derer, denen Interessen an gesellschaftlichen und philosophischen Fragen und eine Sympathie für das Frankfurter Institut für Sozialforschung gemeinsam sind.
Benjamin betrachtet Veränderungen von Kunst, Kunstwirkung und –rezeption im Fortgang der Geschichte. Dieser Fortgang reicht gedanklich, ohne dass auf historische Details eingegangen wird, von der mythischen oder später religiösen Idolisierung des Kunstwerks, welche es kultisch wahrnimmt bis zum Film, der weder religiös-mythische noch die im 19 Jahrhundert entstandene säkularisierte, ekstatische Verehrung (l'art pour l'art) auf sich zieht, sondern nur noch der zerstreuten, raschen Prüfung und Taxierung der Massen anheimgegeben ist. Auf der Beschreibung dieses Weges und seiner im übrigen vorsichtigen Bewertung, die nicht in schnellen Kulturpessimismus abgleitet, wird Bekanntes und Plausibles aber auch innovativ und perspektivisch überraschend Gedachtes vorgestellt und einige Begriffe geprägt wie Kultwert und Ausstellungswert eines Kunstwerkes oder seine Aura, die es als reproduziertes Werk verliert.
Anschaulich und gut nachvollziehbar ist sein ausführlicher Vergleich von eigentlich Unvergleichlichem – der herkömmlichen Bühnenaufführung eines Schauspiels mit seiner unmittelbaren Interaktion von Schauspieler und Publikum und den völlig anderen Bedingungen filmischer Produktion, in welcher die Wirkung der Schauspieler und des Schauspiels auf die Zuschauer eine vermittelte ist. Vermittelnd zwischen Schauspieler und Publikum steht ein hochkomplexer Apparat, der Kamera, Kameraführung und Fahrten
( Totale oder Close-up), Lichtregie, Ortwechsel sogar von drinnen nach draußen, besonders aber fast beliebig viele Wiederholungen, Schnitte und Montagen erlaubt. Dieses eigengesetzliche Instrumentarium, das mit den bescheidenen Möglichkeiten der Kulissen, Masken und Scheinwerfer des Theaters fast nichts mehr zu tun hat, verändert das Spielen und die Persönlichkeit der Schauspieler ebenso wie Geschmack und Rezeptionsgewohnheiten des Publikums.
Neben den zahlreichen eigenen Betrachtungen und Analysen werden kunst- und „medientheoretische“ Ausführungen zitiert. Diejenigen Duhamels eher kritisch und distanziert, der den Film hasst und ihn für einen Zeitvertreib für Heloten und Zerstreung für ausgelaugte, elende Kreaturen hält und diejenigen Aldous Huxleys, der sich sehr weitgehende und letztlich aktuelle Gedanken zum Thema der künstlerisch-kreativen und schreibenden Ermächtigung eines jeden oder zumindest sehr vieler durch die Demokratisierung der Kulturtechniken und des Informationszugangs und ihrer Auswirkung auf die Qualität der Produkte macht (lange vor Internet und social media ).

Zusammenfassend wäre zu sagen: es werden eine ganze Reihe bedeutsamer kunst- und medientheoretischer Fragen formuliert und teilweise beantwortet, die 80 Jahre später sehr viel brisanter geworden sind und von deren Ausprägung sich Benjamin und seine Zeitgenossen keine Vorstellung machen konnten. Umso bemerkenswerter, dass ohne Kenntnis der heutigen Exzesse viel Grundsätzliches und Grundlegendes dazu gesagt worden ist, das auch für die Gegenwart Bedeutung behält. Kritisch könnte man bemerken, dass hie und da Beobachtungen, die richtig sein mögen, doch nicht ganz ohne Gewalt und fragwürdige Metaphorisierung zur Gesetzmäßigkeit geschmiedet werden. Dass seine Liebe zum und Hoffnungen auf den Marxismus vor allen Dingen im Vor- und Nachwort, aber auch im Hauptteil in den zarten Erwartungen an eine Kultur der Massen durchschimmert, soll nur nebenbei erwähnt werden.
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am 26. Januar 2016
Ein wirklich nicht leicht zu lesendes Buch. Herr Benjamin schreibt teilweise wie im Rausch, scheinbar unscharf aber doch mit klarem Fokus. Erst nach mehrmaliger Lektüre offenbart sich die komplexe Bedeutung.
Sehr interessant und durch die kompakte Bindung leicht zu lesen.
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am 20. Januar 2017
das buch ist ein klassiker. das wirklich erstaunlich ist aber, dass man diesen text immer wieder neu liest... angeschts der aktuellen medienentwicklung, der diskussion um social media und fake news, kann man die frage benjamins nach dem "original" neu stellen - dem original der realität als referenz. wenn man das buch also im aktuellen kontext neu deutet, kommt man zu erstaunlichen erkenntnissen, auch wenn ich nicht alle schlüsse von benjamin zu kino und kunstwerk teile.
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am 28. April 2015
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ist meiner Meinung nach Pflichtlektüre für jeden, der sich ernsthaft mit der Bedeutung von Kunst bzw. Kunstwerken auseinandersetzt. Als Fotograf habe ich eine neue Sichtweise zum Thema Darstellung und Wirkung meiner Fotografie erhalten. Dieses Bewusstsein fließt nun stets in meine Arbeiten ein. Der Philosoph Walter Benjamin vertritt die These, dass modernere Darstellungsmöglichkeiten wie z.B. Druck und z.B. die in den 30er Jahren stramm wachsende Nutzung von Fotografie und Bewegtbild die Wahrnehmung von Bildern verändern und ein Wandel in der Gesellschaft stattfindet, weil die Darstellung der Wirklichkeit sich durch die Reproduktionsmöglichkeit verändert. Ein Phänomen der Reproduzierbarkeit sei der Verlust der Aura einer Abbildung durch diese Prozesse.

Keine leichte Kost, aber wie eingangs beschrieben ein Muss für jeden Kunstinteressierten.
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am 7. Mai 2015
Kein Wunder das Schriften von Walter Benjamin ganz oben auf dem Haufen der brennenden Bücher lagen zur Zeit des Nationalsozialismus. Dieser kurze Text beschreibt die technologische Revolution der Vervielfältigung: Beeindruckend zeigt er dies anhand der Aneinanderreihung von Bildern, welche Abläufe zeigen – der Film ist geboren. Die Gewalt liegt darin, dass der Ablauf des Films das eigenständige Denken(Assoziativ denken) untergräbt, man wird verführt und in der Masse gleichgeschaltet. Die Nationalsozialisten haben sich dieser Technologie bemächtigt und haben ein Marketing Konzept entwickelt um ihre Ideologie unter die Menschen zu bringen. Die visuelle Verblödung und die einhergehende Verkümmerung der Menschlichkeit sind die Gefahren die er erkannte...
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am 3. Januar 2007
"Die gesamte Wirklichkeit ist die Welt. Das Bild ist so mit der Wirklichkeit verknüpft; es reicht bis zu ihr. Es ist wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt". Soweit Ludwig Wittgenstein im Tractatus zum Verhältnis Bild und Realität. Und weiter: "In Bild und Abgebildeten muss etwas identisch sein."

Grundsätzlich, sagt Benjamin, ist das Kunstwerk immer reproduzierbar gewesen. Alles vom Menschen gemachte konnte und kann von Menschen nachgemacht werden. Die technische Reproduzierbarkeit jedoch ist etwas Neues. Über Guss und Prägung, vom Holzschnitt der Graphik zum Druck der Schrift, vom Kopierer zum Scanner zum Brenner. Paul Valery hat bereits in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gemutmaßt, dass wir mit Bildern und Tonfolgen versehen werden wie mit Wasser, Gas und Strom. Auf ein Zeichen werden sie sich einstellen, kommen und uns wieder verlassen. Welch ein Weitblick, weit in das Jahr des Internets, der Zeichen von "@ und www".

Und doch fehlt etwas, auch wenn die Reproduktion höchstvollendend ist: "das Hier und Jetzt des Kunstwerks - sein einmaliges Dasein an dem Ort, wo es sich befindet." Diese Aura, diese wirkliche Echtheit ist nicht zu reproduzieren, das Einmalige entfällt und damit der Wert, die Wertschätzung. Es ist ein Gefühl, nicht einer Zuwendung mit Bedacht, sondern ein Wissen um Wiederholung und Wiederbeschaffung. Und diese Haltung gegenüber dem Einmaligen, der Aura schwindet zu Gunsten einer Massensicht mit Reproduzierbarkeit. Jedoch: Die Echtheit einer Sache ist der Inbegriff des Tradierten, sie berichtet von der Dauer und enthält eine "geschichtliche Zeugenschaft." Das Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit lässt eben genau diese Aura verkümmern. Eine Gesellschaft im 21. Jahrhundert verschließt sich der Erinnerung und noch neuen Werten, ihr Ziel scheint Convenience zu sein.

Der Verfall dieser Aura beruht auf zwei Umständen, die beide mit dem Phänomen der Massen im heutigen Leben zusammenhängen: einmal: das Anliegen, die Dinge räumlich und menschlich (Einebnung der gesellschaftlichen, bildungsrelevanten Unterschiede) näherzubringen und zweites gelingt dieses durch die Überwindung des Einmaligen durch die Aufnahme von deren Reproduktion. Das Bedürfnis, die Dinge im Bild, im Abbild habhaft zu werden, ist ungebrochen. Mit der Konsequenz, das "Dauer und Einmaligkeit ersetzt werden durch Flüchtigkeit und Wiederholung." Die Folge ist, dass der Mensch sich nicht mehr zu einem Kunstwerk bewegt, sondern dieses zu ihm als Abbild. Der Mensch lässt sich vereinsamen, allerdings organisiert, wie Hanna Arendt es mal formulierte. Sind Bilder aus der technischen Reproduzierbarkeit allzeit und für jedermann vorhanden, so kann man nach Hobbes folgern, dass dieser Fortschritt Feindschaft gebären muss, da die Unterscheidbarkeit aufgehoben wird in der Gleichheit der Fähigkeiten und der Gleichheit der Hoffnungen. (vgl. Sloterdijk, 2000: Die Verachtung der Massen).

Feindschaft wird in der letzten Stufe Krieg bedeuten können, der dann jedoch in der Ästhetik der Schlacht vorgedacht wurde in der immer besseren technischen Reproduzierbarkeit von Abbildern der Kriegsgeschichten am PC. Der Mensch hat durch den Verlust des Einmaligen die Aura desselben nicht kennengelernt, er identifiziert sich mit der Wiederholung und mit den Scheinwelten, die eo ipso ohne Wert sind. Dieser fehlende Wert definiert den Menschen, der dann seinen Spiegelneuronen das Feld überlässt, auf der Suche nach eigenen erhofften Werten.

Benjamins kurzes Essay wurde im Jahre 1936 veröffentlicht. Es ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und gehört mit zum Inhalt seiner Aufsätze: Illuminationen. Es verbindet Ästhetik der Kunst mit der Philosophie des Lebens. Andre Breton sagte: "Das Kunstwerk hat Wert nur insofern als es von Reflexen der Zukunft durchzittert wird." Dieses ist deutlich aus dem Essay Benjamins zu hören. Zu den zitternden Reflexen gehört auch das bewegte Bild als Film, in der Kombination Bild und Bildung: "Ich kann schon nicht mehr denken, was ich denken will. Die beweglichen Bilder haben sich an den Platz meiner Gedanken gesetzt", konstatierte Georges Duhamel bereits 1930. (s. a.: Menasse, 2006: Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung)
Denken Sie an den 11.September. Sie werden spüren, was gemeint ist. Das Bild: ein Maßstab an die Wirklichkeit angelehnt.

Ein, wenn man sich öffnet, nachdenklich machendes, nicht nur die Kunst betreffendes Werk des W.B.
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am 17. Februar 2013
...und ich hasse diesen braunen Sumpf, der ihn in den Freitod getrieben hat. Ein wahrhaftig großartiger Denker, der noch weit nach dem Krieg, vielleicht zusammen mit Adorno die Geisteswissenschaften hätte beleben können. Aber so müssen wir uns mit dem zufrieden geben, was er uns hinterlassen hat. Daduch gewinnt es allerdings an Gewicht. Für jeden der sich mit Soziologie und Medien beschäftigt, ist dieses Buch Pflichtlektüre, aber auch für die Interessierten...aber was sag ich da. Das weiß ja sowieso schon jeder.
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am 20. März 2013
tja, was soll man sagen, wer den nicht gelesen hat, der versteht ja die heutigen Kultur - Diskussionen gar nicht, geschweige denn den Kurs der Konzeptkunst.
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am 4. Juni 2014
alter Klassiker, nicht alles stringent in Benjamins Schlüssen, finde ihn nicht mehr bei mir , also nochmals auf Kindle, brauche das Buch für meine wiss. Arbeit.
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am 5. Oktober 2012
Dieses Buch verdient eigentlich gar keine ernsthafte Rezension. Nur die Diskrepanz zwischen meiner maßlosen Enttäuschung und der bereits vorhandenen sehr positiven Kritik veranlasst mich.

Meine Enttäuschung ergab sich, weil ich mir in einer Betrachtung aus der Zeit, in der die technische Reproduzierbarkeit tatsächlich noch erwähnenswert und etwas Besonderes war, pointierter sein könnte.

Allenfalls besticht das Buch durch originelle Wortschöpfungen, die nicht einmal zeittypisch genannt werden können, die aber zur Steigerung der Aussage auch nicht beitragien.

„Es wird eine der revolutionären Funktionen des Films sein, die künstlerische und die wissenschaftliche Verwertung der Photographie, die vordem meist auseinander fielen, als identisch erkennbar zu machen“
Das Buch besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung solcher und noch kryptischerer Aussagen. Man fragt sich ständig, was der Autor eigentlich aussagen will. Eine wirkliche Aussage fehlt irgendwie.

Vom Buchtitel und der –beschreibung her hätte ich mir zumindest eine Erörterung des interessanten Spannungsbereichs Bild-Fotografie-Film erwartet und nicht eine wirre Auflistung spontaner Gedanken.
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