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Enzensbergers Essay sorgt für Aufregung! Es sind ja auch spannende Fragen, die der Publizist zu beantworten versucht: Warum laufen Menschen Amok? Warum sprengen sich so viele junge Leute mit Begeisterung in die Luft, um sich und möglichst viele andere Menschen in den Tod zu reißen? Woher kommt diese Verachtung für das Leben und die damit einhergehende Todessehnsucht?

Im ersten Teil des Essays "Schreckens Männer - Versuch über den radikalen Verlierer" bezeichnet Enzensberger diese Kategorie Mensch als radikalen Verlierer. Dieser zeichne sich durch "Todeswunsch und Größenwahn" aus und sei nicht in der Lage, die Schuld für seine missliche Lage bei sich selbst zu suchen, so dass er immer andere für sein Leid verantwortlich mache (14). Berühmt-berüchtigte "Verlierer-Heimat[en]" (19) seien der Nationalsozialismus sowie der Kommunismus.

Im zweiten Teil analysiert Enzensberger das Verliererkollektiv, welches heute die größte Bedrohung für den Weltfrieden darstellt: den Islam. "Seitdem existiert nur noch eine gewaltbereite Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen. Das ist der Islamismus" (25). Hier fänden sich alle Charakteristika, die den radikalen Verlierer auszeichnen: Größenwahn (durch den Koran bedingt), eine Herabsetzung des Diesseits zu Gunsten des Jenseits, das sich Gefallen in der Opferrolle und, damit verbunden, die Überzeugung, andere seien für den Niedergang der arabischen Welt in den vergangenen 800 Jahren verantwortlich (Juden, Amerikaner, Kapitalisten, Ungläubige).

Doch Enzensberger belässt es nicht bei einer reinen Kritik, sondern führt auch die Gründe auf, die seiner Meinung nach für den Rückstand in weiten Teilen der arabischen Welt verantwortlich sind: "Alles in allem ist die Vermutung plausibel, dass die Diskriminierung der Frauen neben den Defiziten der Wissenskultur am Rückstand der arabischen Gesellschaften die Hauptschuld trägt" (37f.). Frauen und Fortschritt werden Dank des Korans ja immer noch in weiten Teilen der islamischen Welt unterdrückt bzw. mit Misstrauen betrachtet, so dass es nur logisch ist, dass sich diese Länder ohne Produkte und Innovationen der westlichen Welt noch immer auf dem Wissenstand von vor 500 Jahren befinden würden. Das ist nicht die Schuld von Juden oder Amerikanern. Einzig und allein der blinde und keine Zweifel zulassende Glaube an die obsoleten Dogmen des Korans trägt hierfür die Verantwortung!

Fazit: Packend geschriebenes Plädoyer für die Werte des Westens gegen die Gefahren des Islamismus. Natürlich provoziert und pauschalisiert Enzensberger in seinem Traktat. Doch im Kern sind seine Thesen absolut zutreffend. Und in den vergangenen Jahren sollte doch allen deutlich geworden sein: Die radikale Interpretation, die immer mehr Anhänger findet, darf von uns nicht toleriert werden!
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am 19. April 2006
Hans Magnus Enzensberger hat sich seit Ende der fünfziger Jahre immer wieder in die politische, philosophische und literarische Diskussion in Deutschland eingemischt. Er gehörte zu den Gründern wichtiger Zeitschriften wie dem "Kursbuch" oder "Transatlantik", hat selbst zahllose Essay- und Gedichtbände veröffentlicht.

Wenn er jetzt in einer erheblich erweiterten Fassung eines zunächst im November 2005 im SPIEGEL erschienenen Essays zu den Diskussionen über islamistischen Terrors und Gewalt Stellung nimmt, erwartet man eine Sicht der Dinge, erwartet man Argumente und Hinweise, wie sie vorher so noch nicht in der Debatte zu hören oder zu lesen waren.

Und Enzensberger gelingt es tatsächlich in "SchreckensMänner. Versuch über den radikalen Verlierer" ein ganz eigenes Bild von Menschen zu zeichnen, an deren Entwicklungsende der Amoklauf oder das Selbstmordattentat steht.

Das ist sehr aufschlussreich und zeigt durch historische Parallelen (Hitler z.B.), daß das Phänomen nicht neu ist. Wenn der radikale Verlierer sich vergesellschaftet, eine Verliererheimat findet, dann potenziert sich die destruktive Energie, oft in einer jener zahllosen, sich Befreiungsbewegung nennenden Gruppen auf der Welt, denen es doch am Ende nur um ihre eigene Macht/Ohnmacht geht oder ging.

"Seitdem existiert nur noch eine einzige gewaltbereite Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen. Das ist der Islamismus." (25)

Enzensberger beschreibt in der Folge den Niedergang der islamischen Gesellschaft seit dem Mittelalter und zitiert den "Arab Human Development Report" der UN, wo, von islamischen Wissenschaftlern erforscht, den islamischen Staaten ein trauriges Zeugnis ausgestellt wird. Mangelnde Bildung, die inferiore Stellung der Frauen, fundiert im Koran, und ein eklatantes Demokratiedefizit dieser autoritären Regimes werden diese Gesellschaften auch auf lange Zeit unter der extremen Abhängigkeit vom Westen leiden lassen, von der sich die SchreckensMänner doch gerade befreien wollen.

Diese quasi täglich erfahrene Verlierersituation kollidiert mit einem Selbstbild, das alle anderen Menschen, die nicht Muslime sind, als minderwertig herabstuft.

"An Lösungen für das Dilemma der arabischen Welt ist der Islamismus nicht interessiert; er erschöpft sich in der Negation. Es handelt sich um eine im strengen Sinn unpolitische Bewegung, da sie keinerlei verhandelbare Forderungen erhebt. Im Klartext wünscht sie, daß die Mehrheit der Bewohner des Planeten, die aus Ungläubigen und Abtrünnigen besteht, kapitulieren oder umgebracht werden soll. Dieser brennende Wunsch ist unerfüllbar. Gewiß reicht die destruktive Energie der radikalen Verlierer aus, um Tausende, vielleicht Zehntausende von Unbeteiligten umzubringen und die Zivilisation, der sie den Kampf angesagt hat, nachhaltig zu beschädigen.... Dies alles kann der Islamismus als Erfolg verbuchen. Es ändert jedoch nichts an den tatsächlichen Machtverhältnissen.

Dagegen sind die Konsequenzen für die arabischen Gesellschaften fatal. Denn die langfristig verheerendsten Folgen wird nicht der Westen zu tragen haben, sondern jene Weltregion, in deren Namen der Islamismus agiert. Nicht nur Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten werden darunter leiden. Ganze Völker werden durch die Aktionen ihrer selbsternannten Stellvertreter, jenseits aller Gerechtigkeit, einen immensen Preis bezahlen müssen. Die Vorstellung, daß der Terror ihre Zukunftsaussichten, die ohnehin schlecht genug sind, verbessern könnte, ist absurd. Die Geschichte kennt kein Beispiel, daß regredierende Gesellschaften, die ihr eigenes produktives Potential abwürgen, auf Dauer überlebensfähig sein könnten."

Ein eindrucksvolles Stück politischer Prosa, das man sich in der deutschen Öffentlichkeit häufiger wünschen würde.
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am 9. August 2012
Alle Zivilisation gründet sich auf Beständigkeit. Wenn diese Zivilisation aber Verlierer hervorbringt, so stellen diese nicht selten die Zivilisation selbst radikal in Frage.
Besonders häufig bringt die Ideologie des Islam junge Männer hervor, die all das real existierende mit ihrem Vernichtungswillen radikal in Frage zu stellen, bereit sind.
Wie verhalten sich die Vernichtungsimpulse dieser "Schreckensmänner" zu der sie umgebenden Zivilisation? Worauf gründet sich ihre Agression? Wie ist ihre Ideologie?
Fragen, auf die Hans Magnus Enzensberger eine Antwort sucht - und sie schließlich auch gibt.

Ein notwendiges und ein mutiges Buch, das gelesen werden sollte!
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am 25. Januar 2007
Wettbewerb, Kapitalismus und Globalisierung: nicht jeder kann in diesem System mithalten. Doch als Verlierer nimmt Enzensberger nur die Angehörigen jener Splittergruppe unter die Lupe, die über kein Selbstbewusstsein verfügen und sich selbst als Verlierer wähnen. Verfolgt von ihren Versagensängsten, fürchten sie sich vor nichts so sehr wie vor dem selbstmörderischen Urteil, das sie gegen sich selbst zu fällen bereit sind. Darum lenken sie die unreflektierte Vorstellung von Schuld und Scheitern auf ihre Mitmenschen.
Radikale Verlierer, warnt Enzensberger aus gutem Grund, sind lebende Zeitbomben, die jeden Augenblick explodieren können: vom Amok laufenden Familienvater bis zum Al-Quaida-Attentäter.
Beiläufig erwähnt Enzensberger, dass es sich bei den radikalen Verlierern fast ausschließlich um Männer handelt. Denn es geht um den Verlust von Macht; einer Macht, die unauflösbar mit dem Gesellschaftsbild von Männlichkeit verknüpft scheint und so die "imaginäre Fallhöhe" des radikalen Verlierers bestimmt. Viele Worte sind es allerdings nicht, die Enzensberger um die fragwürdige Konstruktion von Männlichkeit verliert. Das ist schade, denn genau das wäre das Interessante an dem Thema, in dem sich individuell-psychologische und gesellschaftspolitische Erklärungs- und Lösungsansätze vereinen.
Enzensberger, der sich nach dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak als glühender Kriegsbefürworter bekannt hatte, schwankt dabei selbst unentschlossen hin und her. Sind es die turbokapitalistischen Rahmenbedingungen der Globalisierung, an denen gedreht werden muss, um das Problem anzugehen? Oder der archaische Männlichkeitskult, der im Westen erst seit wenigen Jahrzehnten zu bröckeln beginnt und in arabischen Ländern die gesellschaftliche Entwicklungsblockade Nummer Eins darstellt?
Am Ende des plausibel aufgebauten und leicht zu lesenden Thesenkonstrukts bleibt dennoch unklar, auf was Enzensberger nun eigentlich hinaus möchte. Der Leser ist nach der Lektüre so ratlos wie der Autor.
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am 31. März 2016
Zusammenhang zwischen Amokläufern und islamistischen selbstmordattentätern wird hier gut herausgearbeitet.
gute argumentationshilfe ohne polemisch werden zu müssen..es wird deutlich,wie wichtig Bildung ist.
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am 3. April 2016
Etwas vom Besten zum Thema unserer Tage, das sich durch alle Gewalttaten junger Männer in perspektivlosen Lebensverhältnissen zieht:
der überflüssige Mann wird zum radikalen Verlierer einschließlich Hitlers.
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am 10. Oktober 2009
Enzensberger geht von allgemeinen Betrachtungen über den "Verlierer" aus, scil. den Verlierer der Verhältnisse in der westlichen Welt: "Fest steht nur, daß so, wie die Menschheit sich eingerichtet hat -- »Kapitalismus«, »Konkurrenz«, »Imperialismus«, »Gloablisierung« --, nicht nur die Zahl der Verlierer mit jedem Tag zunimmt; [...]" -- Er gelangt über das Phänomen des Amoklaufs (Familienväter etc.) zum "radikalen Verlierer", der aus seiner Lage die fatale Konsequenz zieht, sich selbst und an seiner Misere vermeintlich schuldige andere umzubringen. Schließlich landet er für die gesamte zweite Hälfte des Buches beim Islamismus, der mittlerweile "einzige[n] gewaltbereite[n] Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen" (S.25). Dorthin zieht es ihn, weil er die islamistischen Selbstmordattentäter als die weltweit am wirkungsmächtigsten auftretende Gruppe von "radikalen Verlierern" betrachtet.

Einige Zitate mögen hier genügen, um zu verdeutlichen, dass sich Enzensberger der Gefahr des Pauschalisierens sehr wohl
bewusst ist und dass es ihm mitnichten darum geht, den Islam zu verunglimpfen. Man könnte das Buch (zwischen den Zeilen) als Plädoyer lesen, für eine Welt, die weniger Verlierer produziert. Der Westen ist dazu genauso aufgefordert wie sämtliche Länder, in den elementare Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

--- Zitate

"Doch seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben auch Gruppierungen, die sich auf die Tradition des Internationalismus berufen, die propagandistische und logistische Unterstützung einer Supermacht eingebüßt." (S.24)
"Seitdem existiert nur noch eine einzige gewaltbereite Bewegung, die in der Lage ist, global vorzugehen. Das ist der Islam*ismus* [Hervorhebung D.S.]." (S.25)
"Selbstverständlich können solche pauschalen Feststellungen nur auf die Verfassung des Ganzen zielen. Sie sagen nichts über die individuellen Fähigkeiten der Araber aus, [...]" (S.35)
"Jedem, der zu derartigen Schlüssen kommt, schallt augenblicklich das Argument entgegen, es handle sich um ein Pauschalurteil. [...] Alternative wäre [...] DNA-Test, der ihre Einzigartigkeit darlegt. Leuten, die so etwas fordern, sei ein sehr einfacher Satz eingeschärft, der sich im übrigen für jeden vernunftbegabten Menschen von selbst versteht: Nicht alle Muslime sind Araber, nicht alle Araber sind Verlierer, nicht alle Verlierer sind radikal." (S.43f.)
"Daß der Terror nicht nur das Ansehen des Islam, sondern auch die Lebensbedingungen seiner Anhänger in aller Welt schwer beschädigt, stört die Islamisten ebensowenig wie die Nationalsozialisten der Untergang Deutschlands." (S.50)
"Das ist allerdings der geringste der Zivilisationsverluste, die der Terror zur Folge hat. Er kann ein allgemeines Klima der Angst erzeugen [...], fördert die Verabschiedung immer repressiverer Gesetze, vergiftet das politische Klima und führt zum Verlust historisch erkämpfter Freiheitsrechte." (S.51)
"Ihre [d.h. der radikalen Verlierer, DS] Anschläge stellen ein permanentes Hintergrundrisiko dar, wie der alltägliche Unfalltod auf den Straßen, an den wir uns gewöhnt haben. (S.53)
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. September 2006
Ich las dieses Buch unmittelbar nach dem Buch "The End of Faith".

Beide Bücher behandeln dasselbe Thema, das eine braucht dafür 300 Seiten, dieses braucht 50 Seiten.

Es ist eine eindrucksvolle Analyse, jedenfalls für einen Laien wie mich.
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am 6. Dezember 2006
Enzensberger "Versuch über den radikalen Verlierer" ist der Versuch, ein Psychogram des radikalen Verlierers der modernen Geschichte in essayistischer Form zu geben. Enzensberger schafft mit dieser Skizze eine Diskussions- und Verstehensbasis für eine Mentalität, die in der Geschichte vielen sog. Führern, Helden und Märtyrern, gleichgültig ob selbsternannt oder fremdbefohlen, eine Motivations- und Legitimationsbasis für ihr zum Teil mörderisch-rücksichtsloses Leben gegeben hat. Enzensberger schafft so eine Basis, "vernünftig" mit diesem Thema umzugehen, es kognitiv anzugehen und damit einen Weg seiner Bewältigung zu gehen. Und er zeigt dabei vieles, was in unserer europäischen Geschichte in vielen Jahrhunderten wirklich geschah. Enzensberger tritt hier wieder einmal (oder endlich wieder) auf der Höhe seiner intellektuellen und analytischen Kompetenz für Verhältnisse, Situtationen und Geschichte als ganzer auf, eine intellektuelle Art, die man von ihm eigentlich seit Jahrzehnten schon gewohnt war. Ich habe das Buch in kürzester Zeit mit sehr viel Gewinn gelesen. Ich kann es nur absolut jedem empfehlen!

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend; 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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am 16. Dezember 2009
Klar und sachlich verfolgt Enzensberger die Spur des Verbrechens und findet den Weg zurück zu den Wurzeln des Übels. Sehr lesenswert!
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