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am 23. August 2007
Das Kapitel des Buches, das den Phantomgliedschmerzen gewidmet ist, gab ich meinem Vater zu lesen: der ist seit dem Zweiten Weltkrieg beinamputiert. Er war begeistert davon, weil es seiner Meinung und Erfahrung nach, das Phänomen sehr gut beschreibt. Auch die Erklärungsmodelle dazu sagten meinem Vater zu.
Mir persönlich haben die Haustierexperimente gut gefallen. Haustiere, die auch nach dem Ausschließen aller sinnlich wahrnehmbaren Anzeichen erspüren können, wann ihr Frauchen oder Herrchen nach Hause kommt. Und selbst kann man die Experimente leicht nachstellen und nachweisen, dass etwas dran ist an der Sache, dass man merkt, wenn einen jemand von hinten anschaut. Interessant auch die Geschichte mit dem Orientierungssinn der Brieftauben oder dem von Tieren, die über Hunderte von Kilometern ihr Zuhause wiederfinden.
Meine Erfahrung nach der Lektüre des Buches: man kann seinen Orientierungssinn oder den Wahrnehmungssinn, der einen befähigt zu merken, dass man von hinten angeschaut wird, trainieren. Auch wenn die Experimente nicht sofort die Welt verändern oder jedes Phänomen erklärbar ist, ist es doch spannend, sich damit mal zu befassen.
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am 26. Januar 2009
Rupert Sheldrake, der sich mit seiner These von den "morphischen Feldern" einen Namen als Wissenschaftler im Grenzbereich zur Esoterik gemacht hat, forscht nach bislang ungeklärten Phänomenen. Ihn interessieren Fragen wie folgende:
Was hat es mit dem Placebo-Effekt auf sich?
Wie finden Brieftauben zu ihrem Heimatschlag?
Warum scheinen Haustiere genau zu wissen, wann ihre Besitzer nach Hause kommen?
Wie können die Arbeiter eines Termitenstaates wissen, wohin sie die Bausteine ihres Nestes, einem komplexen System aus Röhren und Gängen, setzen müssen?

Sheldrakes Erörterungen sind mitunter spannend zu lesen. Witzig und skurril muten Geschichten an wie etwa die Anekdoten über den Einsatz von Brieftauben im Ersten und Zweiten Weltkrieg, von denen manche mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet wurden, nachdem sie kriegswichtige Informationen transportiert hatten. Andere Geschichten hingegen, wie etwa jene von Hunden oder Katzen, die nach Jahren ihre alten Besitzer aufgespürt haben sollen, könnte man genau so auch in einer beliebigen Illustrierten beim Friseur lesen. Das Kapitel über die Veränderung physikalischer Konstanten wiederum ist stellenweise zu lange geraten, wenn es etwa um Abweichungen von Resultaten aus verschiedenen Experimenten mit drei Stellen hinter dem Komma geht.

Sheldrakes Verdienst ist es, zu provozieren, und das gelingt ihm besonders dann, wenn er seine eigenen "paranormalen" Hypothesen zurücknimmt und stattdessen den Ist-Zustand der Wissenschaft auf Schwächen abklopft.
Am provokantesten kommt das Kapitel über den Experimentator-Effekt daher. Dieser besagt, dass bei einem Experiment sowohl Versuchsaufbau als auch auch die Erwartungshaltung aller Beteiligten sich auf das Resultat des Experiments auswirken. Dabei steuere alles auf eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu. Am Ende komme genau das heraus, was man von Anfang an entdecken und beweisen wollte.
Tatsächlich klingt Sheldrakes Kritik plausibel, und der Experimentator-Effekt wird nun auch in einigen wissenschaftlichen Disziplinen berücksichtigt, aber Sheldrake geht das nicht weit genug - er fordert, den Experimentator-Effekt selbst zum Gegenstand der Forschung zu machen.
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am 19. April 2011
Im Grunde ein Buch, dass sich gegen die überkommenen und verkrusteten Einstellungen der konventionellen Wissenschaft wendet, die das Vorhandensein, sogenannter parapsychologischer Phänomene, die sich dem menschlichen Oberbewußtsein entziehen, kathegorisch verschließt. Der Autor regt in seinem Buch an, eben diesen Phänomenen mit einfachsten Mitteln und Experimenten auf den Grund zu gehen, weil dadurch in der Tat das Kartenhaus der Lehrbuch-Wissenschaft wenn nicht zum Einstürzen aber doch gewaltig ins Wanken gebracht werden könnte. Im einzelnen macht er seine Erkenntnisse an folgenden Beispielen fest: Der 7. Sinn von Haustieren, der Orientierungssinn von Tauben, die Organisation der Termiten, das Gefühl angestarrt zu werden, die Wirklichkeit von Phantomgliedmaßen und seine Schlußfolgerungen bzw. möglichen Auswirkungen aus diesen Erkenntnissen. Hochspannend zu lesen und durchaus kurzweilig geschrieben. Tolle Lektüre!
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HALL OF FAMEam 12. Februar 2000
In diesem Buch geht es um sehr interessante Phänomene. Haustiere, die z.B. spühren, wann ihre Besitzer nach Hause kommen, Menschen, die spüren, wenn jemand sie von hinten anstarrt usw. Sehr interessante Entdeckungen mit vielen Beispielen und Versuchen, die man selber machen kann. Das Buch ist gut geschrieben, im dritten Teil mit dem Placebo-Effekt vielleicht etwas zu wissenschaftlich, aber sonst wirklich sehr zu empfehlen! Dieses Buch macht auf sehr geheimnisvolle Dinge aufmerksam, die man vorher nie beachtet hat. Allerdings fehlen an einigen Stellen die Antworten auf die Fragen, wieso es diese Phänomene gibt, aber das ist auch sehr schwer zu erklären. Sonst aber sehr interessant und eine bewußtseinserweiternde Entdeckung!
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am 29. April 2002
Ein sehr interessantes Buch das verschiedene Phänomene listet und einige Anregungen für den Hobby Forscher enthält, falls so etwas überhaupt noch existiert. Dabei stimme ich Sheldrake zu, dass ein sorgfältig vorgehender Laie (mit akademischen Grad oder Forschungserfahrung auf anderen Gebieten) sicher mit derselben Aussagefähigkeit zu Ergebnissen kommen kann wie ein "Profi"-forscher, da dieser auch nichts anderes war als ein einfacher Student der sich nach Abschluss des Studiums an einen Lehrstuhl begeben hat. An wissenschaftlicher Forschung und den entsprechenden Forschern -ist meiner Meinung nach- weder etwas geheimnisvoll sakrales, noch allzu herausragend intelligentes.
Dabei haben die im Buch angedeuteten Experimente natürlich immer irgendwie die Feldtheorie von Sheldrake im Hinterkopf. Das ist vielleicht ein bisschen auffällig und erscheint mir ein wenig unehrlich. Es sollte von Ihm lieber offen dargelegt werden, dass diese Experiment dazu dienen, seine Feldtheorie zu bekräftigen.
Sonst sind es sehr interessante Themen.
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am 24. Januar 1999
Zu viel versprochen
Rupert Sheldrake hat sich seinen Platz im New Age durch die Theorie der "morphogenetischen Felder" erobert. Damit hat dem Phänomen des gleichzeitigen, sich verstärkenden Auftretens von Ideen und Erkenntnissen einen Namen gegeben. Bis heute ist er aber eine tiefere wissenschaftliche Erklärung der Natur dieser Felder schuldig geblieben. Diese Schwäche zeigt sich in seinem neuen Buch noch stärker. Er hat sich von der wissenschaftlichen Gemeinschaft abgewendet und ruft die Laienforscher auf, ihre Beobachtungen zur Wahrnehmungsfähigkeit von Haustieren, zum Placebo-Effekt oder zu "Phantomempfindungen" in amputierten Gliedmaßen mitzuteilen. Dies erkläre, warum viele Menschen spüren, wenn jemand sie von hinten anschaut" oder ob "die Erwartung des Experimentierenden einen Einfluß auf den Ausgang eines Experiments" hat. Das Problem bei Laienforschern ist nur, daß ihre Methoden oft kritischer Überprüfung nicht standhalten und daß sie dazu neigen, bereits gemachte Entdeckungen zu wiederholen. Ergebnis seines Aufrufes kann nur sein, daß viele Menschen davon berichten, daß sie entsprechende Beobachtungen machen. Dafür gibt es aber bereits jetzt schon unzählige Zeugen. Wissenschaftlich interessant wäre nun, was dahintersteckt. Über das "warum" geben Sheldrakes Experimente jedoch keinen Aufschluß - so, wie sie angelegt sind, können sie es überhaupt nicht. Damit bleibt es beim anekdotischen Aufzählen von Effekten. Das ist zwar unterhaltsam, aber die Welt wird davon gewiß nicht verändert. Hans-Curt Flemming
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am 25. September 2008
Wie bitte "Experimente die die Welt verändern könnte?
Erst war ich skeptisch bei diesem neuen Buch und doch wurde ich wiedermal nicht enttäuscht.
Sheldrake treibt sich gerne am Rand des Denkbaren herum und überrascht immer wieder aufs Neue. Fantastische Zusammenstellung von bahnbrechenden Gedanken. Ich bin hin und weg, durch diese Bücher hat sich mein Blick geöffnet für das Wesentliche und für das Wunder des Lebens.
Gerne hätte ich mehr Sterne vergeben.
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am 1. Oktober 2013
Der ideale Schal in der Übergansgzeit
Genau das Richtige für die Übergangszeit, nicht zu dick und nicht zu schwer, außerdem in GRAU zu jeder Kleidung passend.
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am 14. Juli 2013
doch leider habe ich nicht die Infos bezüglich morphogenetischem Feld gefunden, die ich gesucht hatte. Trotzdem ist das Buch prinzipiell sehr interessant.
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am 30. Januar 2005
Wissenschaftliche Illusionen
Für Sie gelesen im Buch ""Sieben Experimente, die die Welt....." von Rupert Sheldrake, bei Fourth Estate Limited, London, 1994 (Anstiftung zur Revolutionierung des wissenschaftlichen Denkens). Da ich diesen Teil besagten Buches leider online nicht gefunden habe, hier eine Wiedergabe aus dem dritten Teil: Wissenschaftliche-Illusionen Paradigmen und Vorurteile Viel Nicht Wissenschaftler stehen in ehrfürchtigem staunen vor der Macht und scheinbar unbedingten Zuverlässigkeit der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Bei vielen Studenten der Naturwissenschaft ist das ähnlich. Die Lehrbücher sind voller „harter Fakten" und quantitativer Daten. Die Naturwissenschaft scheint von erhabener Objektivität zu sein. Die Objektivität der Naturwissenschaft ist für viele Menschen unserer Zeit eine Glaubenssache, ein Dogma,. Dieser Glaube steht hinter dem Weltbild der Materialisten, Rationalisten und Humanisten und all derer, in deren Augen die Wissenschaft der Religion, dem überlieferten Wissen und der Kunst überlegen ist. Die Wissenschaftler selbst thematisieren dieses Bild der Wissenschaft nur selten ausdrücklich. Man nimmt es irgenwie mit allem anderen in sich auf, und es versteht sich praktisch von selbst. Wenige Wissenschaftler interessieren sich für Geschichte, Philosophie und Soziologie der Wissenschaft, und in den dichtgedrängten Lehrplänen heutiger Ausbildungsgänge ist dafür auch wenig Platz. Die meisten übernehmen einfach die Anschauung, dass die wissenschaftliche Methode der Überprüfung von Theorien durch Experimente Objektivität garantiert, also nicht gefärbt ist von den Hoffnungen, Ideen und Überzeugungen der Wissenschaftler. Wissenschaftler sehen sich selbst gern als Menschen auf dem Weg einer kühnen und furchtlosen Suche nach Wahrheit. Diese Vorstellung gibt inzwischen Anlass zu allerlei zynischem Spott. Sie stellt aber, wie ich finde, auch ein hohes Ideal dar, das durchaus Anerkennung verdient. Wo die Wissenschaft von diesem heroischen Gedanken durchdrungen ist, spricht man sehr viel für sie. Tatsächlich stehen heute jedoch die meisten Naturwissenschaftler im Dienst militärischer oder wirtschaftlicher Interessen.(1) Fast alle streben Karrieren innerhalb von Institutionen und Organisationen an. Die Gespenster des Karriereknicks, der Zurückweisung wissenschaftlicher Berichte durch Fachjournale, der Etatkürzung und schliesslich der Ablehnung durch die wissenschaftliche Gemeinschaft sorgen zuverlässig dafür, dass man sich nicht zu weit von der jeweils herrschenden Schulmeinung entfernt - jedenfalls nicht öffentlich. Viele wagen erst dann ihre ehrliche Meinung zu sagen, wenn sie in den Ruhestand gehen oder den Nobelpreis gewonnen haben oder beides. Der verbreitete Zweifel an der Objektivität der wissenschaft wird - aus etwas differenzierten Gründen - von den Vertretern der Philosophie, Geschichte und Soziologie der Wissenschaft geteilt. Wissenschaftler gehören sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systemen an. Sie bilden Berufsgruppen mit ihren ganz eigenen Einweihungsprozeduren, Machtstrukturen und Belohnungssystemen, in denen sie dem Druck der anderen Angehörigen dieser Gruppe ausgesetzt sind. Im allgemeinen arbeiten sie im Kontext etablierter Paradigmen und Wirklichkeitsmodelle. Und selbst in dem Rahmen, den das herrschende wissenschaftliche Glaubenssystem vorgibt, sind sie nicht auf der Suche nach puren Fakten um der puren Fakten willen; sie stellen vielmehr Vermutungen über Sachverhalte und zusammenhänge an und formulieren Hypothesen, die sie dann experimentell überprüfen. Diese Experimente wiederum dienen für gewöhnlich dem Wunsch, eine fabrizierte Hypothese zu bestätigen oder eine Konkurrenzhypothese zu widerlegen. Wonach sie forschen und was sie finden, wird von ihren bewussten und unbewussten Erwartungen bestimmt. Darüber hinaus entdecken feministische Kritiker eine starke und häufig unbewusste männliche Prägung in Theorie und Praxis der Wissenschaft.(2) Viele praktizierende Naturwissenschaftler - wie auch Ärzte, Psychologen, Anthropologen, Soziologen, Historiker und Akademiker ganz allgemein - wissen sehr wohl, dass nüchterne Objektivität eher ein Ideal als das Kennzeichen der tatsächlichen Praxis ist. Ganz privat sind die meisten sogar einzuräumen bereit, dass manche ihrer Kollegen oder sogar sie selbst bei ihren Forschungen von persönlichem Ehrgeiz, bestimmten Erwartungen, Vorurteilen und anderen neutralitätsfernen dingen beeinflusst werden. Diese Tendenz, zu finden, was man sucht, hat tiefe Wurzeln. Sie ist geprägt durch die Natur der aufmerksamkeit. Es ist für Tiere ebenso wie für den Menschen überlebenswichtig, ihre Sinne in Übereinstimmung mit ihren Intentionen gebrauchen zu können. Und finden zu können, was wir suchen, ist ja auch für unser Alltagsleben sehr wichtig. Den meisten Menschen ist durchaus bewusst, dass der Umgang anderer Leute mit ihrer Umgebung von deren Grundeinstellungen abhängig ist. Es überrascht uns nicht, solche Voreingenommenheit bei Politikern anzutreffen; es überrascht uns nicht, dass Menschen verschiedener Kulturen die Dinge verscheiden sehen. Auch der tägliche kleine Selbstbetrug in unserer Familie oder bei Freunden und Kollegen überrascht uns nicht. Aber von der „wissenschaftlichen Methode" glaubt man, sie sei über kulturelle oder persönliche Voreingenommenheit erhaben und bleibe strikt bei der Gediegenheit objektiver Fakten und universalen Prinzipien. Wissenschaftliche Voreingenommenheit ist besonders leicht zu erkennen, wenn sie mit politischen Vorurteilen zusammenhängt, denn Angehörigen verschiedener politischer Lager ist in der Regel sehr daran gelegen,den Behauptungen ihrer Gegner zu widersprechen. Ein Beispiel: Konservative möchten immer gern glauben und beweisen, dass gewisse Klassen oder Rassen aus biologischen Gründen dominant sind, dass sie selbst eine natürliche oder angeborene Überlegenheit besitzen. Liberale und sozialisten dagegen sehen die Einflüsse des jeweiligen Umfelds als ausschlaggebend und bestehende Ungleichheiten als durch das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem bedingt. Im vorigen Jahrhundert konzentrierte diese „Erbe-Umwelt"-Debatte sich auf Messungen der Gehirngrösse; in unserem auf Messungen des Intelligenzquotienten. Wissenschaftler, die von der Überlegenheit der Männer gegenüber den Frauen und der weissen Rasse gegenüber allen anderen überzeugt sind, haben schon immer zu finden vermocht, was sie finden wollten. Der französische Chirurg und Anthropologe Paul Broca beispielsweise, der den Sitz des motorischen Sprachvermögens im Gehirn entdeckte, kam zu folgender Anschauung: "Im allgemeinen ist das Gehirn bei Erwachsenen im besten Alter grösser als bei älteren Menschen, bei Männern grösser als bei Frauen, bei Hochbegabten grösser als bei mittelmässig Begabten, bei den höheren Rassen grösser als bei niederen." (3)Er musste allerlei sperrige Fakten begradigen, um bei diesem Glauben bleiben zu können. Da waren zum Beispiel fünf Professoren in Göttingen, die bereit waren, ihre Gehirne nach ihrem Ableben wiegen zu lassen. Die Gewichte, so zeigte sich dann, lagen peinlich nah am Durchschnitt. Broca befand, mit den Herren Professoren sei wohl nicht viel los gewesen. Kritiker von eher egalitärer politischer Haltung haben zeigen können, dass Generalisierungen aufgrund von Gehirnabmessungen oder Intelligenzquotienten auf geschickter Auswahl und systematischer Verzerrung der Daten basierten. Mitunter waren die Daten selbst schon verfälscht, wie etwa in einigen Publikationen von Sir Cyril Burt, einem führenden Verfechter des Glaubens an den angeborenen Intelligenzgrad. Stephen J. Gould zeichnet in seinem Buch Der falsch vermessene Mensch die armselige Geschichte dieser vorgeblich so objektiven Studien über die menschliche Intelligenz nach und macht deutlich, wie beständig solche Vorurteile als Wissenschaft verkleidet wurden. "Wenn quantitative Daten, wie ich demonstriert zu haben glaube, in gleicher weise kulturellen Zwängen unterliegen wie irgendein anderer Aspekt der Wissenschaft, kann man keinen Anspruch auf letztgültige Wahrheit mit ihnen verbinden."(4) Vorgetäuschte Objektivität Gefördert wird die Illusion der Objektivität ganz entscheidend auch durch den Stil, in dem wissenschaftliche Arbeiten abgefasst werden. Sie tun so, als kämen sie geradewegs aus einer wissenschaftlichen Idealwelt, wo menschliches Glauben und Wollen keinen Einfluss hat und nur die Logik zählt - „Es wurde beobachtet, dass...", „es wurde festgestellt, dass...", „Die Daten lassen erkennen, dass..." Diese Sprachregelung haben sich auch Schüler und Studenten noch zu eigen zu machen: "Die Probe wurde in ein Reagenzglas gegeben..." und so weiter. Wissenschaftler veröffentlichen ihre Funde in Form von Aufsätzen in den Zeitschriften ihres Fachgebiets. In einem mit Recht berühmten Artikel mit dem Titel „Ist der wissenschaftliche Aufsatz Augenwischerei?2 zeigte der Immunologe Peter Medawar auf, dass der Standardaufbau solcher Aufsätze „eine gänzlich irreführende Darstellung der Denkprozesse vermittelt, die in den Werdegang wissenschaftlicher Entdeckungen einfliessen". In den Biowissenschaften beginnt solch ein Aufsatz typischerweise mit einer kurzen Einleitung, die auch einen Überblick über bisherige Arbeiten zum Thema gibt; es folgt ein abschnitt „Materialien und Methoden", dann „Ergebnisse" und schliesslich „Diskussion". Der „Ergebnisse" genannte Teil besteht aus einem Strom von Fakteninformationen; hier schon von der Bedeutung der Resultate zu sprechen gilt als höchst unfein. Sie müssen so tun, als wäre Ihr Geist ganz jungfräulich, ein leeres Gefäss für Informationen, die - aus Gründen, über die sie nichts sagen - aus der Aussenwelt hereinströmen. Sie heben die Bewertung des wissenschaftlichen Materials für den „Diskussions"- Teil auf, und hier nun geben Sie sich den albernen Anschein, als fragten sie sich, ob nun die von Ihnen gesammelten Informationen tatsächlich irgend etwas besagen.(5) In Wirklichkeit stehen natürlich die Hypothesen, zu deren Überprüfung die Experimente ersonnen wurden, im allgemeinen am Anfang und nicht am Schluss. Seit Medawars Aufsatz zeigt sich ein wachsendes Bewusstsein für den tatsächlichen Ablauf der Dinge, und immer häufiger werden jetzt in der Einleitung schon die Hypothesen erwähnt. Doch die Grundeinstellung ist noch die alte: Man tut möglichst unbeteiligt, man schreibt vorzugsweise im Passiv, man gibt die Daten als unverfälschte Fakten aus. Praktizierende Wissenschaftler wissen recht gut, dass dieser Stil pure Suggestion ist; aber er ist für jeden, der objektiv erscheinen möchte, obligatorisch geworden, und auch Technokraten und Bürokraten bedienen sich seiner gern. Täuschung und Selbsttäuschung Die Illussion der Objektivität ist dann am stärksten, wenn ihre Opfer sich frei von ihr wähnen. Neben einem begrüssenswerten Ehrgefühl hat es in der experimentellen Naturwissenschaft von Anfang an auch einen Hang zur Rechthaberei gegeben. In dem Wunsch, seinen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen, liess Galilei sich anscheinen dazu hinreissen, von Experimenten zu berichten, die er genau in der beschriebenen Form nicht durchgeführt haben konnte. So bestand also in der experimentellen Wissenschaft des Abendlands von Anfang an eine zwiespältige Haltung gegenüber den Daten. Einerseits wurden die experimentellen Daten als letztes Kriterium der Wahrheit hingestellt, andererseits wurden die Fakten notfalls der Theorie untergeordnet oder sogar entstellt, wenn sie nicht passen wollten.(6) Ähnliche Untugenden finden wir auch bei anderen Giganten der Naturwissenschaft, nicht zuletzt be Sir Isaac Newton. Er begegnete seinen Kritikern mit derart exakten Resultaten, dass nirgendwo Raum für Disput blieb. Sein Biograph Richar Westfall hat dokumentiert, wie er seine Berechnungen der Schallgeschwindigkeit und Äquinoktien frisierte und die Berechnungen zu seiner Gravitationstheorie so manipulierte, dass es zu einer Genauigkeit von weniger als einem Promille kam. Die Principa wirkten nicht zuletzt dadurch so überzeugend, dass sie sich einen Grad der Genauigkeit anmassten, der weit über ihren legitimen Anspruch hinausging. Die Principa mögen der modernen Naturwissenschaft ihr quantitatives Grundmuster bereitgestellt haben, aber sie erinnern auch an eine weniger hehre Wahrheit: dass niemand den Schummelfaktor so brillant und effektiv zu handhaben versteht wie der Meistermathematiker selbst.(7) Die am weitesten verbreitete Form der Täuschung - und Selbsttäuschung - dürfte mit dem selektiven Gebrauch von Daten zusammenhängen. Wieder ein Beispiel: Von 1910 bis 1913 tobte zwischen dem amerikanischen Physiker Robert Milikan und seinem österreichischen Rivalen Felix Ehrenfeld ein Disput über die Ladung des Elektrons. Bei beiden variierten die Experimentaldaten ziemlich stark. Gewonnen wurden sie durch die Einleitung von Öltropfen in ein elektrisches Feld, wobei man die Feldstärke mass, die nötig war, um den Tropfen in der Schwebe zu halten. Ehrenfeld behauptete, die Messdaten deuteten auf die Existenz von Subelektronen mit einem Bruchteil der Elementarladung hin. Milikan hielt dagegen, es gebe nur eine einzige Ladung. Um seinen Rivalen zu widerlegen, veröffentlichte er 1913 einen mit neuen, exakten Daten gespickten Artikel, der seine Anschauung bestätigte, und wir lesen dort, durch Kursivschrift hervorgehoben: „Es handelt sich hier nicht um eine Auswahl von Tropfen, sondern um sämtliche Tropfen, mit denen an sechzig aufeinanderfolgenden Tagen experimentiert wurde." (8) Ein Wissenschaftshistoriker hat neuerdings Milikans Labornotizen durchgesehen und festgestellt, dass sie ein ganz anderes Bild bieten. Die Rohdaten waren einzeln kommentiert, zum Beispiel „sehr niedrig, irgend etwas nicht in Ordnung" oder „sehr schön, veröffentlichen".(9) Die 58 veröffentlichten Beobachtungen stammen aus einer Reihe von insgesamt 140 Versuchen. Ehrenfeld veröffentlichte unterdessen weiterhin alle seine Beobachtungen, die nach wie vor eine viel breitere Streuung als Milikans Auswahldaten aufwiesen. Ehrenfeld fand keine Beachtung, Milikan erhielt den Nobelpreis. Milikan war zweifellos überzeugt, dass er recht hatte, und wollte sich seine theoretische Überzeugung nicht von widerspenstigen Daten ruinieren lassen. Ähnliches gilt wahrscheinlich auch für Gregor Mendel, der mit seinen berühmten Erbsenzuchtexperimenten zu Resultaten kam, die nach heutigem Stand der statistischen Analyse zu schön waren, um wahr zu sein. Dieser Hang, nur die „besten" Resultate zu veröffentlichen und die Daten zu schönen, ist gewiss nicht nur bei den berühmten Gestalten der Geschichte der Wissenschaft anzutreffen. In den meisten, wenn nicht allen Bereichen der Wissenschaft kann man damit rechnen, dass gute Resultate der Karriere förderlich sind. Und in einem Berufsumfeld, in dem starker Konkurrenzdruck herrscht, werden allenthalben die verschiedensten Formen der Ergebnisschönung praktiziert, sei es auch nur durch das Weglassen von unliebsamen Daten. Diese Praxis ist in der Tat gang und gäbe. Die wissenschaftlichen Zeitschriften sind nicht sehr geneigt, problematische oder negative Forschungsresultate zu veröffentlichen, und wissenschaftliche Lorbeeren sind mit unklaren Daten und bedeutungslos wirkenden Daten schwer zu verdienen. Mir ist keine systematische Erhebung über Prozentsatz tatsächlich veröffentlichter Forschungsdaten bekannt. Ich schätze aber, dass in den Berichten, in denen ich mich aufgrund persönlicher Erfahrung am besten auskenne - Biochemie, Entwicklungsbiologie, Pflanzenphysiologie und Agrarwissenschaft-, nur etwa fünf bis zwanzig Prozent der empirischen Daten für die Veröffentlichung ausgewählt werden. Ich habe auch Kollegen anderer Forschungsbereiche wie Experimentalpsychologie, Chemie, Radioastronomie und Medizin gefragt und ähnliches gehört. Wenn die Mehrzahl der gewonnenen Daten - häufig neunzig Prozent und mehr - in privaten Selektionsprozessen eliminiert wird, haben persönliche und theoretische Vorurteile natürlich reichlich Gelegenheit, sich bewusst oder unbewusst auszuwirken. Bei einer derart selektiven Publikationspraxis muss es zwangsläufig zu mehr oder weniger Täuschung und Selbsttäuschung kommen. Ausserdem betrachten Wissenschaftler ihre Notizbücher und ihren Datenbestand für gewöhnlich als privat und gewähren Kritikern und Konkurrenten nicht gern Einblick. Es heisst zwar immer, die Forscher seien in der Regel bereit, de
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