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am 2. Juli 2017
Das Buch ist Super, so spannend nicht mehr aus der Hand zu legen.
Gebraucht aber wie neu ! Top!!
Versand super, preislich unschlagbar.
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VINE-PRODUKTTESTERam 20. Februar 2010
Finstere Orte - Überzeugend ausgeleuchtet

Kindermund tut Wahrheit kund. Und falls nicht, kann aus einer einzigen unbedachten Äußerung eine verhängnisvolle Verkettung unglücklicher Umstände und Missverständnisse zur Katastrophe führen. "Welleneffekte" nennt Gillian Flynn das in ihrem Thriller "Finstere Orte". Von dieser nahezu perfekten Welle lässt man sich fasziniert mitreißen.

Libby Day ist pleite. Ihre Mutter und ihre beiden Schwestern wurden getötet als sie sieben Jahre alt war. Hingerichtet als satanisches Opfer. Als einzige Überlebende des Blutbades, brachte ihre Zeugenaussage den eigenen Bruder als fanatischen Täter hinter Gitter. Ein Vierteljahrhundert später ist der Hilfsfond mitleidiger Spender aufgebraucht und Libby muss sich nach einer neuen Geldquelle umsehen. Gerade zu rechten Zeit erhält Sie ein lukratives Angebot einer Gruppe von Hobby Kriminologen, die Zweifel an der Schuld Ihres Bruder haben. Libby soll das damalige Verbrechen noch einmal untersuchen. Als Insiderin mit persönlichem Zugang zu den ehemals beteiligten Personen. Die finanzielle Notlage gibt den Ausschlag. Gegen Ihre innere Überzeugung begibt sich Libby auf die Reise zu Ihren "Dark Places".

Gillian Flynn erzählt in "Finstere Orte" eine fesselnde Geschichte. Obwohl Ihr Buch zur Genregattung Thriller gezählt wird, geht Sie nicht reißerisch und sensationslüstern auf Leserfang. Aus drei Perspektiven lässt Sie uns am Leben einer zerstörten Familie teilnehmen. Libby berichtet als Ich-Erzählerin aus dem Heute. 25 Jahre nach den schrecklichen Erlebnissen, scheint Sie noch immer in ihrer eigenen, ganz persönlichen Hölle gefangen zu sein. Flynns Protagonistin ist eine Antiheldin. 1,50m klein, dafür mit überdimensionalen Brüsten ausgestattet, faul, phlegmatisch und geldgierig. Man mag sie nicht, findet sie zunehmend unsympathisch. Entwickelt dennoch eine trotzige Zuneigung. Irgendwo auf dem Weg, wird uns das bessere Ich begegnen. Dessen ist man sicher.

Der schicksalhafte Tag selber wird abwechselnd aus der Perspektive der Mutter Patty und des Bruders Ben geschildert. Fast minutiös blättert Flynn den verhängnisvollen Tag für uns auf. Den Tag an dem bei "den Days alles schiefging, was schief gehen konnte." In reichhaltigen Bildern zeichnet Sie einen detailgenauen Hintergrund. Atemlos folgt man einer Spur von schrecklicher Zwangsläufigkeit. Die verarmte Familie lebt auf einer heruntergekommenen, völlig verschuldeten Farm. Die Mutter, vom trinkenden Ehemann sitzengelassen, ist mit der Erziehung der 4 Kinder überfordert. Der Sohn Ben bereitet zusätzliche Sorgen. Schottet sich von der Familie ab, färbt sich die Haare schwarz und hört Heavy Metall. Zu Beginn der 1980er Jahre zumindest fragwürdig, wenn nicht gar verdächtig!

Gillian Flynn erzeugt Spannung nicht nur im Hinblick auf Ihr Grande Finale. Natürlich will man unbedingt wissen, was in der kalten Januarnacht des Jahres 1985 wirklich passiert ist. Und in dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. Viel lohnender jedoch ist Ihr Weg dorthin.
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am 11. März 2010
Als ich das Buch in der Hand hielt, war ich überrascht: Der Einband ist wirklich schön gestaltet mit kleinen "3D"-Elementen und -Buchstaben, an denen ich beim Lesen die ganze Zeit rumspielen konnte, wenn es besonders spannend wurde. Und ich hatte oft die Gelegenheit, rumzuspielen - "Finstere Orte" gehört nämlich mit Sicherheit zu den besten Thrillern, die ich in der letzten Zeit lesen durfte.

Libby war 7, als ihre Familie brutal abgeschlachtet wurde, während sie sich im Schrank versteckte. Sie beschuldigte anschließend ihren großen Bruder Ben, damals 15, der dann auch zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Heute ist Libby 31 Jahre alt, nicht gerade selbstständig lebensfähig und langsam pleite. Um an Geld zu gelangen, lässt sie sich auf ein Gespräch mit dem "Kill Club" ein, der sich mit ungelösten Morden beschäftigt. Aber der Mord an Libbys Familie ist doch geklärt? Langsam kommen ihr selbst Zweifel, auch wenn sie das nicht möchte. Teils aus Neugier, teils aus Geldnot lässt sie sich immer tiefer in Ermittlungen zu den Geschehnissen ihrer Vergangenheit hineinziehen. Was ans Licht kommt, bringt sie selbst in Gefahr...

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Libby in der Gegenwart sowie ihrer Mutter bzw. ihrem Bruder Ben jeweils am Tag vor den Morden erzählt. So erfahren wir als Leser deutlich mehr als Libby, was die Geschichte nur noch spannender macht. Wieso leugnet beispielsweise Ben (den Libby im Gefängnis besucht), jemanden zu kennen, wenn wir doch aus der Erzählung aus seiner Vergangenheit genau wissen, dass er die Person kennt? Diese Ungereimtheiten regen zum Nachgrübeln an und machen das Buch äußerst spannend, denn natürlich wollen wir wissen, wie es nun weitergeht oder am Ende ausgeht. Libby sucht nach und nach die Personen auf, die wir schon aus den Einschüben aus der Vergangenheit kennen, und es ist äußerst interessant zu sehen, was aus ihnen geworden ist.

Darüber hinaus wartet das Buch mit einem Schreibstil auf, der äußerst angenehm zu lesen ist. Der Übergang zwischen den unterschiedlichen Personen ist deutlich gekennzeichnet (ab und zu tauchen auch noch Episoden aus der Sicht Dritter auf, aber nur selten) und fällt daher beim Lesen sehr leicht. Als I-Tüpfelchen gibt es die spannende Story mit einem äußerst überraschenden Ende. Ich bin begeistert!!!
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am 7. März 2010
Es fängt ganz harmlos an, in dem wir die verkorkste zynische Libby kennen lernen. Aber im Laufe des Romans vermengen sich zwei parallel laufende Handlungsstränge subtil und rufen eine unheilvolle Spannung und eine bedrückende Stimmung hervor, der man sich nicht entziehen kann.

Man erlebt gleichzeitig, wie die Mittdreissigerin Libby versucht, zuerst aus Geldmangel und später wegen der Zweifel, die sie entwickelt, aufzuklären, wie der Mordtag an Mutter und Schwestern wirklich abgelaufen ist und ob der dafür verurteilte Bruder vielleicht doch unschuldig ist.
Parallel wird uns Stück für Stück der Tag der Morde aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dieser raffinierte Aufbau führt dazu, dass man sich in der einen Zeitebene fragt, wie eine bestimmte Sache so weit kommen konnte und gleichzeitig findet man in der anderen Zeiteben die Erklärung dafür. Man ahnt, wie der Mordtag abgelaufen sein könnte, dann zerschläft sich eine Spur und eine neue Facette tut sich auf. So muss sich auch die erwachsene Libby fühlen, die zwar Kleptomanin und absolut lebensuntüchtig, aber auf ihre schnoddrige und chaotische Art trotzdem liebenswert ist.

Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht ist die Auflösung, die mich nicht ganz überzeugt hat.

Trotzdem ist die Autorin für mich eine echte Entdeckung, denn sie schafft es, die Charaktere sehr lebendig mit all ihren Fehlern und Ängsten darzustellen und eine Spannung zu erzeugen, wie nicht viele das können.
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am 26. Februar 2010
Eine verschlafene Gemeinde in Kansas, eine hochverschuldete Farm, eine liebevolle aber überforderte Mutter, ein nichtsnutziger Vater, drei quirlige Töchter und ein sonderbarer, stiller, in sich gekehrter Sohn: Das sind die Zutaten, die Gillian Flynn für ihren neuen Thriller bereitstellt.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Der eine beschränkt sich in aristotelischer Schlichtheit auf 24 Stunden und die Farm und ihre nähere Umgebung. Es geht um die letzten Stunden im Leben der Farmersfrau und ihrer ältesten beiden Töchter. In leisen Schritten nähert sich das Verhängnis der Familie, um zum Schluß in einer mächtigen Volte alles zu ersticken.
Nur Libby, die jüngste Tochter, überlebt das Massaker - und Ben, der ältere Bruder, der nach der schwer belastenden Aussage seiner kleinen Schwester ein Lebenslänglicher wird. Eingesperrt wegen des Mordes an Mutter und Schwestern. Doch mehr als zwanzig Jahre nach der Tat (und das ist der zweite Handlungsstrang) kommen Libby Zweifel an ihrer damaligen Aussage, worauf sie den Kontakt zu den damlas offen und verdeckt Beteiligten sucht. Und schon beginnen sich ganz langsam die Gewichte von Schuld und Unschuld zu verschieben. Angst und Feigheit, Wut und Hass gehen ganz neue Verbindungen in den Köpfen der Beteiligten ein.
Seinen Lesern beschert dieser Thriller eine doppelte Spannungskurve, denn sowohl die gegenwärtige als auch die vergangene Handlung münden in einen atemberaubenden Show Down, bei dem jeweils noch einmal kräftig an der Grenzlinie zwischen Gut und Böse gerüttelt wird.
So muss perfekte Spannungsliteratur sein!
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am 26. Februar 2010
Gillian Flynn hat mit ihrem ersten Buch Cry Baby" (orig. Sharp Objects) bereits einige Preise bekommen. Damit hat sie für ihr zweites Buch Finstere Orte" (orig. Dark Places) eine hohe Latte zu überspringen und sie meistert diese souverän. Der jungen Journalistin aus Chicago gelingt es eindrucksvoll die Geschichte einer der negativsten Personen, die mir in einem Roman jemals untergekommen ist, zu schildern.
Libby Day lebt seit dem grausamen Ritualmord an ihrer Familie von Spenden. Mit 7 Jahren war sie Ohrenzeuge wie ihr Bruder ihre Mutter und die beiden Schwestern getötet hat. Dieses Erlebnis hat in ihr einen Hass auf alle Menschen hervorgebracht. Sie möchte oder kann nicht mit Menschen zusammenleben und will doch bedauert werden. Leider ist ihr Spendenkonto beinahe leer und sie muss sich neue Einkommensquellen erschließen.
Sie trifft auf eine Gruppe von Fanatikern, die sich für alte Morde interessieren und lässt sich von ihnen dafür bezahlen die Tat zu schildern. Sie erhält - gegen weitere Bezahlung - den Auftrag die überlebenden Beteiligten zu suchen und dabei entstehen Zweifel an der Schuld ihres Bruders. Auf dieser Reise lernt sie sich selbst besser kennen und tatsächlich kommen auch neue Tatsachen ans Licht.
Der Autorin gelingt es vortrefflich die 80iger darzustellen. Satanskult, Angst vor Heavy Metal Musik, Armut und tiefste Provinzialität prägen die Jugend der Day-Kinder.
Die Reiseschilderung der Libby Day ist eine Art Entwicklungsroman in welchem wir ihren Zorn und ihre Angst näher kennenlernen. Gleichzeitig wird der Tag der Tat in Rückblenden aus der Sicht der Mutter und des Bruders vor dem Leser aufgerollt.
Ein spannender Thriller, der den Leser die bekannte Tatsachen in neuem Kontext präsentiert und so das Interesse bis zur letzten Seite aufrechterhalten bleibt.
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am 21. Februar 2010
Finstere Orte von Gillian Flynn ist der beste Thriller den ich seit langem gelesen habe.

Kurz zum Inhalt: Es geht um eine Familientragödie, die vor vielen Jahren in Kansas City, Missouri geschehen ist. In einer Nacht verliert die damals sieben jährige Libby Day ihre zwei Schwestern und ihre Mutter auf grausame Weise. Nur durch Glück kann sie sich selbst retten, indem sie aus dem Haus flieht. Unterstützt durch Libbys Aussage geht ihr Bruder Ben als Täter lebenslänglich ins Gefängnis.
Circa 25 Jahre später geht der nun erwachsenen Libby das Geld aus, und sie willigt ein die Vergangenheit, zumindest ein wenig, wieder aufzurollen, und nochmal über Bens Schuld nachzudenken.
Libbys nicht wirklich richtig entwickeltes Sozialverhalten und allgemeine Entwicklung machen die Recherche und den Umgang mit ihr nicht wirklich einfacher. Und wie der Klappentext schon verspricht, so wie damals bringt die Vergangenheit sie wieder in tödliche Gefahr.

Die Aufmachung des Buches ist ganz nach meinem Geschmack, ein nicht zu dünner (über 500 Seiten), schöner Festeinband, mit einem sehr geschmackvollen und geheimnisvoll gestalteten Schutzumschlag. Zur absoluten Perfektion fehlte für mich nur noch das Lesebändchen!
Die Gliederung der Geschichte ist Gillian Flynn sehr gut gelungen, im Wechsel wird aus der Perspektive von Libby Day im Jetzt erzählt und von Patty (Libbys Mutter) und Ben Day in der Vergangenheit um und am Tag der Morde. So wird Stück für Stück aufgedeckt, was in jener Nacht wirklich passiert ist, ohne jedoch zu viel zu verraten. Die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Kapitel erhalten und der Spannungsbogen ist super aufgebaut, die letzten hundert Seiten musste ich in einem Rutsch weg lesen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen (was schon von Anfang an sehr schwer war).
Gillian Flynn hat ihren eigenen Stil (was meiner Meinung nach nicht sehr viele Autoren von sich behaupten können) und schreibt flüssig und trotzdem nachdenklich. Sie kommt ohne allzu blutrünstige Schilderungen aus, und das finde ich sehr befreiend.
Die Charaktere sind sehr liebevoll beschrieben und ich konnte mich wunderbar in sie rein versetzen (selbst in die etwas schwierige Libby), man fühlte richtig mit allen mit, und die wichtigen Personen blieben nicht nur oberflächlich.
Ich habe mir von Anfang an gewünscht, dass Gillian Flynn diese Geschichte mit einem guten, realistischen und befriedigendem Ende versieht, und ich wurde nicht enttäuscht, ihr Roman ist von vorne bis hinten durchdacht und mit viel Liebe konstruiert und das merkt man auch.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich sehr froh bin so eine tolle Autorin entdeckt zu haben, die ihren eigen Stil verfolgt, und das aber so konsequent und liebevoll, dass das Lesen ein Genuss war. Wie schon einleitend gesagt, eines der besten Bücher die ich je gelesen habe!
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am 7. Oktober 2010
Eine Nacht im Januar 1985: Libby Day ist sieben Jahre alt, als ihre Mutter und ihre beiden nur wenig älteren Schwestern grausam ermordet werden. Sie kann sich verstecken und ist daher "Ohrenzeugin" des Mordes - und aufgrund ihrer belastenden Zeugenaussage muss ihr Bruder als Mörder hinter Gitter.

25 Jahre später lebt Libby in diesem noch unverarbeiteten Trauma ihres Lebens. Sie ist selbstzerstörerisch, unerträglich für ihre Umwelt, verbringt ihre Tage damit, sich den eigenen Tod vorzustellen und das Geld auszugeben, das vor allem aus Mitleid damals nach der Tat für sie gespendet worden war.
Nun aber neigt sich ihr Kontostand dem Nichts entgegen und Libby braucht Geld. Ein geregelter Tagesablauf kommt nicht in Frage, einen Beruf hat sie nicht gelernt und daher kommt es ihr ziemlich gelegen, als sie aufgrund des nahenden 25jährigen "Jubiläums" des Mordes von einer Gruppe Fanatiker, dem sog. "Kill Club", für das Erzählen ihrer damaligen Erlebnisse Geld angeboten bekommt.

Doch unter den Mitgliedern des Clubs sind auch Fans ihres Bruders, die mit ihren Zweifeln an dem damals von Libby geschilderten Tathergang und der Aussicht auf weitere Zahlungen an Libby dafür sorgen, dass sie sich mit den Personen aus dem damaligen Umfeld ihrer Familie in Verbindung setzt, mit den Resultaten aus diesen Gesprächen den Tathergang nochmals aufrollt und letztendlich versucht, den eigentlichen Mörder zu finden.

Libby sperrt sich zunächst, doch die klitzekleine Möglichkeit, dass ihr Bruder unschuldig sein könnte, bringt sie dann doch dazu, sich diesem steinigen Weg durch ihre traumatischen Erinnerungen und den bis dato so strikt gemiedenen Personen und Plätzen ihrer Kindheit zu stellen. Doch je enger ihre Kreise werden, desto mehr bringt sie sich auch selber wieder in Gefahr...

In den Kapitel springt Gillian Flynn zwischen Libby in der Gegenwart und Rückblenden zu jenem Januartag 1985 hin und her - und diese Rückblenden abwechselnd geschildert aus der Sicht von Ben Day (Libbys Bruder) und Patty Day (ihrer Mutter).
Diese Erzählweise katapultiert einen als Leser mitten ins Geschehen, hat mich aber aufgrund der depressiven Düsternis und der beklemmenden Atmosphäre - die ja letztlich schon deshalb vorhanden ist, weil man den Ausgang der Geschichte kennt, aber durch die Rückblenden nicht nur Libby, sondern auch den Opfern emotional so nahe kommt - oft so runtergezogen, dass ich das Buch immer wieder mal weglegen musste.

Und mein Fazit:
Ein außergewöhnlicher Thriller mit einer ungewöhnlichen "Heldin", der aber trotz einiger Längen sehr spannend und lesenswert ist!
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am 19. März 2010
Um es vorweg zu nehmen: dieses Buch ist eines der besten, die ich seit langem gelesen habe! Worum geht es?

Libby Day musste als Siebenjährige mit anhören, wie fast ihre ganze Familie umgebracht worden ist. Als Täter wurde Bruder Ben verhaftet, er ist seitdem im Gefängnis und Libby hat keinen Kontakt mehr zu ihm. Sie lebt ein armseliges Leben, hat kaum soziale Kontakte und die Geschehnisse trotz psychologischer Hilfe nicht verkraftet. Nun ist sie auch noch pleite: vorher hat sie von Spenden wohlmeinender Mitbürger gelebt, doch das Geld ist aufgebraucht. Da kommt das Angebot des "Kill-Clubs" gerade recht: dieser Club hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbrechen zu überprüfen und zu Unrecht Verurteilten zu helfen. Ein Teil der Mitglieder des Clubs hält Ben für unschuldig und bietet Libby Geld dafür, dass sie zu ihm geht und ihn befragt und auch so versucht, sich neu zu erinnern, denn Ben wurde hauptsächlich wegen ihrer Aussage verurteilt. Jetzt muss sich Libby endlich ihrer Vergangenheit stellen und findet tatsächlich Erstaunliches heraus...

In Rückblenden erfährt der Leser, wie es wirklich war, sowohl aus Bens Sicht als auch aus Mutter Pattys Sicht: die armseligen finanziellen Verhältnisse, dieses Von-der-Hand-in-den-Mund-leben, der drogen-, alkohol- und spielsüchtige Exmann, der immer auf der Suche nach Geld ist und das Familienleben noch mehr verkompliziert, die chronische Überforderung Pattys (heute würde man wahrscheinlich Burn-Out-Syndrom sagen, aber das gab es in den 80ern noch nicht), die Kinder, die wegen der abgetragenen Kleidung und der kostenlosen Schulspeisung gehänselt wurden. Ben ist Patty bereits entglitten, er hat sich ungute Freunde gesucht. Nun droht auch noch die Zwangsräumung und damit die Obdachlosigkeit - Patty ist verzweifelt und greift zum letzten Strohhalm.

Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut mit den Sprüngen zwischen der Jetztzeit und der Tatzeit und dem für mich doch etwas überraschenden Schluss. Auf jeden Fall ist dies ein Buch, das sich zu lesen lohnt!
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am 9. März 2010
Libby Day verliert mit sieben Jahren den Großteil ihrer Familie. Ihre Mutter Patty und ihre Schwestern Debby und Michelle werden zuhause ermordet - nur sie selbst kann entkommen. War es wirklich ihr älterer Bruder Ben, den sie mit ihrer Zeugenaussage für immer ins Gefängnis brachte? 25 Jahre später kommt sie mit Leuten einer Gruppe in Kontakt, die an die Unschuld von Ben glauben und besonders Lyle versucht sie mit Geld und Überredung dazu zu bringen sich ihrer Vergangenheit zu stellen und mit Menschen von damals, u. a. mit ihrem Vater, ihrer Tante und mit Ben selbst, ins Gespräch zu kommen. Neue Erkenntnisse über die hoch verschuldete Familie Day kommen hierbei zu Tage und Libby entdeckt immer neue Puzzleteile, die die Nacht von damals und die Gründe für die Morde ausführlicher abbilden und die sie schließlich in erneute Lebensgefahr bringen. Wird sie auch diesmal entkommen können?
Das Buch stellte sich mir als großes Familiendrama dar, wobei ich die Genrebezeichnung Thriller für unpassend halte. Der Schreib- und Erzählstil haben mir gut gefallen, aber weder diese noch die Geschichte an sich konnten eine große Spannung erzeugen. Die Kapitel sind aufgeteilt in Libby heute und Patty und Ben am Tag der Morde im Jahr 1985. Dadurch ließ sich ein guter Überblick behalten und man erfuhr stückchenweise immer mehr, wobei der große Durchbruch erst ganz am Ende kam. Zum Schluss konnte bei mir das Buch nun auch mit der ersten wirklichen Spannung glänzen, die aber auch relativ schnell wieder vorüber war. Die Charaktere, besonders Lybbys Vater Runner Day, sind zum größten Teil eher unsympathisch was für so ein Familiendrama allerdings nicht untypisch ist, sondern eher von klarer Struktur zeugt. Alles in allem gefiel mir Finstere Orte gut und war, trotz des fehlenden Thrills, nicht langweilig, sondern eher ein solides und gut geschriebenes Drama.
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